Der Kinder Brockhaus in vier Bänden. Band 3. Kunststoff bis Schmetterling 3765318329

Kinder wollen vieles wissen, manchmal mehr, als Eltern erklären können. Der Kinder Brockhaus gibt auf wichtige Fragen ve

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German Pages 168 Year 1997

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Der Kinder Brockhaus in vier Bänden. Band 3. Kunststoff bis Schmetterling
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DER Kinder BROCK HAUS in vier Bänden

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DER Kinder BROCKHAUS

DER. Kiiider

BROCK HAUS Bearbeitet von Marcus Würmli Band 3 Kunststoff bis Schmetterling

F.A.BROCKHAUS Leipzig • Mannheim

Kunststoff Kunststoffe____________________________

Körner aus Kunststoff

Wie der Name vermuten lässt, sind die Kunststoffe eine Erfindung des Menschen. In der Natur gibt es nichts Vergleichbares. Kunststoffe nennen wir in der Um­ gangssprache auch einfach Plastik. Es gibt Tausende verschiedener Kunststoffe und mit vielen von ihnen kommen wir täglich in Berührung. Aus Polyethylen bestehen zum Beispiel Tragetüten, Flaschen und Eimer. Der Schaumstoff Polystyrol dient vor allem zur Ver­ packung. Das PVC oder Polyvinylchlorid wird zu Spiel­ sachen, Tischtüchern, Vorhängen und vielem anderen mehr verarbeitet. Auch fast alle unsere Kleidungs­ stücke enthalten Kunststofffasern, zum Beispiel Nylon oder Perlon. Alle Kunststoffe bestehen aus riesigen ket­ tenartigen -»Molekülen, die oft miteinander vernetzt sind. Solche langen Ketten kann nur das Element »Kohlenstoff bilden. Nahezu alle Kunststoffe enthal­ ten deshalb Kohlenstoff und können somit verbrennen.

Kupfer________________________________

A Viele Kunststoffe werden beim Erhitzen flüssig und können dann in Formen gepresst oder gegossen werden. Im Bild oben entsteht ein Becher durch Spritz­ gießen. Im Bild unten entsteht durch Strangpressen eine Kunststoffröhre.

Das Kupfer ist wahrscheinlich das erste Metall, das der Mensch nutzte. Vor ungefähr 7000 Jahren begannen die alten Ägypter und Menschen im heutigen Iran aus Kupfer Werkzeuge und Waffen herzustellen. Zunächst nahmen sie reines Kupfer, das sie im Boden fanden. Doch dieses ist sehr weich. Wenn man es mit anderen Metallen zusammenschmilzt, entstehen -»Legierun­ gen wie Messing und -»Bronze, die viel härter sind. Kupfer leitet elektrischen Strom sehr gut und wird des­ wegen für Kabel verwendet. Im Weltverbrauch der Metalle steht es hinter dem -»Eisen an zweiter Stelle. Wenn Kupfer lange der Luft ausgesetzt ist, bildet es einen grünlichen Überzug, die Patina.

Kuppel Der Superdome in New Orleans besteht aus einem Stahlskelett. Durch die riesigen Ausmaße dehnt das Metall sich in der Son­ nenhitze um rund 20 Zentimeter aus und schrumpft nachts wieder. Diese Bewegung wird durch Gelenke ermöglicht.

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Kuppeln sind halbkugelförmige Dächer. Eine Kuppel zu bauen ist eine architektonische Meisterleistung. Die Römer errichteten als erstes Volk eine der großartigsten Kuppeln der Welt. Diese überdacht das Pantheon in Rom. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 43 Me­ tern. Die größte Kuppel der Welt trägt der moderne Louisiana Superdome in der amerikanischen Stadt New Orleans. Er hat einen Durchmesser von 207 Me­ tern. Die maximale Höhe liegt bei 83 Metern.

Küste

Kurden Die Kurden sind ein großes Volk, besitzen aber kein eigenes Staatsgebiet. Wie viele Kurden es gibt, wissen diese nicht einmal selbst. Es sind aber sicher über zwölf Millionen. Die meisten leben im Osten der Türkei, im Nordirak und im Nordiran. Nirgendwo sind die Kurden willkommen. Besonders der irakische Diktator Sad­ dam Hussein versuchte die Kurden seines Landes aus­ zurotten, auch mit Giftgas. Dieses schreckliche Verbre­ chen nennen wir Völkermord.

Küste Ein Blick auf eine geographische Karte zeigt uns, dass Küsten in den seltensten Fällen gerade verlaufen. Zunächst unterscheiden wir Flach- und Steilküsten. Die Schärenküste entstand zum Beispiel, als das Meer ein stark hügeliges, von Gletschern geformtes Gebiet überflutete. Übrig blieben die Hügelkuppen, die Schären. Auf ähnliche Weise entstanden die -► Fjorde. Ein Haff oder Liman entsteht, wenn die Meereswellen schräg zum Strand auftreffen und dauernd Sand verset­ zen. Die vorgelagerte Landzunge nennen wir Nehrung. Wenn Flüsse an der Mündung viel Material ablagern, bildet sich ein Delta mit der typischen Form eines Vogelfußes. Ein besonders schönes Delta bildet der Fluss Po in Norditalien.

▲ Eine kurdische Familie, in den typischen, farbenfrohen Gewändern.

▼ Verschiedene Küstenformen: oben links Schärenküste; oben rechts Deltaküste; unten links Lagunenküste mit einer Nehrung; unten rechts Limanküste mit „ertrunkenen" Flusstälern.

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Labyrinth_____________________________ Ein Labyrinth besteht aus einem Gewirr von Gängen und Räumen. Der antiken Sage nach errichtete Dädalus das erste Labyrinth für den wilden Stier Minotaurus auf Kreta. Heute legt man Labyrinthe zum Spaß der Spa­ ziergänger vor allem in großen Gärten an. Auch den innersten Teil des -»-Ohrs nennen wir Laby­ rinth. Dieses setzt sich aus der Schnecke und den Bogengängen zusammen. Mit der mit Flüssigkeit ge­ füllten Schnecke nehmen wir Schallwellen wahr. In den Bogengängen hat hingegen unser Gleichgewichts­ sinn seinen Sitz.

▲ Lamas sind sehr widerstandsfähig und gut an das harte Leben in den Hoch­ ebenen der Anden angepasst. ▼ Der gegenwärtige Dalai-Lama erhielt 1989 den Friedensnobelpreis.

keine Höcker. Seine Rückenhöhe beträgt bis zu einein­ halb Meter. Langes, dichtes Haar hält das Tier warm und schützt es vor der Kälte des rauen Klimas in den -»■Anden. Das Lama stammt vom Guanako ab und wurde vor mindestens 4500 Jahren von den Inka gezüchtet. Süd­ amerikanische Indianer halten das Lama heute noch als Tragtier. Aus der Wolle stellen sie Kleider, Teppiche und Stricke, aus dem Fett des Tieres sogar Kerzen her.

Lama, der_____________________________ Die -»-buddhistischen Mönche in Tibet heißen Lamas. Sie tragen rote oder gelbe Gewänder, die eine Schulter frei lassen. Nachdem China Tibet erobert hatte, wur­ den viele der großen Lamaklöster aufgelöst. Auch das Oberhaupt aller Lamas, der Dalai-Lama, lebt heute nicht mehr in Tibet, sondern im Ausland.

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Landwirtschaft

Landkarte_____________________________ Mithilfe von Landkarten finden wir uns in einem un­ bekannten Gebiet zurecht. Landkarten sind verklei­ nerte Darstellungen der Erdoberfläche. Da die Welt eine Kugel, die Landkarte aber flach ist, gelingt diese Abbildung immer nur mit Verzerrungen. Diese werden umso größer, je kleiner die Karte ausfällt. Wenn wir die ganze Erde auf dieser Seite abbilden würden, wären die Verzerrungen besonders deutlich. Der Maßstab und damit die Verkleinerung einer Karte wird mit einem Zahlenverhältnis angegeben. 1:50000 bedeutet zum Beispiel, dass ein Zentimeter auf der Karte 50000 Zentimetern, also 500 Metern, in der Natur entspricht. Wanderkarten haben häufig diesen Maßstab. Soll ganz Deutschland auf einer Karte Platz haben, so braucht man mindestens einen Maßstab von 1:1000000. Ein Zentimeter auf dieser Karte entspricht dann in der Natur zehn Kilometern. Es gibt ganz unterschiedliche Karten. Physikalische Karten zeigen vor allem Berge, Täler und Flüsse. Alle Karten weisen bestimmte Symbole auf, die Signaturen. Sie sind in der Legende erklärt.

Landwirtschaft________________________ In der Landwirtschaft arbeiten auf der ganzen Welt mehr Menschen als in irgendeinem anderen Wirt­ schaftszweig. Die Landwirtschaft ist die wichtigste Tätigkeit des Menschen. Weiteres siehe auf Seite 328 und 329.

▲ Diese holländische Karte von Amerika stammt aus dem Jahr 1655.

•< Früher war die Herstellung von Landkarten eine mühselige Arbeit. Zunächst musste man die Lage der verschiedenen Punkte auf der Erdober­ fläche vermessen. Das war die Aufgabe des Landvermessers oder Geometers. Er teilte ein Gebiet in viele Dreiecke ein und konnte mit mathematischen Formeln deren Abstände berechnen. Die heutige Vermessung erfolgt aus der Luft. Ein Flugzeug fliegt immer in gleicher Höhe über das zu vermessende Gebiet und nimmt in kurzen Abständen mit einer Spezialkamera Fotos auf. Diese überlap­ pen sich zu einem großen Teil. Nach der Entwicklung schaut sich der Kartenzeich­ ner diese Fotos mit einem Spezialgerät an und erhält ein räumliches Bild. Danach zeichnet er die Karte. Diese Arbeitsweise heißt Photogrammmetrie oder Messbildverfahren.

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Landwirtschaft Vor ungefähr 9000 Jahren begannen die Menschen im mittle­ ren Orient mit der Landwirtschaft. Sie gaben ihr Leben als umherstreifende Jäger und Sammler auf und wurden sesshaft. Man baute Pflanzen an und züchtete Tiere. Dies bedeutete eine ungeheure Umwälzung der Lebensverhältnisse. Der Übergang zum sesshaften Bauern fand in der Jungsteinzeit, dem Neolithikum, statt. Heute arbeitet die Hälfte aller Men­ schen auf der Welt in der Landwirtschaft. Die Anbaumethoden wurden im Laufe der Zeit ständig verbessert. Im 17. Jahrhun­ dert führte man beispielsweise Futterrüben und Klee ein. Damit konnte man die Haustiere den Winter hindurch füttern. Zuvor waren sie wegen Futtermangels geschlachtet worden. Nun züchtete man auch größere und ertragreichere Rassen von Haustieren. Aus Amerika kamen neue Pflanzen nach Europa, zum Beispiel Kartoffeln, Tomaten und Mais. Im vorigen Jahr­ hundert ersetzten Dampfmaschinen Pferde und Ochsen. Damit begann die Mechanisierung der Landwirtschaft.

Streifenflur Im Mittelalter wurde das bebaubare Land oft in lange Streifen eingeteilt. Gepflügt wurde meist der Länge nach. Die Streifen lagen meistens gruppenweise neben­ einander und erreichten eine Länge bis zwei Kilometer.

Die Geschichte der Landwirtschaft Um 7000 v. Chr.: Menschen beginnen Getreide anzubauen und Tiere zu züchten. 4000 v. Chr.: Bewässerung von Feldern im Vorderen Orient. 500 v. Chr.: Eisengeräte und schwere, von Ochsen gezogene Pflüge. 15. Jahrhundert: Viele Felder liegen nicht mehr offen da, sondern werden mit Hecken eingezäunt. 16. Jahrhundert: Neue Kulturpflanzen gelangen von Amerika nach Europa. 17. Jahrhundert: Bessere Zuchtrassen von Haustieren werden entwickelt. Ende des 18. Jahrhunderts: Neue landwirtschaftliche Maschinen, zum Beispiel die Baumwollentkernmaschine von Eli Whitney (1793). 19. Jahrhundert: Landwirtschaftliche Maschinen werden von Dampfkraft angetrieben. Es gibt neue Düngemittel. Nordamerika und Australien werden zu wichtigen landwirtschaftlichen Gebieten. 20. Jahrhundert: Düngemittel und Mittel zur Schädlingsbekämpfung werden im großen Umfang angewandt. Forscher züchten Pflanzensorten, die Krankheiten widerstehen können. Die gesamte Landwirtschaft richtet sich immer stärker nach der Industrie aus.

Wichtige Kulturpflanzen

Fruchtfolge Im 17. Jahrhundert entdeckten die Bauern, dass Grün­ futter wie Klee den Boden wieder fruchtbar machte. Um die Fruchtbarkeit zu erhalten bauten sie jedes Jahr eine andere Pflanzenart an. Weizen und Gerste wechselten sich alle vier Jahre mit Klee oder Futterrüben ab.

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Gerste ist ein wichtiges Getreide in Gebieten mit gemäßigtem Klima. Hirse ist ein Grundnahrungsmittel, vor allem in Afrika. Kartoffeln sind Grundnahrungsmittel, besonders in Europa. Mais wächst in feuchtwarmen Gebieten am besten. Maniok und Kassava gehören zu den wichtigsten Nutzpflanzen der Tropen. Sie enthalten viel Stärke. Pflanzliche Öle gewinnt man vor allem aus Kokosnuss, Erdnuss, Sonnenblumen, Sojabohnen, Oliven und Maiskörnern. Reis ernährt die Hälfte der Menschheit. Er gedeiht am besten in tropischen Gebieten. Weizen wird heute weltweit angebaut. Zucker stammt entweder von der Zuckerrübe der gemäßigten Klimage­ biete oder vom tropischen Zuckerrohr.

▲ In der Batteriehaltung sollen Hühner bei geringerem Kostenaufwand mehr Eier legen. Diese Form der Hühnerhaltung ist jedoch nicht artgerecht. Beim Einkauf achtet man deshalb auf Eier aus artgerechter Haltung.

legemaschine i In einigen Teilen der Welt werden die meisten Arbeiten t der Landwirtschaft noch von Hand erledigt. Die /lechanisierung schreitet dort nur langsam voran.

A Mähdrescher bei der Arbeit auf einem Weizenfeld in den weiten Ebenen Nordamerikas.

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Länge und Breite ▼ Die Längen- und Breitengrade sind auf Globen und Karten angegeben. Sie bilden ein Netz von Linien, mit dem man jeden Ort auf der Welt nach seiner Lage eindeu­ tig festlegen kann. Wir sagen zum Bei­ spiel, dass die Stadt Köln auf 51° nörd­ licher Breite und 7° östlicher Länge liegt. Abgekürzt sieht dies so aus: 51° n. Br. 7° ö. L.

Länge und Breite______________________ Jeder Ort auf der Erde hat eine bestimmte geographi­ sche Länge und Breite. Mit diesen beiden Zahlenanga­ ben kann man seine Lage genau bestimmen. Als Hilfs­ mittel dienen uns die Längen- und Breitenkreise. Sie sind auf Globen und Karten zu sehen. Die Breitenkrei­ se zum Beispiel geben an, wie weit ein Ort vom Äqua-

45° X n. Br.

Die geographische Breite eines Ortes gibt dessen Entfernung in Winkel­ graden vom Äquator an. Man unterscheidet zwisch« nördlicher und südlicher Breite. Längenkreise N

90 s.Br. Die geographische Länge eines Ortes gibt dessen Entfernung in Winkelgra­ den vom Nullmeridian an, der durch den Londoner Vorort Greenwich läuft. Man unterscheidet zwischen östlicher und westlicher Lange.

westliche Länge

S

Lautstärke in Dezibel

Leises Rascheln von Blättern Flüstern Normale Unterhaltung Laute Lautsprechermusik Sehr starker Verkehrslärm Motorrad ohne Schall­ dämpfer 120 Presslufthammer in nächster Nähe 130 Düsenflugzeug, Schmerz­ grenze 20 30 40 60 80 100

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tor entfernt ist. Die Entfernung wird in Grad (geschrie­ ben: 0) angegeben, das heißt als Winkel. Der Äquator liegt auf 0°, der Nordpol bei 90° nördlicher Breite (abgekürzt n. Br.), der Südpol auf 90° südlicher Breite (s. Br.).

Lärm ________________________________ Wann ein Geräusch oder eine Musik als Lärm empfun­ den wird, hängt von der Empfindlichkeit des Einzelnen ab. Die Geräusche einer belebten Straße empfinden auf Dauer allerdings die meisten Menschen als unangeneh­ men Lärm. Lang anhaltender Lärm beeinträchtigt den ganzen Menschen. Lärm führt zu ->Stress, zu Nervo­ sität, Schlafstörungen und Magenkrankheiten. Bei einer Lautstärke ab 90 Dezibel können Hörschäden

Laser auftreten. Messungen in Discos gehen bis 120 Dezibel. Sich vor Lärm zu schützen ist schwierig. Man kann sich in der Wohnung beispielsweise für teures Geld schallisolierte Fenster und Türen einbauen lassen. Sehr viel besser ist es, wenn Lärm von Anfang an vermieden wird.

Larve Nur wenige Tiere sehen nach dem Schlüpfen aus dem ->Ei schon ähnlich wie ihre Eltern aus. Die meisten zei­ gen hingegen Jugendformen, die ganz anders sind als die erwachsenen Tiere. Schmetterlinge zum Beispiel haben Raupen, Fliegen haben Maden und Maikäfer Engerlinge. Diese drei Larven verwandeln sich in erwachsene Tiere nur über eine weitere, allerdings unbewegliche Larvenform, die Puppe. Auch bei den -»Fröschen kommen Larven vor. Wir nen­ nen sie Kaulquappen. Sie verwandeln sich nach und nach in erwachsene Tiere. Dabei wachsen Beine und Lungen, während der Schwanz abgebaut wird.

▲ In Reih und Glied frisst sich ein Heer von Larven an Blättern satt.

Laser Laser (sprich: lehser) ist ein englisches Kunstwort. Mit dem Laser erzeugt man äußerst scharf gebündeltes, energiereiches Licht. Es kann so viel Energie enthalten, dass man damit Wände durchschneiden oder Zähne bohren kann. Durch Laserlicht gelingt es auch, viele Tausend Telefongespräche gleichzeitig auf einer Lei­ tung zu übertragen. Mit Lasern kann man zum Beispiel auch -»Holographien herstellen.

•« Mit Laserstrahlen vor dunklem Nacht­ himmel lassen sich fantastische Licht- und Farbenspiele zaubern.

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lateinische Sprache Die romanischen Sprachen umfassen folgende, heute noch gesprochene Sprachen: Portugiesisch, Spanisch, Katalanisch, Provenzalisch, Französisch, Sardisch, Italienisch, Rätoromanisch, Rumänisch.

lateinische Sprache____________________ Wenn wir Prosit („wohl bekomms“) und Deo gratias („Gott sei Dank“) sagen, so sprechen wir Lateinisch. Das Latein war die Sprache der alten -»Römer. Diese ver­ breiteten sie fast über ganz Europa. Nach dem Unter­ gang des Römischen Reichs um 470 n. Chr. sprachen die Menschen dann weiter Lateinisch. Doch im Lauf der Jahrhunderte und in den verschiedenen Gegenden ver­ änderte sich die Sprache und es wurden die Vorläufer der französischen, italienischen oder spanischen Spra­ che daraus. Diese und viele andere Sprachen sind aus dem Latein hervorgegangen und heißen heute noch romanische Sprachen. Das Lateinische selbst wird seit rund tausend Jahren nicht mehr gesprochen. Wir nen­ nen es eine tote Sprache. Nur noch die Diplomaten des -»Vatikans sprechen ein Latein, das sie allerdings auch der modernen Zeit anpassen mussten. Fahrräder heißen bei ihnen zum Beispiel bicyclae.

Lautsprecher __________________________ ▼ Schneebretter (links) brechen mit lautem Knall ab. Sie werden meist von Skiläufern ausgelöst. Grundlawinen (Mitte) reißen auch den Untergrund mit. Staublawinen (rechts) sind von heftigen Luftdruckschwankungen begleitet, die sogar Häuser explodieren lassen.

Der Lautsprecher verwandelt elektrische Signale in Schallwellen. Die Musik und die Sprache, die wir aus dem Fernseher, dem Radio und dem Tonbandgerät hören, kommen aus Lautsprechern. Beim Lautsprecher ist eine kegelförmige Membran mit einer Spule ver-

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Leber bunden. Im Inneren der Spule liegt ein Magnet. Durch den aufgewickelten Draht der Spule fließen elektrische Signale. Dabei lädt sich die Spule magnetisch auf. Die Membran beginnt dadurch zu vibrieren und versetzt die Luft in Schwingungen. Wir hören diese als Schall­ wellen. Der Lautsprecher verrichtet genau die umgekehrte Arbeit wie das -»-Mikrofon.

Lawine_______________________________ Große Schnee- und Eismassen gleiten als Lawine ins Tal. Dabei können sie auch Steine, Boden und sogar Bäume mit sich reißen und Häuser zerstören. Es gibt im Wesentlichen drei Lawinenarten. Die Staublawinen be­ stehen aus lockerem Pulverschnee. Beim Abgang ent­ stehen heftige Winde und Luftwirbel, die alles zer­ stören. Grundlawinen setzen sich aus feuchtem Schnee zusammen. Sie gehen vor allem im Frühjahr ab und reißen den Untergrund mit. Wenn sie zum Stillstand kommen, sehen sie schmutzig aus. Skifahrer lösen überwiegend Schneebretter aus. Dies sind jüngere Schneeschichten, die über älteren, verfestigten Schich­ ten liegen. Schneebretter lösen sich mit lautem Knall ab. Man erkennt sie an der scharfen Abrisskante. Ortschaften in den Alpen müssen durch Bannwälder vor Lawinen geschützt werden. Wenn diese Wälder zugrunde gehen, sind die Ortschaften aufs Höchste gefährdet und müssen künstliche Lawinenverbauun­ gen errichten. Tourenskifahrer müssen im Winter stets den Lawinen­ bericht berücksichtigen. Bei Gefahr sollten sie sich durch eine Lawinenschnur miteinander verbinden und großen Abstand voneinander halten. Gelegentlich wer­ den drohende Lawinen absichtlich ausgelöst.

▲ Das Mikrofon verwandelt Schall­ wellen in elektrische Signale. Nach der Übermittlung werden diese vom Lautsprecher wieder in Schallwellen zurückverwandelt, die wir hören können. Die elektrischen Signale fließen durch eine Spule, die zwischen den Polen eines kreisförmigen Magneten angeordnet ist. Die elektrischen Signale machen die Spule magnetisch, sodass diese zusammen mit der Membran zu vibrieren beginnt. Dadurch wird die Luft in Schwingungen versetzt.

▼ Die Leber liegt rechts im Oberbauch auf der Höhe des Magens. Sie gibt Galle in den Dünndarm ab.

Leber Die Leber ist unsere größte -»-Drüse. Sie liegt in der rechten Körperhälfte unter den Rippen. Man kann die Leber als die chemische Fabrik des Körpers bezeichnen. Sie produziert zum Beispiel die Galle, die uns bei der Verdauung von Fetten hilft. Die Leber stellt aber auch »■Eiweiße her, die wir im Blut brauchen. Gleichzeitig baut sie die Giftstoffe ab, die im Blut kreisen, zum Bei­ spiel »■Alkohol.

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Leder

Leder________________________________ Die Menschen stellen Leder aus der Haut von Tieren her. Damit die Haut zu Leder wird, muss sie gegerbt werden. Man salzt sie zuerst ein. Dann entfernt man alles Fleisch und die Haare. Schließlich findet die eigentliche Gerbung statt. Sie bewirkt, dass sich die -»■Eiweiße in der Haut dauerhaft verändern. Dann fol­ gen weitere Arbeitsschritte, zum Beispiel Einölen und Färben des Leders, aus dem zum Beispiel Schuhe gemacht werden.

Legasthenie__________________________

A Reines Eisen ist nicht sehr widerstands­ fähig und rostet leicht. Man vermischt es mit Chrom, Nickel und Kohlenstoff und erhält dadurch rostfreien Stahl, zum Beispiel für Bestecke.

Auf Deutsch heißt Legasthenie so viel wie Lese-Rechtschreib-Schwäche. Manche ganz normal begabten Schüler haben Schwierigkeiten beim Schreiben und Lesen. Sie erfassen die richtige Abfolge der Buchstaben nicht. Die Gründe für die Legasthenie kennt niemand genau. Der größte Teil der Schwierigkeiten legt sich meist mit der »-Pubertät. Legasthenie hat nichts mit Intelligenz zu tun. Es gibt viele kluge, erfolgreiche Leute, die als Kind unter Legasthenie gelitten haben.

Legierung ____________________________ ▼ Diese altgriechische Statue stellt einen Diskuswerfer dar. Die Griechen trieben viel Leichtathletik und achteten darauf, den Körper wie den Geist zu trainieren.

Legierungen sind Mischungen aus zwei oder mehr Metallen. Die Legierung zeigt meist bessere Eigen­ schaften als die einzelnen Metalle. Bronze zum Beispiel ist deutlich härter als ihre beiden Bestandteile, nämlich Kupfer und Zinn. Dasselbe gilt für Messing, eine Legie­ rung aus Kupfer und Zink. Auch der Stahl ist eine Legierung aus Eisen und etwas Kohlenstoff. Chrom­ stahl wird besonders durch die Beimischung von Chrom so hart und widerstandsfähig.

Leichtathletik_________________________ Zur Leichtathletik gehören alle Sportarten und Diszip­ linen des Laufens und Gehens, des Springens, Werfens und Stoßens. Die Schwerathletik hingegen umfasst zum Beispiel das Gewichtheben und das Ringen. Man­ che leichtathletischen Disziplinen gibt es schon seit dreitausend Jahren, zum Beispiel das Diskuswerfen und das Laufen. Laufwettbewerbe werden über verschieden lange Strecken durchgeführt. Zum Kurzstreckenlauf oder

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Leichtathletik Einer der größten Leichtathleten aller Zeiten war der Finne Paavo Nurmi. Zwischen 1920 und 1930 schlug er die Weltrekorde bei den Laufwettbewerben über 1, 2, 3, 6 und 10 Meilen sowie über 1 500, 2000, 3000, 5000, 10000 und 20000 Meter. Bei den Olympischen Spielen 1924 errang er fünf Goldmedaillen.

◄ An Marathonläufen nehmen oft Tausende von Sportlern teil. Sie laufen über eine Entfernung von 42,195 km.

Die wichtigsten leicht­ athletischen Disziplinen

Sprint (100 m, 200 m) kommt bei den Männern noch der 400-Meter-Lauf dazu. Zum Mittelstreckenlauf gehören der 800- und der 1500-Meter-Lauf. Lang­ streckenläufe führen über 3000 Meter (Frauen), 5000 Meter und 10000 Meter sowie über die -^Marathon­ distanz. Die Hürden beim 110-Meter-Hürdenlauf der Männer sind 106 Zentimeter, beim 400-Meter-Lauf 91 Zentimeter hoch. Fast alle Hochspringer verwenden heute die Flop-Technik. Sie drehen sich dabei während des Fluges, sodass sie die Latte mit dem Rücken überqueren. Eine der anspruchsvollsten Disziplinen ist der Stabhochsprung, bei dem sich der Sportler mit einem Glasfiberstab in die Höhe stemmt. Diskus, Kugel und Hammer werden von einem Kreis aus geworfen oder gestoßen, den der Sportler während des Wurfes nicht übertreten darf. Der Speerwerfer darf hingegen einen weiten Anlauf nehmen. Die Kugel für Männer wiegt 7,257 Kilogramm. Dasselbe Gewicht hat auch der Hammer, der allerdings nicht wie ein Hammer aussieht, sondern aus einer Kugel mit einem Stahldraht und einem Griff besteht. Als die Königsdisziplin der Leichtathletik gelten der Zehnkampf der Männer und der Siebenkampf der Frauen. Beide Kämpfe dauern fast zwei Tage lang.

Männer 100 m 200 m 400 m 800 m 1000 m 1 500 m Meile (1609 m) 2 000 m 3000 m Hindernislauf 5000 m 10000 m 20000 m 30000 m Marathon 110 m Hürden 400 m Hürden Hochsprung Weitsprung Stabhochsprung Dreisprung Kugelstoßen Diskuswerfen Hammerwerfen Speerwerfen Zehnkampf 20 km Gehen 30 km Gehen 50 km Gehen 4 x 100-m-Staffel 4 x 200-m-Staffel 4 x 400-m-Staffel 4 x 800-m-Staffel 4 x 1500-m-Staffel

Frauen 100 m 200 m 400 m 800 m 1 500 m Meile 3000 m 5000 m 10000 m Marathon 100 m Hürden 400 m Hürden Hochsprung Weitsprung Kugelstoßen Diskuswerfen Speerwerfen Siebenkampf 4 x 100-m-Staffel 4 x 200-m-Staffel 4 x 800-m-Staffel

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Leonardo da Vinci

Leonardo da Vinci

A Dies ist das einzige Bild von Leonardo da Vinci, ein Selbstporträt aus dem Jahre 1512. Leonardo war damals sechzig Jahre

Leonardo da Vinci (1452-1519) war ein italienischer Künstler, Erfinder und Wissenschaftler. Er lebte zur Zeit der »Renaissance. Eines der berühmtesten Gemälde von Leonardo ist das Porträt der Mona Lisa, die geheimnisvoll lächelt. Warum sie das tut, weiß nie­ mand. Viele haben aber darüber ihre Vermutungen angestellt. Ein Arzt behauptete sogar, sie habe an einer Kehlkopfkrankheit gelitten! Leonardo machte Hunder­ te von Zeichnungen vom menschlichen Körper, von Pflanzen und Tieren. Die Notizen dazu schrieb er in Spiegelschrift um sie geheim zu halten. Leonardo war auch ein großer Erfinder. Er entwarf Pläne von Festungen, Kanälen und vielen anderen Din­ gen, lange bevor sie später Wirklichkeit wurden. Er „erfand“ zum Beispiel einen Hubschrauber und ein Maschinengewehr. Daneben war er noch in vielen anderen Dingen Experte - ein richtes Allroundgenie.

Leopard

▼ Leoparden sind sehr gewandte Jäger. Die Weibchen kümmern sich um ihre Jungen, bis sie sich selber versorgen können.

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Die Leoparden gehören zu den -»Katzen und sind in Afrika und Südasien verbreitet. Die meisten Leoparden haben ein gelbes, schwarz geflecktes Fell. Es gibt aber auch ganz schwarze Tiere. Wir nennen sie Panther. Rosarote Panther tauchen allerdings nur in Comics auf. Leoparden greifen ihre Beutetiere oft von Bäumen aus an. Sie erbeuten vor allem Antilopen und Gazellen. Wenn sie ihre Opfer nicht ganz fressen können, zerren sie sie in eine Astgabel hoch. Mit ihrer ungeheuren Kraft schaffen sie das sogar bei Beutetieren, die viel schwerer sind als sie selbst.

Lexikon

Lernen Wahrscheinlich lernen wir in der Schule viel weniger, als wir denken. Die Forscher behaupten, am meisten würden Kinder im ersten Lebensjahr lernen. Sie lernen ihre Umgebung, die Eltern und Geschwister kennen. Sie lernen sich zu bewegen, laufen, sie lernen sehen und all die Dinge unterscheiden, die uns völlig selbst­ verständlich erscheinen. Um lernen zu können muss man ein -»Gedächtnis haben. Wer etwas gelernt hat, besitzt Erfahrung und kann dadurch sein Verhalten ändern. Ein Beispiel: Wer gelernt hat, dass aus dem Wasserhahn oft kochend heißes Wasser kommt, wird den Strahl das nächste Mal erst vorsichtig probieren. Auch Tiere können lernen, angefangen vom Regen­ wurm bis zum Menschenaffen. Affen sind zusammen mit den Delphinen und den Robben die gelehrigsten Tiere.

Besonders gut lernen Tiere, die Brutpflege betreiben. Die Jungen können dabei von ihren Eltern lernen, wie man zum Beispiel auf Jagd geht. Nur ganz wenige Dinge lernen hingegen die Insek­ ten. Die Eltern sterben nach der Eiablage und die Jungen können ihre Eltern niemals kennen lernen. Ihr gesamtes Verhalten muss also vererbt werden.

Lettland

Lexikon Dieses Buch ist ein Lexikon. Es enthält viele Beiträge, die nach dem Alphabet geordnet sind. Statt Lexikon könnte man auch Enzyklopädie sagen; damit meint man ein möglichst vollständiges Lexikon. Es gibt auch Speziallexika, zum Beispiel über Tiere oder Gesteine oder die berühmten Menschen einer Zeit. Ein Lexikon versucht möglichst umfassend zu sein. Aber in keinem Lexikon kann alles Wissenswerte ste­ hen. Auch wenn ein Lexikon viele Bände umfasst, muss es doch eine Auswahl treffen aus all dem, was Men­ schen auf der Welt heute wissen. 22 KB3 FEDCB

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Lettland gehört zu den baltischen Staaten und liegt an der -»-Ostsee. Bis 1940 war Lettland ein selbstständiger Staat. Danach übernahm die »Sowjetunion das Land und machte es zu einer ihrer Republiken. Im Jahr 1990 wurde Lettland im Lauf der politischen Veränderungen im sowjetischen Reich wieder selbstständig und auch von den übrigen europäischen Ländern anerkannt. In Lettland spricht man Lettisch, das mit dem Litaui­ schen verwandt ist. Lettland ist ein ziemlich flaches, von Hügeln durchzogenes Land, das von den Glet­ schern der Eiszeit geformt wurde.

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Polen

Hauptstadt: Riga Oberfläche: 64589 km2 Bevölkerung: 2611 000 Sprachen: Lettisch, Russisch Währung: Lettischer Rubel

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Libellen ______________________________

dem schnellen Flug die Fantasie vieler Völker angeregt. Es gibt für diese Tiere deswegen viele mundartliche Namen, zum Beispiel Teufelsnadel, Nadel­ scheißer, Schornsteinfeger, Dickschädel, Kuhschweif, Teufelsbolz, Fingerabschnei­ der, Scherchen, Spinner, Paspel, Glasmacher, Pfaufliege.

Libyen

Hauptstadt: Tripolis Oberfläche: 1775500 km2 Bevölkerung: 5 050 000 Sprache: Arabisch Währung: Libyscher Dinar

► Die libysche Hauptstadt Tripolis heißt auch Tarabulus und ist eine Gründung aus der Römerzeit.

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Libellen heißen auch Teufelsnadeln, doch sie stechen nicht. Sie gehören zu den -»Insekten, denn sie haben vier Flügel und sechs Beine. Alle Libellen leben räube­ risch. Während des Fluges machen sie Jagd auf andere Insekten. Sie nehmen sie mit ihren großen, kugelrun­ den Augen sehr gut wahr. Die Larven der Libellen leben immer im Wasser. Und auch die erwachsenen geflügelten Tiere ver­ lassen die nächste Nähe der Gewässer nur selten. Gelegentlich sieht man, wie zwei Libellen ein Rad bil­ den und so durch die Luft fliegen. Es handelt sich dabei um ein Männchen und ein Weibchen, die sich paaren. Die Paarung kann mehrere Stunden dauern. Kurz danach erfolgt die Eiablage.

Libyen________________________________ Das nordafrikanische Land Libyen ist mehr als dreimal so groß wie Frankreich, hat aber nur wenige Millionen Einwohner. Der größte Teil Libyens gehört nämlich zur Wüste Sahara. Die meisten Libyer sind Araber und leben als Bauern. Der libysche Staat ist daneben auch reich an Erdöl. Von 1912 bis zum Ende des Zweiten -»-Weltkriegs gehörte Libyen zu Italien. 1952 wurde es zu einem Königreich. Um 1969 vertrieb Oberst Muammar al-Gaddhafi den König und übernahm selbst die Macht. Seither klagen viele Länder Gaddhafi an den internationalen -»Terro­ rismus zu unterstützen.

Liebe -« Dieses Glas spaltet weißes Licht in das Spektrum der Farben auf. Wenn die Sonne durch Regentropfen hindurch­ scheint, geschieht dasselbe: Wir sehen die Farben des Regenbogens.

Licht Licht ist eine Form von -»Energie, die wir wahrnehmen können. Einige Dinge strahlen selbst Licht ab, zum Bei­ spiel die »Sonne, die -»-Sterne oder auch die Glühlam­ pe. Die meisten Gegenstände senden aber selbst kein Licht aus. Wir sehen sie nur, weil sie Licht zurückwer­ fen oder reflektieren. Das Licht der Sonne sieht weiß aus, setzt sich aber aus den Farben des -»Regenbogens zusammen. Das wird sichtbar, wenn man Licht durch ein dreieckiges Glas­ prisma fallen lässt. Es spaltet sich in die Farben Rot, Gelb, Grün, Blau und Violett auf. Licht besteht aus Wellen. Die unterschiedlichen Farben des Lichts entsprechen verschiedenen Wellenlängen. Die rote Farbe ist langwellig, die violette kurzwellig. Die Wellenlängen dazwischen zeigen die übrigen Far­ ben des Regenbogens. Licht breitet sich sehr schnell aus. Jede Sekunde legt es über 300000 Kilometer zurück. Das Licht der Sonne braucht acht Minuten um auf die Erde zu gelangen. Die Entfernung beträgt rund 150 Millionen Kilometer. Das Licht legt in einem Jahr die Strecke von 9470000000000 Kilometern zurück. Das sind rund 9,5 Billionen Kilometer. Diese Entfernung bezeichnet der Astronom als Lichtjahr.

Liebe Man kann einen Menschen aus ganz verschiedenen Gründen lieben. Vielleicht finden wir jemanden nett und sympathisch und lieben ihn deshalb. Auch das Mitleid mit einem anderen Menschen ist eine Form der Liebe, die Nächstenliebe. Mann und Frau können sich ineinander verlieben und aus ihrer Verliebtheit kann

Mach es selbst

Mit diesem Versuch können wir zeigen, dass weißes Licht aus den Farben des Regenbogens besteht. Wir schneiden aus weißem Karton einen Kreis aus und bemalen ihn wie oben angegeben. Durch die Mitte stecken wir einen gespitzten Bleistift. Dann versetzen wir diesen Kreisel in schnelle Drehung. Was siehst du?

▼ Wenn Licht durch unterschiedliche Stoffe wie Luft und Wasser fällt, wird es gebrochen. Strohhalme in einem Wasserglas sehen deshalb geknickt aus.

Liechtenstein die Liebe zu einem festen Partner werden. Dann lieben sich die beiden mit dem Herzen und dem Körper. Die höchste Form der Liebe ist die Liebe zu Gott. Eine wei­ tere Art der Liebe ist jedem Menschen von der Bibel aufgetragen: die Liebe zu sich selbst.

Liechtenstein__________________________

Hauptstadt: Vaduz Oberfläche: 160 km2 Bevölkerung: 30000 Sprache: Deutsch Währung: Schweizer Franken

▼ Lincoln war von 1860 bis 1865 Präsident der Vereinigten Staaten. Fünf Tage nach dem Ende des Bürgerkriegs wurde er von John Wilkes Booth erschossen, einem Anhänger der unterlegenen Südstaaten.

Liechtenstein ist eines der kleinsten Länder der Welt. Es liegt zwischen der Schweiz und Österreich. Wirt­ schaftlich gesehen ist Liechtenstein ein blühender Staat. Zahlreiche internationale Firmen haben dort ihren Hauptsitz. Auch der Tourismus bringt viel Geld ins Land. Offizielles Oberhaupt des Staates ist der Fürst, doch bestimmt ein Parlament über die Gesetze. Die Währung ist der Schweizer Franken.

Lincoln, Abraham______________________ Abraham Lincoln (1809-1865) war der 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er hatte nicht viel Schulbildung genossen, sondern sich sein Wissen über­ wiegend selbst angeeignet. Im Jahr 1854 erging ein Gesetz in den westlichen Gebieten der Vereinigten Staaten, das es erlaubte, -»Sklaven zu besitzen. Zwei Jahre darauf schloss sich Lincoln der Republikanischen Partei an, die gegen die Sklaverei eingestellt war. 1860 wurde er zum Präsiden­ ten gewählt. Ein Jahr später begann der Bürgerkrieg zwischen den Südstaaten und den Nordstaaten. Einer der Hauptstreitpunkte war die Abschaffung der Skla­ verei. 1865 gewann der Norden den Krieg. Lincoln wollte gerade eine zweite Amtsperiode als Präsident beginnen und die Südstaaten mit den Nordstaaten ver­ söhnen, als er am 14. April desselben Jahres von einem Schauspieler erschossen wurde.

Lindgren, Astrid_______________________ Astrid Lindgren ist eine der bekanntesten Jugend­ schriftstellerinnen. Sie wurde 1907 in Schweden gebo­ ren, wo sie noch heute lebt. Ihre wichtigsten Roman­ gestalten sind Pippi Langstrumpf, Kalle Blomquist und Ronja Räubertochter. Astrid Lindgrens Geschichten zeichnen sich durch Humor und viel Mitmenschlich­ keit aus. Ihre Bücher wurden in fast alle Sprachen der Welt übersetzt.

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Linse Linse Mithilfe von Linsen kann man vergrößerte oder ver­ kleinerte Bilder von Gegenständen erzeugen. Linsen bestehen meist aus Glas oder Kunststoffen. Die Linse in unserem Auge ist jedoch aus völlig durchsichtigem, zähem Eiweiß. Bei manchen Menschen funktionieren die Augen nicht gut. Diese Leute leiden an einem Seh­ fehler. Man gleicht ihn mit den künstlichen Linsen der Brillengläser aus. Die meisten Menschen, die dauernd eine Brille tragen, sind kurzsichtig. Ihre Brillengläser sind an den Rändern dicker als in der Mitte. Solche kon­ kaven Linsen zerstreuen das Licht. Wenn man einen Gegenstand durch eine konkave Linse betrachtet, sieht er kleiner aus, als er in Wirklichkeit ist. Kurzsichtige Menschen sehen auf Entfernung schlecht, können aber ein Buch ohne Brille lesen. Umgekehrt ergeht es den Weitsichtigen. Sie können in die Nähe nicht scharf sehen und brauchen eine konve­ xe Linse oder Sammellinse. Diese ist in der Mitte dicker als an den Rändern und somit auf beiden Flächen nach außen gewölbt. Auch die normale Stiellupe enthält eine Sammellinse. Sie konzentriert die Lichtstrahlen auf einen Punkt. Mit einer solchen Lupe kann man des­ halb auch ein Feuer entzünden. Linsen oder komplizierte Systeme von Linsen (Objek­ tive) sind auch in Ferngläsern, -»Teleskopen, -»Mikro­ skopen und vor allem in -»Fotoapparaten vorhanden. Wenn die Form der Linse verändert werden kann, spricht man von einem Zoomobjektiv (sprich: suumobjektif). Es erlaubt eine übergangslose Vergrößerung.

Weitsichtigkeit

▲ Bei kurzsichtigen Menschen bricht die Augenlinse das Licht so, dass der Brenn­ punkt vor der Netzhaut liegt. Sie nehmen dann von weit entfernten Gegenständen nur ein verschwommenes Bild wahr. Bei Weitsichtigen ist es gerade umgekehrt. Bei ihnen entsteht ein scharfes Bild hinter der Netzhaut und sie sehen nur in die Ferne gut. Mit Brillengläsern kann man diese Sehfehler korrigieren.

Konvexe oder Sammellinsen erzeugen ein scheinbares Bild, das größer ist als der Gegenstand. Konkave oder Zerstreu­ ungslinsen hingegen erzeugen ein kleines Bild.

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Litauen Litauen

Hauptstadt: Wilna Oberfläche: 65300 km2 Bevölkerung: 3710000 Sprache: Litauisch Währung: Litas

Mach es selbst Auch Kinder können schon Weltliteratur lesen. Viele Bücher sind sehr unterhaltsam und spannend. Versuche es einmal mit folgenden Werken: „Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson, „Gullivers Reisen" von Jonathan Swift, „Robinson Crusoe" von Daniel Defoe, „Don Quijote" von Miguel de Cervan­ tes und „Oliver Twist" von Charles Dickens. Du bekommst diese Bücher in deiner Bücherei.

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Litauen_______________________________ Litauen gehört zu den baltischen Staaten und liegt an der -»Ostsee. Bis 1940 war das Land ein selbstständiger Staat. Dann wurde es gezwungenermaßen eine Repub­ lik der -»-Sowjetunion. Mit der Umgestaltung dieses riesigen Reiches konnte Litauen 1991 seine Selbststän­ digkeit wiedergewinnen. Litauen ist überwiegend flach und liegt am Mittel- und Unterlauf des Flusses Memel. Die litauische Sprache hat noch viele ursprüngliche Züge bewahrt und ist für Sprachforscher besonders interessant.

Literatur__________________________ __ _ Zur Literatur gehört alles, was schriftlich niedergelegt wurde. Vor allem zählt man dichterische und wissen­ schaftliche Werke dazu. Ein Lehrbuch des Automobil­ baus gehört zum Beispiel zur wissenschaftlichen Lite­ ratur. Meistens versteht man unter Literatur aber die Dichtung und das schöngeistige Schrifttum. Die ältes­ ten Formen der Literatur sind Heldensagen, Märchen und Kinderlieder. Sie enthalten oft -»Gedichte, deren Rhythmus beweist, dass sie einst gesungen und münd­ lich weitergegeben wurden. Manche Werke der Literatur werden im Theater aufge­ führt. Wir bezeichnen sie als Dramen. Sind sie eher tra­ gisch und düster, so sprechen wir von Tragödien oder Trauerspielen. Bei Komödien oder Lustspielen gibt es oft etwas zu lachen oder zu schmunzeln. Zur Literatur zählen auch »Romane und Erzählungen. Ein berühmter künstlerischer Roman aus dem 18. Jahr­ hundert ist „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von -»Goethe. Moderne Romane für Kinder haben zum Beispiel Achim Bröger, Peter Härt­ ling und Christine Nöstlinger geschrieben. Die Gro­ schenromane dienen allein der anspruchslosen Unter­ haltung. Sie erzählen meist eine kurze, spannende Geschichte, zum Beispiel von Ärzten, Krankenschwes­ tern, Jägern, Soldaten, Adligen oder Detektiven. Jedes Volk hat seine eigene Literatur. Es gibt eine deut­ sche Literatur, eine französische, aber auch eine korea­ nische oder altägyptische. Einige Werke aus diesen Literaturen wurden aber so berühmt, dass man sie fast allen Menschen durch Übersetzung zugänglich mach­ te. Sie gehören dann zur Weltliteratur.

Luft Weil die Männchen mit ihrer Mähne so mächtig ausse­ hen, gilt der Löwe als König der Tiere. Er verhält sich aber nur selten so. Die Hauptarbeiten bei der gemein­ samen Jagd übernehmen zum Beispiel die Weibchen. Die größeren Männchen, die bis 180 Kilogramm wie­

gen, fressen dann allerdings als Erste. Die meisten Löwen scheuen sich auch nicht anderen Raubtieren wie den -»-Hyänen die Beute abzujagen. Noch in der Antike gab es in Griechenland Löwen. Doch dann wurden sie ausgerottet. 1920 erschoss man auch den letzten der riesigen Atlaslöwen Nordafrikas. Heute gibt es Löwen nur noch im mittleren Teil Afrikas und in einem winzigen Teil Indiens.

▲ Löwen ruhen ungefähr zwanzig Stunden pro Tag.

Luft__________________________________ Überall um uns herum ist Luft. Sie umgibt die ganze Erde mit einer Schicht, die wir -» Atmosphäre nennen. Mit Ausnahme von einigen - »Bakterien brauchen alle Lebewesen Luft zum Leben. Die Luft ist farblos und hat keinen Geruch. Sie setzt sich aus einer Reihe verschie­ dener -»-Gase zusammen. Wir können die Luft spüren, wenn der Wind bläst. Wir wissen auch, dass Luft ein Gewicht hat. Dieses wird aber oft unterschätzt. In einem Zimmer von durchschnittlicher Größe befinden sich über 45 Kilogramm Luft! Ohne Luft könnten wir weder Sprache noch Musik hören, denn im luftleeren Raum, dem -»-Vakuum, können sich keine Schallwellen fortpflanzen.

Mach es selbst

Luft reagiert elastisch. Man kann sie in einem Behälter zusammen­ pressen. Wir können diese Elasti­ zität selbst spüren, indem wir mit dem Daumen das Ende einer Fahrradpumpe zuhalten und gleichzeitig den Pumpenhebel betätigen.

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Luftkissenboot Mach es selbst Mit diesem Versuch können wir zei­ gen, dass die Luft ein Gewicht hat. Wir bauen eine einfache Waage mit zwei Konservendosen, einem Bleistift und einem langen Stab, den wir in der Mitte markieren. Wir kleben zwei glei­ che Luftballons an die Enden des Sta­ bes und richten den Stab so ein, dass er ganz waagerecht liegt. Nun nehmen wir einen der Ballons weg, füllen ihn mit Luft und kleben ihn wieder an genau derselben Stelle an. Der Stab neigt sich auf die Seite mit dem aufge­ blasenen Ballon. Damit ist bewiesen, dass Luft wirklich ein Gewicht hat.

Vier Fünftel der Luft bestehen aus dem Gas -»-Stickstoff, ein Fünftel aus -»-Sauerstoff. Luft enthält auch stets etwas Wasserdampf. Er ist für die Luftfeuchtigkeit ver­ antwortlich. Das Gewicht der Luftsäule, die über uns steht, bezeichnen wir als Luftdruck. Dieser wird mit dem »Barometer gemessen und in Hektopascal ange­ geben. In Meereshöhe herrscht ungefähr ein Luftdruck von 1000 Hektopascal. Das entspricht rund einem Kilo­ gramm pro Quadratzentimeter. Beim Aufsteigen im Gebirge nimmt der Luftdruck ab, weil die Luftsäule, die über uns lastet, immer kürzer wird. Auf 5000 Meter Höhe halbiert sich der Luftdruck auf rund 500 Hekto­ pascal. Warme Luft dehnt sich aus und wird leichter. Sie steigt dann auf. Dies kannst du über jedem Heizkörper be­ obachten. An die Stelle der warmen Luft fließt kühlere Luft. In der Atmosphäre geschieht genau dasselbe: Das Wetter entsteht durch solche Bewegungen wärmerer und kälterer Luftmassen.

Luftkissenboot________________________ Manche Rasenmäher funktio­ nieren wie Luftkissenboote. Wir sagen: Sie nützen den Boden­ effekt. Das drehende Messer erzeugt ebenfalls ein Luftkissen, auf dem der Rasenmäher fast ohne Anstrengung dahingleitet.

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Das Luftkissenboot ist eine Kreuzung zwischen Flug­ zeug und Schiff. Es bewegt sich auf Luft: Starke Geblä­ se blasen Luft auf die Unterseite des Bootes. Ein bieg­ samer Rand verhindert, dass diese Luft sofort wegfließen kann. So entsteht ein hoher Druck im Luft­ kissen, der das Schiff anhebt. Es kann nun durch weite­ re Luftschrauben vorwärts getrieben werden. Luftkissenboote sind viel schneller als Schiffe. Sie müs-

Luftverschmutzung Luftschraube für den Vortrieb

Gas­ turbine

sen nämlich nicht gegen den Widerstand des Wassers ankämpfen, sondern gleiten über die Oberfläche dahin. Deswegen erreichen solche Fahrzeuge leicht 120 Stun­ denkilometer. Im Vergleich zu einem Flugzeug können Luftkissenboote sehr viel Ladung aufnehmen: Dutzen­ de von Autos und bis vierhundert Passagiere. Sie brau­ chen auch keine Flugplätze oder besondere Häfen. Sie können einfach auf einem betonierten Platz landen.

▲ Luftkissenboote wie dieses Modell wer­ den von Gasturbinen angetrieben. Hub­ gebläse sorgen für das Luftkissen, auf dem das Fahrzeug gleitet, während Luftschrauben den Vortrieb besorgen. Luftkissenboote sind leider sehr laut.

Luftverschmutzung Es gibt sehr viele Quellen für die Luftverschmutzung. Als einer der größten Verschmutzer gilt das Auto: Seine Abgase enthalten zum Beispiel das Gas Kohlendioxid, das den Treibhauseffekt verstärkt und damit zur Ver­ änderung des Weltklimas führt. In den Abgasen befin­ det sich auch Kohlenmonoxid, das in größeren Mengen auf den Menschen tödlich wirkt. Die Stickoxide der Autoabgase begünstigen -»Smog und die Bildung schädlichen -»Ozons nahe dem Boden. Verbrennungs­ motoren geben an die Luft auch Kohlenwasserstoffe ab, die direkt unsere Gesundheit gefährden, zum Bei­ spiel das Benzol. Heizungen in Häusern und Heizkraftwerke stoßen neben einigen genannten Stoffen auch Schwefeldioxid aus, das den -»sauren Regen bewirkt. Industrie und Müllverbrennungsanlagen produzieren viel Staub. Die­ ser enthält gesundheitsschädliche Stoffe, zum Beispiel Asbest, Dioxin und Schwermetalle. Auch die Luft in den privaten Haushalten ist oft ziemlich belastet, zum Beispiel durch Formalin, Lösungsmittel aus Lacken und Tabakrauch.

Mach es selbst Wer die folgenden Tips beher­ zigt, hilft mit die Luftverschmut­ zung draußen und drinnen in Grenzen zu halten: • Wir fahren möglichst wenig Mofa und Auto und benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad. • Wir lassen das Auto im Winter vor dem Wegfahren nicht warm laufen. • Wir verbrennen weder Garten­ abfälle noch Müll. • Wir lassen die Heizung unseres Hauses regelmäßig überprüfen. • Wir verwenden möglichst keine Lösungsmittel beim Malen, Lackieren und bei anderen Bastelarbeiten. • Wenn wir Energie sparen, helfen wir mit den Schadstoff­ ausstoß der Kraftwerke zu verringern.

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Lunge Lunge________________________________

Luftröhre Bronchiole

Brustbein

Herz

Lungen-! gewebe ' mit Lungen­ bläschen

Rippen­ muskeln

Zwerchfell D.__ Rippen

A Die weichen, schwammartigen Lungen

werden vollständig von den Rippen des Brustkorbes umschlossen und geschützt. Beim Ein- und Ausatmen bewegen wir das Zwerchfell und die Rippenmuskeln.

▼ Wenn wir einatmen, drücken wir das Zwerchfell nach unten und ziehen den Brustkorb nach oben. Damit wird Luft in die Lungen eingesogen. Beim Ausatmen hebt sich das Zwerchfell und der Brustkorb senkt sich.

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Menschen atmen mit den Lungen. Die eingeatmete Luft enthält -»Sauerstoff. In den Lungen wird dieser an das Blut abgegeben. Das Blut transportiert den Sauer­ stoff zu allen Organen des Körpers. Gleichzeitig gibt das Blut in den Lungen das Gas Kohlendioxid an die Atemluft ab. Die ausgeatmete Luft enthält also weniger Sauerstoff und mehr Kohlendioxid als die eingeatmete. Die Lungen sind zwei schwammartige Organe im Brustkasten. Die eingeatmete Luft zieht vom Mund durch die Luftröhre zu den beiden Bronchien. Diese verzweigen sich weiter zu Bronchiolen. Am Ende die­ ser Verzweigungen stehen die winzigen Lungenbläs­ chen, die von feinsten Adern durchzogen sind. Hier fin­ det der Gasaustausch mit dem Blut statt. Die beiden Lungen enthalten rund 500 Millionen Lun­ genbläschen. Sie haben insgesamt eine Oberfläche von etwa 200 Quadratmetern. Ein erwachsener Mensch atmet rund 16-mal in der Minute. Bei normaler Atmung atmen wir nur etwa 0,5 Liter Luft ein und aus. Bei großer Anstrengung kann jedoch ein Atemzug bis sechs Liter Luft umfassen. Die Lungen brauchen saubere Luft ohne Schadstoffe. Wer raucht und in verschmutzter Luft lebt, bekommt leichter eine Lungenkrankheit.

Luther, Martin_________________________ Der Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) wur­ de im Jahr 1512 Professor der Theologie in Wittenberg. In seiner Auseinandersetzung mit der christlichen Lehre erkannte er, dass die katholische Kirche, der er damals angehörte, erneuert werden musste, denn es gab viele Missstände. Einer davon war der Handel mit Ablässen, also mit dem Nachlass von zeitlichen Strafen für Sün­ den. Die Kirche ließ sich damals für den Nachlass von Sündenstrafen bezahlen. Am 31. Oktober 1517 oder etwas später veröffentlichte Luther in Wittenberg ein Papier mit 95 Thesen über die Kraft dieser Ablässe. Er wollte damit nur zur Diskussion aufrufen, leitete aber die -»Reformation ein. Damit wurde Luther zum Be­ gründer der heutigen »evangelischen Kirche. Martin Luther lehrte, das -»Evangelium sei die einzige Richtschnur für die Gläubigen. Darin seien alle Lehren von Jesus Christus enthalten. Er leugnete damit die

Luxemburg

Überlieferung und die Autorität des -»Papstes. 1521 begann Luther mit der Übersetzung der Bibel ins Deut­ sche. Er schuf dabei die Grundlagen für die heutige deutsche Schriftsprache. Luther erwies sich bei der Bibelübersetzung und bei der Schaffung neuer Kirchen­ lieder auch als großer Dichter. Luthers Reformation wurde auch deshalb so erfolg­ reich, weil etwa gleichzeitig der -»Buchdruck mit beweglichen Buchstaben erfunden worden war. Auf­ rufe konnten nun auf Flugblättern gedruckt und in großer Anzahl unters Volk gebracht werden.

▲ Luther soll im Jahr 1517 seine Thesen über die Wirkungen des Ablasses an die Schlosskirche von Wittenberg angeschla­ gen haben. Er wollte damit zur Diskussion aufrufen und die Kirche erneuern, leitete aber die Reformation ein.

Luxemburg

Luxemburg____________________________ Luxemburg ist eines der kleinsten Länder Europas. Seine Nachbarn sind Belgien, Deutschland und Frank­ reich. Luxemburg hat niedere Berge mit großen Wald­ beständen. In dem immergrünen Hügelgebiet treiben Bauern Viehzucht und Ackerbau. Luxemburg besitzt bedeutende Eisenbergwerke und stellt Stahl her. In Luxemburg leben weniger als eine halbe Million Menschen. Sie sprechen Letzeburgesch, einen deut­ schen Dialekt, der allerdings auch geschrieben wird. Die meisten Luxemburger beherrschen aber auch das Französische und das Hochdeutsche. Luxemburg ist Mitglied der -»Europäischen Union.

Hauptstadt: Luxemburg Oberfläche: 2586 km2 Bevölkerung: 396000 Sprachen: Französisch, Letzeburgesch, Deutsch Währung: Luxemburgischer Franc

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M

m

Magen_______________________________ Wenn wir Speisen nach dem Kauen hinunterschlucken, gelangen sie über die Speiseröhre in den Magen. Dieses Organ liegt im Oberbauch. Es hat einen Inhalt von ungefähr zwei Litern. Der Magensaft enthält Salzsäure und ist sehr sauer. Er beginnt die eigentliche Verdauung der Nahrung, indem er die enthaltenen Eiweiße zer­ setzt. Leichte Nahrung wie Kartoffeln verbleibt unge­ fähr eine Stunde im Magen, schwere Kost wie Öl­ sardinen bis zu sechs Stunden. Danach wandert der Nahrungsbrei über den Pförtner, einen Schließmuskel, in den Dünndarm zur weiteren -► Verdauung. Wenn uns eine Speise nicht bekommt, rebelliert der Magen dagegen, indem sich seine Wände heftig zusammenziehen. Dabei wird der gesamte Magen­ inhalt über den Mund wieder ausgestoßen. Wir nennen das Erbrechen.

Magnet_______________________________

▲ Wir können eine dicke Schraube zum Magneten machen, indem wir sie mit einem Draht umwickeln und elektrischen Strom hindurchfließen lassen. Solange der Strom fließt, bleibt die Schraube magnetisch und zieht metallische Gegenstände an. Nach dem Abschalten verschwindet das Magnetfeld.

Mach es selbst Mit Stabmagneten kann man die Form des Magnetfelds sichtbar machen. Wir legen einen Magneten unter ein Stück weißes Papier und verteilen darauf feine Eisenfeilspäne (1). Diese feinsten Teilchen richten sich parallel zu den Feldlinien aus, die zwischen dem Nordpol (N) und dem Südpol (S) verlaufen. Nun wiederho­ len wir den Versuch mit zwei Stabmagneten. Dabei werden wir feststellen, dass der Nordpol den Südpol anzieht (2), während zwei gleichnamige Pole sich gegenseitig abstoßen (3).

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Magnete ziehen bestimmte Metalle an, besonders Eisen und Stahl. So ist zum Beispiel die Erde ein riesi­ ger Magnet. Eine unsichtbare Kraft verbindet den magnetischen Nordpol mit dem magnetischen Südpol. Wir nennen diese Erscheinung Magnetfeld und stellen sie durch Feldlinien dar. Die Nadel im -»Kompass ist ebenfalls magnetisch. Sie richtet sich stets nach dem magnetischen Nordpol der Erde aus und zeigt uns somit zuverlässig die Nordrich­ tung.

Malerei

Mais________________________ Die Maispflanze gehört zur Familie der »Gräser. Ihre Früchte wachsen um einen Kolben herum. Der Mais stammt aus Südamerika und wurde zuerst von den Indianern gezüchtet. Heute pflanzen die Bauern Mais vor allem als Silofutter für Kühe an.

Makedonien___________________________ Makedonien ist eines jener Länder, die nach dem Zerfall -»Jugoslawiens entstanden. In Makedonien leben Angehörige verschiedener Religionen einiger­ maßen friedlich nebeneinander, vor allem Orthodoxe und Moslems. Das Land ist sehr gebirgig.

Malaria_______________________________ Die Malaria ist eine der gefürchtetsten Tropenkrank­ heiten. Sie wird von einem -»Einzeller ausgelöst, den die Malariamücke beim Stich überträgt. Es gibt mehrere Formen der Malaria, die sich immer durch heftige Fieberschübe äußern.

Hauptstadt: Skopje Oberfläche: 25713 km2 Bevölkerung: 2075000 Sprache: Makedonisch Währung: Denar

Malerei Die Malerei ist eine Form der bildenden Kunst. Die Künstler tragen dabei Farben auf eine feste Unterlage auf, zum Beispiel auf Wandputz, Holz, Leinwand oder Papier. Heute malen die meisten Menschen zu ihrem eigenen Vergnügen. Das war nicht immer so. Die Jäger der -»Steinzeit verstanden die Malerei wahrscheinlich als Zauber und Ausdruck ihrer Religion. Sie malten die Tiere, die sie für ihren Lebensunterhalt jagten, an die

Mach es selbst

Es gibt viele unterhaltsame Arten zu malen. Probiere einmal diese aus: Bringe einen Teelöffel Wasserfarbe auf ein weißes Stück Papier und blase mit einem Strohhalm auf die Farbe, sodass sie in einzelne unregelmäßige Bahnen auseinander läuft.

< Alte Gemälde verschmutzen mit der Zeit, dunkeln nach oder werden brüchig. Sie müssen dann restauriert werden.

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Malta

▲ Dieser Mann bemalt eine große Vase. Nach getaner Arbeit wird sie glasiert und gelangt in den Brennofen. Dort werden die Farben eingebrannt.

Malta

Wände ihrer Höhlen. Dabei hofften sie, dass die Ge­ mälde ihnen helfen würden die dargestellten Tiere bei der nächsten Jagd zu erlegen. Über die Malerei der ->Antike, der alten Römer und Griechen, wissen wir nur wenig. Es haben sich fast nur die Wandmalereien von ‘Pompeji erhalten. Diese zei­ gen aber eine Kunstfertigkeit, die erst 1 500 Jahre später wieder erreicht wurde. Im -^Mittelalter arbeiteten die meisten Künstler im Auftrag der Kirche. Sie malten vor allem Szenen aus der Bibel. Solche Wandgemälde erzählten den Menschen, die nicht lesen konnten, die biblischen Geschichten. Im 15. Jahrhundert bezahlten Fürsten und reiche Kauf­ leute in Europa Künstler, damit sie ihnen Gemälde zur Verschönerung ihrer Paläste anfertigten. Die Gemälde zeigten nun nicht mehr nur Heilige oder Geschichten aus der Bibel, sondern Landschaften, Porträts von Personen und so genannte Stillleben mit Blumen und Früchten. Im vorigen Jahrhundert begannen viele Künstler neue Ideen auszuprobieren. Einige wollten zum Beispiel den Wechsel von Licht und Schatten in der Landschaft wie­ dergeben. Andere versuchten, allein durch Farbflächen die Stimmungen von Landschaften einzufangen. Die­ sen Malstil nannte man -‘■Impressionismus. Zu Beginn unseres Jahrhunderts experimentierten Pablo ~*Picasso und andere Künstler mit abstrak­ ten Gemälden. Diese verfremden die einzelnen Gegen­ stände oder auch Menschen so stark, dass man sie kaum mehr erkennen kann. Andere Bilder zeigen nur Farben und unbestimmte Formen. Sie wollen damit bestimmte Stimmungen oder Ideen ausdrücken.

Malta_________________________________

Hauptstadt: Valletta Oberfläche: 316 km2 Bevölkerung: 361000 Sprachen: Maltesisch, Englisch und Italienisch Währung: Maltesische Lira

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Malta ist ein kleines Inselreich im Mittelmeer, südlich von Sizilien. Wegen seiner Lage war Malta schon in frühen Zeiten als Anlaufhafen für Schiffe wichtig. Jahrhundertelang wurde Malta von den Rittern des Johanniterordens beherrscht. Diese hießen auch Malteserritter. Der Orden existiert heute noch; bekannt ist er vor allem durch den Malteser-Hilfsdienst. Die Muttersprache der Malteser ist das Maltesische, ein arabischer Dialekt, der mit lateinischen Buchstaben geschrieben wird.

Manager

Mammut Während der -»Eiszeit zogen Mammuts über die Ebe­ nen Europas und Nordamerikas. Sie sahen wie dicht behaarte -»-Elefanten aus und hatten stark gekrümmte Stoßzähne aus Elfenbein. Die Mammuts lebten zusammen in Herden. Die zotte­ ligen Riesen fraßen vor allem Gräser. Zu ihren Feinden zählten der heute ausgestorbene Säbelzahntiger, Wölfe und vor allem die -»-Höhlenbewohner. Diese stellten den mächtigen Tieren mit Fallgruben nach. In den durcheisten Böden Sibiriens haben Wissen­ schaftler tiefgefrorene Körper von Mammuts ausgegra­ ben. Auch Stoßzähne werden in der Tundra immer wieder gefunden. Die letzten Mammuts starben vor ungefähr 10 000 Jahren aus.

Unter den Vorfahren der heutigen Elefanten gab es viele merkwürdige Formen. Vor ungefähr zehn Millionen Jahren lebten in Nordamerika, Europa und Asien Elefanten mit flachen Stoßzähnen, die zusammen eine über einen Meter lange Schaufel bildeten. Während der letzten Eiszeit kamen auf den Inseln des Mittelmeers Zwergelefanten vor, die nicht viel größer wurden als ein Hirsch.

•< Das dicht behaarte Mammut lebte während der Eiszeit. Es war ein naher Verwandter der heutigen Elefantenarten. Das Mammut wurde wahrscheinlich von den Höhlenbewohnern ausgerottet.

Manager Der Manager (sprich: mänädscher) ist - der Wortbedeu­ tung nach - einer, der etwas zustande bringt. Das Wort kam aus dem Englischen zu uns und bezeichnet den Leiter eines Unternehmens oder den Betreuer eines be­ rühmten Künstlers oder Sportlers. Wenn jemand im Management einer Firma sitzt, dann ist er für den Er­ folg dieses Betriebes verantwortlich. Der Manager muss Menschen führen und sie begeistern können. Er muss für die Zukunft des Unternehmens die richtigen Ent­ scheidungen treffen.

Manager sind oft überbeschäftig­ te Leute, die wenig Muße und Ruhe haben. Ihre Lebensweise ist der Gesundheit eher abträglich. Viele leiden unter Stress und bekommen häufig stressbedingte Krankheiten. Früher sprach man sogar von Managerkrankheiten. Man meinte damit z. B. Herz­ infarkt, Hörsturz usw.

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Mao Tse-tung

Mao Tse-tung (Mao Zedong)

▲ Um die Person Mao Tse-tungs wurde ein großer Kult getrieben. Viele riesen­ große Gemälde mit seinem Porträt hingen in China an öffentlichen Plätzen. Mao schrieb auch mehrere Bücher, darunter das „Rote Buch", auch „MaoBibel" genannt.

▼ Pheidippides soll der Soldat geheißen haben, der die Nachricht vom Sieg über die Perser bei Marathon nach Athen gebracht hat.

Mao Tse-tung (1893—1976) war der bedeutendste chi­ nesische Politiker dieses Jahrhunderts. 1921 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der chinesischen kom­ munistischen Partei und kämpfte gegen die chinesi­ schen Nationalisten unter Tschiang Kai-schek. Im Jahr 1934 führte er 90000 Kommunisten in einem 368 Tage währenden Marsch durch China um den Gegnern zu entgehen. Diese Tat ging unter dem Namen „Langer Marsch“ in die chinesische Geschichte ein. Nach der Niederlage der Nationalisten kam Mao Tse-tung 1949 an die Macht. Er wollte China so wohl­ habend machen wie die USA, doch viele seiner Pläne gelangen nicht. 1959 trat Mao als Regierungschef zurück, behielt aber den Vorsitz der chinesischen Kom­ munisten. 1965 und 1966 setzte er die Kulturrevolution in Gang und schaltete dabei seine Gegner aus.

Marathon_____________________________ Bei der Schlacht von Marathon im Jahr 490 v. Chr. schlug das Heer der Athener die Perser, die ganz Grie­ chenland erobern wollten. Nach der Schlacht soll ein Läufer der Überlieferung nach die Botschaft vom Sieg nach Athen gebracht haben. Durch die übergroße Anstrengung sei er nach deren Verkündung tot zusam­ mengebrochen. Als Erinnerung an dieses Ereignis wird heute noch der Marathonlauf durchgeführt. Er führt über 42,195 Kilometer. Die besten Läufer legen diese Strecke in wenig mehr als zwei Stunden zurück.

Märchen______________________________ „Erzähl mir keine Märchen“, sagen wir und meinen damit Unwahrheiten. In Märchen ist tatsächlich alles möglich. Menschen verwandeln sich in Tiere, können fliegen und sich unsichtbar machen. Trotz all dieser Wunder enthalten Märchen oft einen tiefen Sinn, den die -»-Psychologie erforscht. Jedes Volk hat Märchen und oft ähneln sich die Märchen der verschiedenen Länder. Ursprünglich gab man die Volksmärchen mündlich weiter. Später wurden sie gesammelt und aufgeschrieben, im deutschsprachigen Raum zum Bei­ spiel von den Brüdern -»-Grimm. Manche Dichter erfanden Kunstmärchen, zum Beispiel Hans Christian -»■Andersen und E. T. A. Hoffmann.

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Marionette

Marco Polo________________________ Der Italiener Marco Polo (1254-1324) ist berühmt geworden für seine lange Reise, die ihn bis nach China führte. Zu jener Zeit wusste man in Europa über den Orient noch nahezu nichts. Marcos Vater und sein Onkel waren Kaufleute in Venedig und sie entschieden sich den jungen Marco mitzunehmen, als sie sich 1271 zu einer Reise in den Osten aufmachten. Sie durch­ querten Persien und die Wüste Gobi. 1275 erreichten sie Peking und wurden von Kublai Khan willkommen geheißen, dem großen mongolischen Eroberer. Die Venezianer blieben dort viele Jahre und Marco bereiste im Dienste des Khans ganz China. 1292 verließen die drei Männer China und kamen 1295 wieder in Venedig an. Später schrieb Marco Polo die Erlebnisse seiner Reise auf. Sein Bericht ist heute noch aufregend zu lesen.

▲ Marco Polo und seine Reisegefährten wurden von Kublai Khan herzlich empfangen. Der junge Venezianer interessierte sich für andere Länder und die Gebräuche fremder Völker.

Marionette Im Puppentheater spielt man mit Marionetten. Diese haben bewegliche Glieder mit Gelenken. An ihnen sind Schnüre oder Drähte befestigt, die der Spieler oberhalb der Bühne so lenkt, dass die Marionette natürliche Bewegungen durchführt. Als Marionette bezeichnen wir auch einen Menschen, dessen Handeln von einem anderen Menschen im Hintergrund gesteuert wird. 23 KB3

▲ Selbst nach heutiger Auffassung war Marco Polos Reise sehr weit. Für die damalige Zeit grenzte ein solches Unternehmen jedoch an ein Wunder.

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Markt Marokko

Markt________________________________ Auf dem Markt wurden früher Waren feilgeboten. Heu­ te hat dieses Wort eine viel allgemeinere Bedeutung. Wir sagen zum Beispiel: „Für dieses Produkt gibt es keinen Markt“, das heißt: „Keiner wird diese Ware kaufen wollen.“ Oder: „Dieses Produkt wird einen hohen Marktanteil erringen.“ Das Wort „Markt“ umfasst also alles, was mit der Entscheidung zum Kauf und Verkauf zu tun hat. Unter dem Marketing verstehen wir alle Maß­ nahmen zum Verkauf von Waren und Dienstleistungen.

Marokko______________________________ Hauptstadt: Rabat Oberfläche: 458730 km2 Bevölkerung: 25950000 Sprache: Arabisch Währung: Dirham

Marokko liegt im westlichen Teil Nordafrikas. Es grenzt an zwei verschiedene Meere, das Mittelmeer im Nordosten und den Atlantik im Westen. Die meisten der 25 Millionen Marokkaner sind Bauern. Sie pflanzen Weizen, Mais, Früchte, Oliven und Nüsse an. Einige halten auch Schafe, Ziegen und Rinder. Der größte Teil der Marokkaner bekennt sich zur Religion des -»Islam. Die bevölkerungsreichste Stadt Casablan­ ca hat auch einen bedeutenden Hafen. Ein König regiert das Land. Marokko ist ein beliebtes Reiseland.

Mars_________________________________ Der -»Planet Mars ist nur ungefähr halb so groß wie die Erde. Wegen seiner geringeren Masse wiegen Gegen­ stände auf dem Mars weniger als die Hälfte ihres Gewichts auf der Erde. Ein Tag auf dem Mars ist unge-

► Die amerikanischen Viking-Sonden schienen alle Spekulationen über mögliche Lebewesen auf dem Mars zu beenden. Sie fanden in der staubigen, rötlich gefärbten Oberfläche keine Spuren von Leben. Durch Berichte über bakte­ rielle Lebensformen im Marsgestein ist die Frage aber wieder offen.

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Marx, Karl fähr so lang wie auf der Erde. Doch braucht der Mars etwa zwei Jahre um einmal die Sonne zu umrunden. Der Mars zeigt an der Oberfläche riesige Vulkane, Flusstäler und Eiskappen an den Polen. Der größte Teil besteht aus einer staubigen, roten Oberfläche mit locker verteilten Felsbrocken. Deshalb nennt man den Mars auch den Roten Planeten. Der Mars hat sehr wenig Wasser. Er galt jedoch lange neben der Erde als einziger Planet, auf dem möglicher­ weise noch Leben existieren könnte. Die Marssonden der Jahre 1965, 1969 und 1976 fanden jedoch keinerlei Anzeichen von Leben. Der Mars wird von zwei Mon­ den umrundet, Phobos und Deimos.

Der größte Vulkan auf dem Mars, der Olympus Mons, ist 25 Kilometer hoch und damit dreimal so hoch wie der Mount Everest. Auch die anderen Landschaften auf dem Mars beeindrucken uns. Es gibt zum Beispiel gewaltige, bis sechs Kilometer tiefe Täler. Ihrer Form nach zu schließen, muss auf dem Mars einmal Wasser geflossen sein. In der Atmosphäre des Mars toben oft heftige Staub­ stürme mit Geschwindigkeiten bis 300 Stundenkilometer.

-« Karl Marx (rechts), Friedrich Engels (Mitte) und Wladimir lljitsch Lenin sind die Begründer des Kommunismus. Marx und Engels entwickelten die Ideen, die Lenin durch die Gründung des kommunis­ tischen Staates Sowjetunion in die Tat umzusetzen versuchte. Heute gibt es nur noch wenige kommunistische Staaten, da der frühere sowjetische Machtblock zerfallen ist.

Marx, Karl_________________________ Der Deutsche Karl Marx (1818-1883) war ein politi­ scher Denker, Wissenschaftler und Schriftsteller. Seine Ideen beeinflussten den Lauf der Weltgeschichte, denn sie bildeten die Grundlage für die Lehre des -»Kommu­ nismus. Zusammen mit Friedrich Engels veröffentlichte Marx im Jahr 1847 das Kommunistische Manifest. Marx ver­ trat darin folgende Ansicht: Die reichen Fabrikbesitzer, die Kapitalisten, würden die Arbeiter, die Proletarier, unterdrücken und ausnützen um selbst immer reicher zu werden. Marx glaubte, dass sich die Arbeiter eines Tages gegen die Kapitalisten erheben würden. Wladi­ mir lljitsch Lenin (1870-1924) setzte diese Erkenntnis­ se bei der Russischen Revolution in die Tat um. In der früheren -»Sowjetunion errichtete er einen Arbeiter­ und Bauernstaat. 23"

Die Lehren von Karl Marx und von Lenin werden heute unter der Bezeichnung MarxismusLeninismus zusammengefasst. Eine der Grundlagen ist der Materialismus. Darunter versteht man die Anschauung, dass nur die Materie das einzig Wirkliche darstellt und für die Welt entscheidend ist. Der Materialis­ mus leugnet somit die Kraft des Geistigen. Der Marxismus-Leninismus gilt heute als überholt.

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Maschine Das Wort „Maschine" wurde im 17. Jahrhundert vom französi­ schen Wort „machine" (sprich: maschin) entlehnt. Dieses geht auf das lateinische „machina" zurück. Die Römer hatten das Wort wiederum von einem griechischen Dialekt übernom­ men. Dieselbe Wurzel hat übrigens unser deutsches Wort „Mechanik", das die Bewegung von Körpern bezeichnet.

▼ Maschinen erleichtern uns die Arbeit. Sie verwandeln unsere geringe Muskel­ kraft in eine große Kraft. Als Ausgleich müssen wir unsere geringen Kräfte auf längeren Strecken einsetzen. Der Wagenheber im Bild unten macht deutlich, wie das gemeint ist. Wir müssen den unteren Hebel viele Male um die Achse des Wagenhebers drehen, bis das Auto auch nur ein bisschen vom Boden abgehoben wird. Dafür können wir auf diese Weise trotz unserer geringen Kraft ein schweres Auto heben.

Maschine_____________________________ Unter einer Maschine stellen wir uns meistens ein Ungetüm mit vielen beweglichen Teilen vor. Es gibt aber sehr einfache Maschinen, zum Beispiel den Hebel, die schiefe Ebene und das Wellrad. Aus sechs einfachen Maschinen lassen sich alle anderen Maschinen ablei­ ten. Diese Maschinen gehören zu den wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Maschinen entwickeln größere Kräfte, als sie der Mensch hat. Mit dem Hebel kann man zum Beispiel schwere Lasten heben. Am einen Ende des Hebels set­ zen wir unsere Muskelkraft ein. Mit dem anderen Ende heben wir Lasten, die wir niemals tragen könnten. Als Ausgleich für die größere Kraft müssen wir mit dem einen Ende des Hebels einen viel größeren Weg zurück­ legen. Ein anderes Beispiel ist der Keil. Mit ihm können wir selbst große Holzblöcke spalten. Messer, Nägel, Meißel und Äxte sind nur unterschiedliche Formen des Keils. Die Schraube ist nichts anderes als eine aufgewickelte schiefe Ebene. Man kann ein schweres Gewicht leich­ ter auf einer schiefen Ebene hochrollen, als es senkrecht in die Höhe stemmen. Auch die Rolle macht es uns viel leichter, schwere Lasten zu heben. Mit einer einfachen Rolle holte man früher das Wasser aus tiefen Brunnen. Werden mehrere Rollen miteinander verbunden, so entsteht ein Tiaschenzug. Wahrscheinlich ist das Wellrad die wichtigste aller ein­ fachen Maschinen. Man kann mit ihm nicht nur Lasten heben, sondern auch andere Maschinen betreiben, zum Beispiel Uhren.

Rolle

356

Mathematik

Mathematik Mathematik macht vielen von uns Angst. Wir sehen komplizierte Zahlen und sogar Formeln vor uns. Dabei verwenden wir Mathematik jeden Tag. Du zählst zum Beispiel die Münzen in deinem Geldbeutel zusammen. Oder du schaust auf die Uhr und rechnest aus, wie viel Zeit noch bleibt, bis du in die Schule gehen musst. In der Bank wird dauernd gerechnet. Und wer einen Computer hat, bedient eigentlich eine Rechenmaschi­ ne, auch wenn er meint, er habe nur Spaß an einem Computerspiel. Wer sogar einen Computer program­ mieren kann, ist schon tief in die Geheimnisse der Mathematik vorgedrungen. Die Mathematik setzt sich aus vielen Zweigen zusam­ men. Die Arithmetik ist das Rechnen mit Zahlen. Die Algebra beschäftigt sich mit Gleichungen und verwen­ det statt Zahlen allgemeine Symbole wie x und y. Die Geometrie untersucht die Gesetzmäßigkeiten ebener oder räumlicher Figuren und handelt von Punkten, Lini­ en, Ebenen, Körpern und Winkeln. Die Wahrschein­ lichkeitsrechnung untersucht, wie oft bestimmte Ereig­ nisse eintreten. Mit ihr kann man zum Beispiel berechnen, ob es sinnvoll ist, Lotto zu spielen. Die Ant­ wort: Mathematisch gesehen macht es keinen Sinn, denn die Gewinnchancen sind verschwindend klein.

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Es gibt magische Zahlen! Nehmen wir zum Beispiel die Zahl 142857, die eigentlich ziemlich gewöhnlich aussieht. Wir multiplizieren sie mit 2 und bekommen 285714. Es ergibt sich also dieselbe Abfolge von Ziffern, nur mit einem anderen Anfang. Nun multiplizieren wir unsere magische Zahl mit 3, mit 4, mit 5 und 6. (Mit einem Taschenrechner geht es einfacher, aber eigentlich müsste man das auch mit Papier und Bleistift können.) Was passiert? Versuche die Zahl nun auch durch 2 und durch 5 zu teilen.

▼ Die beiden Seiten einer mathemati­ schen Gleichung sind wie zwei gleiche Gewichte. Werden sie auf dieselbe Weise verändert, so ändert sich am Ganzen nichts. Wenn wir die großen Blöcke x nennen, so zeigt die Waage oben die Gleichung 2x + 3 = 11. Wenn wir von jeder Seite 3 wegnehmen, bekommen wir 2x = 8. Dann halbieren wir die beiden Seiten der Gleichung und finden, dass x = 4 ist.

F

können wir Bruchrechnen betreiben. Welcher Anteil der obigen Quadrate wurde grau gefärbt? Die Antworten findest du auf der nächsten Seite oben.

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Maulwurf Auflösung zur Aufgabe auf S. 357 A: 4/l 6= 1/4 B: 6/i6 = 3/8 C: 1O/16 = 5/8 D: 20/25 = 4/5 E: 15/25 = 3/5 F: 10/25 = 2/5

▼ Die Maulwürfe graben ausgedehnte un­ terirdische Baue. In einer besonderen Vor­ ratskammer bewahren sie bis zu hundert durch einen Biss gelähmte Würmer auf.

Maulwurf_____________________________ Der Maulwurf ist sehr gut an seine Beschäftigung ange­ passt unterirdische Gänge zu graben. Die Hände und Füße sind stark verbreitert und dienen als Grabschau­ feln. Weil ihm die Augen im lichtlosen Dunkel seiner Gänge nichts mehr nützen, sind sie zurückgebildet. Dafür hören Maulwürfe sehr gut und haben einen fei­ nen Geruchssinn. Ihre Haare können sie nach vorn und hinten richten, sodass sie in ihren engen Gängen auch rückwärts gehen können. Maulwürfe werden Gärtnern zwar durch ihre aufge­ worfenen Erdhaufen gelegentlich lästig, doch fressen sie niemals Pflanzen. Sie ernähren sich ausschließlich von Würmern und Insektenlarven. Durch ihre Wühl­ tätigkeit verbessern sie die Fruchtbarkeit des Bodens. Umso alarmierender ist die Erkenntnis der Tierforscher, dass der Maulwurf immer seltener wird.

Mäuse________________________________

Die Maulwürfe gehören zu den Insektenfressern. Ein Maulwurf muss jeden Tag das Eineinhalb­ fache seines Körpergewichts fressen. Das entspricht rund 80 Gramm Regenwürmern.

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Die Mäuse gehören wie die Watten zu den - >Nagetieren. Möglicherweise sind die Feld- und die Hausmaus die beiden schädlichsten Säugetiere, die es gibt. Die Feldmaus kann ganze Getreideernten vernichten, während die Hausmaus große Schäden an bereits geerntetem, gelagertem Getreide anrichtet. Daneben gibt es in Mitteleuropa noch viele weitere Mausarten, zum Beispiel die Felsenmaus, die Brandmaus und die Gelbhalsmaus.

Brandmaus

Die Spitzmaus ist mit diesen Mäusen nicht verwandt. Sie sieht nur mausartig aus, gehört aber wie der -♦Maulwurf zu den -♦Insektenfressern. Man erkennt die Spitzmaus an ihren nadelspitzen Zähnchen. Sie frisst nur Würmer und Insekten.

▲ Mäuse sind sehr anpassungsfähig und halten sich in den unterschiedlichsten Lebensräumen auf. Mit Ausnahme der Spitzmaus gehören alle Mäuse zu den Nagetieren. Die Spitzmaus ist mit den Maulwürfen verwandt und gehört zu den Insektenfressern.

May, Karl Den Schriftsteller Karl May (1842-1912) kennt dem Namen nach fast jedes Kind. Von diesem Autor stam­ men die ungeheuer spannenden Geschichten über Old Shatterhand, Winnetou und Kara ben Nemsi. Karl May beschrieb in seinen Geschichten Nordamerika und den Nahen Osten in allen Einzelheiten ohne vorher jedoch jemals die Schauplätze seiner Romane selbst gesehen zu haben.

▼ Eine Steinskulptur der Maya, die den Gott Tlaloc darstellt.

Maya Die Maya-Indianer lebten ab dem fünften Jahrhundert nach Christus in Mittelamerika. Sie pflanzten Mais und Süßkartoffeln an und hielten Hunde. Später bauten sie Städte, Paläste, Tempel, Pyramiden und Stätten zur Himmelsbeobachtung aus Stein. Manche dieser präch­ tigen Gebäude haben sich bis auf den heutigen Tag erhalten und stehen noch verborgen im Dschungel. Die

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Medien Die Medien dienen dem Austausch von Nach­ richten und von Ideen durch Wörter, Bilder und Zahlen. Man kann auch sagen: Wir brauchen die Medien zur Kommunikation, zum Informations­ austausch zwischen den Menschen. Durch Kommunikation und die Medien bildete sich die Zivilisation heraus. Stellen wir uns einmal eine Welt vor, die keine Informationen speichern kann, etwa in einem gedruckten Buch. Dann müsste jede Generation von neuem das Rad erfinden. Informationen würden nur von Mund zu Mund weitergegeben werden und könnten leicht verloren gehen. Die Kommunikation begann mit der Sprache des Menschen. Entwicklung der Kommunikationstechnik Jahr Erfindung Um 100 n. Chr. Papier in China erfunden 950 Die arabischen Ziffern gelangen nach Europa 1440 Buchdruck mit beweglichen Lettern (Gutenberg) 17. Jahrh. Zeitungen werden populär 1829 Blindenschrift (Braille) 1837 Telegraf (S. B. Morse) um 1845 Fotografie (Daguerre u. a.) 1876 Telefon (A. G. Bell) 1877 Aufzeichnen von Tönen durch den Phonographen (Edison) 1899 Aufzeichnung auf Tonband (Poulsen) 1901 Erstes Radiosignal über den Atlantik (Marconi) 1929 Fernsehen mit einem elektro­ nischen System (Zworykin) 1936 Die BBC beginnt mit den ersten öffentlichen Fernseh­ sendungen 1940 Fotokopierer (Carlson) 1946 Elektronische Computer (Eckert, Mauchly, Turing u. a.) 1948 Transistor (Shockley, Bardeen, Brattain) 1956 Videoaufnahmegerät (Poniatoff) 1962 Start von Telstar, dem ersten Fernsehsatelliten um 1975 Personalcomputer und Videorekorder im privaten Haushalt um 1985 Telefaxgeräte, Compactdiscs, digitale Tonaufzeichnung auf Bänder

Schreiben und Drucken

■< Vor der Erfindung der Buchdrucker­ kunst mussten Bücher von Hand kopiert werden. Um 1440 erfand Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern.

► Die Schreibma­ schine von Harn­ mond von 1880. Ein Hammer schlug auf die Rückseite des Pa­ piers und drückte es gegen einen Buchstaben auf einem Zylinder.

Wichtige Erfindungen ► Die Polaroidkamera macht Sofort­ bilder. Nach der Be­ lichtung werden sie in einem einzigen Vorgang entwickelt und fixiert.

◄ Ein Telefon von 1905. Es hatte keine Wählscheibe. Das Fräulein vom Amt musste die Verbin­ dung herstellen. ▼ Eine frühe Kamera von Daguerre.

1-------------•A ------- B ------ c • D E • • F ------ G

► Das Grammophon, das flache Platten als Tonträger verwendet, wurde 1887 von Emil Berliner erfunden.

■« Videogeräte erlauben es uns, aufgezeichnete Sendungen zu sehen.

• •••H 1 ------- j

K ._..L -- M -• N

A Früher telegrafierte man

vor allem mithilfe des Morse­ alphabets.

► Kleine trag­ bare Kasset­ tenrekorder machen es möglich, über­ all Musik zu hören.

Die Revolution der Elektronik

A Guglielmo

► Im Weltall befinden sich zahlreiche Fern­ sehsatelliten. Mit ihnen kann man Tele­ fongespräche, Fernseh Sendungen und Daten weltweit übertragen.

Marconi sandte 1901 die ersten Radiosignale quer über den Atlantik.

361

Medien ► Die Tempel der Maya sind riesige, beeindruckende Gebäude. Sie zeigen, dass die Maya geschickte Architekten und Ingenieure waren.

Fortschritte der Medizin

Jahr 1590

Mikroskop -

Zacharias Janssen

1593

Thermometer -

Galileo Galilei

1628

Blutkreislauf -

Maya waren vorzügliche Astronomen und Mathemati­ ker und hatten eine komplizierte Schrift. Von 1524 an eroberten die Spanier die Gebiete der Maya und zer­ störten deren Kultur. Heute leben in Dörfern Mittel­ amerikas immer noch rund zwei Millionen Nachfahren der Maya.

William Harvey

1796 1846

Pockenimpfung -

Medien_______________________________

Edward Jenner

Die Medien sorgen dafür, dass Nachrichten und Infor­ mationen von einem Menschen zum anderen gelan­ gen. Weiteres siehe auf den Seiten 360 und 361.

Anästhesie -

William Morton

1865

Bakterien und andere Keime lösen Krank­ heiten aus -

Louis Pasteur

1865

Antiseptische Chirurgie, Abtötung von Krank­ heitserregern -

Joseph Lister

1895

Röntgenstrahlen -

1898

Wilhelm Röntgen Radium - Marie und Pierre Curie

1922

Insulin für Zucker­ kranke - Frederick Ban-

ting und Charles Best

1928

Penicillin -

Alexander Fleming 1954

Impfstoff gegen die Kinderlähmung -

Jonas Salk 1967

Erste Herztransplan­ tation -

Christiaan Barnard

362

Medizin_______________________________ Wenn wir das Wort „Medizin“ hören, denken wir wohl zuallererst an Tabletten und Säfte, die man schlucken muss um wieder gesund zu werden. Der Begriff um­ fasst aber auch die gesamte Heilkunde, die Wissen­ schaft von den Krankheiten und deren Behandlung. In der -»Antike und im -»Mittelalter versuchten die Ärzte ihre Patienten vor allem mit Beschwörungen, Gebeten und Tränken zu kurieren. Sie waren mehr Medizinmänner als gelehrte Doktoren. Aber auch sie verfügten bereits über einen großen Erfahrungsschatz und kannten die Heilkraft vieler Pflanzen. Erst seit der -»Renaissance entwickelte sich die Medizin langsam zu einer Wissenschaft. Die Ärzte wagten es nach und nach, Leichen aufzuschneiden und die inneren Organe des Menschen kennen zu lernen. Durch die Entwick­ lung der Anästhesie oder Schmerzbetäubung im vori-

Meer

A Joseph Lister versprühte in

▲ Bereits Menschen der Früh­ geschichte entfernten Stücke aus dem Schädeldach um böse Geister loszuwerden.

Operationssälen Karbolsäure um Krankheitserreger abzutöten.

▼ Patienten mit Nierenversagen müssen zweimal in der Woche zur Blutwäsche.

▲ Eine eiserne Armprothese aus dem 16. Jahrhundert (links) und eine moderne Prothese (rechts). A Die indische Medizin verwende­

te seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. ein Dampfrohr zur schnellen Hei­ lung von Wunden.

► Die eiserne Lunge wurde 1876 entwickelt. Sie hält Patienten am Leben, die nicht mehr selber atmen können.

gen Jahrhundert machte die Chirurgie einen Riesen­ schritt nach vorne. Die meisten medizinischen Er­ kenntnisse gewann man aber erst in diesem Jahrhun­ dert. Die Forscher entdeckten zum Beispiel die -»Vitamine. Gegen ansteckende Krankheiten ent­ wickelten sie die »Antibiotika. Wenn jemand krank zum Arzt kommt, muss dieser zunächst erkennen, woran der Patient leidet. Er erkun­ digt sich nach den Krankheitsanzeichen oder Sympto­ men. Am Ende stellt der Arzt die Diagnose. Erst dann beginnt die Behandlung oder Therapie.

Meer Das Meer bedeckt fast drei Viertel der Erdoberfläche. Es enthält 97 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde. Nur drei Prozent Wasser sind Süßwasser. Es gibt vier große Meere oder Ozeane. Das größte und tiefste Meer ist der »Pazifik. Der -»Atlantik ist nur halb so groß. Der -»Indische Ozean ist kleiner, aber tiefer als der Atlantik. In der -»Arktis schließlich liegt das Nord­ polar- oder Eismeer. Diese Ozeane sind niemals völlig ruhig. Die Winde treiben Wellen vor sich her. Meeres-

▼ Die meisten Lebewesen halten sich in den obersten 100 Metern auf. Licht dringt nur 50 Meter tief ein. In den tiefsten Meeresschichten herrscht völlige Finsternis. Kontinental­ schelf Meter

Pottwale tauchen bis ungefähr 1000 m

Meeresboden

5000

Ozeangraben

6000

7000 8000

9000 10000

K

Bathyscap

W w1 y

11 000

363

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Meer

▲ An der Meeresküste treffen die Lebens­ räume des Wassers und des Festlandes aufeinander. Hier lebt eine besonders vielfältige Tierwelt: 1. Lachmöwe, 2. See­ stern, 3. Qualle, 4. Großer Brachvogel, 5. Seestern, 6. Sandwurm, Köderwurm oder Sandpier, 7. Taschenmessermuschel, 8. Tellmuschel, 9. Maskenkrabbe, 10. Herz­ muschel. Abgesehen von den Vögeln und der Qual­ le lieben die abgebildeten Tiere sandige oder schlammige Meeresküsten. Bei Niedrigwasser können sie sich nämlich in den Untergrund eingraben und verhin­ dern damit, dass sie austrocknen.

Durchschnittliches Meerwasser enthält pro Liter 34 Gramm Salze. Zum größten Teil handelt es sich um Kochsalz. Im Meerwasser sind aber buchstäblich alle anderen Elemente in gelöster Form vorhanden.

364

Strömungen wie der -»Golfstrom gleichen Unterschie­ de in der Temperatur und Dichte des Wassers aus. Sie fließen wie Flüsse durch das Meer. Der Mond und die Sonne sorgen mit ihrer An­ ziehungskraft dafür, dass der Meeresspiegel sich durch die Gezeiten regelmäßig verändert. Besonders von den warmen Meeren verdunstet viel Wasser. Der Wasserdampf steigt hoch und bildet in höheren Schich­ ten der -»Atmosphäre Wolken. Wenn diese abkühlen, regnet es. Das Meer ist der Lebensraum für zahllose Pflanzen und Tiere. Viele Tiergruppen kommen nur im Meer vor, zum Beispiel die -»Seeigel, Seegurken und -»Seesterne, die -»Quallen, -»Seeanemonen und -»Tintenfische. Die Pflanzenwelt des Meeres besteht hauptsächlich aus winzigen einzelligen Algen. Von diesen Algen ernähren sich kleine Tiere. Beide zusammen bilden das -»Plank­ ton. Dieses wiederum stellt die Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere dar, angefangen von kleinen Fisch­ chen bis zu den Walen.

Mensch

Meerschweinchen Das Meerschweinchen ist kein Schwein, sondern ein -»Nagetier, und es lebt auch nicht nahe am Meer, son­ dern kam über das Meer von Peru zu uns. Ursprünglich hielten es sich die Indios als Fleischlieferanten. Das Meerschweinchen wird bis zu zehn Jahre alt. Sein Fell kann braun, weiß, schwarz, grau oder bunt gefärbt sein.

Mensch_____________________________ Unser Körper ist wie eine wundervolle Maschine. Die vielen Teile haben besondere Aufgaben, arbeiten aber so genau zusammen, dass wir am Leben bleiben und uns gesund fühlen. Wie alle Maschinen braucht auch unser Körper Energie. Wir nehmen sie in Form von Nahrung zu uns. Unser Körper besteht aus vielen Mil­ lionen winziger -»Zellen. Es gibt viele verschiedene Zellen, zum Beispiel Muskel- oder Nervenzellen. Gleichartige Zellen bilden zusammen ein Gewebe. Verschiedene zusammengehörige Gewebe bilden ein Organ, zum Beispiel das »Herz, die -»Lungen oder die -»Haut. Wenn mehrere Organe Zusammenarbeiten, sprechen wir von einem Organsystem. Ein Beispiel dafür ist das Verdauungssystem. Es besteht aus Mund, Magen und Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse. Der Mensch besteht nicht nur aus seinem Körper. Zum Menschen macht ihn erst der Geist, der sich zum Bei­ spiel im Denken und Fühlen äußert.

▲ Die Haare einiger Meerschweinchen­ rassen bilden runde Rosetten, die sehr lustig aussehen. Das Meerschweinchen lässt sich leicht halten, denn es braucht nur einen trockenen Käfig sowie Heu und etwas Frischfutter und natürlich Wasser.

▼ Im Körper arbeiten viele verschiedene Organsysteme zusammen.

365

Menschenaffen Menschenaffen

▲ Die Gibbons leben in Südostasien und können sich sehr geschickt im Wald bewegen, indem sie sich von Ast zu Ast hangeln.

▼ Die Hauptunterschiede zwischen den Menschenrassen äußern sich in der Gesichtsform, in der Hautfarbe und in der Beschaffenheit des Haars.

europide Rasse

mongolide Rasse

Der Mensch stammt nicht von den Menschenaffen ab, wie oft behauptet wird. Die Menschenaffen sind unse­ re nächsten Verwandten. Wir haben die gleichen Vor­ fahren. Unser Körperbau ist dem der Menschenaffen sehr ähnlich und mit dem Schimpansen haben wir 97 Prozent unseres Erbgutes gemeinsam. Bei aller Ähn­ lichkeit darf man aber die Unterschiede zu den Men­ schenaffen nicht übersehen. Der Mensch hat ein viel größeres Gehirn. Er hat einen Geist und kann voraus­ schauend und zielgerichtet handeln. Diese Eigenschaf­ ten zeigen die Menschenaffen nur in geringem Maße. Es gibt vier Arten von Menschenaffen: -»-Schimpansen, -»■Gorillas, -»-Orang-Utans und die Gibbons.

Menschenrassen_______________________ Alle Menschen dieser Erde gehören einer Art an. Sie alle haben die typisch menschlichen Eigenschaften, den Körperbau, den menschlichen Geist und die Gefühle. Dennoch sehen die Menschen ganz verschie­ den aus. Wir unterscheiden mehrere Menschenrassen, vor allem anhand der Hautfarbe, der Beschaffenheit des Haars und der Form des Gesichts. Der mongolide Mensch hat glattes, schwarzes Haar, gelbe bis braune Haut und mandelförmige Augen. Er ist vor allem in Asien verbreitet. Auch die Ureinwohner Amerikas, die Indianer und Indios, gehören dazu. Die europiden Menschen sind eher hellhäutig, haben blon­ des, braunes oder schwarzes Haar und ziemlich runde Augen. Europid sind die Völker Europas, Nordafrikas sowie der Südsee. Negride Menschen stammen aus Schwarzafrika, haben dunkle Haut, krauses Haar und häufig aufgeworfene Lippen. Es gibt keine reinen Rassen, weil sich die Völker im Lauf der Zeit immer wieder vermischt haben. Und vor allem gibt es keine Rasse, die den anderen Rassen über­ legen ist.

Menschenrechte_______________________

negride Rasse

366

Jeder Mensch besitzt die Menschenrechte. Er hat sie von Geburt an und kann sie auch nicht verlieren. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ So steht es im ersten Artikel der Menschen­ rechte. Kein Mensch darf benachteiligt oder »disknmi-

Merkur niert werden, weil er anders aussieht, eine andere Spra­ che spricht, etwas anderes glaubt, politisch anders denkt, anders liebt oder krank ist. Die Menschenrechte garantieren jedem die Freiheit des Gedankens, der Reli­ gion, der Überzeugung und des Gewissens und die Unverletzlichkeit der Person. Leider halten sich heute noch viele Regierungen nicht an die Menschenrechte. Solche Verstöße deckt die Organisation Amnesty International auf.

Merkur________________________________ Der Merkur ist der sonnennächste und zweitkleinste -»■Planet. Ein Tag auf dem Merkur dauert 59 Erdentage lang. Während der langen Sonnenbestrahlung wird die Oberfläche des Planeten so heiß, dass Blei darauf schmelzen würde. Der Merkur empfängt sechsmal so viel Sonnenwärme wie die Erde. Während der langen Nacht kühlt er sich bis auf -180 °C ab. Über die Oberfläche des Merkur wusste man nur wenig, bis die Sonde Mariner-10 in 800 Kilometer Ent­ fernung an diesem Planeten vorbeiflog und Aufnahmen machte. Die Bilder zeigen Hochländer mit vielen großen Kratern wie auf dem Mond und flache vulkani­ sche Ebenen. Der Merkur hat eine sehr dünne Atmo­ sphäre.

▲ Demonstration chinesischer Studenten für Menschenrechte und Demokratie auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, im April 1989. Chinesisches Militär richtete unter den beteiligten Studenten ein Blutbad an.

■< Die Sonde Mariner-10 flog in den Jahren 1974 und 1975 dreimal am Merkur vorbei. Durch ihre Messdaten fand man heraus, dass der Merkur über einen um­ fangreichen Eisenkern verfügt, der drei Viertel des Planeten ausmacht.

Der Merkur fliegt sehr schnell auf seiner Bahn und erreicht Geschwindigkeiten zwischen 37 und 56 Kilometer pro Sekunde. Durch diese hohe Geschwindig­ keit und die Nähe zur Sonne hat er das kürzeste Jahr aller Plane­ ten. Das Jahr ist die Zeit, die ein Planet braucht um einmal um die Sonne zu fliegen. Das Merkurjahr dauert nur 88 Erdentage.

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Metalle ☆ •

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° Silber

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A Diese Weltkarte zeigt die wichtigsten bekannten Erzlagerstätten der Erde. Durch Verhüttung gewinnt man aus den Erzen reine Metalle.

▼ Aus diesem Erz mit der Bezeichnung Pyrit gewinnt man Eisen.

368

■ Uran

Moosen, die in der Mitte stärker wachsen, sodass Hochmoore gewölbt erscheinen. Am Grunde sterben die Moose ab und werden zu Torf, während sie oben immer weiterwachsen. Hochmoore sind sehr karge Lebensräume. Nur wenige Tiere und Pflanzen können darin existieren, darunter aber besonders interessante, zum Beispiel der Fleisch fressende Sonnentau.

Moose________________________________ Moose sind sehr häufige Pflanzen, die in niedrigen, dicht gepackten Gruppen wachsen. Es gibt auf der ganzen Welt über 26 000 Moosarten. Sie kommen fast überall vor, auch in der kalten Arktis, aber nicht in Wüsten. Die meisten Moose gedeihen nämlich nur in feuchten Lebensräumen. Sie bilden am Boden schatti-

Moos Hypnum

382

Motorrad ger Wälder, auf Baumstrünken oder feuchten Felsen oft feste Polster. Die Moose sind sehr einfach aufgebaut. Sie gehörten zu den ersten Pflanzen, die das Festland besiedelten. Die Moose bestehen aus kurzen Stängeln mit ein­ fachen Blättchen; sie bilden keine Blüten und auch keine echten Wurzeln, sondern halten sich mit einer Art von Wurzelhaaren am Boden fest. Moose werden niemals sehr hoch, weil sie in ihrem Inneren kein Was­ serleitungssystem haben. Das benötigte Wasser steigt vielmehr längs der Stängel und Blättchen hoch - ähn­ lich wie das Wachs in einem Docht. Die Moose pflanzen sich wie die -»Farne durch Sporen fort. Diese bilden sich in Kapseln am Ende langer Stie­ le. Die Botaniker unterscheiden zwei große Gruppen von Moosen: Die Lebermoose haben fleischige, am Boden anliegende Blätter. Die Laubmoose wachsen mehr in die Höhe und haben Stängel mit Blättern. Unter den Moosen gibt es merkwürdigerweise keine Nutzpflanzen.

Morsekode Mit dem Morsekode übermittelte man früher Nach­ richten. Der Kode kennt nur zwei Zeichen: kurze und lange Signale oder Punkte und Striche. Jeder Buchstabe des Alphabets wird durch eine Kombination von Punk­ ten oder/und Strichen dargestellt. Die erste offizielle telegrafische Nachricht im Morsekode wurde im Jahr 1844 übersandt.

Motor Motoren setzen etwas in Bewegung und treiben an. Sie verwandeln dabei eine -»Energieform in die andere. Die -»Dampfmaschine gewinnt aus der Energie des heißen Dampfes Bewegungsenergie. Der - »Elektromotor verwendet als Ausgangsenergie elektrischen Strom. Im -»Verbrennungsmotor werden Treibstoffe verbrannt. Die heißen Verbrennungsgase sorgen für den Antrieb.

Mach es selbst Moose können ungeheure Wassermengen aufnehmen. Suche für den folgenden Versuch in einem Fichtenwald ein abgestorbenes, trockenes Polster von Weißmoos. Wiege es auf einer Briefwaage und lege es dann eine Stunde in Wasser ein. Danach lässt du das Moos abtropfen und wiegst es noch einmal. Das Wievielfache seines eigenen Gewichtes hat es an Wasser aufgenommen? Wir erkennen an diesem Versuch, dass Moose als Wasserspeicher in Wäldern eine große Rolle spielen.

Internationaler Morsekode

A B _ C D E F

P Q R _ S T ___ U

G____ V H W I X J_______ Y_________ K_ _ Z_____ L _ Punkt (.)

M____ Komma (,)________ N Fragezeichen)?)._____ O Irrtum

▼ Das erste Motorrad von Gottlieb Daimler aus dem Jahr 1885 war noch recht unbequem zu fahren.

Motorrad Das erste Motorrad baute Gottlieb Daimler im Jahr 1885. Er montierte dabei einen seiner Verbrennungs­ motoren auf ein hölzernes Fahrradgestell. Heute sind

383

Möwen

Rückspiegel

Handgriff für /den Mitfahrer Blinker

Scheinwerfer

hydraulische Scheibenbremse

Schutzblech über dem Schalldämpfer

Bremspedal

▲ Diese Suzuki GSXR 1100 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Ihr Motor ist leistungsstärker als der mancher kleiner Personenwagen.

▼ Es gibt auf der ganzen Welt 44 Möwenarten. Sie sind nicht leicht zu unterscheiden.

384

Motorräder viel komplizierter. Die Teile des Motorrads ähneln denen des Autos, nur sind sie kleiner. Beliebt sind heute geländegängige Motorräder mit starker Federung, zum Beispiel die Enduros.

Möwen_______________________________ Nur wenige Vögel fliegen eleganter und geschickter über das Wasser als die Möwen. Sie haben Schwimm­ häute zwischen den Zehen und können damit auch gut schwimmen, halten sich aber meistens in Ufernähe auf. Möwen fangen Fische als Nahrung, nehmen aber auch gerne Abfälle. Durch große Mülldeponien im Norden Deutschlands sind die Möwen an der Nordsee so häu­ fig geworden.

Müll

Mozart, Wolfgang Amadeus Der Österreicher Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) war einer der größten Komponisten. Schon im Alter von fünf Jahren begann er Musikstücke zu schreiben. Zwei Jahre später reiste er als musikali­ sches Wunderkind durch Europa und gab überall Kon­ zerte. Mozart verfasste über 600 Musikstücke, da­ runter viele wundervolle Sinfonien und Opern, zum Beispiel „Die Zauberflöte“, „Die Hochzeit des Figaro“ und „Don Giovanni“. Obwohl Mozart sehr viel arbei­ tete, verdiente er wenig Geld. Im Alter von 35 Jahren starb er arm und verschuldet in Wien. A Schon als Kind gab Wolfgang Amadeus

Mücken_______________________________ Mücken haben nur zwei Flügel und gehören deshalb zu den -»Fliegen. Wir erkennen sie an ihren langen Beinen. Unter den vielen Tausend Mückenarten dieser Welt sau­ gen nur wenige Blut, nämlich die winzigen Kriebel­ mücken und die Stechmücken oder Moskitos. Nur die Weibchen stechen übrigens, denn die Männchen saugen Blütensäfte. Einige Mücken übertragen mit ihrem Stich gefährliche Krankheiten, zum Beispiel die -»Malaria und das Gelbfieber. Die langbeinigen Schnaken, die oft ins Haus kommen, sind völlig harmlos und stechen nicht.

Mozart Konzerte. Sein Vater Leopold organisierte richtige Tourneen für ihn.

Müll Der Müll ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Am besten ist es, Abfall möglichst zu ver­ meiden. Wenn Müll nicht entsteht, braucht er auch nicht beseitigt zu werden. Heute kann man zum Bei­ spiel offene Milch kaufen und braucht dazu nur eine Glasflasche mitzunehmen, die man wieder nachfüllt. Damit lassen sich die Papierverpackungen einsparen. Müll ist zwar Abfall, enthält aber doch wertvolle Stof­ fe, die man wieder verwenden sollte. Das ist nur mög­ lich, wenn der Müll nach Stoffgruppen getrennt wird. Dass man Glas, Papier und Kartonagen dem - »Recyc­ ling zuführt, dürfte schon selbstverständlich sein. Aber auch den restlichen Müll sollte man in Kunststoffe, Metalle und andere Stoffe trennen. Für die Weiterver­ arbeitung dieser Wertstoffe mit dem „Grünen Punkt“ sorgt das Duale System. Aus den organischen Stoffen, die den größten Teil des Hausmülls ausmachen, gewinnt man fruchtbaren -»Kompost. 25 KB.l

Stechmücke

Die weibliche Stechmücke sticht ihre Mundteile in die Haut und in winzige Blutgefäße. Sie braucht einen Bauch voll Blut um ihre Eier entwickeln zu können.

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Mumie

Mumie_______________________________ Die alten -»-Ägypter glaubten an ein Weiterleben nach dem Tode. Dazu musste der Körper eines Verstorbenen erhalten bleiben und durfte nicht verwesen. Deshalb wurden die Leichen einbalsamiert: Man entfernte die Eingeweide und das Gehirn und behandelte den restli­ chen Körper mit Natron, Asphalt und verschiedenen Harzen. Die Behandlung dauerte siebzig Tage. Dann wurde die Leiche in einem bunt bemalten Sarg bestat­ tet. Im trockenen Wüstenklima Ägyptens blieben diese Mumien praktisch unversehrt erhalten. Sie geben uns heute noch Aufschluss, wie die Ägypter früher aussa­ hen und an welchen Krankheiten sie litten. Überall, wo ein trockenes Klima herrscht, können Lei­ chen mit oder ohne Einbalsamieren als trockene Mumi­ en erhalten bleiben, zum Beispiel auch in Peru.

Mungo_______________________________ ▲ Die Ägypter pflegten nicht nur Menschen einzubalsamieren, sondern auch ihnen heilige Tiere, z. B. Katzen.

▼ Die Tellmuschel ist im Sand ein­ gegraben und saugt durch ein Rohr Meerwasser ein. Dem Wasser entnimmt sie Sauerstoff sowie ihre Nahrung und stößt beides durch ein anderes Rohr wieder aus.

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Der indische Mungo gehört zu den Katzen und wurde dadurch berühmt, dass er Kobras angreift und tötet. Er ist gegen ihr Gift zwar nicht immun, verträgt aber größere Mengen ohne Schaden zu nehmen. Mit dem Mungo verwandt ist der Ichneumon, der ebenfalls rund 50 Zentimeter lang wird. Er ist von Südspanien bis nach Ägypten verbreitet, wo er früher als heiliges Tier galt.

Muscheln Alle Muscheln haben zwei Klappen. Im Inneren befin­ det sich ihr weicher Körper. Die meisten Muscheln leben festgeheftet auf dem Meeresboden. Ihre Nah­ rung besteht aus den winzigen Lebewesen des -»Plank­ tons, das sie mit ihren Kiemen aus dem Wasser heraus­ filtern. Die Muscheln gehören zu den Weichtieren und sind also mit den - »Schnecken und -»Tintenfischen ver­ wandt. Die Schnecken sehen aber anders aus, denn sie haben einen deutlich erkennbaren Kopf und ihre Scha­ le besteht aus einem einzigen Stück. Muscheln waren über Jahrtausende hinweg eine wich­ tige Nahrungsquelle für Küstenbewohner. An einigen Stellen fanden Archäologen Abfallhaufen, die nur aus Muschelschalen bestanden und so hoch waren wie ein zweistöckiges Gebäude. Heute gelten Muscheln als Delikatesse. Feinschmecker schätzen vor allem die Auster, die Jakobsmuschel und die Miesmuschel.

Musik

Napfschnecke

Nadelschnecke

Pantoffel­ schnecke

Strand­ schnecke

Netzreusen­ schnecke

Jakobsmuschel

Pelikansfuß

Herzmuschel

Museum______________________________ Museen sind heute längst nicht mehr nur langweilige Ausstellungen von Bildern oder sonstigen toten Gegen­ ständen. Ganz im Gegenteil: In manchen Museen kann man Experimente durchführen und erfährt dabei, wie Dinge funktionieren. Das ist zum Beispiel beim Deut­ schen Museum in München der Fall, einem der größten Technikmuseen der Welt. Spaß machen auch ausgefal­ lene Museen wie Museen für Nachttöpfe, Teddybären und andere Spielsachen, Modelleisenbahnen, Museen für Jagd und Fischerei und vieles andere mehr. Museen sind aber nicht nur für das Vergnügen des Publikums da. In Museen wird geforscht. Ohne zoologische und botanische Sammlungen könnten die Wissenschaftler z. B. keine Tier- oder Pflanzenarten bestimmen.

Auster

Taschen­ messer­ muschel

▲ Alle Muscheln haben zweiklappige Kalkschalen, während die Schalen der Schnecken nur aus einem Stück bestehen. In der Grafik oben sind Muschel- und Schneckenschalen abgebildet. Der Pelikansfuß ist eine Schnecke.

Musik Wahrscheinlich machte und macht jedes Volk auf der Erde Musik. Schon die Höhlenbewohner sangen mit größter Wahrscheinlichkeit Lieder und schlugen mit Hölzern den Takt dazu. Wir wissen, dass die alten Ägypter Musik sehr liebten. Wandmalereien in den Gräbern der Pharaonen zeigen Musiker beim Flötenund Harfenspiel. Auch die alten Griechen hatten Saiteninstrumente wie die Lyra. Wir wissen allerdings nicht, wie die Musik der Antike geklungen hat, weil es damals noch keine Notenschrift gab. Schon im Mittelalter schneben Komponisten Musikstücke für mehrere Instrumente. Aber erst im 17. Jahrhundert ent­ stand das -»Orchester, wie wir es heute kennen. Italieni25*

Mach es selbst

Aus einer Kartonschachtel und einigen Gummiringen können wir eine einfache Gitarre basteln. Wirschneiden ein Loch in die Mitte des Deckels. Über den Deckel spannen wir mit unterschied­ lichem Zug die Gummibänder, wobei wir noch einen Holzkeil unterlegen müssen. Beim Anzupfen ergeben die Bänder verschiedene Töne.

387

Musik ► Die Anordnung eines modernen Sinfonieorchesters entwickelte sich im Laufe vieler Jahre.

▼ Man kann die Tonhöhe einer Saite bei der Harfe mit Pedalen verändern. Da­ durch drehen sich Scheiben mit Stiften, welche die Saite verlängern oder ver­ kürzen. Damit kann der Harfenist um einen Halbton nach oben oder nach unten versetzte Töne spielen.

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sehe Komponisten stellten die ersten Orchester als Beglei­ tung für ihre Opern zusammen. In jener Zeit wurden erst­ mals Geigen, Bratschen und Cellos gespielt. Als die Musikinstrumente weiterentwickelt wurden, vergrößerte sich auch das Orchester. Händel und Bach, die beide im Jahr 1685 geboren wurden, setzten Orches­ ter überwiegend aus Streichinstrumenten ein. Doch gab es darunter auch Musiker, die Flöte, Oboe, Trompe­ te oder Hom spielten. Joseph Haydn schrieb als Erster Sinfonien für das ganze Orchester. Dabei verschmelzen die einzelnen Instrumente zu einer Einheit, aus der man kaum ein einzelnes heraushört. Eine neue Art Musik nahm mit -»Beethoven ihren Anfang. Er komponierte gelegentlich Musikstücke, in denen Melodien sich nicht so harmonisch anhörten, das war für die Ohren der Zeitgenossen ganz unge­ wöhnlich. Später probierten die Musiker alle mögli­ chen Kombinationen von Instrumenten und Tonfolgen aus. In unserem Jahrhundert komponierten Igor Stra­ winsky und Arnold Schönberg eine moderne Musik, die weniger gefällig klingt und beim Zuhören viel Auf­ merksamkeit braucht. Moderne Komponisten führten auch ganz neue Instrumente ein, daneben Geräusche vom Tonband, wie zum Beispiel Zugsignale und elekt­ risch erzeugte Töne. Die meisten Musikstücke zeichnen sich heute noch durch drei Eigenschaften aus: Melodie, Harmonie und Rhythmus. Die Harmonie sorgt dafür, dass zwei oder mehrere Noten angenehm klingen, wenn sie gleichzei­ tig gespielt werden. Oft bilden sie einen Akkord. Der Rhythmus ist eine gleichmäßig wiederkehrende Beto­ nung. Unter Melodie versteht man eine geordnete und abgeschlossene Folge von Tönen.

Musikinstrumente Musikinstrumente _____________________ Es gibt vier Gruppen von Musikinstrumenten. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie Luft in Schwingungen ver­ setzen. Diese Schwingungen pflanzen sich als -*Schallwellen fort und wir können sie hören. Alle Holzblasinstrumente wie Klarinette, Fagott, Flöte und Blockflöte haben Löcher, die von den Fingern oder von Klappen verschlossen werden. Damit verändert der Musiker die Länge der schwingenden Luftsäule im Instrument. Je kleiner sie ist, umso höher fällt der Ton aus. Bei den Blechblasinstrumenten lässt der Musiker seine Lippen so vibrieren, dass auch die Luft im Instru­ ment zu schwingen anfängt. Wenn er die Lippen unter­ schiedlich stark anpresst, entstehen ebenfalls verschie­ dene Töne. Die meisten Blechblasinstrumente haben zusätzlich Klappen zur Änderung der Tonhöhe. Die Saiteninstrumente funktionieren auf zweierlei Weise: Bei der Geige, der Bratsche, dem Cello und dem

▼ Schlaginstrumente werden geschlagen. Der Musiker kann die Tonhöhe verändern, wenn er das Trommelfell straffer anzieht oder lockerer lässt. vibrierendes Trommelfell Schlägel

Resonanzkörper •< Die Reibung zwischen dem Bogen und den Saiten sorgt dafür, dass diese zu schwingen beginnen und Töne erzeugen. Die Tonhöhe lässt sich durch Verlängern oder Verkürzen der Saite mit den Fingern der Greifhand ändern.

I

körper

schwingende Saite

► Bei Blasinstrumenten ver­ ändert das Schließen und Öffnen der Löcher und Klappen die Länge der schwingenden Luftsäule und damit die Tonhöhe.

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Muskeln

▲ Trommeln gehören wohl zu den ältesten Musikinstrumenten. Früher übertrug man mit ihnen sogar Nach­ richten von Dorf zu Dorf.

▲ Muskeln können sich selbstständig nur zusammenziehen, nicht dehnen. Die Dehnung erfolgt beim Arm durch einen als Gegenspieler auftretenden Muskel, der sich zusammenzieht.

390

Kontrabass versetzt der Musiker die Saiten mit einem Bogen in Schwingungen. Bei der Gitarre, der Harfe oder dem Banjo (sprich: bändscho) werden die Saiten nur angezupft. Die Saiteninstrumente haben meistens einen Schallkörper. Hier verstärkt sich der gespielte Ton. Wir sprechen auch von einem Resonanzboden. Zu den Schlaginstrumenten gehören zum Beispiel Trommeln, Pauken, Becken, Glocken und Triangel. Viele bestehen aus einem Schallkörper, der an einem Ende von einem Fell oder einer anderen Membran überzogen ist. Die Töne erzeugt man mit einem Schlä­ gel aus Holz, Metall oder Kunststoff. Völlig neue Töne können elektronische Instrumente wie der Synthesizer (sprich: sünteseiser) erzeugen. Man kann damit auch den Klang alter, vertrauter Instru­ mente nachahmen.

Muskeln______________________________ Muskeln brauchen wir um uns zu bewegen. Wenn wir zum Beispiel einen Fußball treten oder ein Buch hoch­ heben, ziehen sich einige Muskeln zusammen, während andere erschlaffen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Muskeln. Die einen werden vom Willen gesteuert. Wenn wir einen Stuhl verschieben wollen, sendet das Gehirn Befehle an alle beteiligten Muskeln der Hand, des Armes und des ganzen Körpers aus. Die betreffenden Muskeln arbeiten dann zur richtigen Zeit zusammen, sodass eine flüssige Bewegung zustande kommt. Wir nennen diese Muskeln willkürlich. Unter dem Mikroskop sehen sie gestreift aus. Die unwillkür­ lichen Muskeln hingegen sehen glatt aus. Sie sind unab­ hängig von unserem Willen und arbeiten auch, wäh­ rend wir schlafen, zum Beispiel die Muskeln des Darms, die die Nahrung weiterbefördern. Auch der Herzmuskel ist ein unwillkürlicher Muskel: Niemand kann den eigenen Herzschlag mit dem Willen be­ schleunigen oder verlangsamen. Der Mensch hat über fünfhundert Muskeln. Darmmuskeln arbeiten sehr langsam. Bei der Schildkröte brauchen sie zum Beispiel 30 Sekunden um sich zusammenzuziehen. Extrem schnell sind die Flugmuskeln kleiner Vögel. Beim Fink dauert die Kontraktion vierzehn, beim Kolibri gar nur acht Tausendstel Sekunden. Die kräftigsten Schließ­ muskeln haben Muscheln wie die Auster.

Mythen

Mutter Teresa Die ganze Welt kannte sie unter dem Namen Mutter Teresa. Geboren wurde sie jedoch als Agnes Gonxha Bojaxhio in Albanien. Die katholische Ordensfrau (1910-1997) arbeitete seit 1946 in Indien und pflegte dort die ärmsten Menschen. 1950 gründete sie einen eigenen religiösen Orden, die „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Mutter Teresa erhielt 1979 den Frie­ densnobelpreis.

Mythen In der Frühzeit glaubten die Menschen, die Welt werde von vielen Göttern und Geistern bewohnt. Es gab zum Beispiel Götter für Krieg und Donner, für das Meer, den Wein und die Jagd. Auch Sonne und Mond waren Göt­ ter. Die Geschichten, die von diesen Göttern erzählen, nennen wir Mythen. Die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, heißt Mythologie. Einige Mythen berichten von außergewöhnlichen Menschen oder Heroen, die große Taten vollbrachten. Andere erzählen von Streichen, die Götter den Men­ schen oder sich selber spielten. Die Mythen der alten -»Griechen und -»Römer sind uns am besten vertraut. Die Römer übernahmen übrigens viele griechische Götter und auch deren Mythen. Aus den Mythen erfährt man, wie die Völker einst dachten, wie sie lebten und wie sie die Natur sahen. Nach Anschauungen der Römer und Griechen hatte zum Beispiel jeder Baum und jede Quelle als Schutz­ gottheit eine eigene Nymphe.

Horus

Anubis

Isis

A Mutter Teresa hat mithilfe ihres

Ordens vielen kranken und hungernden Kindern das Leben gerettet.

▼ Die alten Ägypter glaubten an viele Götter. Einige wurden mit dem Kopf heiliger Tiere dargestellt. Osiris, der Herr über das Leben nach dem Tod, war mit Isis verheiratet, der Göttin der weiblichen Fruchtbarkeit, und Horus war ihr Sohn. Anubis begleitete die Toten ins Jenseits. Re war der Sonnengott.

Osiris

Re

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n

Nabel Das Kind, das im Bauch seiner Mutter heranwächst, ist mit ihr über die Nabelschnur verbunden. Darin befin­ den sich Blutgefäße. Eine Arterie versorgt den -> Embryo mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Vene transportiert schädliche Stoffe wie das Gas Kohlendi­ oxid ab. Direkt nach der Geburt ist das Kind noch mit der Mutter über diese Nabelschnur verbunden. Doch dann wird sie durchtrennt. Die Reste der Nabelschnur vertrocknen und hinterlassen mitten auf dem Bauch des Kindes eine Narbe, den Nabel.

Nadelbäume__________________________ Die Nadelbäume gehören zu den Blütenpflanzen. Ihre Blüten sind zweigeschlechtig: Wäh­ rend die männlichen Blüten unscheinbar sind, entwickeln sich die weib­ lichen zu harten Zapfen. Viele dieser -»■Bäume wachsen in den kalten Gebieten unserer Erde, einige sogar nördlich des Polarkreises. Die meisten Nadelbäume haben nadel­ förmige Blätter, die nicht im Herbst abgeworfen werden, sondern einige Jahre bleiben. Unsere Lärche folgt dieser Regel nicht, sie steht im Winter kahl da und entwickelt im Frühjahr neue, weiche, nadelförmige Blätter.

Nägel und Krallen______________________

Waldkiefer A Zu den Nadelbäumen zählen Fichten, Tannen, Lärchen, Zypressen und Zedern. Sie alle zeichnen sich durch verholzte Zapfen aus. Die Fichte ist in unseren Forsten der weitaus häufigste Baum.

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Unsere Finger- und Fußnägel und die Krallen der Tiere bestehen aus “»Horn. Das ist ein leichtes, widerstands­ fähiges »Eiweiß. Nägel und Krallen wachsen an den Enden von Fingern und Zehen. Sind sie breit, so nennen wir sie Nägel. Vögel, Säuger und Reptilien haben oft Krallen oder Klauen, mit denen sie klettern, ihre Beute fangen und sich verteidigen. Die Form der Krallen verrät uns viel über die Lebens­ weise des Tieres. Katzen und Greifvögel haben sehr

Nahrungskette Greifvögel ZA

Ty

Eidechse

Hund

Katze

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•« Krallen und Klauen sind entscheidend wichtig für das Überleben von Vögeln, Reptilien und Säugern. Die Katzen können beim Gehen ihre Krallen in die Pfoten zurückziehen. Damit stumpfen sie nicht ab. Hunde können dies nicht und deshalb hört man ihre Schritte auf glattem Stein­ boden.

(zurückziehbar)

spitze, dolchartige Krallen. Sie töten damit ihre Beute­ tiere. Der -‘•Ameisenbär hat lange, sehr kräftige, gekrümmte Krallen, mit denen er die harten Termitennester aufbrechen kann.

Nagetiere Die rund 2000 verschiedenen Nagetierarten bilden die weitaus größte Gruppe der Säugetiere. Zu ihnen gehö­ ren zum Beispiel -»Mäuse, -> Ratten, -> Goldhamster, Stachelschweine und Murmeltiere. Ihnen allen sind die breiten, scharfen Nagezähne vorne im Maul gemein­ sam. Mit ihnen können die Nagetiere auch zähe Stoffe zerkleinern. Der -► Biber fällt mit seinen Zähnen sogar mittelgroße Bäume.

Nahrungskette________________________ Wenn wir einen Fisch essen, werden wir zum Glied in einer Nahrungskette, die irgendwo im Meer oder Süß­ wasser ihren Anfang genommen hat. Dort leben win­ zige Algen und Tiere treibend im Wasser. Von diesem Plankton ernähren sich kleine Fischchen. Diese fallen wieder größeren Fischen zum Opfer und diese werden von den größten gefressen, etwa vom Hecht oder vom Kabeljau. Jedes Lebewesen nimmt an einer oder mehreren Nah­ rungsketten teil. Am Anfang stehen immer grüne -»■Pflanzen. Sie stellen nämlich ihre eigene Nahrung aus Wasser und Kohlendioxid her, wobei sie als Energie­ spender Sonnenlicht verwenden. Die Tiere können ihre Nahrung nicht auf diesem Weg herstellen. Sie sind völ­ lig auf die Pflanzen angewiesen. Das gilt auch für Fleischfresser, denn wenn man die Nahrungskette zu­ rückverfolgt, beginnt sie auch hier immer bei grünen Pflanzen. Wenn Pflanzen und Tiere sterben, bauen winzige Bakterien im Boden die toten Teile ab, sodass wieder Kohlendioxid und Wasser entstehen. Damit schließt sich der >Kreislauf der Stoffe.

A Das putzige Streifenhörnchen gehört zu den Nagetieren. Es ist in ganz Nordasien verbreitet.

▼ In dieser Grafik siehst du eine typische Nahrungskette. Die Pfeile zeigen, wohin die Energie fließt. Bereits diese einfache Nahrungskette führt über zwei Wege, über den Barsch und den Stichling. In der Natur existieren kaum isolierte Nahrungs­ ketten, sondern Hunderte von Nahrungs­ ketten sind zu einem Nahrungsnetz verwoben.

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Napoleon Napoleon Bonaparte Im Jahr 1789 erhob sich das französische Volk gegen die ungerechte Herrschaft durch den König und die Adligen. Diese ->Französische Revolution wurde von einem zwanzigjährigen Mann von der Insel Korsika unterstützt. Sein Name war Napoleon Bonaparte (1769-1821). Napoleon zeichnete sich bald als Offizier aus und wurde 1799 Alleinherrscher über Frankreich. 1804 krönte er sich selbst zum Kaiser. Napoleon führte Krieg gegen fast alle europäischen Länder. Auf dem Höhepunkt seiner Macht erstreckte sich sein Reich von Südspanien bis nach Preußen. Nur England konnte er nicht besiegen. Er untersagte allen Handel mit diesem Land, doch Russland hielt sich nicht an das Gebot. Deshalb führte Napoleon 1812 eine große Armee nach Russland. Doch der „General Win­ ter“ brachte der Armee den Tod durch Erfrieren und Verhungern. Das endgültige Aus kam für Napoleon in der Schlacht von Waterloo, wo er von den Engländern und Preußen geschlagen wurde. A Napoleon war von kleiner Gestalt. Der französische Offizier und spätere Kaiser schuf für die Franzosen ein neues Gesetzbuch. Manche seiner Gesetze haben sich bis auf den heutigen Tag erhalten.

► Nashörner sehen nicht gut und sind eine leichte Beute für Wilderer mit Präzisionswaffen. Alle Arten stehen kurz vor dem Aussterben.

Nashorn ______________________________ Ein erwachsener Nashornbulle kann bis dreieinhalb Tonnen wiegen. Trotz ihrer Masse sind die Nashörner sehr schnelle Tiere, die abrupt ihre Laufrichtung ändern können. Die Hörner auf der Nase können bis über einen Meter lang werden. Sie bestehen aus verbacke-

Naturschutz nen Haaren und damit aus -»■Horn. Viele Völker in Asien verwenden ein Pulver aus dem Horn des Nas­ horns als Allheilmittel. Man soll mit ihm zum Beispiel vergifteten Wein ausfindig machen können. Das ist natürlich Schwindel. Leider führt dieser falsche Glaube aber dazu, dass viele Nashörner gewildert werden.

Nationalpark__________________________ Nationalparks sind große Landschaften, in denen die Natur weitgehend geschützt ist. Die einzelnen Bestim­ mungen sind je nach Land verschieden. Im Schweizeri­ schen Nationalpark darf der Besucher zum Beispiel nicht einmal die Wege verlassen. Deutschland hat drei Nationalparks mit weniger strengen Bestimmungen, einen im Wattenmeer, einen im Bayerischen Wald und den Nationalpark Berchtesgadener Land.

Die schönsten Nationalparks in Europa - Hohe Tauern in Österreich - Pyrenees Orientales, die Ostpyrenäen in Frankreich -Insel Schiermonnikoog an der holländischen Küste - Coto de Donana in Südspanien - Gran Paradiso in Mittelitalien - Plitvicer Seen in Kroatien - Hohe Tatra in der Slowakischen Republik - Urwald von Bialowieza in Polen

Nationalsozialismus Der Nationalsozialismus war die Lehre der -»Faschisten unter der Führung von Adolf “»Hitler. Dieser pre­ digte die Überlegenheit der nordischen „arischen“ Rasse. Hitler wollte Deutschland auf Kosten seiner Nachbarn vergrößern und vor allem die -»Juden ver­ nichten. Der Staat und die Partei galten alles, der ein­ zelne Mensch nichts. Als Hitler 1933 in Deutschland an die Macht gewählt war, blieb die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter­ partei (NSDAP) die einzige Partei in Deutschland. Sie beherrschte Staat und Gesellschaft. 1939 lösten die Nationalsozialisten den Zweiten Weltkrieg aus. Nach der Niederlage 1945 wurde die Partei verboten. Bestre­ bungen, den Nationalsozialismus wieder aufleben zu lassen, nennt man Neofaschismus oder Neonazismus.

▼ In Naturschutzgebieten darf der Mensch nicht störend in Erscheinung treten.

NATO NATO ist die englische Abkürzung für Nordatlantik­ pakt. In der NATO haben sich die USA, Kanada und viele europäische Länder, auch Deutschland, zu­ sammengeschlossen um sich militärisch zu helfen.

Naturschutz Der Naturschutz will Landschaften, Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten schützen, damit sie uns und unseren Nachkommen erhalten bleiben. Der Natur-

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Navigation Mach es selbst

Viele prächtige Wespen und Bienen finden in verarmter Natur keine Nist­ plätze mehr. Wir bohren in ein Holz­ scheit zahlreiche 1-10 Millimeter breite Löcher und hängen dieses Kunstnest an einer warmen, trockenen Stelle auf. Bald werden sich harmlose Goldwes-

schütz ist zwar Aufgabe des Staates, doch kann und soll jeder etwas dazu beitragen, etwa durch Einsam­ meln von Abfall in der Natur, durch Aufstellen von Vogelkästen, durch Einrichten naturnaher Hecken im eigenen Garten oder durch Energiesparen. Von Gesetzes wegen sind in Europa viele Tier- und Pflanzenarten geschützt. Doch nützt dieser Arten­ schutz nur wenig, wenn nicht auch die Lebensräume denselben Schutz erfahren. Deswegen gibt es in Deutschland über zweitausend Naturschutzgebiete. In ihnen herrschen strenge Vorschriften und oft darf man sie nicht einmal betreten, geschweige denn ein Zelt aufschlagen oder Lärm machen. Pflanzen und Tiere sol­ len sich dort ungestört fortpflanzen können.

Navigation____________________________

fester

Fernrohr

Gradbogen

▲ Mit dem Sextanten misst man den Winkel zwischen dem Horizont und einem Stern oder der Sonne und berechnet daraus den eigenen Standort. ► Ist der Winkel gemessen, so kann man die Stellung des Sterns zu der betreffen­ den Uhrzeit in besonderen Tabellen nach­ sehen. Damit ist eine Berechnung des eigenen Standorts möglich. Die Zeitmessung war deshalb zu allen Zeiten ganz wesentlich für die Navigation.

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Durch Navigation versuchen Schiffskapitäne oder Flug­ zeugpiloten den Kurs ihres Fahrzeugs zu bestimmen. Dazu müssen sie erst wissen, wo sie sich auf der Erd­ kugel befinden, d. h., sie müssen ihre geographische -»Länge und Breite festlegen. Mit dem Sextanten maß man früher die Höhe bestimmter Gestirne, vor allem der Sonne, und berech­ nete danach die geographische Breite. Heute benutzt kaum ein Schiffskapitän noch den Sextanten. Er orien­ tiert sich vielmehr anhand von Funkfeuern und genau­ en Schiffskarten. Das neueste Navigationssystem funk­ tioniert mithilfe mehrerer Satelliten, die um die Erde fliegen und dauernd Funksignale aussenden. Damit kann man den eigenen Standort auf den Meter genau bestimmen!

Neptun

Nebel Nebel sind nichts anderes als tief liegende ~ »Wolken. Nebelbänke bilden sich, wenn die Luft abkühlt. Dabei entstehen aus dem Wasserdampf feine Tröpfchen, die wir als Nebel oder Wolken sehen. Viele Nebel bilden sich in Gebieten, wo warme Luftströmungen über kalte Wasser- oder Landoberflächen streichen. Das ist zum Beispiel bei Küsten der Fall.

Neptun Der Planet Neptun wurde nach dem gleichnamigen römischen Gott des Wassers und des Meeres benannt. Der Neptun ist riesengroß und hat einen Durchmesser von rund 50000 Kilometern. Seine Entfernung von der Sonne beträgt etwa 4,5 Milliarden Kilometer. Nur der Planet -»Pluto liegt noch weiter weg. Für einen voll­ ständigen Umlauf um die Sonne braucht Neptun 165 Erdenjahre. Durch die große Entfernung von der wärmenden Sonne herrscht auf dem Neptun große Kälte von rund -210°C. Der Planet besteht aus einem kleinen, festen Eisenkern. Darüber liegen ein eisartiger Mantel und eine sehr umfangreiche Atmosphäre, die zur Hauptsache aus dem Gas Wasserstoff besteht. Neptun wurde 1986 von der Raumsonde Voyager 2 untersucht. Dennoch weiß man noch nicht richtig Bescheid über so grundlegende Dinge wie Durchmes­ ser, mittlere Dichte und die Zeit, die der Planet für eine Umdrehung um die eigene Achse braucht. Die Ober­ fläche zeigt Streifen, die vielleicht durch Strömungen in der Atmosphäre zustande kommen.

Die früheren Astronomen konn­ ten den Neptun nicht sehen. Sie wussten aber, dass es ihn geben musste. Sie fanden nämlich he­ raus, dass irgendetwas die Um­ laufbahn des benachbarten Planeten störte. Im Jahr 1845 berechneten zwei Astronomen, wo sich dieser Planet befinden musste. Im Jahr darauf wurde er an der vorausberechneten Stelle entdeckt.

▼ Wenn wir den Neptun von seinem gro­ ßen Mond Triton aus beobachten könn­ ten, sähe er wahrscheinlich so aus. Die Sonne wäre dann nicht heller als ein beliebiger Stern am Himmel. Den Neptun umkreisen der große Mond Triton sowie sieben weitere kleinere Monde. Triton ist ungefähr so groß wie unser Mond.

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Nerven

Nerven_______________________________

A In unserer Haut liegen mehrere winzige Organe, die Druck, Schmerz, Berührung und Wärme wahrnehmen. Die Informatio­ nen senden sie über Nerven ins Gehirn.

Man kann das Nervensystem unseres Körpers mit der Computersteuerung einer Maschine vergleichen. Das Zentrum bilden das -»Gehirn sowie das Rückenmark. Von beiden zweigen zahlreiche Nerven ab. Sie sind sozusagen die Telefonleitungen, auf denen Informatio­ nen hin- und herlaufen. Nerven bestehen aus -»Zellen und sind überall im Körper anzutreffen. Wenn wir mit einem Teil des Körpers etwas Heißes berühren, nimmt die Haut diesen Reiz wahr und sendet entsprechende Nachrichten über die Nerven an das Rückenmark und das Gehirn. Dieses erteilt uns sofort darauf den Befehl Befehle vom Gehirn

► Das Bild zeigt einen Nerv, der Befehle vom Gehirn oder Rückenmark in die Muskeln übermittelt.

▼ Wenn man die einzelnen Körperteile umso größer zeichnet, je mehr Nerven­ zellen sie enthalten, so erhält man diese Grafik. Die Teile mit den meisten Nerven­ zellen sind vor allem die Hände, die Lippen und die Zunge.

Ausläufer der Nervenzelle

sich zurückzuziehen. Die Be- Endverzweigung fehle gelangen auf anderen Nerven zu den Muskeln und wer­ den ausgeführt. Mit den Nerven steuern wir alle Bewegungen unseMuskel res Körpers. Eine weitere, ganz an­ ders geartete Steuerung des Kör­ pers geschieht über die -»Hormone.

Nest_________________________________ Vögel bauen Nester, kurz bevor sie Eier legen. Ihre Nester können ganz unterschiedliche Formen anneh­ men. Sehr kunstvoll sind die geflochtenen Beutelnester der tropischen Webervögel. Andere Vogelarten geben sich mit etwas zusammengescharrtem Laub zufrieden. Viele einheimische Vogelarten legen schüsselförmige Nester an, die sie teilweise mit Wolle oder Federn aus­ polstern. Um den Nestbau kümmern sich oft Männ­ chen und Weibchen gemeinsam. Die kompliziertesten Nester bauen einige Insekten­ arten. In ihnen wohnen ganze Kolonien. Wir sprechen deswegen auch von den Staaten der Ameisen, Bienen und Termiten. In vielen Ameisennestern wohnen eine

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Königin, die Eier legt, sowie Hunderte, wenn nicht Tausende von Arbeiterinnen, welche die Jungen pfle­ gen. Die Nester einiger Wespenarten bestehen aus papierähnlichem Material, das die Tiere durch Zer­ kauen alten Holzes bilden. Termiten sind für ihre hohen, steinharten Schlammnester bekannt. Wenn die Jungtiere von Vögeln und Säugern hilflos im Nest bleiben und lange betreut werden müssen, so spricht man von Nesthockern. Nestflüchter hingegen verlassen ziemlich rasch nach dem Schlüpfen das Nest.

Neuseeland Neuseeland liegt südöstlich von Australien mitten im -»•Pazifik. Das Land besteht im Wesentlichen aus zwei größeren Inseln. Die Nordinsel ist berühmt für ihre heißen Quellen und Vulkane. Die Südinsel besteht zum größten Teil aus einem Gebirgszug, den Neuseeländi­ schen Alpen, und hat viele Flüsse, Seen und Wasserfäl­ le. Es gibt auf Neuseeland aber auch Ebenen und breite Täler. Mildes Klima erlaubt hier den Anbau von Wei­ zen, Wein, Kiwifrüchten und Äpfeln. Neuseeland ist auch berühmt für seine großen Schafherden. In jedem Supermarkt bekommen wir heute tiefgefrorenes Schaf­ fleisch aus Neuseeland. Die Ureinwohner Neuseelands sind die Maoris. Sie kamen im Laufe des 14. Jahrhunderts in Kanus über den Pazifik auf diese Inseln. Lange Zeit wehrten sie sich gegen weiße Eindringlinge und gaben ihren Wider­ stand erst 1865 auf. Die Maoris stellen seit jeher wundervolle Schnitzarbei­ ten aus Holz und Jade, einem grünen Stein, her. Körper und Gesicht tätowierten sie früher über und über mit engen Spirallinien.

A Wespennester sind oft an Ästen befestigt und zeigen einen komplizierten Aufbau. Sie bestehen aus einem papier­ ähnlichen Material, das die Tiere selbst herstellen.

▼ Der flugunfähige Kiwi gehört zu den Vögeln. Er ist das Wappentier Neusee­ lands.

Neuseeland Australien

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Pazifik

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Neuzeit Die Neuzeit umfasst die Zeit vom Ende des -»-Mittel­ alters bis heute. Sie begann etwa gleichzeitig mit der ->Renaissance, der »-Reformation und der Entdeckung Amerikas durch »-Kolumbus, also spätestens um 1500. In der Neuzeit spielten die Wissenschaften eine immer größere Rolle - bis auf den heutigen Tag. Auch der ein­ zelne Mensch, und was er dachte und empfand, trat immer mehr in den Mittelpunkt.

Hauptstadt: Wellington Oberfläche: 270 534 km2 Bevölkerung: 3 490 000 Sprachen: Englisch, Maori Währung: Neuseeländischer Dollar

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Geruchssinn praktisch keine Rolle. Bei manchen Tieren ist das anders. Fledermäuse finden ihren Weg mithilfe ihres Gehörs. Sie „hören“ mit ihrem ->Sonarsystem sozusa­ gen ihre Umgebung. Auch der Hund hört sehr gut. Doch er orientiert sich vor allem anhand von Gerüchen. Deshalb ist es ihm möglich, Spuren von Menschen noch nach Tagen zu verfolgen. Die meisten -♦Fische haben ein Seitenliniensystem, mit dem sie Druck- und Strömungsunterschiede in ihrem Gewässer wahrnehmen. Der Zitteraal spürt mit seinem elekt­ rischen Sinn in trüben Gewässern Hindernisse und Beutetiere auf.

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Ostern

Ostern________________________________ An Ostern feiern die Christen die Auferstehung des »■Jesus Christus vom Tod. Ostern ist ein bewegliches Fest. Es fällt auf den Sonntag nach dem ersten Voll­ mond nach Frühlingsanfang. Die Eier, die wir uns an Ostern schenken, haben eine -»-symbolische Bedeu­ tung. Sie wollen uns daran erinnern, dass die Natur bald wieder zum Leben erwacht. Schon die alten Ägypter und Perser färbten Eier und schenkten sie sich um die Osterzeit. Die Perser glaubten sogar, dass die Erde aus einem riesigen Ei geschlüpft sei.

Österreich_____________________________

▲ Blick auf Wien mit dem Schloss Schön­ brunn im Vordergrund.

Österreich

Österreich ist überwiegend gebirgig. Der Ostteil der -»■Alpen durchzieht das Land. Der höchste Berg ist der Großglockner mit 3797 Metern. Weitere 800 Berge erreichen über 3 000 Meter Höhe und an ihren Hängen kann man fast 1 000 Gletscher sehen. Ziemlich flach sind die Bundesländer Niederösterreich, Wien und Bur­ genland. Dort herrscht ein warmes Klima, das den Anbau von Wein ermöglicht. In Österreich leben fast acht Millionen Menschen. Sie sprechen Deutsch, in verschiedenen mundartlichen Färbungen. Ihr Dialekt ist mit dem Bayerischen nahe verwandt. Im Burgenland und in Kärnten leben noch kleine Minderheiten, Ungarn, Kroaten und Slowenen. Fast ein Drittel aller Österreicher lebt in fünf Großstäd­ ten, vor allem in der Hauptstadt Wien, ferner in Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Österreich hat viel Industrie. Eine bedeutende Einkom­ mensquelle ist der Fremdenverkehr; Österreich ist immer noch das beliebteste Ferienland der Deutschen. Österreich wird demokratisch regiert. Das Parlament Die österreichischen Bundesländer: 1 2 3 4 5 6 7 8

Vorarlberg Tiro! Salzburg Kärnten Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Wien

9 Burgenland

Hauptstadt: Wien Oberfläche: 83845 km2 Bevölkerung: 7 860000 Sprache: Deutsch Währung: Österreichischer Schilling

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setzt sich aus dem Bundesrat und dem Nationalrat zusammen. Dort wird über die Gesetze entschieden. Der Chef der Regierung heißt Bundeskanzler.

Ostsee Die Ostsee ist ein Nebenmeer der »Nordsee. Sie trennt die skandinavische Halbinsel vom weiter südlich gele­ genen Festland. Bei Dänemark enthält das Wasser der Ostsee noch so viel Salz wie das der Nordsee, nämlich rund dreißig Gramm pro Liter. Weiter gegen Osten zu, etwa bei Helsinki, sinkt dieser Salzgehalt auf weniger als fünf Gramm pro Liter. Hier schmeckt also das Was­ ser der Ostsee nicht mehr salzig, sondern brackig. Die Ostsee ist leider sehr stark verschmutzt.

Wörther See

Österreichische Ausdrücke händisch = von Hand Trafik = Kiosk Spezi = Freund Tröpferibad = Dusche Adabei = Wichtigtuer Kofel/Kogel = Bergkuppe Tobel = Schlucht Germ = Hefe Gfrett = Ärger, Plage kommod = bequem Ribisel = Johannisbeeren Fisolen = grüne Bohnen

▼ Messungen vom Flugzeug aus beweisen, dass das Ozonloch über der Antarktis immer größer wird.

Ozon Das Ozon ist eine Form des - »Sauerstoffs, den wir mit der Luft einatmen. Dennoch wirkt Ozon auf uns schon in geringen Mengen giftig. Wir leiden dann unter Atem­ beschwerden und Augenreizungen. Ozon entsteht vor allem im Sommer bei dichtem Autoverkehr. Wir spre­ chen dann auch von -»Smog. Während wir auf der Erdoberfläche oft zu viel Ozon einatmen müssen, verschwindet das Ozon in den hohen Schichten der -»Atmosphäre. Dort hat es die Aufgabe die schädlichen -»ultravioletten Strahlen der Sonne zu verschlucken. Über den Polen gibt es bereits ein „Ozonloch“. Schuld daran ist der Mensch; Treib­ gase aus Spraydosen und andere chemische Stoffe zer­ stören das Ozon in der Atmosphäre.

Dobson-Emheiten

413

p

Palmen_______________________________ Palmen erkennt man vor allem daran, dass am Ende des Stammes große geschlitzte Blätter einen Schopf bilden. Aber nicht alle der 5700 Palmenarten zeigen diese Wuchsform. Im Mittelmeergebiet gedeiht zum Beispiel eine kleine strauchförmige Zwergpalme. Und die Rotang-Palme klettert an anderen Bäumen hoch, wobei sie sich mit Dornen und Stacheln festhält. Sie liefert übrigens das Rattan, aus dem in den Tropen Möbel gefertigt werden.

Pantomime___________________________ weibliche Blüte der Kokospalme

Kokosnuss

Pantomimen führen auf der Bühne Stücke auf ohne ein Wort zu sprechen. Sie erzählen eine Geschichte mit Bewegungen der Hände und des ganzen Körpers, der Gestik, und mit ihrem wechselnden Gesichtsausdruck, der Mimik. Die Pantomime ist also eine Art Theater­ spiel. Übrigens verwendet jeder von uns eine gewisse Gestik und Mimik. Sie verrät, was wir denken und empfinden. Deshalb heißt sie auch Körpersprache.

Papageien____________________________

A Die Kokospalme und die Dattelpalme sind die wirtschaftlich wichtigsten Palmen. Beide liefern ein geschätztes, haltbares Nahrungsmittel.

▼ Die Kuba-Amazone ist eine von rund dreihundert Papageienarten.

Papageien leben nur in warmen, tropischen Gebieten. Die meisten der über dreihundert Arten haben ein sehr buntes Gefieder. Ihren stark gekrümmten Schnabel ver­ wenden sie beim Klettern wie eine Hand. Mit ihm kön­ nen sie sogar Nüsse knacken und Fruchtstücke abbeißen. Zu den Papageien gehören die Loris, die Aras, die Kakadus und die Sittiche. „Sprechen“ können nur ganz wenige Arten, zum Beispiel die Wellensittiche und die Graupapageien. Einmal soll ein solcher Vogel 900 Wörter beherrscht haben, aber deren Bedeutung kannte er nicht. Er sprach nicht, er plapperte nach.

Papier________________________________ Das Papier erhielt seinen Namen von der Papyruspflanze, einer mehrere Meter hohen Staude aus den Sumpf­ gebieten -Ägyptens. Die alten Ägypter stellten aus dem Mark des Papyrus eine Art Papier her, indem sie es in Scheiben schnitten und verklopften. Das Papier, das wir kennen, erfanden erstmals die Chinesen um 100 n. Chr. In Europa wurde das Papier im 14. Jahr­ hundert nochmals erfunden. Man stellte es damals aus Lumpen her. Heute verwendet man vorwiegend Holz

Parlament als Rohstoff. Die meist dünnen Stämme werden ent­ rindet und durch Schleifen zerkleinert. Unablässig wird der Brei umgerührt und weiter zerkleinert. Am Ende gibt man Leim und Füllstoffe hinzu und verdünnt stark mit Wasser: Von 100 Kilogramm Papierbrei sind 99 Kilogramm Wasser. Danach folgt die eigentliche Papierherstellung auf einer bis zu 100 Meter langen Maschine. Der dünnflüssige Papierbrei läuft auf ein Sieb. Das Wasser tropft ab und die Fasern verfilzen sich. So bildet sich die Papierbahn. Sie muss nun noch getrocknet, gewalzt und geglättet werden. Schließlich wird das fertige Papier aufgerollt.

Die Baumstämme werden entrindet.

Das Holz wird in feine Schnipsel zerkleinert.

Man unterzieht die Holzschnipsel einer chemischen Behandlung. Dabei werden sie gebleicht und immer weiter in die einzelnen Fasern zerkleinert. Am Schluss gibt man Leim und Füllstoffe wie Kalk hinzu. Sie sorgen dafür, dass die Oberfläche des Papiers glatt wird.

Die noch feuchte Papierbahn wandert durch zahlreiche Walzen. Die endgültige Trocknung erfolgt in dampfbeheizten Walzen. Das Glätten übernehmen die Kalanderwalzen.

▲ Die Herstellung von Papier aus Holz.

Papst_________________________________ Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche. Gleichzeitig ist er Bischof von Rom: Der Papst lebt im -»■Vatikan innerhalb der Stadt Rom. Die Katholiken glauben, dass Jesus den Apostel Petrus zum obersten Hirten über die Christengemeinde berufen hat. Sie sehen in seiner Nachfolge den Papst als Stellvertreter vonJesusChristusauf Erden. Nach dem Tod eines Paps­ tes wählen die Kardinäle in einer Versammlung einen neuen Papst. Der Papst kann kirchliche Gesetze erlas­ sen, Bischöfe ernennen und jemanden heilig sprechen.

Parlament In den meisten -»Demokratien wählt das Volk seine Abgeordneten. Diese vertreten ihre Wähler in der Ver­ sammlung der Abgeordneten, dem Parlament. Das Par­ lament hat zwei Aufgaben: Es überwacht die Arbeit der Regierung und stimmt über neue Gesetze ab. Mit den Gesetzen halten die Abgeordneten im Namen des Volkes Regierungsbeschlüsse fest. In Deutschland heißt das Parlament Bundestag, in

A Der amtierende Papst Johannes Paul II. gilt für die Katholiken als Nachfolger des Apostel Petrus und Stellvertreter von Jesus Christus auf Erden.

415

Partei Österreich und der Schweiz Nationalrat. Die Volksver­ treter gehören meist einer -»Partei an. Im Parlament wird viel gestritten - oft auch recht lauthals. Aber das ist gut so, denn das bedeutet, dass alle Abgeordneten frei ihre Meinung sagen dürfen. Neben dem Bundestag bzw. dem Nationalrat gibt es noch eine zweite Kam­ mer des Parlaments, in der die Vertreter der Länder bzw. Kantonsregierungen sitzen. Auch sie müssen über Gesetze mit abstimmen. In Deutschland und Öster­ reich heißt diese zweite Kammer Bundesrat, in der Schweiz Ständerat.

Partei ▲ Bis 1999 hatte das deutsche Parlament seinen Sitz in Bonn. Mittlerweile wurde die gesamte Regierung nach Berlin verlegt.

Menschen mit gleichen oder ähnlichen Ansichten schließen sich zu einer Partei zusammen. Verschiedene Parteien haben auch unterschiedliche Vorstellungen und kämpfen oft gegeneinander. Das trifft besonders vor Gericht zu, wo sich zwei Parteien um eine Frage streiten. Die politischen Parteien diskutieren darüber, wie der Staat regiert werden soll. Dabei versuchen die ver­ schiedenen Parteien die Menschen von ihren jeweili­ gen Ansichten zu überzeugen. Bei den nächsten Wah­ len bekommen sie deren Stimmen und können ent­ sprechend viele Abgeordnete ins -»Parlament entsen­ den. Damit wächst die Macht einer Partei. Wenn sich Parteien zu einem Bündnis zusammentun um regieren zu können, so spricht man von einer Koali­ tion. Die anderen Parteien haben dann weniger Abge­ ordnete und bilden die Opposition.

Pasteurisieren_________________________

A Der französische Chemiker und Biologe Louis Pasteur (1822-1895) entwickelte das nach ihm benannte Verfahren des Pasteurisierens. Er konnte beweisen, dass immer Bakterien im Spiel sind, wenn Nahrungsmittel schlecht werden. Auf Pasteur gehen auch die Impfstoffe gegen Tollwut und andere Krankheiten zurück.

416

Frische Milch enthält Bakterien, die eine -»Gärung auslösen können. Dadurch wird die Milch innerhalb kurzer Zeit sauer. Um die Haltbarkeit zu erhöhen erhitzt man die Milch kurzfristig auf Temperaturen zwischen 60 und 80°C. Dabei wird ein großer Teil dieser Keime abgetötet. Diesen Vorgang nennt man Pasteurisieren. Pasteurisierte Milch hält rund eine Woche. Eine viel längere Haltbarkeit hat die H-Milch. Sie wird in einem Sekundenbruchteil auf 140°C erhitzt und dann wieder abgekühlt. Diesen Vorgang nennt man Ultrahocherhitzung. Alle Keime werden dabei abgetötet.

Pelikane

Patent Wenn jemand für eine eigene Erfindung ein Patent erworben hat, so darf kein anderer außer ihm diese Erfindung weiterverwerten und benutzen. Wir sagen auch: Das Patent schützt den geistigen Urheber der Erfindung. Es kommt oft vor, dass zwei Forscher die­ selbe Erfindung machen ohne voneinander zu wissen. Es erwirbt dann nur derjenige das Patent, der seine Erfindung als Erster beim Patentamt angemeldet hat.

Pazifik Der Pazifik ist das größte und tiefste aller Meere. Er bedeckt über ein Drittel der gesamten Erdoberfläche. Allein im Pazifik hätten sämtliche Kontinente Platz und dabei wäre noch Raum übrig. Mitten im Pazifik, der auch Stiller Ozean heißt, liegen Tausende winziger Inseln. Am bekanntesten sind Tonga, Fidschi, Samoa, Bikini und Hawaii. Die meisten Inseln entstanden durch die Tätigkeit von -»-Vulkanen und sind häufig von einem -»Korallenriff umgeben. Diese Inselwelt heißt auch Polynesien. ◄ Tänzerinnen auf der kleinen Insel Taveuni im Staat Fidschi. Er liegt mitten in Polynesien.

▼ Auf der Welt gibt es sieben Pelikan­ arten. Alle ernähren sich von Fischen.

Pelikane Pelikane sind große Schwimmvögel, die in Kolonien brüten. Das nördlichste Brutgebiet des Pelikans ist das Donaudelta am Schwarzen Meer. Die Pelikane fangen Fische, die sie mit ihrem dehnbaren Hautsack am Unterschnabel wie mit einem Netz aus dem Wasser schöpfen. Dabei treiben sich die Pelikane die Fische gegenseitig zu. Eine Pelikanart Amerikas stürzt sich im Stoßflug aus großer Höhe auf ihre Beutetiere. 27 KB3

417

Pendel Pendel________________________________

Zahnrad Anker

Schwingungs­ weite Pendel

▲ Pendel, Anker und Zahnrad, an dem ein Gewicht hängt, sind die wichtigsten Teile einer Pendeluhr.

Das Pendel besteht aus einem Gewicht, das an einer Schnur oder an einem Stab frei schwingt. Mithilfe einer Stoppuhr kann jeder selbst feststellen, dass ein Pendel für eine Schwingung immer gleich lang braucht, wie groß auch die Schwingungsweite sein mag. Nur wenn man die Pendellänge verändert, ändert sich auch die Schwingungszeit. Pendel eignen sich deshalb zur Zeit­ messung in -»-Uhren. Es reicht aber nicht aus, ein Pen­ del einmal anzustoßen. Durch Reibung in der Luft und an den Lagern kommt es schnell zum Stillstand. Das Pendel braucht also noch einen Antrieb. Dazu dient ein Gewicht, das man mit einem Zahnrad verbindet. Der Anker, der mit dem Pendel fest verbunden ist, hindert das Zahnrad an einer schnellen Drehung. Schlägt das Pendel einmal hin und her, so hebt der Anker einmal auf jeder Seite für kurze Zeit ab. Dann kann sich das Zahnrad um einen Zahn weiterdrehen.

Pest

▼ Das heutige Pferd entwickelte sich im Laufe vieler Jahrmillionen. Der hunde­ große Vorfahr Eohippus lebte vor ungefähr 35 Millionen Jahren. Bei seinem Nachkommen Mesohippus (vor 30 Millionen Jahren) verringerte sich bereits die Zahl der Zehen.

Die Pest war eine der übelsten ansteckenden Krankhei­ ten. Im Mittelalter trat die Pest in Europa in mehreren Wellen auf. Im 14. Jahrhundert tötete die Krankheit, die auch „schwarzer Tod“ genannt wurde, ein Viertel aller Europäer. Die Pest wird von Ratten und den Flöhen, die auf ihnen sitzen, auf den Menschen übertragen. Der eigentliche Auslöser ist jedoch eine -»-Bakterie. Um 1720 traten in Europa die letzten Pestfälle auf. Heute ist die Krankheit praktisch ausgerottet und tritt nicht mehr als -»-Epidemie auf.

Die Vorfahren des Pferdes

Pferd

Mesohippus

418

Das Pferd wurde als eines der ersten Wildtiere vom Menschen gezähmt und gezüchtet. Es steht nicht fest, ob es überhaupt noch Wildpferde gibt. Vielleicht haben sich vom Przewalski-Pferd der Mongolei noch einige kleine Herden erhalten. Alle übrigen Wildpferde sind ausgestorben. Was wir normalerweise als Wildpferde bezeichnen, sind eigentlich verwilderte Hauspferde, zum Beispiel die Mustangs in Nordamerika. Man weiß ziemlich genau, wie sich das Pferd in den letzten dreißig Millionen Jahren entwickelt hat. Sein Urahn hieß Eohippus oder „Pferd der Morgenröte“. Es sah ähnlich wie ein Hund aus und hatte an den Vorder-

Pferd Stirnlocke

Mahne

Kinnbacke

▼ Die verschiedenen Körperteile des Pferdes und ihre Namen.

Mähnenkamm

Widerrist Schulter/ Rücken

Kruppe Flanke

Hinter' hand

Schweifrübe , Hinterbacke

Oberschenkel Hals

Unterschenkel

Sprunggelenk Rippen- / sbogen Bauch

Schlauch Knie

Ellbogen

Röhre, Rohrbein

vorderfuß­ wurzelgelenk

Fessel

Huf­ krone

Ballen

Tz

beinen vier, an den Hinterbeinen drei Zehen. Wahr­ scheinlich versteckte sich dieses Tier vor seinen Fein­ den im Unterholz. Die späteren Pferde gingen zum Leben in den weiten Grasebenen über. Da es kein Unterholz mehr gab, mussten sie Feinden durch Flucht entkommen. Nach und nach wurden ihre Beine länger und sie verloren auch die Zehen, bis beim Pferd Pliohippus nur noch eine Zehe übrig blieb. Auch das heutige Pferd hat nur eine Zehe und geht auf dessen Spitze. Die Krallen des Eohippus entwickelten sich dabei zu -»Hufen. Die -»Höhlenbewohner jagten Pferde wegen ihres Flei­ sches. Niemand weiß, wann das Pferd gezähmt wurde. Aber bereits vor fünftausend Jahren hielten es die Ägypter als Zugtier für ihre Kriegswagen. Bis ins letzte Jahrhundert hinein war das Pferd das schnellste Trans­ portmittel und der beste Helfer des Menschen. Pferde übernahmen in der Stadt und auf dem Land die unter­ schiedlichsten Aufgaben. Dann wurden sie erst von der Eisenbahn, dann vom Automobil und schließlich von landwirtschaftlichen Geräten verdrängt. Das Pferd leis­ tet heute für uns keine Arbeit mehr, sondern die Men­ schen halten es hauptsächlich als Reit- und Rennpferd. 27-

▼ Im Stammbaum der Pferde folgte auf Mesohippus vor ungefähr 15 Millionen Jahren Merychippus. Bei ihm war die mittlere Zehe schon stark vergrößert. Pliohippus schließlich (vor 5 Millionen Jahren) sah dem heutigen Pferd bereits sehr ähnlich und hatte nur noch eine Zehe.

große mittlere Zehe

eine einzige Zehe

Pliohippus

419

Pflanzen

Pflanzen______________________________ Die Pflanzen unterscheiden sich von den ->Tieren in vielerlei Hinsicht. Die meisten Pflanzen enthalten einen grünen Farbstoff, das Chlorophyll, der es ihnen mög­ lich macht, ihre Nahrung selbst herzustellen. Mithilfe des Sonnenlichts verwandeln sie Wasser und Kohlen­ dioxid in Zucker oder Stärke. Abgesehen von einzelli­ gen ->Algen können sich die Pflanzen nicht bewegen. Es gibt auf der Erde schätzungsweise über 400000 Pflanzenarten. Weiteres auf den Seiten 422 und 423.

Philippinen____________________________ Wir sammeln gepreßte Pflanzen in einem Herbar oder Herbarium. Dazu legen wir die Pflanzen zwischen zwei Löschblätter und pressen sie leicht zwischen zwei Brettern, die wir mit zwei Gürteln verschnüren. Die Blu­ men sind nach zwei Wochen trocken. Wenn die Blüten sehr groß sind, empfiehlt es sich, das Löschpapier nach zwei Tagen zu wechseln. Man kann die Pflanzen danach auf Papier kleben.

Philippinen

Hauptstadt: Manila Oberfläche: 300000 km2 Bevölkerung: 64800000 Sprachen: Filipino und Englisch Währung: Philippinischer Peso

420

Die Philippinen bestehen aus 7100 Inseln in Südasien. Die größten sind Luzon und Mindanao. Die Haupt­ stadt des Landes, Manila, hat über sieben Millionen Einwohner. Die meisten Filipinos leben in kleinen Dörfern und sind Bauern. Sie pflanzen Zuckerrohr, Reis, Kokosnüsse, Gemüse und Früchte an. Spanische Eroberer nannten im 16. Jahrhundert das Inselreich nach König Philipp II. von Spanien. Nach dem Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges gelangten die Philippinen 1898 in den Besitz der USA. 1946 wurden sie unabhängig, doch bestehen zwischen den Philippinen und den Vereinigten Staaten noch enge Beziehungen.

Philosophie___________________________ Das Wort „Philosophie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Liebe zur Weisheit“. Philosophen sind Denker, die eine Antwort suchen auf Fragen wie: Was ist der Mensch? Was können wir wirklich wissen? Was verstehen wir unter Gott? Was heißt gut und böse? Wie äußert sich Schönheit? Leider können die Philoso­ phen nicht angeben, was die Philosophie genau ist. Darüber streiten sie sich dann. Die ersten bedeutenden Philosophen waren Griechen, vor allem -»Sokrates, Plato und ->Aristoteles.

Phosphate____________________________ Phosphate sind Verbindungen zwischen Phosphor und Sauerstoff. Waschmittel enthielten Phosphate, weil diese das Wasser weich machen. Auch vielen Lebens­ rnitteln werden Phosphate künstlich zugesetzt. Wir

Physik scheiden sie nach dem Essen mit dem Urin wieder aus. Schließlich verwendet die Landwirtschaft jedes Jahr viele Tausend Tonnen phosphathaltige Düngemittel. Leider gelangen alle diese Phosphate am Ende in unse­ re Gewässer. Dort wirken sie als Dünger. Algen neh­ men überhand und am Ende „kippen“ die Gewässer um, das heißt, sie verlieren all ihren -»Sauerstoff. Die Fische müssen in solchen Gewässern sterben.

Physik Die Physik gehört zu den Naturwissenschaften. Physi­ ker interessieren sich zum Beispiel für die Materie, für -»Festkörper, für -»Flüssigkeiten und -»Gase, auch für die -»Atome und -»Moleküle, aus denen alle Materie aufgebaut ist. Physiker beschäftigen sich mit den ver­ schiedenen Formen der -»Energie, zum Beispiel mit elektrischer Energie, Lichtenergie, mechanischer Ener­ gie und Kernenergie. Einige der wichtigsten Zweige der Physik heißen Mechanik (Bewegungen und Kräfte), -»Optik (Licht), -»Akustik (Schall), -»Elektrizität und -»Magnetismus, ferner Atom- und Kernphysik. Die Physiker führen wie alle Naturwissenschaftler sorgfältige Versuche durch. Sie halten die Ergebnisse schriftlich fest, damit auch andere Physiker diese Ver­ suche nachvollziehen können. Zwei der größten Physi­ ker aller Zeiten waren Isaac -»Newton und Albert -»Einstein.

Mach es selbst Lege einen Eiswürfel in ein Glas Wasser und fülle mit kaltem Wasser bis zum Rand auf. Mache in Höhe des Randes einen Strich. Was wird geschehen, wenn der Eiswürfel schmilzt? Wird das Glas überlaufen? Wenn der Eiswürfel geschmolzen ist, bleibt die Wasserhöhe die gleiche. Gefrorenes Wasser nimmt bei gleichem Gewicht etwas mehr Raum ein als flüssiges. Der Eiswürfel verdrängt aber nur so viel Wasser, wie seinem Gewicht entspricht. Wenn aus dem Eis Wasser wird, hat dieses Wasser genau in dem Volumen Platz, das der Eiswürfel zuvor verdrängt hat. Deshalb bleibt der Wasserspiegel unverändert.

◄ Ein haarsträubendes Experiment in einem naturwissenschaftlichen Museum in Kanada! Die abgebildete Stahlkugel ist ein Van-de-Graaff-Generator. Er erzeugt statische Elektrizität. Wenn das Mädchen den Generator berührt, wird jedes Haar einzeln aufgeladen und stellt sich auf.

421

Pflanzen Ohne Pflanzen könnten wir nicht leben. Denn nur Pflanzen sind imstande, mit­ hilfe des Sonnenlichts lebendes organi­ sches Material herzustellen. Sie brau­ chen dazu außerdem Wasser und das Gas Kohlendioxid, das der Mensch und die Tiere mit der Atmung abgeben. Die Pflanzen hingegen geben Sauerstoff ab, den wir und die Tiere dringend benötigen. So versorgen die grünen Pflanzen alle Tiere und den Menschen mit Nahrung. Einige -»Bäume werden über hundert Meter hoch und leben Hunderte von Jah­ ren. Andere Pflanzen bestehen aus einer einzigen Zelle und können nur unter dem Mikroskop beobachtet werden. Pflanzen leben buchstäblich überall, in den Meeren, in Wüsten, auf windge­ peitschten Bergspitzen und in der kalten Tundra. Die -»Zivilisation nahm ihren Anfang damit, dass die Menschen anfin­ gen Pflanzen anzubauen. Sie gaben ihr nomadisches Leben auf und ließen sich als Bauern nieder. Wie sich Pflanzen vermehren

Die Teile einer Blutenpflanze

• Die Blüten dienen der Fortpflanzung. • In Blättern werden Stärke und Zucker aufgebaut. • Der Stängel trägt Blätter und Blüten. • Die Wurzeln verankern die Pflanzen im Boden. Sie nehmen Wasser und darin gelöste Mineralsalze auf.

Blüte ' \

Stängel

Blatt

422

Wenn männlicher Pollen auf die weibliche Narbe einer Blüte gelangt, sprechen wir von Bestäubung. Erst dann entwickelt sich die Blüte zur Frucht mit ihren Samen. Die Pflanzen haben viele raffinierte Verfahren der Bestäu­ bung entwickelt. Hilfe bekommen sie dabei von den Insekten und vom Wind. Wenn eine Hummel Blütennektar sammelt, stäubt sie sich mit Pollen ein. Beim Besuch der nächsten Blüte streift sie den Pollen auf der weiblichen Narbe ab und bestäubt so die Blüte. Viele Bäume und Gräser werden vom Wind bestäubt. Sie geben riesige Pollenmengen ab und lassen sie vom Wind transportieren.

parasitische Mistel

Hallimaschpilz

Laub abwerfende Eiche

Meertang Hundsrose

r

immergrüne Kiefer

Wie sich Pflanzen ernähren

Die -»Blätter grüner Pflanzen ent­ halten den Farbstoff Chlorophyll. Er nimmt Lichtenergie von der Sonne auf und verwendet sie für die Her­ stellung von Zucker und Stärke. Die Ausgangsstoffe dazu sind Wasser, das von den Wurzeln aufgenom­ men wird, sowie das Gas Kohlen­ dioxid, das die Blätter über ihre Spaltöffnungen aufnehmen. Den Vorgang nennen wir Photosynthe­ se. Wasser wird von Wurzeln auf­ genommen und zieht durch die Röhren des Xylems bis zu den Blattadern. Zuckerhaltiger Saft

Wasserdampf wird abge­ geben

Kohlendioxid wird aufgenommen

wandert durch die Röhren des Phloems bis zu den Wurzelspitzen. Dadurch, dass Pflanzen Kohlen­ dioxid aufnehmen, senken sie den Anteil dieses Gases in der Luft. Vor allem die großen, mit Pflanzen bewachsenen Gebiete wie die -►Regenwälder sind deshalb unent behrlich für die Erhaltung einer reinen Luft.

Phloem (Zucker)

Xylem (Wasser)

Pflanzengruppen Bedecktsamer: Hoch entwickelte Blutenpflanzen; vom Gänse­ blümchen bis zur Eiche. Nacktsamer: Niedere Blütenpflan­ zen; alle Nadelhölzer. Farnpflanzen: Die einfachsten Pflanzen mit Wurzeln, Stängeln und Blättern; umfasst die Farne, die Schachtelhalme und die Bärlappe. Moose: Einfache Landpflanzen ohne eigentliche Wurzeln. Pilze: Enthalten weder Blattgrün noch Chlorophyll und sind unfähig zur Photosynthese. Sie ernähren sich von anderen Lebewesen oder totem organi­ schem Material. Mit den Pilzen sind die Flechten verwandt. Algen: Sehr vielgestaltige Gruppe, von einzelligen Formen bis zum Riesentang. Bakterien und Blaualgen: Sehr einfache Lebewesen ohne echten Zellkern.

423

Picasso

Picasso, Pablo Pablo Picasso (1881-1973) ist der berühmteste bildende Künstler unseres Jahrhunderts. Er wurde in Spanien geboren, lebte aber zum größten Teil in Frankreich. Von Picasso wird erzählt, dass er zeichnen konnte, bevor er das Gehen erlernt hatte. Er schuf im Laufe sei­ nes Lebens viele Tausend Bilder, Zeichnungen, Drucke, Plastiken und Keramiken. Dabei veränderte er seinen Stil immer wieder. Bis ins hohe Alter hinein hatte Picas­ so neue Einfälle. So bestimmte er die Entwicklung der modernen -»Kunst mit. Picasso bevorzugte im Laufe der Zeit immer mehr die einfachen Formen, zum Bei­ spiel Würfel und Kreis. Wir sagen: Er abstrahierte die Formen. Deshalb sehen die Figuren auf seinen Bildern oft aus wie afrikanische Skulpturen. A „Weinende Frau" von Pablo Picasso.

Pilze__________________________________ Die Pilze gehören zu den -»-Pflanzen, obwohl sie kei­ nen grünen Farbstoff (Chlorophyll) enthalten und damit auch nicht ihre Nahrung selber herstellen kön­ nen. Stattdessen leben die Pilze von lebendem und totem organischem Material. Zu den Pilzen gehören zum Beispiel die - »Hefen und die -»Schimmelpilze. Wenn wir jedoch im normalen Sprachgebrauch von Pilzen sprechen, meinen wir die Fruchtkörper höherer Pilze. Sie entspringen unterirdischen, stark verzweig­ ten Fäden, dem Myzel. Manche Pilze schmecken sehr gut, zum Beispiel Pfifferling, Steinpilz und Champig­ non. Leider gibt es auch giftige Pilze, darunter solche, die ganz harmlos aussehen.

Pinguine______________________________

A Der Fliegenpilz sieht gefährlich aus und

ist auch giftig. Viel giftiger aber ist der Knollenblätterpilz, der wiederum harmlos aussieht.

424

Pinguine können nicht fliegen. Sie verwenden ihre Flü­ gel als Ruder beim Schwimmen im Wasser. Dabei bewegen sie sich so schnell wie Fische. Pinguine kön­ nen aber auch aus dem Wasser zwei Meter hoch sprin­ gen und schwungvoll an der Küste oder auf einem Eis­ block landen. Alle Pinguine leben auf der Südhalbkugel. Die Kaiser­ pinguine halten die unsäglich harten Bedingungen in der -»Antarktis aus. Mitten im Winter legt das Weib­ chen ein Ei auf dem Eis weitab von der Küste. Das Männchen übernimmt das Ei und brütet es auf seinen Füßen zwei Monate lang aus.

Planeten •* Es gibt sechzehn Pinguinarten. Sie leben alle auf der Südhalbkugel der Erde.

Kaiserpinguin

Pinocchio „Es war einmal ein Stück Holz. Das Holz konnte reden und ein armer alter Mann schnitzte daraus eine Puppe.“ So beginnt die Geschichte von Pinocchio, die der italie­ nische Schriftsteller Carlo Collodi geschrieben hat. Pinocchio geht es darin wie allen Kindern: Sie wollen brav sein, schaffen es aber nicht. So muss Pinocchio viele Abenteuer bestehen. Er verbrennt sich die Füße am Feuer, besucht ein Kasperltheater, fällt unter die Räuber, bekommt wegen seiner Lügengeschichten eine lange Nase und wird vom Walfisch verschluckt. Immer wieder hilft ihm die gute Fee. Eines Morgens wacht er als richtiger Menschenjunge auf.

Planeten______________________________

▼ So stellte sich der Zeichner der Originalausgabe den Pinocchio vor. Das Buch erschien erstmals im Jahr 1883.

Das Wort Planet stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Wanderer “. Vor langer Zeit gaben Himmels­ beobachter diesen Namen bestimmten „Sternen“, die sich am Himmelsgewölbe zu bewegen schienen. Heute wissen wir, dass die Planeten keine echten -» Sterne sind, sondern sich um die - »Sonne drehen. Jeder Planet hat seine eigene Umlaufbahn, auch - »Orbit genannt. Die Bahnen der Planeten liegen in ungefähr derselben Ebene. Alle Planeten bewegen sich in diesel­ be Richtung; mit Ausnahme der Venus drehen sich auch alle in derselben Richtung um ihre eigene Achse. Die Astronomen nehmen an, dass die Planeten wie die »Sonne vor ungefähr fünf Milliarden Jahren aus Staub und Gas entstanden. Durch die »Schwerkraft ballten sich die einzelnen Himmelskörper zusammen. Wir kennen insgesamt neun Planeten. In zunehmender Entfernung von der Sonne sind dies »Merkur, »Venus,

425

Planet ► Die amerikanische Raumsonde Voyager 2 flog im Juni 1986 an Uranus vorbei. Sie sandte Bilder zur Erde, aus denen man entnehmen kann, dass der Planet von Ringen umgeben ist. Seine Drehachse - hier rot eingezeichnet - ist stark schräg gestellt.

-»Erde, -»Mars, - »Jupiter, -»-Saturn, -»-Uranus, -»-Neptun und -»Pluto. Die ersten vier Planeten nennen wir ter­ restrisch, also erdähnlich, weil sie wie die Erde aus Gesteinen und Metallen bestehen. Jupiter, Saturn, Ura­ nus und Neptun sind die Riesenplaneten. Sie enthalten große Mengen Gas und Eis. Venus

Erde

Mars

Jupiter

Saturn

Uranus

Neptun

Pluto

60

108

150

228

778

1427

2870

4497

5900

Mittlere Umlaufgeschwindigkeit in km/sec

47,8

35

29,8

24,1

13

9,6

6,8

5,4

4,7

Umlaufzeit

88,0 Tage

224,7 Tage

1 Jahr

1,88 Jahre

11,9 Jahre

29,5 Jahre

84 Jahre

165 Jahre

248 Jahre

Durchmesser am Äquator in km

4878

12012

12 750

6787

51118

50 538

2284

Dreht sich einmal um seine Achse in ...

58,7 Tagen

243,2 Tagen

Masse im Vergleich zur Erdmasse

0,056

0,815

1

0,108

317,5

95,0

15,0

17,2

0,002

0,38

0,889

1

0,38

2,64

1,16

1,17

1,2

gering

Dichte (Wasser = 1)

5,5

5,3

5,5

3,9

1,3

0,70

1,3

1,5

2

Anzahl der Monde

0

0

1

2

16

24

15

8

1

Geringste Entfernung von der Erde in Millionen km

45

40

-

78

630

1280

2650

4350

5800

Die Planeten in Zahlen

Mittlere Entfernung von der Sonne in Millionen km

Anziehungskraft im Vergleich zur Erde

Mittlere Temperatur

426

Merkur

350°C bis 455 °C -170°C

143884 120 536

17,2 16 10,7 24,6 9,8 23,93 Stunden Stunden Stunden Stunden Stunden Stunden

10 °C

6,4 Tagen

0 °C bis -150°C -190°C -220°C -240°C -220 °C -170 °C

Pluto Plankton Als Plankton bezeichnen wir all jene winzigen Pflanzen und Tiere, die im Meer oder in Süßwasserseen treiben. Die meisten planktischen Lebewesen sind so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Das pflanzliche Plankton hält sich nahe der Wasser­ oberfläche auf, wo genügend Licht vorhanden ist. Die meisten Lebewesen unter ihnen gehören zu den -»Algen. Das pflanzliche Plankton spielt trotz der Win­ zigkeit seiner Einzelwesen bei der Produktion von -»Sauerstoff eine größere Rolle als alle Wälder der Erde zusammengenommen! Das tierische Plankton hält sich tagsüber oft in tieferen Schichten auf und steigt nachts an die Oberfläche. Es setzt sich aus Einzellern sowie vor allem aus den »Lar­ ven von Krebsen und Fischen zusammen. Sie ernähren sich wiederum von den pflanzlichen Teilen des Plank­ tons. Überhaupt stellt das Plankton die Grundlage für alle -»Nahrungsketten des Meeres dar. Die allergrößten Tiere ernähren sich direkt vom Plankton, nämlich der Blauwal und der Riesenhai.

Pluto Der -»Planet Pluto ist nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt. Über den Pluto wissen wir nur sehr wenig. Er ist weiter von der Sonne entfernt als jeder andere Planet. Auf dem Pluto herrscht deshalb bittere Kälte. Wahrscheinlich besteht er hauptsächlich aus gefrorenem Wasser, Ammoniak und Methan. Ob eine Atmosphäre vorhanden ist, weiß man nicht. Pluto ist mit einem Durchmesser von rund 2300 Kilometern bedeutend kleiner als unser Mond.

A Trotz ihrer Winzigkeit haben die

planktischen einzelligen Algen oft wunderschöne Schalen. Es sind wahre Kunstwerke der Natur.

■< Pluto hat einen Mond, den Charon, der ungefähr halb so groß ist wie der Pluto. Deswegen bezeichnen viele Astronomen den Pluto als Zwillingsplaneten.

427

Polargebiete ► Die Zelte dieser Forschungsexpedition auf Spitzbergen, einer norwegischen Insel mitten in der Arktis, sind so gebaut, dass sie noch bei extremer Kälte warm halten.

Polargebiete___________________________ Die Erde dreht sich bekanntlich um ihre Achse. Das nördliche Ende dieser „gedachten“ Achse bildet der Nordpol, das südliche Ende der Südpol. Der Nordpol liegt inmitten des Nordpolarmeers. Hier ist die Wasseroberfläche dauernd von einer dicken Eis­ schicht bedeckt. Im Winter taucht die Sonne über­ haupt nicht über dem Horizont auf (Polarnacht). Im Sommer ist sie den ganzen Tag über zu sehen (Mitter­ nachtssonne), steht aber dauernd sehr tief. Am Südpol herrschen umgekehrte Verhältnisse. Die Polarnacht ist in unserem Sommer, die Mitternachtssonne im Winter zu sehen. Der Südpol liegt inmitten der ->Antarktis, also auf dem Festland. Er ist deswegen deutlich kälter als der Nord­ pol. Am Südpol treten nicht selten Temperaturen von unter - 70 °C auf. Das Nordpolargebiet reicht bis zum Polarkreis und heißt auch -»Arktis. Es umfasst somit noch die Nordränder Skandinaviens, Asiens, Nordame­ rikas und den größten Teil der Insel -»-Grönland.

EU

Hauptstadt: Warschau Oberfläche: 312 683 km2 Bevölkerung: 38300000 Sprache: Polnisch Währung: Zloty

428

Polen_________________________________ Polen liegt in Osteuropa, grenzt an die -»Ostsee und ist das siebtgrößte Land in Europa. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um flaches Land. Im Süden erheben sich die Ausläufer der Karpaten. Der größte Fluss Polens ist die Weichsel. Sie entspringt im Gebirge und fließt in die Ostsee. Polen hat kalte, schneereiche Win-

Polizei ter und oft trockene, sehr warme Sommer. Die rund 38 Millionen Polen sind überwiegend römisch-katholisch. Die Kirche und die Gewerkschaften spielten eine große Rolle bei der Befreiung des Landes von der kommunis­ tischen Herrschaft. Seit einigen Jahren ist Polen eine echte Demokratie.

Politik Politik ist die Kunst verschiedene Interessen zu verei­ nen und auszugleichen. Das fängt schon in der Familie an: Wenn jedes von vier Kindern am Sonntagnachmit­ tag etwas anderes unternehmen will, ist eine geschick­ te Politik nötig um eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden sind. Einen solchen Ausgleich muss man auch in der Firma, in der Gemeinde und im Staat fin­ den. Eine große Rolle in der Politik spielen die - »■Partei­ en. Solange die Menschen miteinander reden, ist Poli­ tik noch möglich. Wenn sie sich nichts mehr zu sagen haben, sprechen oft nur noch die Waffen und es kommt zum -»Krieg.

A Ansicht der Stadt Gdansk (Danzig) mit dem Krantor und der Sternwarte.

Polizei Die Polizei wacht darüber, dass im Land Ordnung herrscht. Jeder Bürger soll sich sicher fühlen. Die Ver­ kehrspolizei regelt den Verkehr und muss die Urheber von Unfällen herausfinden. Die Kriminalpolizei ver­ sucht Verbrechen zu verhindern oder aufzuldären. Nur wenn die Polizei in einem Staat das Sagen hat, spre­ chen wir von einem Polizeistaat. Harmloser ist die Poli­ zei- oder Sperrstunde. Ab dieser Uhrzeit müssen Gasthäuser geschlossen sein.

■*Auch in die Polizeistuben ist heute Technik eingezogen. Nur so ist eine internationale Fahndung möglich.

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Pompeji Pompeji______________________________ Vor zweitausend Jahren war Pompeji eine kleine römische Stadt in Süditalien bei Neapel. Doch im Jahr 79 n.Chr. brach der nahe gelegene Vulkan Vesuv aus und bedeckte Pompeji innerhalb kurzer Zeit mit vulka­ nischer Asche. Ungefähr ein Zehntel aller Einwohner wurde dabei von Giftgaswolken und der heißen Asche getötet. Der Vulkan deckte die Gebäude meterhoch zu und von Pompeji war nichts mehr zu sehen.

▲ Viele Einwohner von Pompeji wurden auf der Flucht von den Aschemassen überrascht und zugedeckt. Ihre Körper verwesten mit der Zeit und hinterließen einen Hohlraum. Die Archäologen füllten sie mit flüssigem Gips und erhielten so die Abgüsse der Opfer. ► Bis heute ist ungefähr die Hälfte der Stadt Pompeji ausgegraben. Das Bild zeigt eine Reihe von Getreidemühlen. Sie wurden von Pferden und Eseln angetrieben.

▼ Elvis Presley war einer der ersten Rock-n-Roll-Stars.

Nach einiger Zeit vergaßen die Menschen, dass hier einst eine Stadt gestanden hatte. Viele Jahrhunderte lang schützte die Ascheschicht die Stadt vor Verwitte­ rung. Im 18. Jahrhundert begann man mit Ausgrabun­ gen. Im Laufe der Zeit fanden die Archäologen Gebäu­ de, Straßen, Werkzeug und Statuen. Sie stießen sogar auf besonders geformte Höhlen in der Asche. Als sie diese mit Gips ausgossen, zeigte es sich, dass sie die Körper getöteter Menschen enthalten hatten.

Popmusik_____________________________ Popmusik bedeutet nichts anderes als populäre Musik. Populär und beliebt ist sie vor allem, weil sie durch Rundfunk und Fernsehen fast allen bekannt gemacht wird. Die Popmusik hat oft einen lebhaften Rhythmus und Melodien, die ins Ohr gehen. Die Hauptinstru­ mente sind elektrische Gitarre, Synthesizer (sprich: süntesaiser) und Schlagzeug. Es ist das Ziel jeder Pop­ gruppe, mit einem Song in die Hitparade zu kommen.

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Portugal

Die Popmusik nahm ihren Anfang mit dem Rock ’n’ Roll der Fünfzigerjahre. Dann kam die Beatmusik mit den Beatles und den Rolling Stones. In den Siebziger­ jahren wurde die Popmusik immer seichter und zuneh­ mend kommerzialisiert, d.h., man wollte damit immer mehr Geld verdienen. Die anspruchsvolle kritische Popmusik bezeichnen wir heute eher als -►Rockmusik.

▲ Viele junge Leute gründen eine Popgruppe, noch während sie zur Schule gehen. Einige wenige haben Erfolg, werden entdeckt und bekommen Plattenverträge. Normalerweise besteht eine Band aus einem Schlagzeuger, einem Bassgitarristen, einem Rhythmusgitarristen, einem Musiker am Keyboard (sprich: kiibord) und einigen Sängern.

Portugal Portugal liegt in Südwesteuropa. Es grenzt an den Atlantik und ist ansonsten von Spanien umschlossen, das viermal so groß ist wie Portugal. Der größte Teil Portugals ist gebirgig. In den Bergen entspringen Flüsse, die durch Täler und dann durch Ebenen ins Meer fließen. Der Winter ist in Portugal mild, der Sommer warm, sodass dort Oliven, Orangen und Reis wachsen. Portugal produziert den berühmten Portwein und den meisten Kork auf der ganzen Welt. Die Fischer fangen vor allem Sardinen und Makrelen und verarbeiten sie zu Konserven. Portugal hat auch Bergwerke und eine große Maschinenindustrie. Die ungefähr zehn Millionen Portugiesen sprechen Portugiesisch. Es hört sich ganz anders an als das Spa­ nische und erinnert gelegentlich an das Französische. Portugal war im 16. Jahrhundert eine Großmacht. Es besaß viele Kolonien, darunter auch ►Brasilien. Das ist der Grund, warum man in Brasilien heute noch Portu­ giesisch spricht.

Portugal

Hauptstadt: Lissabon Oberfläche: 92389 km2 Bevölkerung: 9800000 Sprache: Portugiesisch Währung: Escudo

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Post

Post__________________________________ Im Mittelalter wurden Briefe und Pakete durch Boten befördert, was nur Fürsten und den reichsten Leuten möglich war. Erst um 1500 gab es die erste regelmäßi­ ge Postverbindung. Im Lauf der Zeit übernahm die Post immer mehr Aufgaben. Schließlich beförderte sie Brie­ fe, Pakete und Telegramme, unterhielt die Leitungen für -»Telefongespräche und -»Telefax und besaß auch eine Bank. Im Jahr 1995 spaltete man diese Post in drei Bereiche auf: in den Postdienst („gelbe Post“), die Tele­ kom für die -»-Fernmeldetechnik und die Postbank für die Geldgeschäfte.

Programm____________________________ ▲ Im vergangenen Jahrhundert war die Reise in einer Postkutsche langwierig und beschwerlich. Bild einer Poststation der Thurn und Taxis.

Im Fernsehprogramm steht Woche für Woche, welche Sendungen ausgestrahlt werden. Das Programm einer -»Partei enthält all das, was diese Partei in der -»Politik für wichtig hält. -»Computer können nicht ohne Pro­ gramme arbeiten. Die Programme sagen ihnen haar­ klein, was sie in welcher Reihenfolge zu tun haben. Wenn der Computer ein neues Problem lösen soll, muss er auch ein neues Programm erhalten.

Proletarier____________________________

▼ Die Armprothese des Ritters Götz von Berlichingen.

Als Proletarier bezeichnete man früher die schlecht bezahlten Arbeiter in der Industrie. Diesen Begriff ver­ wendete vor allem Karl -»Marx. Am Ende seines „Kom­ munistischen Manifests“ schrieb er: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Damit meinte er, sie sollten sich gegen ihre reichen Arbeitgeber erheben. Seit den Zeiten von Marx hat sich die Lage der Arbeiter in Mit­ teleuropa aber sehr verbessert. Den Begriff „Proletarier“ verwendet man heute deswegen fast nur noch gering­ schätzig für einen ungehobelten Menschen.

Prothese______________________________ Einen künstlichen Ersatz für einen verloren gegangenen Körperteil nennen wir Prothese. Der berühmte Götz von Berlichingen (1480-1532) besaß bereits eine eiser­ ne Handprothese. Auch das künstliche Gebiss heißt Prothese. Die heutige Medizin kann aber noch viel mehr künstliche Organe einsetzen, zum Beispiel Kehl­ köpfe, verschiedene Gelenke, Herzklappen, Herz­ schrittmacher und Blutgefäße.

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Psychologie

Prozessor „Prozessor“ ist ein Begriff aus der Computertechnik. Man versteht darunter den Teil des -»Computers, der das -»Programm ausführt. Bei den üblichen Personal­ computern (PC) handelt es sich um einen einzigen -»Chip. Viele „intelligente“ Maschinen enthalten heute kleine Prozessoren (Mikroprozessoren).

Psychologie Die Psychologie untersucht das Verhalten des Men­ schen und erforscht dessen Seele, die Psyche. Die Psy­ chologen interessieren sich zum Beispiel dafür, warum wir Angst haben oder wie sich Kinder entwickeln. Viele Psychologen arbeiten mit Tests. Man kann damit zum Beispiel die -»Intelligenz messen und besondere Fähigkeiten erkennen. Das ist zum Beispiel die Aufga­ be von Schulpsychologen. Sie helfen den Schülern bei der Berufswahl. Die Psychologie untersucht auch, wie man Waren am besten verkaufen kann. Supermärkte werden heute vor allem von Psychologen eingerichtet. Damit soll erreicht werden, dass der Kunde zum Kauf angeregt wird. Mit der Heilung seelischer Krankheiten beschäftigt sich der Psychiater. Seelisch kranke Menschen denken und fühlen anders als gesunde. Eine besonders weit ver­ breitete seelische Störung ist die Depression. Sie äußert sich in einer niedergeschlagenen Stimmung, die Wochen oder Monate anhalten kann.

▲ Vergrößerte Schaltungen auf einem Mikroprozessor.

•« Die Psychologen verwenden viele Tests um irgendwelche Dinge über das Verhalten und die Seele des Menschen herauszufinden. Mit dem Bild links kannst du dein Kurzzeitgedächtnis überprüfen. Schaue das Bild dreißig Sekunden lang an. Decke es dann zu und versuche alle darauf abgebildeten Gegenstände vollständig aufzuzählen. Übrigens wird das Kurzzeitgedächtnis schon ungefähr vom zehnten Lebensjahr an schlechter.

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Pubertät Mach es selbst Versuche bei dir selbst den Puls­ schlag zu fühlen. Lege die Finger­ spitzen der linken Hand wie in der Abbildung angegeben auf die Innenfläche des Handgelenks. Mithilfe einer Armbanduhr zählst du nun die Pulsschläge pro Minute. Miss noch einmal nach zwanzig Kniebeugen.

Pubertät______________________________ Die Pubertät ist die Zeit der Geschlechtsreife. Sie beginnt bei Mädchen zwischen dem elften und vier­ zehnten, bei Jungen zwischen dem zwölften und fünf­ zehnten Lebensjahr und dauert einige Jahre. In dieser Zeit wird aus dem Kind langsam ein erwachsener Mensch. Die Pubertät zeigt sich an äußeren Merkma­ len: Die Geschlechtsorgane wachsen zu ihrer vollen Größe heran. Die Mädchen bekommen Brüste und die ersten Regelblutungen, die Jungen die ersten Samen­ ergüsse. Beim Stimmbruch bildet sich die tiefe Stimme des Mannes heraus. Bei beiden Geschlechtern ent­ wickelt sich die Behaarung auf dem Körper, bei den Jungen auch im Gesicht. Bald wird es notwendig, dass sie sich zum ersten Mal rasieren. Die Pubertät ist eine schwierige Zeit. Der Jugendliche weiß oft nicht, ob er noch ein Kind oder schon ein Erwachsener ist, und auch Eltern und Lehrer reagieren auf Jugendliche in dieser Zeit oft nicht richtig.

Puls Wenn sich unser Herz zusammenzieht und Blut durch die Arterien pumpt, können wir das als Pulsschlag wahrnehmen. Ein Arzt fühlt den Puls am Handgelenk, doch für uns ist er leichter zu beiden Seiten des Kehl­ kopfes zu tasten. Anhand der Pulsschläge pro Minute kann der Arzt he­ rausfinden, ob das Herz normal arbeitet. 50 bis 85 Puls­ schläge pro Minute gelten als normal. Im Durchschnitt hat ein erwachsener Mann 72 Pulsschläge pro Minute, die Frau 76 bis 80. Bei Kindern schlägt das Herz viel schneller.

Pumpe_

► Die Kolbenpumpe (A) saugt Wasser über eine Einströmöffnung an und drängt es über eine Ausströmöffnung hinaus. Ventile sorgen dafür, dass je nach Bewegung die richtigen Stellen geöffnet werden. Die Kreiselradpumpe (B) saugt die Flüssigkeit durch die Mitte des Laufrades an und befördert sie dann weiter.

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Einström­ öffnung

Einströmöffnung

Pyramide Die meisten Pumpen befördern Flüssigkeiten, doch gibt es auch Pumpen für Gase und Pulver wie Mehl. Die Technik unterscheidet viele verschiedene Pumpen­ arten. Die Fahrradpumpe ist eine einfache Kolbenpum­ pe. Ein Kolben wird im Inneren eines Zylinders hinund herbewegt. Dabei müssen sich Ventile richtig schließen und öffnen, sodass erst Luft angesaugt und dann ausgestoßen wird. Die meisten Pumpen enthal­ ten heute im Inneren ein Laufrad, das die Flüssigkeit fördert. Wir bezeichnen sie als Kreiselradpumpen.

Puppe________________________________ Alle Kinder dieser Welt spielen mit Puppen und das tun sie schon seit frühesten Zeiten. Für die Kinder im alten Rom gab es bereits ein eigenes Puppenfest im Jahr. Die damaligen Puppen bestanden aus Ton oder Holz und hatten schon bewegliche Glieder. Die ersten Puppen­ macher Deutschlands gab es im 15. Jahrhundert in Nürnberg. In dieser Stadt kann man heute noch eine der größten Puppensammlungen im Spielzeugmuseum besichtigen.

A Diese prächtig gekleideten Puppen

stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind in einem Londoner Museum zu bewundern.

Pyramide_____________________________ Pyramiden sind große Gebäude mit vier dreieckigen Seiten. Diese treffen sich oben in einem Punkt; der Grundriss ist viereckig. Die alten -»Ägypter bauten Pyramiden als Gräber für ihre Pharaonen. Die drei berühmtesten Pyramiden befinden sich in der Nähe von Giseh. Die Cheops-Pyramide erreicht eine Höhe von 137 Metern. Auch die mit­ tel- und südamerikanischen Indios bauten in den ersten sechs Jahrhunderten n. Chr. ihre Tempel in Form von Pyramiden. Die Pyramide von Cholula ist mit einer Höhe von 55 Metern die größte in Mittelamerika.

▼ Die riesigen Pyramiden, die vor Jahrtausenden im alten Ägypten gebaut wurden, stellen ungeheure Leistungen dar. Die Arbeit wurde von zahllosen Sklaven erbracht. Die riesigen Steinblöcke mussten wahrscheinlich auf Schlitten an Ort und Stelle gebracht werden, denn Kräne gab es zu jener Zeit noch nicht.

Qualität______________________________ Wenn Turnschuhe eine gute Qualität aufweisen, so sind sie widerstandsfähig und von guter Beschaffen­ heit. „Qualität geht vor Quantität“, hört man oft sagen. Damit meint man, dass gute Beschaffenheit einer Ware besser ist als große Mengen davon. „Quantität“ ist ein Fremdwort für Menge oder Anzahl.

Quallen_______________________________ Die meisten Quallen leben im Meer. Sie bestehen zu 98 Prozent aus Wasser. Quallen haben keine Augen und keine Ohren, nur einen Mund und Fangarme. Diese sind mit Nesselkapseln besetzt. Bei Berührung explodieren sie und bewirken einen brennenden Schmerz. Die Quallen fangen auf diese Weise zum Bei­ spiel Fische. Die Quallen sind mit den -»Korallen und den -»Seeanemonen am nächsten verwandt.

Quecksilber

▼ Freies Quecksilber nimmt die Form von Tropfen oder Perlen an. Die Quecksilber­ atome ziehen sich nämlich gegenseitig an und bewirken die runde Form. Wir sagen auch: Sie zeigen eine hohe Oberflächen­ spannung. Quecksilber wird vor allem in Thermometern und Barometern verwen­ det. Wenn diese zerbrechen, muss man das Quecksilber mit äußerster Sorgfalt Zusammentragen, luftdicht verschließen und als Sondermüll entsorgen. Quecksilberverbindungen können äußerst giftig sein.

Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Zimmer­ temperatur flüssig ist. Es gefriert bei ungefähr -39 °C. Quecksilber ist ein gefährliches Umweltgift. Amalgam ist eine Quecksilberlegierung.

A Bevor das Rad erfunden war, bewegten

die Menschen schwere Lasten auf Baum­ stämmen vorwärts.

▼ Vor ungefähr 5000 Jahren stellten die Sumerer Räder aus Baumscheiben her.

A Dieses ägyptische Rad

stammt aus der Zeit um 1600 v. Chr.

436

r

Rad Das Rad ist eine der nützlichsten Erfindungen der Menschheit. Mit Rädern, die an einer Achse befestigt sind, kann man schwere Lasten leicht transportieren. Die Rollreibung am Boden ist sehr viel geringer als die Gleitreibung. Menschen der Steinzeit legten wahrscheinlich schon runde Baumstämme unter Lasten, die sie vorwärts zie­ hen wollten. In der -'•Bronzezeit wurde das Rad erfun­ den. Die ältesten bekannten Räder sehen aus wie Scheiben von Baumstämmen. Zunächst verband man die Räder fest mit der Achse, sodass sich diese im Fahr­ zeugrahmen drehte. Später ging man zu einer festen Achse über und die Räder drehten an deren Enden. Dann bemerkten die Menschen, dass Räder mit Spei­ chen genauso widerstandsfähig sind wie „volle“ Räder, allerdings viel leichter. Im vorigen Jahrhundert gab es Räder mit Vollgummireifen. Heute sind die Reifen durchwegs mit Luft gefüllt. Für den ruhigen Lauf von Rädern und eine noch gerin­ gere Reibung sorgen heute Kugellager. Eine weitere Art des Rades sind die Zahnräder, die bei den unterschiedlichsten Maschinen eingesetzt werden.

R

Bereits um 1500 v. Chr. wurde das Rad in den meisten Gebieten Europas und Asiens verwendet. Da erscheint es merkwürdig, dass das Rad den südamerikanischen Hochkulturen wie den Inka oder Azteken unbekannt war. Erst die Europäer führten es im 16. Jahr­ hundert dort ein.

◄ Kutschen des 19. Jahrhunderts hatten Speichen­ räder.

Die Töpferscheibe kam um 3250 v.Chr. erstmals zum Einsatz.

K

a

► Während des ganzen Mittelalters trieben Wasserräder einfache _ Maschinen ai eor'

S

► Die Räder von Eisen­ bahnwaggons bestehen aus Stahl. Sie haben einen Spurkranz und laufen auf Metallschie­ nen.

CD-

► Dieses moderne Rad besteht aus Metall und hat einen luftgefüllten Reifen.

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Radar Radar________________________________

Bildschirm

Mit Radar kann man Fahrzeuge und Hindernisse auf große Entfernung orten. Man bedient sich dabei der Radiowellen. Deswegen funktionieren Radargeräte auch nachts, bei Nebel und über Tausende von Kilo­ metern hinweg. Die drehbare, schüsselförmige Radarantenne sendet ungefähr 500-mal in der Sekunde scharf gebündelte Radiowellen aus. Sie legen in jeder millionstel Sekunde 300 Meter zurück. Treffen sie auf ein Fahrzeug oder ein Hindernis, so werden sie zurückgeworfen. Die Anten­ ne fängt das Echo auf und zeigt es auf einem Bildschirm als Lichtpunkt an. Ein Fluglotse kann daraus zum Bei­ spiel erkennen, wie weit der Lichtpunkt, also das Flug­ zeug, noch entfernt ist, in welche Richtung es fliegt und mit welcher Geschwindigkeit. Größere Schiffe haben Radaranlagen an Bord um Zusammenstöße mit ande­ ren Schiffen zu vermeiden. Radargeräte machen im Krieg heranfliegende Raketen ausfindig. Im Frieden kann man damit Sturmgebiete oder sogar Vogel­ schwärme verfolgen. Satelliten mit Radarausrüstung können eine Landkarte von der Erdoberfläche erstellen.

Radio________________________________

▲ Das Wort „Radar" ist ein englisches Kurzwort, das „Auffinden und Messen durch Radiowellen" bedeutet. Die schüsselförmige Antenne, welche die Radiosignale aussendet, dient normaler­ weise auch als Empfänger. Sie nimmt die zurückgeworfenen, reflektierten Radiowellen wahr. Die Antenne muss also in Blitzeseile von einer Aufgabe zur anderen umschalten, denn sie sendet allein in der Sekunde 500 Radioimpulse aus. Die zurückgeworfenen Radiowellen werden auf einem Lichtschirm als helle Punkte angezeigt. Man nennt sie auch Blips oder Echoanzeigen. Erfahrene Flug­ lotsen können aus diesen Lichtpunkten die Entfernung, Richtung und Geschwin­ digkeit der Flugzeuge ablesen. Wenn die Gefahr eines Zusammenstoßes besteht, dirigieren die Lotsen die Flugzeuge auf verschiedene Flugstraßen. Radargeräte senden sehr kurzwellige elektromagneti­ sche Wellen mit Wellenlängen zwischen 1 Meter und 1 Millimeter aus.

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Radio- oder Rundfunksendungen werden drahtlos mit Radiowellen übertragen. Sie nehmen ihren Anfang in einem Studio. -»•Mikrofone verwandeln dort Sprache und Musik in elektrische Signale. Diese werden ver­ stärkt, auf eine Trägerwelle „gepackt“ und schließlich von großen Radiomasten ausgesendet. Der Radioemp­ fänger zu Hause nimmt mit seiner Antenne die Radio­ signale auf und verwandelt sie im »Lautsprecher zurück in Schallsignale. Radiowellen pflanzen sich so schnell wie das Licht fort. In einer einzigen Sekunde kann ein Radiosignal also siebeneinhalbmal um die ganze Erde wandern. Die ersten Radiowellen erzeugte der Deutsche Heinrich Hertz im Jahr 1887. Bereits 1894 sandte Guglielmo Marconi (1874-1937) die ersten Nachrichten mit Radiowel­ len aus. Zunächst betrug die Reichweite nur wenige Meter. Er erzeugte Radiowellen in einer Ecke eines Zim­ mers und brachte über einen Empfänger eine Glocke in der anderen Ecke zum Läuten. Doch sieben Jahre später sandte er solche Signale bereits über den Atlantik.

Radioaktivität Nachrichtensignal

Trägerwelle

Verstärker

◄ Das Bild zeigt, wie eine Radiosendung ins Haus kommt. Der Radioempfänger trennt die elektrischen Signale der Sendung von der Trägerwelle und macht sie im Lautsprecher wieder hörbar.

Hadiowellen

Sendeantenne Empfangsantenne 1 p a

Kadiogerat

- Transistor

Trägerwelle und Nachrichtensignal

Radioaktivität Die Atomkerne gewisser chemischer -»-Elemente sen­ den dauernd kleine Teilchen und Strahlen aus, die wir nicht sehen oder sonst wie wahrnehmen können. Wir nennen solche Atomkerne radioaktiv und sagen auch: Sie zerfallen. Radioaktives Uran zerfällt im Laufe der Zeit über mehrere Zwischenstufen zu Blei. Den radio­ aktiven Zerfall kann man durch nichts bremsen oder beeinflussen. Jede Atomsorte (Isotop) hat dabei ihre eigene Zerfallsgeschwindigkeit. Die Uransorte 237 zer­ fällt in ungefähr sieben Tagen zur Hälfte. Diese sieben Tage nennen wir ihre Halbwertszeit. Die langlebige Uransorte 238 hat eine ganz andere Halbwertszeit von rund 4,5 Milliarden Jahren. Radioaktivität tritt auf, wo Atomkerne zerfallen. Es gibt sie in geringer Menge in der Natur. Sehr viel Radio­ aktivität wird bei einer Atomexplosion oder im Reak­ tor eines Kernkraftwerkes freigesetzt. Radioaktive Strahlen können unvorstellbar gefährlich werden. Des­ wegen müssen Kernkraftwerke so viele Maßnahmen gegen den Austritt radioaktiver Teilchen treffen. Beim

Amplitudenmodulation (AM)

VW1AWW Frequenzmodulation (FM)

▲ Die Mikrofone im Rundfunkstudio verwandeln Sprache und Musik in elektrische Signale. Diese können aber nicht gesendet werden. Man muss sie erst auf Trägerwellen „packen". Der Techniker bezeichnet dies als Modulation („Veränderung"). Es gibt im Prinzip zwei Verfahren dafür. Entweder verändert man die Schwingungsweite oder Amplitude der Trägerwelle oder deren Frequenz. Dementsprechend spricht man von Amplitudenmodulation (AM auf dem Rundfunkgerät) oder Frequenzmodulation (FM). Diese ist nur bei den Ultrakurzwel­ len (UKW) möglich. Das Rundfunkgerät filtert dann die Trägerwelle wieder heraus. Dieser Vorgang heißt Demodulation.

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Rakete ► Es gibt drei Arten radioaktiver Strahlen: Alphateilchen, Betateilchen und Gammastrahlung. Sie durchdringen Stoffe in ganz unterschiedlichem Maße. Am gefährlichsten sind die Gamma­ strahlen.

▲ Das internationale Warnsignal für radioaktive Stoffe.

B

Unglück im ukrainischen Kernreaktor von Tschernobyl traten große Mengen Radioaktivität aus. Reste davon finden sich heute noch in unserer Natur, besonders in Waldpilzen. Radioaktive Strahlen zerstören Zellen und erzeugen in größeren Mengen -»Krebs. Merkwürdigerweise wer­ den sie aber auch bei der Bekämpfung von Krebs­ erkrankungen eingesetzt. Man bestrahlt Patienten mit genau kontrollierten Mengen, weil die Radioaktivität Krebszellen abtötet und die noch gesunden Zellen nur leicht schädigt. Mithilfe der Radioaktivität können Wissenschaftler auch das Alter von archäologischen Funden und Gesteinen bestimmen.

Rakete

Mach es selbst Ein aufgeblasener Ballon reagiert beim Loslassen wie eine Rakete. Wenn man die Ausströmöffnung verschließt (A), drückt die Luft nach allen Richtungen. Wir lassen nun den Ballon los (B). Die Luft, die unter Druck steht, entweicht. Der Luftdruck auf der gegenüberliegenden Seite der Öffnung wird dabei größer und der Ballon fliegt in Richtung auf den größeren Druck zu. Alle Raketen arbeiten nach diesem Prinzip.

440

__

Die Feuerwerksrakete und die Rakete, die Astronauten ins Weltall befördert, arbeiten nach demselben Prinzip. Beide verbrennen Treibstoffe und erzeugen dabei heiße Gase. Die Gase treten nach hinten aus und trei­ ben damit die Rakete nach vorne. Raketen brauchen im Gegensatz zu den -»Triebwerken der Flugzeuge keine Luft und sind deswegen ideal für den Weltraum geeig­ net, wo es keine Luft gibt. Die heutigen Raketen bestehen aus mehreren Stufen. Wenn die erste Stufe ausgebrannt ist, wird sie abge­ sprengt und die zweite Stufe zündet. Die Stufen ent­ halten meist flüssigen Treibstoff. Der dicke Raketentank, auf dem der amerikanische Spaceshuttle aufsitzt, enthält zum Beispiel Flüssigwas­ serstoff. Die beiden Hilfsraketen links und rechts, die Booster, sind hingegen mit festem Treibstoff gefüllt.

Ratte Kommandoteil

V

"

Versorgungsteil .j .

Mondfähre

Tank mit flüssigem Wasserstoff

"W dritte Stufe

Tank mit flüssigem Sauerstoff

Tank mit flüssigem Wasserstoff

zweite Stufe

Tank mit flüssigem Sauerstoff \

Tank mit flüssigem Sauerstoff

< Die riesige Saturn-V-Rakete beförderte das Apollo-Raumfahrzeug zum Mond. Die meisten Verbrennungsmotoren verbrennen ihren Treibstoff mit Luftsauer­ stoff. Im Weltraum gibt es aber keine Luft mehr. Die Rakete muss deswegen ihren eigenen Sauerstoffvorrat mit sich tragen. Sie tut dies in flüssiger Form. Als Treibstoff kommen Flüssigwasserstoff oder Hydrazin infrage. Feuerwerksraketen verbrennen Schießpulver. Bestimmte chemische Stoffe in der Spitze sind dann für die Lichterscheinungen verantwortlirh

Triebwerke

Tank mit Kerosin

erste Stufe

Triebwerke

rational Das lateinische Wort „ratio“ bedeutet „Vernunft“. Rational ist mithin etwas, was man durch Nachden­ ken, mit der Vernunft, herausgefunden hat. Das Gegen­ teil heißt irrational. Ein irrationales Verhalten lässt sich mit dem Verstand nicht erklären. Wenn wir eine Arbeit rationeller gestalten, wird sie ein­ facher und weniger aufwendig. Bevor man aber solche Änderungen einführen kann, muss man sich die Arbeitsabläufe genau, sogar wissenschaftlich genau, überlegen und durchdenken. Das Ganze nennt man dann Rationalisierung.

▼ Die Hausratte ist etwas kleiner als die angriffslustige und weiter verbreitete Wanderratte. Beide sind Mitbewohner menschlicher Häuser und Siedlungen.

Ratte Die Ratten gehören zu den ►Nagetieren. Sie kommen in riesiger Zahl überall auf der Welt vor und können auch bestens in Städten und Dörfern in nächster Nähe des Menschen leben. Sie sind äußerst anpassungsfähig, fressen fast alles und richten große Schäden an. Der Rattenfloh übertrug früher bei seinem Stich den Erreger der -►Pest.

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Räuber und Beute Räuber und Beute Als Räuber bezeichnen wir alle jene Tiere, die auf ande­ re Tiere Jagd machen und sie fressen. Früher dachte man, die Räuber würden ihre Beutetiere daran hindern, überhand zu nehmen. Heute wissen wir, dass das Umgekehrte zutrifft. Die Beutetiere beeinflussen den Bestand der Räuber. Sind viele Beutetiere, z. B. Polar­ hasen, vorhanden, so kommt es zu einer schnellen Ver­ mehrung der Luchse. Gehen die Beutetiere zurück, so sterben auch viele Luchse an Hunger.

Raubtiere______________________ _______ ▲ Ein goldglänzender Laufkäfer verzehrt eine Raupe.

▼ Die erste sowjetische Raumkapsel Wostok (1960-1961) und die amerikani­ sche Raumkapsel Apollo (1961-1972).

Raubtiere erkennen wir an ihren großen Eckzähnen und ihren starken Reißzähnen. Die Raubtiere sind damit sehr gut an die Jagd angepasst. Die meisten ernähren sich von frisch erlegtem Fleisch oder Fisch. Das gilt z. B. für die '■Katzen, die -►Wölfe und Hunde, die -»Hyänen, die -»Füchse und Marder. Die -»Bären und - »Dachse hingegen geben sich auch gerne mit pflanzlicher Nahrung zufrieden. Wir bezeichnen sie als Allesfresser.

Rauchen______________________________ Dass das Rauchen die Gesundheit schädigt, steht schon auf den Zigarettenpackungen. Der Tabakrauch enthält zahlreiche Krebs erzeugende und giftig wirkende Stoffe, z. B. Teerstoffe, das Gas Kohlenmonoxid und Schwermetalle sowie Blausäure. Das Nikotin des Tabakrauchs ist ein Nervengift. Es bewirkt z. B., dass der Blutdruck steigt. Raucher bekommen viel häufiger einen Herzinfarkt als Nichtraucher. Verbreitet ist auch das Raucherbein. Das Nikotin verschließt nämlich die Adern in den Beinen, sodass diese nicht mehr genü­ gend durchblutet werden. Wer selbst nicht raucht, sich aber in rauchiger Luft aufhalten muss, ist ebenfalls gefährdet. Er gehört zu den Passivrauchern.

Raumfahrt____________________________ Seit Jahrtausenden möchten die Menschen wissen, wie es im Weltall, auf dem Mond, den Sternen aussieht. Doch erst 1957 wurde der erste Satellit gestartet. Vier Jahre danach flog der erste Mensch ins Weltall. Wir leben im Zeitalter der Raumfahrt. Weiteres siehe auf den Seiten 444 und 445.

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Raumfahrzeuge_______________________ Es gibt zwei Arten von Raumfahrzeugen, die Satelliten und die Sonden. Die Satelliten schwenken nach dem Start in eine Umlaufbahn oder einen -»Orbit um die Erde ein. Die Raumsonden hingegen erhalten eine derart hohe Beschleunigung, dass sie das Schwerefeld der Erde Flug des Raumfahrzeugs in der Erdumlaufbahn

Abtrennung der dritten Raketenstufe

verlassen und zu anderen Planeten fliegen. Die weitaus meisten Satelliten und alle Raumsonden sind unbemannt. Am meisten Aufsehen erregen allerdings die bemannten Raumflüge. Alle Raumfahrzeuge verlassen die Erde auf die gleiche Weise. Mächtige -»Raketen tragen sie ins All. Diese Raketen weisen drei Stufen auf. Wenn die erste Stufe ausgebrannt ist, wird sie abgesprengt und die zweite Stufe zündet. Nach dem Brennschluss der letzten Stufe hat das Raumfahrzeug die benötigte Geschwindigkeit erreicht, sodass es nicht mehr auf die Erde zurückfällt. Unbemannte Satelliten und Sonden sind voll gestopft mit wissenschaftlichen Apparaten, Kameras und Sen­ deanlagen. Die gewonnenen Informationen werden auf die Erde gefunkt. Selbst komplizierte Versuche kann man heute in unbemannten Raumfahrzeugen durchführen. Die bemannte Raumfahrt wird deshalb mehr und mehr überflüssig.

▲ Start eines Spaceshuttles. Er sitzt auf dem riesigen Treibstofftank. Links und rechts erkennen wir zwei weitere Raketen, die Booster. Nach dem Brennschluss werden sie abgesprengt und wieder verwendet. Zündung der dritten Stufe. Das Raumfahrzeug schwenkt in den Orbit.

Absprengen der zweiten ausgebrannten Stufe

Der Rettungsturm wird abgesprengt.

Zündung der zweiten Stufe

Die erste Stufe wird abgesprengt, nachdem aller Treib­ stoff verbraucht ist.

► Um die Erdanziehung zu überwin­ den muss ein Raumfahrzeug von seiner Trägerrakete einen gewaltigen Schub bekommen. Die Abbildung zeigt den Start einer Apollo-Kapsel.

Sowjetische Raumstation Mir

Start: Zündung der ersten Stufe.

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Raumfahrt Das Zeitalter der Raumfahrt begann 1957, als die Russen den ersten künstli­ chen Satelliten starteten. Bereits 1961 flog der erste Mensch ins Weltall und nur acht Jahre darauf erforschten Astro­ nauten die Mondoberfläche. Erst die Mehrstufenrakete machte es dann möglich, ins Weltall zu fliegen. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen entwickelt. Die Russen und die Amerikaner waren in den ersten Jahren der Raumfahrt bestimmend. Doch auch Europa hat heute seine eige­ ne Rakete und sogar Länder wie China und Indien haben eigene Satelliten ge­ startet. Die Amerikaner nennen ihre Raumforscher Astronauten, während die Russen von Kosmonauten spre­ chen. Die Amerikaner bauten als Erste den wieder verwendbaren Raumgleiter Spaceshuttle. Die Russen hingegen hiel­ ten sich sehr viel längere Zeit in ihren Raumstationen auf. Mit solchen Flügen wollten sie erforschen, ob der Mensch jemals auf den Mars fliegen kann, was drei Jahre in Anspruch nähme. Unbe­ mannte Raumsonden sind bereits auf dem Mars gelandet und haben auch andere Planeten genau erfoscht. Pioniere der Raumfahrt

Der Russe Konstantin Ziolkowski sagte zu Beginn unseres Jahrhunderts voraus, dass man für die Raumfahrt Raketen verwen­ den müsse. Der Amerikaner Robert H. Goddard testete in den Dreißigerjahren kleine Flüssigkeitsraketen. Wernher von Braun war bei der Konstruk­ tion der V2 Rakete beteiligt und baute später die amerikanische Rakete Saturn. Sergei Koroljow konstruierte die ersten russischen Raketen für die Raumfahrt. Juri Gagarin war der erste Mensch, der ins Weltall flog (1961). John Glenn war der erste amerikanische Astronaut, der die Erde umrundete (1963). Die Russin Valentina Tereschkowa war die erste Frau im Weltall (1962). Der Amerikaner Neil Armstrong betrat als erster Mensch den Mond (1969).

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▼ Die russische Rakete Energia ist zurzeit die leistungsstärkste.

▲ Der erste künstliche Satellit, der sowjetische Sputnik 1 (1957). Er w gerade über 83 kg und hatte einer Radiosender an Bord.

Zur Geschichte der Raumfahrt

4 Der Russe Juri Gagarin war der erste Mensch im Weltraum. Am 12. April 1961 umrundete er einmal die Erde. Gagarin kam 1968 bei einem Flugzeugunglück

Wissenschaftler billig in eine Erdumlaufbahn zu beför­ dern. Er hat die Größe eines mittleren Flugzeugs, etwa einer DC-9. Der Space­ shuttle landet im Gleitflug wie ein Flugzeug und kann im Gegensatz zu einer Mehr­ stufenrakete immer wieder verwendet werden. Die Amerikaner bauten vier Shuttles, doch 1986 wurde einer bei einem Unfall zerstört. Sieben Astronauten kamen damals ums Leben. Auch die Russen bauten einen ganz ähnlichen Raumgleiter, den Buran.

▲ Die amerikanische Gemini-Kapsel wog 3,5 Tonnen und nahm zwei Männer auf. Sie umrundeten damit die Erde.

1942 Erster Flug der deutschen V2Rakete 1957 Flug des ersten künstlichen Satelliten, Sputnik 1 1959 Erste Mondsonde (Luna 2) trifft auf den Mond auf 1961 Erster bemannter Raumflug durch Juri Gagarin 1965 Erster Weltraumspaziergang durch Alexej Leonow 1968 Erster bemannter Flug um den Mond herum durch Apollo 8 1969 Die ersten Menschen auf dem Mond: Armstrong und Aldrin 1971 Erste Raumstation, Saljut 1 1976 Erste Landung auf dem Mars durch Viking-Sonden 1981 Erster Flug des Spaceshuttles 1985 Kometensonde Hailey 1986 Dauernd bemannte Raum­ station Mir

A Skylab war eine bemannte

Raumstation, welche die USA 1973 ins Weltall brachten. Drei Mannschaf­ ten hielten sich dort auf.

■« Die Sonde Voyager 2 wurde 1977 gestartet und flog nahe an Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun vorbei. Im August 1989 passierte sie den Neptun und verließ dann endgültig unser Sonnensystem.

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Raupe

A Der Lebenszyklus des Schmetterlings verläuft vom Ei über die Raupe zur Puppe.

Mach es selbst

Manche Raupen sind leicht zu züchten, wenn man genügend vom richtigen Futter hat. Einige Löcher in der Schachtel sorgen für Frischluft. Die Futterpflanzen stellen wir in ein kleines wassergefülltes Gefäß. Manche Raupen brauchen zur Verpuppung einen Torf­ boden. Die geschlüpften Schmetterlinge entlassen wir in die Freiheit.

Raupe________________________________ Die Raupen sind die -»Larven der -»Schmetterlinge. Die geflügelten Schmetterlinge legen ihre Eier norma­ lerweise auf Pflanzen ab. Daraus schlüpfen kleine weichhäutige, wurmähnliche Wesen, die Raupen. Die Raupen haben die Aufgabe zu fressen und zu wachsen. Sie nehmen nur Pflanzennahrung zu sich und einige Arten können große Schäden anrichten. Wenn die Raupen wachsen, wird ihnen ihre Haut zu klein, denn sie wächst nicht mit. So müssen sie sich von Zeit zu Zeit häuten. Sie streifen die alte, zu eng gewor­ dene Haut ab und schlüpfen mit einer neuen, größeren. Bei der letzten Häutung verwandelt sich die Raupe in eine unbewegliche Puppe. In ihrem Inneren finden dann große Veränderungen statt, denn es entwickelt sich der geflügelte Schmetterling. Nach einiger Zeit schlüpft er und fliegt davon. Die Entwicklung vom Ei bis zum Schmetterling dauert meistens ein Jahr.

Reaktion______________________________ Das Wort „Reaktion“ hat bei uns viele verschiedene Bedeutungen. Die Physik versteht darunter eine Gegenkraft. Wenn eine Rakete hinten heiße Gase aus­ stößt, so erfährt sie eine Reaktion oder einen Rückstoß in die entgegengesetzte Richtung und fliegt davon. Bei der chemischen Reaktion verändern sich die beteiligten Stoffe. Brennendes Holz verbindet sich zum Beispiel mit Sauerstoff zum Gas Kohlendioxid. Lebewesen reagieren auf Reize. Zwischen dem Reiz und der Antwort darauf verstreicht die Reaktionszeit. Sie ist besonders wichtig im Straßenverkehr.

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Recycling Rechnen Zum Rechnen gehören die vier Grundrechenarten: Beim Addieren zählt man zwei Zahlen zusammen, zum Beispiel 3 + 7=10. Beim Subtrahieren zieht man die zweite Zahl von der ersten ab: 7 - 4 = 3. Beim Dividieren teilt man die vordere Zahl durch die hintere, zum Beispiel 10:5 = 2. Die 5 ist also zweimal in der 10 enthalten. Beim Multiplizieren muss man die beiden Zahlen miteinander malnehmen, zum Beispiel 4 x 3 = 12.



Recht_________________________________ Jedes Land hat seine -»Gesetze. Sie regeln das Zusam­ menleben der Menschen untereinander. Es gibt Geset­ ze über die unterschiedlichsten Lebensbereiche, ange­ fangen vom Schutz des Lebens bis zu Vorschriften über den Bau von Häusern und zum Verhalten im Straßen­ verkehr. Diese Gesetze bilden unser Recht. Wer gegen die Gesetze verstößt, muss sich vor -»Gericht dafür verantworten und auch die Folgen tragen. An das Recht müssen sich alle halten, auch die Kinder. Strafbar können sie sich allerdings erst ab dem 14. Lebensjahr machen. Ab dem siebten Jahr dürfen sie etwas kaufen, wenn die Eltern dies gestatten. Wenn sie von ihrem Taschengeld allerdings etwas erwerben wol­ len, brauchen sie keine Genehmigung. Mit achtzehn Jahren wird der Mensch voll geschäftsfähig.

Recycling Es ist heute schon eine Selbstverständlichkeit, dass man im Haushalt die Glasflaschen und das Papier extra sammelt und von Zeit zu Zeit in die entsprechenden Container gibt. Was für uns -»Müll ist, kann so wieder verwertet werden. Das Glas wird eingeschmolzen und zu neuen Flaschen gepresst, aus Altpapier gewinnt man Umweltschutzpapier. Diese Wiederverwertung heißt Recycling (sprich: risaikling), weil die Rohstoffe wieder („re“) in den Kreislauf (englisch: „cycle“) eingegliedert werden. Es lohnt sich immer mehr, Stoffe aus dem Müll wieder zu verwerten. Das gilt vor allem für Metall, zum Beispiel das Weißblech der Dosen und die Alufolie, aber auch für Kunststoffe. Wer seine organischen Küchenabfälle im Garten zu -»Kompost werden lässt, betreibt ebenfalls Recycling.

A Die Chinesen rechnen heute noch mit

dem Rechenbrett oder Abakus.

Mach es selbst

Mit dem Recycling leisten wir einen Beitrag dafür, dass unsere Müllberge kleiner werden oder mindestens nicht noch weiter anwachsen. Es gibt aber noch einen viel besseren Weg: Wir vermeiden Müll. Müll, der nicht ent­ steht, muss auch nicht beseitigt werden: -Wir bevorzugen Mehrwegsysteme, zum Beispiel Pfandflaschen, die zurückgegeben, gewaschen und wieder verwendet werden. Eine Pfandflasche zu 0,75 Liter ersetzt 136 Getränkedosen zu 0,33 Liter. -Wenn nur Einwegverpackungen zur Verfügung stehen, wählen wir jene, die sich am besten wieder verwerten lässt. Überhaupt nicht rezyklieren oder recyceln lassen sich Verbundmateria­ lien, zum Beispiel Milchtüten, weil sie aus Papier und Kunststoffen bestehen. - Dinge, die wir loswerden möchten, kann vielleicht ein anderer noch ge­ brauchen. Sie gehören also nicht sofort in den Müll.

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Reformation Die Reformation führte zu schweren Verfolgungen Anders­ gläubiger und zu erbitterten Religionskriegen. Der Dreißig­ jährige Krieg (1618-1648) hatte seinen Grund im Gegensatz zwischen den Protestanten und den Katholiken. Er nahm in Deutschland seinen Anfang, zog dann aber die meisten europäi­ schen Länder in Mitleidenschaft. Heute herrscht in den westlichen Demokratien die Religionsfrei­ heit. Jeder darf seinen Glauben frei wählen und bekennen, der Jugendliche übrigens schon vom 14. Lebensjahr an.

► In Frankreich verlief der Kampf zwischen den Protestanten und den Katholiken besonders erbittert. In der Nacht zum 24. August 1572 wurden Tausende von Protestanten, die sich Hugenotten nannten, von den Katholiken umgebracht. Da der 24. August der Namenstag des Bartholomäus ist, wird dieses schreckliche Ereignis Bartho­ lomäusnacht genannt.

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Reformation Die Reformation fand im 16. Jahrhundert statt. Damals gab es in der -»katholischen Kirche viele Missstände, die auch offen kritisiert wurden. Etliche davon pran­ gerte Martin -»Luther in einem Papier an, das er 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte. Das war der Anfang der Reformation. Im Lauf der Zeit lösten sich viele Menschen von der katholischen und gründeten eine eigene, die protestantische Kirche, die heute auch -»-evangelische Kirche heißt. Die Protestan­ ten wünschten sich ein erneuertes („reformiertes“) Christentum. Sie glaubten auch, dass das »Evangelium wichtiger war als all die Regeln, die von Kirchenfürsten aufgestellt wurden. Sie erkannten den -»Papst nicht mehr als ihr Oberhaupt an und wollten auch nicht mehr von Geistlichen beherrscht werden. Als die protestantische Bewegung immer stärker wurde, sahen viele Könige und Fürsten eine Chance ihre Macht auf Kosten der katholischen Kirche auszu­ weiten. Die Reformation, die eigentlich zu einer Erneuerung des Christentums und der Religiosität hätte führen sol­ len, mündete schließlich in erbitterte Kriege, bei denen sich Katholiken und Protestanten bekämpften. Ein sol­ cher Krieg herrscht noch heute in Europa und ein Ende ist nicht abzusehen: der Bürgerkrieg zwischen Katholi­ ken und Protestanten in Nordirland, dem englischen Teil der Insel Irland.

Regen Regen Wenn es regnet oder schneit, kehrt das Wasser wieder auf die Erde zurück, das zuvor vom Festland und vor allem vom Meer verdunstet ist. Wir nennen dies den -»Kreislauf des Wassers. Luft enthält immer Wasserdampf. Wenn sie sich abkühlt, scheidet sich der Wasserdampf in Form winzi­ ger Tröpfchen ab. Dabei bilden sich -»Wolken. Wenn sie sich weiter abkühlen, vergrößern sich die Wasser­ tröpfchen. Die Wolken werden dunkelgrau. Von einem bestimmten Punkt an werden die Tropfen so schwer, dass sie auf den Boden fallen. Es regnet. Wenn die Tropfen beim Niederfallen gefrieren, kommt es zu Graupel- oder Hagelschauern. Die Regenmengen können ganz unterschiedlich sein. In der AtacamaWüste in Chile fallen innerhalb von zwanzig Jahren weniger als 25 Millimeter Regen. Im östlichen Teil Indi­ ens hingegen fallen jedes Jahr 1080 Zentimeter Regen. Regenbogen sind nur zu sehen, wenn die Sonne hinter uns steht und sich knapp über dem Horizont befindet. Die einzelnen Regentropfen wirken dann wie Glaspris­ men und spalten das -»Licht in sein -»Spektrum auf. Die Farben reichen von Rot über Gelb und Blau bis Violett. Unter günstigen Bedingungen ist auch ein Nebenregen­ bogen mit umgekehrter Farbreihenfolge zu sehen.

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Mach es selbst Wir wollen messen, wie viel Re­ gen in unserem Gebiet fällt. Dazu schneiden wir das obere Ende einer Kunststoffflasche waage­ recht ab und stecken es umge­ kehrt so in den unteren Teil, dass es einen Trichter bildet. Mithilfe eines Maßstabs zeichnen wir an der Außenseite der Flasche eine Skala auf. Den Regenmesser stel­ len wir an einer freien Stelle auf und vergraben ihn leicht im Bo­ den, sodass ihn der Wind nicht umblasen kann. Wir messen die Regenmenge, die jeden Tag fällt, und stellen die Werte in einer Ta­ belle zusammen. Die Flasche muss natürlich nach jedem Regen geleert werden.

▼ Ein Haupt- und ein Nebenregenbogen über einer ganzen Reihe von Radiotele­ skopen (Very Large Array) in New Mexico, USA.

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Regenwald Viele Umweltorganisationen und auch die Industrieländer kämp­ fen für die Erhaltung der Regen­ wälder. Die Staaten, in deren Gebiet Regenwälder liegen, betrachten dies jedoch häufig als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten. Sie verlangen außerdem von den Industrie­ ländern auch wirtschaftliche Hilfe, denn der Verzicht auf die Ausbeutung der Regenwälder bedeutet einen finanziellen Ver­ lust. Für diese Interessenskonflik­ te werden in internationalen Konferenzen Lösungen gesucht.

▼ Viele Tiere des südamerikanischen Regenwaldes leben hoch über dem Waldboden im undurchdringlichen Gewirr der Baumkronen. Zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht.

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Regenwald____________________________ Der Regenwald wächst nur in tropischen Gebieten mit gleichmäßig hoher Temperatur und regelmäßigen, meist täglichen Regengüssen. Er ist der üppigste Wald, den es auf der Welt gibt. Meistens stellt man sich den Regenwald als dichten, undurchdringlichen Dschungel vor. Das ist aber nicht richtig. Er ist ein äußerst dichter Hochwald. Am Boden ist es sehr dunkel; Unterholz und Kräuter sind kaum vorhanden. Dafür sind die Bäume sehr hoch. Hunderte von Baumarten bilden den Wald und nicht nur einige wenige wie bei uns. Ebenso vielfältig sind die übrigen Pflanzen, die meistens auf den Ästen und Rinden der Bäume wachsen, weil 'sie nur auf diese Weise etwas Licht bekommen. Die größten Regenwälder gibt es heute noch am Ama­ zonas, am Kongo in Zentralafrika und auf der Insel Bor­ neo. Leider werden sie mit zunehmender Geschwin­ digkeit abgeholzt. Damit zerstören die Menschen einen unersetzlichen Lebensraum, der die ganze Erde abkühlt. Die Rodungen des Regenwaldes werden das Klima der ganzen Welt verändern. Ist ein Regenwald einmal abgeholzt, so wächst an seiner Stelle kein Regenwald mehr nach, sondern oft nur noch trockenes Gestrüpp.

Reibung

Regierung_____________________________ Wo Menschen Zusammenleben, brauchen sie eine Regierung. Früher hatten Häuptlinge, Fürsten oder Könige alle Regierungsgewalt in Händen. Sie schalteten und walteten nach Belieben, sprachen Recht und gaben ihren Untertanen Gesetze. Diese Art der Regierung nennen wir heute Diktatur. Wenn ein einziger Mann ein Land auf diese Weise beherrscht, ist er ein Diktator. Eine ganz andere Regierungsform ist die -»-Demokratie. Die Regierungsgewalt ist dreigeteilt. Ein -»-Parlament macht die Gesetze; die Gerichte sind völlig unabhängig und die Regierung kümmert sich nur um die Leitung des Staates. Demokratische Regierungen unterscheiden sich von der Diktatur vor allem dadurch, dass sie abgewählt werden können.

Eine Welt ganz ohne Reibung wäre ein überaus merkwürdiger Ort. Wir könnten nicht auf dem Boden gehen, weil unsere Schuhe und Füße keinen Halt fänden. Wir würden dauernd ausgleiten. Auch die Autos würden stillstehen, selbst wenn man Vollgas gibt. Nägel würden in der Wand nicht halten. Ebenso wenig wäre es möglich, einen Tisch mit Schrauben zusammenzufügen. Diese würden einfach wieder heraus­ fallen.

Reibung Wenn sich zwei Gegenstände berühren und dabei gegeneinander verschoben werden, entsteht Reibung. Je rauer die Oberflächen dieser Körper sind, umso größer wird auch die Reibung. Wenig Kraft muss man aufwenden, wenn Räder eingesetzt werden. Die Roll­ reibung ist viel geringer als die Gleitreibung. Jede Reibung führt zu Abnutzung und Verschleiß. Deswegen versucht man besonders bei Maschinen die Reibung durch Schmiermittel möglichst gering zu halten. In einigen Fällen ist die Reibung allerdings lebenswich­ tig. Wir bremsen Fahrräder und Autos durch Reibung an den Bremsen. Mach es selbst Wir untersuchen verschiedene Arten der Reibung, indem wir ungefähr gleich große Gegenstände mit unterschiedlicher Oberfläche auf einem glatten Brett gleiten lassen. Das Spielzeug­ auto beginnt schon bei einer geringen Neigung zu rollen. Die anderen Gegen­ stände wie Radiergummi, Streichholz­ schachtel, Stein, Holzstück und Eiswürfel brauchen eine deutlich stärkere Neigung. Wann sie zu rutschen beginnen, hängt allein von der Reibung ab.

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Reiten

Reiten________________________________

▲ Zum Reiten braucht man zweckmäßige Kleidung, vor allem eine feste Sturzkappe.

▼ Der Anfänger bekommt erst einige Lektionen an der Longe. Der Reitlehrer überprüft dabei vor allem Sitz und Haltung des angehenden Reiters.

Wir wissen nicht, wann sich der Mensch zum ersten Mai auf den Rücken eines -►Pferdes schwang. Jeden­ falls werden Pferde schon seit vielen Jahrtausenden geritten. Lange Zeit stellten sie das einzige Transport­ mittel dar. Heute reiten die Menschen fast nur noch aus Vergnügen. Das Reiten verlangt viel Übung und große Geschick­ lichkeit. Als eines der wichtigsten Dinge muss der Rei­ ter lernen dem Pferd genau mitzuteilen, was es tun soll. Als natürliche Hilfen verwendet man dazu die Hände, die Beine und die Stimme, als künstliche Hilfe die Reit­ gerte und Sporen. Die Kommandos müssen ganz exakt gegeben werden, sonst versteht das Pferd nicht, was es tun soll. Das Pferd muss genau wissen, was jedes Kommando bedeutet, und es muss auf die Befehle sofort gehor­ chen. Richtig reiten zu lernen ist keine leichte Sache und braucht viel Zeit. Beim Reitsport gibt es verschiedene Rennen, das Spring­ reiten und Dressurreiten. Eine Kombination aus allem ist die Military. Bei der Dressur werden vom Pferd ver­ schiedene Gangarten und Figuren verlangt. Die Ver­ ständigung zwischen Reiter und Pferd muss hier beson­ ders gut klappen. Beim Trabrennen ziehen die Pferde einen leichten Wagen, den Sulky.

Relativitätstheorie

Relativitätstheorie_____________________ Reisende in einem Zug können sich ohne Schwierig­ keiten Kaffee in eine Tasse gießen und daraus trinken. Obwohl sie sich so schnell bewegen, gelingt dies genauso gut wie in einer Küche, die sich nicht bewegt. Aber trifft das auch wirklich zu, dass sie sich nicht bewegt? Wenn man es sich genau überlegt, dreht sich die Küche mit der Erde um die eigene Achse und um die Sonne. Und auch die Sonne bewegt sich. Im ganzen Weltall gibt es keinen Punkt, der in Ruhe ist. Wir sagen dazu auch: Bewegungen sind relativ. Obwohl sich alles bewegt, gibt es doch eine absolute Höchstgeschwindigkeit. Schneller als das Licht mit sei­ nen rund 300000 Kilometern pro Sekunde kann sich nichts fortbewegen. Das haben die Physiker bewiesen, aber vorstellen kann man es sich eigentlich nicht. Albert -»Einstein dachte unter anderem auch darüber nach und stellte 1905 seine Relativitätstheorie auf. Darin behauptete er, dass ein Mensch nahe der Licht­ geschwindigkeit schwererund kürzer wird. Gleichzei­ tig verzögert sich die Zeit. Die Uhren gehen nach und man wird nicht so schnell alt. Selbst merkt man aber nichts davon. Nur im Vergleich mit anderen Uhren oder mit Menschen ergeben sich diese relativen Unter­ schiede. Damit ist auch die Zeit nichts Absolutes, son­ dern etwas Relatives.

A Einstein behauptete, die Schwerkraft, die von Massen ausgeht, würde Licht­ strahlen ablenken. Das würde bedeuten, dass man sich, von der Erde aus gesehen, über die wahre Stellung eines Sterns sehr täuschen kann, weil die Lichtstrahlen vielleicht von der Schwerkraft der Sonne abgelenkt werden (oben links).

In einem weiteren Teil der Relativitätstheorie behauptet Einstein, dass große Massen wie Sterne Lichtstrahlen ablenken können. Masse und Energie sind einander gleichwertig. In einem anderen Teil der Relativi­ tätstheorie behauptet Einstein, die Zeit verzögere sich, wenn ein Körper sich nahe an der Lichtge­ schwindigkeit bewegt. Die Grafik oben rechts zeigt eine Rakete mit einer Uhr an Bord. Sie hebt um drei Uhr von der Erde ab. Wenn sie sich der Lichtgeschwindigkeit nähert, steht ihre Uhr auf fünf Uhr. Die Zeit verlief aber in der Rakete langsamer als auf der Erde, denn dort stehen die Uhren auf sechs Uhr.

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Religion

Religion______________________________

▲ Alle Religionen haben besondere Symbole. Der tanzende Schiwa ist ein hinduistisches Zeichen; der siebenarmige Leuchter gehört zum Judentum. Der mehrstöckige Tempel ist ein Zeichen des japanischen Schintoismus; das Kreuz ist das Symbol des Christentums, während der Halbmond auf den Islam verweist; die sitzende Statue stellt Buddha dar.

Wenn der Mensch an übernatürliche göttliche Mächte glaubt, so hat er eine Religion. Es gibt fünf Weltreligio­ nen: -»Buddhismus, -»Christentum, -»Hinduismus, -♦Islam und -»Judentum. Sie alle sind sehr alt. Die jüngs­ te Religion darunter ist der Islam, der vor 1300 Jahren gegründet wurde. Die größte Weltreligion ist das Chris­ tentum mit rund 1,7 Milliarden Anhängern. Die Welt­ religionen erheben den Anspruch für die ganze Menschheit zu gelten. Daneben gibt es aber noch viele verschiedene Religionen. Sie sind für einzelne Völ­ ker typisch und heißen deswegen auch -»Stammesreligionen. Viele Naturvölker glauben, der Mensch sei von Geis­ tern umgeben, die in Tieren, Pflanzen oder Felsen woh­ nen. Wenn der Mensch in die Bereiche dieser Geister eindringt, muss er sie durch Gebete, Opfer und Be­ schwörungen versöhnen. Es wäre eine falsche Vorstel­ lung zu glauben, die Stammesreligionen seien einfa­ cher als die Weltreligionen. Ganz im Gegenteil: Oft sind die -»Mythen dieser Völker noch viel komplizier­ ter als unsere. Schon die allerersten Menschen machten sich Gedan­ ken über das Leben nach dem Tod und über höhere Mächte. Das kann man zum Beispiel daran sehen, dass sie ihren Toten Gegenstände mit ins Grab gaben. Offensichtlich wollten sie sie damit für das kommende Leben nach dem Tod ausrüsten.

Die bedeutendsten Religionen

Anhänger in Millionen Buddhisten Christen Katholiken Orthodoxe Protestanten Hinduisten Juden Konfuzianer Moslems (Islam) Schintoisten Taoisten

315 1870 1070 174 375 755 18 6 970 3 32

► Jerusalem ist für die Juden, die Christen und die Moslems eine heilige Stadt. Der Felsendom ist eine islamische Moschee. Dort soll Mohammed in den Himmel gefahren sein.

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Renaissance Renaissance___________________________ Als Renaissance (sprich: rönässanss) bezeichnen wir einen Zeitabschnitt in der Geschichte Europas, der ungefähr 200 Jahre dauerte. Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet Wiedergeburt. Damals begannen sich die Menschen besonders für Kunst, Wis­ senschaft, Architektur und Literatur zu interessieren. Seit der Antike hatten die Menschen wenig Interesse an neuen Ideen gezeigt. Im 14. Jahrhundert begannen aber italienische Forscher sich mit der Zeit der alten Römer und Griechen zu beschäftigen. Sie suchten gleichzeitig nach neuen Erklärungen für die Rätsel der Welt. Diese Bemühungen führten zu einer Wiederent­ deckung der Antike. Während der Renaissance brachte Italien berühmte Maler, Bildhauer und Architekten her­ vor. Die berühmtesten waren -»Leonardo da Vinci und -»Michelangelo. Von Italien aus verbreiteten sich die neuen Ideen über ganz Europa. Mit der Entdeckung Amerikas 1492 begann endgültig die -»Neuzeit.

Die Malerei wandte sich in der Renaissance ganz neuen Themen zu. Sie bildete nicht mehr nur Szenen aus der Bibel ab, sondern schuf zum Beispiel auch viele Porträts. Man kann auch sagen, die Kunst der Renaissance entdeckte den Menschen um seiner selbst willen, als Einzelwesen. In der Renaissance entwickelten die Maler auch die Perspektive, also das räumlich richtige Zeichnen.

▼ Das Bild zeigt die Läden von Gold­ schmieden in Florenz während der Renaissance. Durch den Handel erwarb sich die Stadt sagenhaften Reichtum.

Rente Mach es selbst Die Reptilien sind in Deutschland stark zurückgegangen. Sogar Eidechsen sind selten geworden. Ein Grund liegt darin, dass es fast keine Trockenmauern gibt. Sie mussten fast überall Beton­ mauern Platz machen. Wir kön­ nen in einen ganz normalen Garten wieder Eidechsen anzie­ hen, wenn wir eine Trockenmau­ er aufschichten. Wir müssen darauf achten, dass die Steine überall versetzt liegen, damit der ganze Verbund gut hält. Statt einer Mauer können wir auch einen Steingarten oder ein Stein­ beet anlegen. Selbst ein Haufen aus Steinen, die wir im Garten und anderswo finden, bietet Ei­ dechsen und anderen seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum.

▼ Es gibt auf der ganzen Welt ungefähr 6300 Reptilienarten. Hier sind fünf ver­ schiedene Echsenarten, eine Schlangen­ art und eine Schildkrötenart abgebildet. Die Blindschleiche ist eine Echsenart, die ihre Beine zurückgebildet hat. Sie ist ganz harmlos und ungiftig. Alle Reptilien sind bei uns übrigens geschützt.

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Rente________________________________ Wenn jemand in Rente oder Pension geht, so hört er auf zu arbeiten. Er bekommt dann von der staatlichen Ren­ tenversicherung oder von einer anderen Versicherung eine monatliche Zahlung. Diese Rente erlaubt es ihm, sorglos zu leben. Rente bekommt nur, wer während seines Arbeitslebens regelmäßig Geld in diese Versi­ cherung einbezahlt hat. Aus seinen Beiträgen bekamen jene Menschen die Rente, die damals schon alt waren. Nun zahlen die jüngeren Arbeitnehmer die Rentenbei­ träge. Man nennt dies den Generationenvertrag.

Reptilien Die Reptilien oder Kriechtiere sind eine große Gruppe der Wirbeltiere. Sie legen Eier und atmen durch Lun­ gen. Ihre Haut fühlt sich trocken an und ist von Hornschildern bedeckt. Die Reptilien sind Kaltblüter oder wechselwarm. Sie können ihre Körpertemperatur nicht regeln, sondern hängen in dieser Beziehung ganz von der Umwelt ab. Wenn es draußen kalt ist, sind auch die Reptilien kalt und damit träge. So verwundert es nicht, wenn die Reptilien vor allem in tropischen Ländern und heißen Wüsten vertreten sind. Die Reptilien spielten bei der ~>Evolution eine große Rolle. Vor ungefähr 360 Millionen Jahren erschienen die ersten Reptilien. Sie breiteten sich über die ganze Welt aus und entwickelten viele Arten. Vor ungefähr

Revolution 100 Millionen Jahren waren sie die unangefochtenen Herren unseres Planeten. Besonders auffällig waren die -»Dinosaurier, von denen die schwersten über 100 Ton­ nen wogen. Aus den Reptilien entwickelten sich schließlich die -»Vögel und die -»Säugetiere. Heute le­ ben noch vier Gruppen von Reptilien: die -»Krokodile, die -»Echsen, die -»Schlangen und die -»Schildkröten.

Republik In Republiken können die Menschen ihre Regierung selber wählen. Eine Republik ist also eine -»demokrati­ sche Regierungsform. Normalerweise finden Wahlen statt, bei denen die Abgeordneten und die Regierung bestimmt werden. Viele Republiken entstanden aus Königreichen.

Großbritannien, Schweden, Norwegen und Dänemark haben noch Monarchen, also Könige und Königinnen, und sind deswegen eigentlich keine Republiken. Die Menschen in diesen Ländern werden aber demokratisch regiert und können ihre Abgeordneten und ihre Regierung freier wählen als in vielen Ländern, die sich selbst als Republiken bezeichnen. Weil der König oder die Königin an die Verfassung (lateinisch: constitutio) gebunden sind, spricht man auch von konstitutionellen Monarchien. Die Könige haben also so gut wie keine Macht mehr.

Revolution Revolutionen sind entscheidende Änderungen und schnelle Umwälzungen. Bei der neolithischen Revo­ lution entwickelte der Mensch zum Beispiel die Land­ wirtschaft und aus dem nomadischen Jäger und Samm­ ler wurde ein Bauer. Die -»industrielle Revolution veränderte das Leben des Menschen grundlegend durch Einführung der ersten großen Maschinen. Wenn weite Teile des Volkes unzufrieden sind und gegen die Regierung aufstehen, kommt es zu einer poli­ tischen Revolution. Am bekanntesten ist die -»Franzö­ sische Revolution.

◄ Im Jahr 1775 zettelten 13 nordamerika­ nische Staaten eine Revolution gegen ihr Mutterland England an. Sie erklärten ihre Unabhängigkeit. Bis 1783 dauerte der Unabhängigkeitskrieg. Dann wurde in Paris ein Friedensvertrag unterzeichnet. Das Gemälde zeigt den Akt der Unab­ hängigkeitserklärung der 13 amerikani­ schen Staaten.

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Rinde ▼ Im Mittelalter zogen die Ritter in einer Rüstung aus zahlreichen Metallplatten in die Schlacht. Selbst den Pferden zog man eine Rüstung an. Das durchschnittliche Gewicht einer Ritterrüstung lag bei 25 Kilogramm, doch der spanische König Karl V. besaß eine Rüstung, die mehr wog als er selbst! Durch die Rüstung wurden die Ritter sehr unbeweglich. Gegen flinke Fußtruppen mit langen Spießen konnten sie kaum etwas ausrichten. Die Bolzen von Armbrüsten durchschlugen ihre Rüstungen, und die Schusswaffen bedeuteten das endgültige Aus für die Ritterrüstungen. Sie wurden dann noch ungefähr 100 Jahre bei Turnieren verwendet.

Mach es selbst

Wir legen eine Sammlung von Rindenabreibungen an. Wir brauchen dazu große Stücke Papier und Wachsmalkreiden. Wir legen das Papier so auf ein Stück saubere Rinde, dass es sich nicht verschieben kann. Dann reiben wir mit einer Wachsmalkreide darü­ ber. Nach und nach erscheint das Rindenmuster. Vergiss nicht den Namen des Baumes dazuzuschreiben.

Rinde_________________________________ Jeder Baum und jeder Strauch trägt über dem Holz des Stammes und der Äste eine Rinde. Sie ist abgestorben und schützt das darunter liegende lebende Holz. Man kann auch sagen: Die Rinde ist die Haut des Baumes. Wenn der Baum wächst, bildet er Jahresringe aus neuem Holz und wird dicker. Dieses neue Holz drückt von innen auf die tote Rinde und bewirkt, dass sie Risse bekommt und dass Stücke davon abfallen. Jede Baum­ art hat dabei ihr eigenes Rindenmuster. Ein erfahrener Fachmann kann schon anhand der Rinde einen Baum bestimmen. Eine besondere Rinde ist der Kork der Kork­ eiche aus dem Mittelmeergebiet. Man stellt aus dieser dicken Rinde Flaschenkorken und Bodenbeläge her.

Ritter_________________________________ Die Berufssoldaten des -»Mittelalters hießen Ritter. Sie dienten einem Fürsten oder König und erhielten dafür einen großen Gutshof oder ein ganzes Dorf als Lehen. Die Bauern dieses Besitztums mussten dann für den Ritter und seine Mannschaft sorgen. Deswegen waren viele Ritter beim Volk überhaupt nicht beliebt. Die Ritter mussten ein ritterliches Verhalten zeigen: vornehm, aufrichtig, dienst- und hilfsbereit. Gegen Ende des Mittelalters verloren die Ritter an Bedeutung und viele Ritter vergaßen auch ihr ritterli­ ches Verhalten: Sie wurden zu Raubrittern, weil sie arm waren wie die Kirchenmäuse. Vor allem überfielen diese Raubritter Handelskarawanen oder plünderten Dörfer aus. Die Nachkommen der Ritter bildeten spä­ ter den -»Adel und besaßen lange Zeit noch Vorrechte.

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Robinson Crusoe

Robben_______________________________ Die Robben sind Meeressäugetiere. Sie heißen auch Flossenfüßer und sind aus den -»■Raubtieren des Fest­ lands hervorgegangen. Viele der rund dreißig Robben­ arten leben in kalten Meeren und verbringen den größ­ ten Teil ihres Lebens im Wasser. Gelegentlich lieben sie es, an der Küste sonnenzubaden. Auch die Jungen kommen am festen Ufer auf die Welt. Robben schwim­ men mit ihrem stromlinienförmigen Körper sehr gewandt. Die beiden Beinpaare sind zu Flossen umge­ wandelt. Die Tiere haben eine dicke Fettschicht unter der Haut als Schutz gegen die eisigen Temperaturen des Wassers. Ihre Nahrung besteht zur Hauptsache aus Fischen. Zu den Robben gehören auch die -»Walrosse, die Seelöwen, die Seebären, die See-Elefanten, die See­ hunde und die Seeleoparden.

▲ Die Jungen der Krabbenfresserrobbe kommen wie die aller Robbenarten an Land zur Welt, können aber gleich schwimmen.

▼ Die Robben schwimmen sehr gewandt, haben aber an Land ziemliche Mühe vorwärts zu kommen. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens im Meer und kommen nur zur Fortpflanzung an Land.

Männchen der Elefantenrobbe

Robinson Crusoe „Robinson Crusoe“ ist der Titel und der Held eines Romans des englischen Schriftstellers Daniel Defoe (1660-1731). Robinson Crusoe wird auf eine abgelege­ ne Insel verschlagen und muss dort 28 Jahre lang ein­ sam leben. In dieser Zeit macht er viele Erfindungen der Menschheit von neuem. Robinson Crusoe schließt Freundschaft mit einem Eingeborenen. Vorbild für Robinson Crusoe war der Seemann Alexander Selkirk, der vier Jahre lang auf einer solch einsamen Insel lebte.

Das Buch „Robinson Crusoe" wurde in kurzer Zeit ein Welt­ erfolg. Kurz darauf erschienen Nachahmungen, z. B. „Robinson der Jüngere" von J. H. Campe. Dieses Buch erlebte immerhin noch 120 Auflagen!

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Roboter ▼ Szene aus dem berühmten Kinder­ roman „Tom Sawyers Abenteuer" des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain.

Roboter _____________________________ Roboter sind keine künstlichen Menschen, sondern Maschinen, die programmiert werden und sich danach selber steuern. Sie können komplizierte Arbeiten ver­ richten, nehmen uns also Arbeit ab. Die weitaus meis­ ten Roboter arbeiten in der Industrie.

Rockmusik Die Rockmusik stammt ursprünglich aus Amerika und erinnert oft noch an den ~>Jazz, also an afrikanische Musik. Es gibt in der Rockmusik ganz unterschiedliche Stile, zum Beispiel Hardrock und Folkrock. Wichtige Musiker bzw. Musikgruppenwaren die Rolling Stones, The Who, Bob Dylan, Pink Floyd oder Eric Clapton.

Roman_______________________________ Romane erzählen, was den Menschen im Lauf ihres Lebens zustoßen kann. Das klingt interessant und so sind viele Romane überhaupt nicht langweilig. Die „Nunmehr machte sich der Lehrer daran, eine Karte von Amerika an die Wandtafel zu malen ... Es wollte ihm aber bei seiner unsicheren Hand nicht gelingen, und ein unterdrücktes Kichern lief durch den Saal ...; es dauerte fort, schwoll sogar noch an. Allerdings war auch Grund genug dazu vorhanden. Im oberen Stock befand sich die Dachstube, die gerade über seinem Kopf durch eine Falltür ver­ schlossen war. Durch diese Falltür erschien eine Katze, an einem um ihren Leib gelegten Strick ge­ halten. Ein Tuch war ihr über den Kopf gebunden, damit sie nicht schreien konnte ... Das Kichern wurde stärker und stärker, die Katze war keine ] sechs Zoll mehr vom Kopf des ahnungslosen Lehrers entfernt, tiefer, tiefer, noch ein bißchen tiefer, und sie schlug ihre Krallen verzweifelt in die Perücke und wurde im nächsten Moment mit \ ihrer Trophäe in die Dachstube zurückgezogen. Aus: Mark Twain: Tom Sawyers Abenteuer

Rumänien meisten Kinder- und Jugendbücher sind Romane, zum Beispiel ->„Robinson Crusoe“ und „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“. Von Verbrechen und ihrer Auf­ klärung handeln Kriminalromane.

Römisches Reich_______________________ Die alten Römer herrschten vor rund zweitausend Jah­ ren über ein großes Reich, welches den ganzen Mittel­ meerraum und weitere benachbarte Länder umfasste. Das Zentrum dieses Reiches war die Stadt Rom. Weiteres siehe auf den Seiten 462 und 463.

In manchen Romanen geschieht nicht viel. Der Roman „Ulysses" von James Joyce beschreibt nur die Handlungen und Begegnun­ gen von drei Personen im Lauf von etwa zwanzig Stunden. Doch alle Gedanken, Empfindungen, Erinnerungen und Handlungen in dieser kurzen Zeit füllen Hunder­ te von Seiten!

Röntgen ______________________________ Röntgenstrahlen sind wie Licht- und Radiowellen elekt­ romagnetische Strahlen. Sie enthalten viel Energie und dringen deswegen durch die meisten Lebewesen hin­ durch. Dabei werden sie allerdings von Muskeln weni­ ger stark verschluckt als von Knochen. Da Röntgen­ strahlen auf Fotografien ein Bild hinterlassen, kann man mit ihnen das Körperinnere abbilden. Ärzte sehen zum Beispiel auf Röntgenbildern, ob Knochen gebro­ chen sind. Auch in der Technik verwendet man Rönt­ genstrahlen, zum Beispiel um Risse in Röhren zu fin­ den. Der Deutsche Wilhelm Röntgen entdeckte die nach ihm benannten Strahlen durch Zufall, als er Elekt­ rizität durch Gase passieren ließ.

Rotes Kreuz___________________________ Das Rote Kreuz ist eine internationale Organisation, die Kranken, Verletzten, Hungernden und leidenden Menschen hilft. Es hat seinen Sitz in Genf in der Schweiz, ist aber in sehr vielen Ländern vertreten. Seine Flagge zeigt ein rotes Kreuz auf weißem Grund. Der Journalist Henri Dunant gründete 1863 das Rote Kreuz. Einige Jahre zuvor hatte er auf einem Schlacht­ feld Tausende von Soldaten gesehen, die verletzt da­ lagen und um Hilfe riefen. Damals war es nicht üblich, verletzte Soldaten nach dem Kampf zu pflegen.

Rotes Kreuz

Roter Halbmond

Roter Davidstern

Rumänien Rumänien liegt in Südosteuropa und grenzt an das Schwarze Meer. Das Land hat ausgedehnte Wälder und große Gebirge. Die meisten Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Auch Bergbau wird betrieben und

▲ Das Rote Kreuz hat in anderen Gebieten der Erde, wo das Christentum nicht überwiegt, auch ein anderes Symbol. In Ländern des Islam spricht man vom Roten Halbmond, in Israel vom Roten Davidstern.

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Das Römische Reich Die Geschichte des Römischen Reiches begann vor ungefähr 2700 Jahren mit dem Zusammenschluss mehrerer kleiner Dörfer am italienischen Fluss Tiber. Der Sage zu­ folge wurde die Stadt Rom von den Zwil­ lingsbrüdern Romulus und Remus gegrün­ det. Eine Wölfin soll die beiden aufgezogen haben. Die Römer gründeten eine Repub­ lik, bauten ein starkes Heer auf und began­ nen die Nachbarvölker zu unterwerfen. Die Hauptstadt des Römischen Reiches war Rom. Man sagt, dass sie auf sieben Hügeln erbaut ist. Aber in Wirklichkeit sind es viel mehr. Das Zentrum Roms war das Forum mit Tempeln, Märkten und Tri­ umphbogen. Im Jahr 45 v.Chr. machte sich Julius »"Caesar zum Alleinherrscher von Rom und 27 v.Chr. wurde sein Neffe Octavian (Augustus) der erste römische Kaiser. Die Römer herrschten damals über alle Länder rund um das Mittelmeer sowie über Teile Deutschlands und Englands. So konn­ te sich die Römische Kultur über weite Gebiete ausbreiten. Im Jahr 364 n.Chr. wurde das Römische Reich geteilt, die westliche Hälfte wurde von Rom, die östli­ che von Konstantinopel oder Byzanz aus regiert. Das weströmische Reich ging 476 unter, das oströmische hielt sich fast tau­ send Jahre länger. 1453 wurde Konstanti­ nopel von den Türken eingenommen.

▼ Diesen Triumphbogen ließ Kaiser Konstantin 315 n.Chr. in Rom errichten. Er soll an einen seiner Siege erinnern.

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► Bei Zirkusrennen zogen zwei, drei oder vier Pferde einen zweirädrigen Wagen.

▼ Römische Ingenieure bauten viele Aquädukte, also Was­ serleitungen. Der Kran war eine römische Erfindung. Der berühmte Pont du Gard in Südfrankreich wurde auf diese Weise errichtet. Er liegt 48 Meter hoch über

Geschichte Roms 753 v.Chr. Sagenhafte Gründung Roms 590 v.Chr. Fremde Könige werden aus Rom vertrieben und die Republik wird errichtet 264 v.Chr. Punische Kriege gegen die phönizische Stadt Karthago 146 v.Chr. Die Römer erobern Griechenland 45 v.Chr. Julius Caesar wird Alleinherrscher 31 v.Chr. Oktavian, der sich später Augustus nannte, besiegt Mark Anton und Kleopatra 64 n.Chr. Kaiser Nero zündet Rom an und schiebt den Christen die Schuld in die Schuhe 150 n.Chr. Höhepunkt der römischen Macht 330 n.Chr. Kaiser Konstantin gründet die Stadt Konstantinopel 364 n.Chr. Aufteilung in ein weströmisches und ein ost­ römisches Reich. 410 n.Chr. Die Westgoten unter Alarich erobern Rom 451 n.Chr. Der Hunnenkönig Attila greift Rom an 476 n.Chr. Untergang des weströmischen Reiches

► Dieses Mosaik fand man in Pompeji, das vom Vulkan Vesuv verschüttet wurde. Die Inschrift bedeutet „Vorsicht vor dem Hunde".

•< Eine römische Münze.

▲ Die Karte zeigt die größte Ausdehnung des Römischen Reiches, die im Jahr 177 n.Chr. erreicht wurde. Zu jener Zeit herrschte Kaiser Trajan.

▼ Das römische Heer: In der Mitte ist ein Befehls­ haber abgebildet, links davon ein Kavallerist mit Schuppenpanzer, rechts ein Legionär.

► Ein römischer Senator. Er trägt die lose, weich fallende Toga. Sie bestand aus einem ovalen großen Stück Tuch und besaß sehr viele Falten. Die Farbe der Toga gab Hinweise auf die Stellung des Trägers.

Die römische Armee Das Römische Reich wäre ohne seine straff geführte Armee niemals so groß geworden. Jede Legion bestand aus 6000 Fußsoldaten und war in zehn Kohorten unterteilt. Die Soldaten waren mit Wurfspießen, Schilden und Kurzschwertern bewaffnet. Jeder Soldat war römischer Bürger, was damals eine große Ehre bedeutete. Das Leben in der Armee war unge­ heuer hart. Die Soldaten mussten in ihrem Dienst oft Gewaltmärsche aus­ halten und jeden Abend ein befestig­ tes Lager bauen. In der römischen Armee gab es auch berittene Kaval­ lerie und Belagerungsmaschinen wie riesige Armbrüste und Katapulte.

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Russland

o

Hauptstadt: Bukarest Oberfläche: 237 500 km2 Bevölkerung: 22 760 000 Sprachen: Rumänisch, Ungarisch, Deutsch Währung: Leu

Erdöl gefördert. Viele Jahre lang war Rumänien eine kommunistische Volksrepublik und wurde vom Diktator Nicolae Ceau§escu mit harter Hand regiert. 1989 erhoben sich die Menschen gegen Ceau§escu und seine Geheimpolizei und vertrieben sie. Seither ist Rumänien auf dem Weg zur Demokratie. In den Land­ schaften Banat und Siebenbürgen lebten bis 1990 ungefähr 360000 Deutschstämmige, die sich selbst „Sachsen“ oder „Schwaben“ nannten. Sie sind teilweise schon im 12. Jahrhundert nach Rumänien eingewan­ dert und haben dort eine eigenständige Kultur ent­ wickelt. Seit 1992 sind über zwei Drittel dieser Deut­ schen als Aussiedler nach Deutschland gekommen.

Russland Als die - >• Sowjetunion zerfiel, entstanden aus diesem Riesenreich 15 unabhängige Staaten, von denen sich elf wieder zur »GUS zusammenschlossen. Der weitaus größte dieser Staaten ist die Russische Föderation, die wir meistens einfach Russland nennen. Das Land erstreckt sich von St. Petersburg ostwärts über das Uralgebirge, das die Grenze Europas bildet, über ganz Nordasien (Sibirien) bis nach Alaska. Russland ist das größte Land der Erde, fast doppelt so groß wie die USA. Die 150 Millionen Einwohner gehören unter­ schiedlichen Völkern und Religionen an, auch wenn die ursprünglich orthodoxen Russen die Mehrheit ausma­ chen. Russland bildet eine Föderation, einen Bund aus 89 Verwaltungseinheiten, autonomen Gebieten und sogar 21 eigenen Republiken. Zu den Republiken im Kaukasus gehören Dagestan und Tschetschenien, das zwei Jahre um seine Unabhängigkeit Krieg führte. Weitere sechs Republiken liegen im Wolgagebiet, zum Beispiel Kalmykien und Tatarstan. Den Südrand Zent­ ralasiens bilden die Republiken Altai, Chakassien, Tuwa und Burjatien.

Rütli__________________________________ Rütli heißt eine Wiese am Vierwaldstätter See in der Zentralschweiz. Dort sollen die Vertreter der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden 1291 den heiligen Bund beschworen haben. Durch diesen RütliSchwur gründeten sie die -»Schweiz. Was an dieser Geschichte wahr ist, kann man heute nicht mehr sagen.

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Salz

Sagen ________________________________ Sagen oder Legenden sind Geschichten, die zunächst durch Erzählungen weitergegeben wurden. Jeder Erzähler schmückte etwas mehr aus, bis die ursprüng­ liche Geschichte kaum mehr zu erkennen war. Den­ noch enthalten viele Sagen einen wahren Kern. Zu den Sagen gehören zum Beispiel die Geschichten von Till -»•Eulenspiegel und von Robin Hood.

s

Sahara_______________________________ Die Sahara ist die größte Wüste der Welt. Sie liegt in Nordafrika und hat eine Oberfläche von rund 8,4 Mil­ lionen Quadratkilometern. Sie erstreckt sich vom At­ lantik im Westen bis zum Roten Meer im Osten und grenzt bei Libyen und Ägypten ans Mittelmeer. Die Sahara dehnt sich jedes Jahr um einige Kilometer weiter nach Süden aus. Schuld daran ist zum größten Teil der Mensch, weil er in dieser trockenen Sahelzone zudem viele Rinder und andere Tiere hält. Sie fressen die ohnehin kärgliche Pflanzendecke völlig ab. Dazu hat es in den vergangenen Jahren in der Sahelzone nur sehr wenig geregnet. Ungefähr ein Drittel der Sahara ist von Sand bedeckt. Die restlichen Gebiete bestehen aus nacktem Fels oder Schotter und größeren Steinblöcken. Die Sahara ist die heißeste Gegend auf der Welt. Hier wurde die höchste Lufttemperatur im Schatten gemessen, nämlich 57,7 °C.

Sakrament____________________________ Sakramente sind heilige Handlungen. Die -»katholi­ sche Kirche kennt sieben Sakramente, nämlich Taufe, Kommunion, -»Firmung, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe und Ehe. Wer ein Sakrament empfängt, bekommt göttliche Gnade. Die “»evangelische Kirche kennt nur zwei Sakramente, nämlich Taufe und Abendmahl.

Salz Salz ist das einzige Gestein, das wir essen. Als Bergsalz bildet es riesige unterirdische Stöcke. Früher gewannen Bergleute das Salz mit Hacke und Schaufel. Heute pumpt man Wasser in den Salzstock. Das Salz löst sich darin auf, bis eine gesättigte Lösung, die Sole, entsteht. 30 KB3

Der Mensch braucht jeden Tag ein paar Gramm Salz. Wenn wir stark schwitzen, benötigen wir mehr Salz, weil mit dem Schweiß auch Salz ausgeschie­ den wird. Zu viel Salz schadet jedoch dem Körper: Man bekommt Bluthochdruck und Herz und Nieren werden zu sehr beansprucht.

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Samen ► Wo viel Sonne scheint, kann man Meersalz in Salzgärten gewinnen. Das Wasser verdunstet durch die Sonnen­ wärme und zurück bleibt rein weißes Meersalz. Es enthält viele weitere Mineralsalze.

Keimknospe

Keimwurzel

Keimblatt

Diese wird wieder hochgepumpt. Dann lässt man das Wasser verdampfen und erhält reines Kochsalz. Viel Salz wird auch aus dem Meer gewonnen: Man lässt Meer­ wasser in flache Salzgärten laufen, wo es mit der Zeit ver­ dunstet. Dann kehrt man das Meersalz zusammen. Es ent­ hält auch noch andere »Mineralsalze, zum Beispiel Jod.

Samen_______________________________

▲ Eine Bohne (oben, längs geteilt) besteht aus großen fleischigen Keimblättern, der Keimwurzel und der Keimknospe. Die Keimwurzel wächst in den Boden hinein. Dann erscheint die Keimknospe, die zum Licht strebt (links).

► Samen verbreiten sich auf die unterschiedlichste Weise. Die Erbsen liegen in einer Hülse, die aufplatzt, wenn sie reif ist. Brombeeren werden gerne von Vögeln gefressen. Die Samen sind die winzigen Nüsschen. Sie verlassen den Vogelkörper unverdaut und können dann keimen. Der Eichelhäher vergräbt viele Eicheln als Nahrungsvorrat und vergisst sie dann, worauf sie auskeimen können. Die Klette heftet sich am Fell von Weide­ oder Wildtieren an. Löwenzahnsamen fliegen mit dem Wind weg.

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Blutenpflanzen vermehren sich durch Samen. Nach der Bestäubung entwickelt sich die “»Blüte zur “-»Frucht, welche die Samen enthält. Samen zeigen ganz unter­ schiedliche Formen. Sie sehen zum Beispiel wie trocke­ ne Nüsschen aus, etwa beim Löwenzahn oder der Brombeere. Es gibt auch ziemlich große Samen, zum Beispiel die Eicheln oder die Erbsen. Oft sind auch die Früchte groß und fleischig und die darin enthaltenen

Samen klein und hart, zum Beispiel bei der Weinbeere. Samen sollten möglichst weit weg von der Mutter­ pflanze auf den Boden fallen und zu keimen beginnen. Blieben sie ganz nahe bei der Mutterpflanze, so wür­ den sich die Pflanzen bald gegenseitig ersticken. Es gibt viele verschiedene Formen der Samenverbreitung. Ahornsamen haben zum Beispiel Flügel zum Fliegen. Kletten haken sich am Fell von Tieren fest. Bei den Tieren und beim Menschen bedeutet „Same“ etwas ganz anderes. Gemeint ist die Samenflüssigkeit oder das Sperma des Mannes. Er überträgt sie beim Geschlechtsverkehr auf die Frau. In der Samenflüssig­ keit sind viele Millionen von Samenzellen enthalten. Sie versuchen die weibliche »Eizelle zu befruchten.

San Marino____________________________ Das kleine Land San Marino in Italien ist die älteste und kleinste - »Republik der Welt. Den größten Teil der Ein­ künfte gewinnt San Marino aus dem Tourismus und aus den Briefmarken, von denen häufig neue herausge­ geben werden. Das Land wird von zwei Regierungs­ chefs regiert. Sie werden alle sechs Monate vom Parla­ ment neu gewählt. San Marino ist seit über tausend Jahren selbstständig und schloss 1862 einen Freund­ schaftsvertrag mit Italien.

Hauptstadt: San Marino Oberfläche: 61 km2 Bevölkerung: 24 000 Sprachen: Italienisch Währung: Italienische Lira

Kommandoantenne Parabolantennen

Solar­ zellen um den ganzen Satelliten­ körper

Satelliten Jeder Körper, der um einen anderen Körper in einer Umlaufbahn oder einem - »Orbit kreist, heißt Satellit. Die Erde und die übrigen -»Planeten sind somit Satelli­ ten der »Sonne. Der - »Mond ist der natürliche Satellit der Erde. Diese wird aber von Tausenden weiterer künstlicher Satelliten umkreist. -»Raketen befördern sie auf ihre Umlaufbahnen. Wettersatelliten nehmen mit Kameras Bilder von den Wolken und Stürmen auf der Erdoberfläche auf. Fernmeldesatelliten übertragen Telefongespräche und Fernsehsendungen in andere Länder und Kontinente. Sie haben Batterien an Bord, die von den Sonnenstrahlen immer wieder aufgeladen werden. Heute umkreisen über 8000 Satelliten die Erde. Dazu kommen viele Millionen Bruchstücke von Satelliten und Raketen, die ebenfalls wie Geschosse um die Erde fliegen. Im Weltraum herrscht deswegen schon ein ziemliches Gedränge. 30*

Antriebs­ system für die — Lage­ regelung

kleines Raketenantriebswerk

▲ Fernmeldesatelliten wie Intelsat sind geostationär: Sie drehen sich genauso schnell wie die Erde und halten sich deswegen immer an derselben Stelle über der Erde auf. Sie empfangen Signale von der Erde und leiten sie in andere Erdteile weiter.

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Saturn ► Die ungefähr 100000 Ringe des Saturns bestehen aus Eisteilchen und Gesteins­ stückchen. Sie bilden ein flaches Band, das ungefähr zwanzigmal so breit ist wie der Erddurchmesser.

Saturn________________________________

Saudi-Arabien

Der Saturn ist der zweitgrößte ->Planet des ->Sonnensystems nach dem Jupiter. Sein Durchmesser beträgt rund 120000 Kilometer. Der Saturn ist berühmt für die Ringe, die ihn umgeben. Man kann sie mit den Rillen einer Schallplatte vergleichen. Die schmälsten Ringe haben einen Durchmesser von ungefähr 150 Kilome­ tern. Sie bestehen aus Eisteilchen oder Gesteinsbruch­ stücken. Für das bloße Auge sieht der Saturn wie ein heller Stern aus. Er besteht zum größten Teil aus leich­ ten Gasen; vielleicht enthält er allerdings auch einen festen Kern. Der Saturn hat über zwanzig Monde. Der größte heißt Titan. Er hat einen Durchmesser von über 5200 Kilometern.

Saudi-Arabien_________________________

Hauptstadt: Riad Oberfläche: 2 240000 km2 Bevölkerung: 17 400 000 Sprache: Arabisch Währung: Rial

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Saudi-Arabien ist ein riesiges Land, das den größten Teil der arabischen Flalbinsel zwischen dem Persischen Golf und dem Roten Meer einnimmt. Es ist nach der königlichen Saudi-Familie benannt, die das Land seit seiner Gründung im Jahr 1932 beherrscht. Ein Jahr da­ rauf wurden nahe am Persischen Golf Ölquellen ent­ deckt. Der Verkauf von Erdöl bringt heute noch viel

Säugetiere Geld ins Land. Saudi-Arabien besitzt ungefähr ein Vier­ tel aller Erdölreserven der Erde. Saudi-Arabien ist ein modernes Land geworden, befolgt aber immer noch streng die alten Gesetze des -»-Islam.

Sauerstoff_____________________________ Der Sauerstoff ist ein Gas und eines der häufigsten che­ mischen -»Elemente. Ein Fünftel der Luft besteht aus Sauerstoff. Wenn etwas brennt, verbindet es sich in einer heftigen Reaktion mit Sauerstoff. Dabei wird viel Wärme frei. Fast alle Lebewesen brauchen Sauerstoff. Sie nehmen ihn mit der Atmung auf. Mit dem Sauerstoff „verbren­ nen“ wir die Nahrung und gewinnen dabei Energie für das Leben. Die grünen -»Pflanzen geben mehr Sauer­ stoff ab, als sie aufnehmen, und sind deswegen lebens­ wichtig für Tiere und Menschen.

Säugetiere____________________________ Die Säugetiere sind nicht die größte Tiergruppe auf der Welt, aber die bekannteste und auch die intelligenteste. Sie umfassen nur 3700 Arten, zeigen aber eine unge­ heure Vielfalt von Formen. Alle Säugetiere haben ein Fell. Mit Ausnahme der Eier legenden Säugetiere wie des Schnabeltiers gebären die Weibchen ihre Jungen. Als Nahrung bekommen alle neugeborenen Säuger Milch, die die Mutter in ihren Brustdrüsen produziert. Eier legende Säugetiere

Beuteltiere

Mach es selbst Mit diesem Versuch wollen wir herausfinden, wie viel Sauerstoff in der Luft enthalten ist. Wir stellen eine Kerze in ein Gefäß voll Wasser, zünden sie an und stülpen ein Glas darüber. Wir markieren die Wasserhöhe in dem Glas. Während die Kerze brennt, braucht sie Sauerstoff auf und Wasser tritt an dessen Stelle. Bald erlischt die Kerze. Das Wasser steht nun ungefähr um ein Fünftel der ursprünglichen Luftmenge höher.

Plazentatiere

A Die Wissenschaftler unterscheiden drei

Gruppen von Säugetieren: die Eier le­ genden Säuger, die Beuteltiere und die Plazentatiere. Zu diesen zählen auch die Nagetiere, die Raubtiere, die Huftiere und die Affen.

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Säuren Säuren_______________________________ Säuren schmecken sauer. Zitronen enthalten zum Bei­ spiel die Zitronensäure, Joghurt Milchsäure und Essig die Essigsäure. Manche Säuren sind allerdings viel stär­ ker als die genannten Säuren. Sie würden uns sofort den Mund und die Haut wegätzen. Solche gefährlichen Säuren sind zum Beispiel Schwefelsäure, Salzsäure und Salpetersäure. Alle Säuren färben Lackmuspapier rot. Das Gegenteil von den Säuren sind die Laugen oder Basen. Auch sie können stark ätzend sein und färben Lackmuspapier blau. Säuren und Laugen heben sich gegenseitig auf, wenn man sie mischt. Wir sagen: Sie neutralisieren sich. Daraus entstehen Salze.

saurer Regen__________________________

Mach es selbst Wir schneiden einen halben Rotkohl in Streifen und legen diesen in einen Kochtopf mit heißem Wasser. Nach dem Abkühlen gießen wir die farbige Flüssigkeit in zwei Gläser. In das eine Glas geben wir einige Tropfen Zitronensaft. Die rote Farbe verstärkt sich. In das andere Glas gießen wir einen Löffel Soda. Es zeigt sich die bläuliche basische Färbung.

Regenwasser ist seit jeher etwas sauer. Die leichte -»•Säure des Regenwassers löst zum Beispiel Kalk auf, sodass -»-Höhlen entstehen. Seit ungefähr zwanzig Jahren wird der Regen immer saurer. Der sauerste Regen, der bisher fiel, war wie Essig! Schuld daran ist die »Luftverschmutzung. Kraft­ werke, Fabriken, Ölheizungen und Autos stoßen viele Abgase aus. Darunter sind vor allem das Gas Schwefel­ dioxid sowie die Stickoxide. Sie werden mit den Win­ den weithin verfrachtet und kommen auch mit Wolken und Nebel in Berührung. Sie reagieren dabei mit dem Wasser und fallen schließlich als schwache Säuren vom Himmel. Dies bezeichnen wir als sauren Regen. Der weniger Wärme entweicht in den Weltraum

► Unsere Atmosphäre und unser Klima sind vor allem durch den sauren Regen und den Treibhauseffekt gefährdet. Die Ursachen sind für beide Erscheinungen dieselben, nämlich Abgase von Kraft­ werken, Fabriken und Autos. Der Treib­ hauseffekt entsteht dadurch, dass sich gewisse Gase wie das Kohlendioxid in der Atmosphäre anreichern. Diese Gase verhindern, dass die Erde Wärme abstrahlt. Die abgestrahlte Wärme wird wieder auf die Erde zurückgeworfen. Damit heizt sich die Erde immer weiter auf. Deswegen verändert sich das Klima

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erhöhter Kohlendioxidgehalt ' /, / / mehr Wärme wird auf die gfde zurüflkcjevyorfen

/ 1

sauref Regen' /

i

Abgase aus Kern­ kraftwerken, Industriebetrieben und Autos

Schaf saure Regen ist der Hauptgrund für das -»Waldsterben. Der saure Regen bewirkt nämlich, dass der Boden über­ säuert wird. Die Baumwurzeln werden geschädigt und können nicht mehr genügend Wasser und darin gelöste Mine­ ralsalze aufnehmen. Deswegen verdorren die Bäume. Auch die Gewässer werden durch den sauren Regen immer saurer. Viele Fische und andere Wassertiere gehen dadurch zugrunde.

Saurier_______________________________ Ausgestorbene - »Reptilien bezeichnen wir ganz allge­ mein als Saurier. In den meisten Fällen meinen wir jedoch eine ganz bestimmte Gruppe der Saurier, die so genannten -»Dinosaurier. Zu ihnen zählten Riesenformen, die über hundert Ton­ nen wogen!

Mach es selbst Gegen den sauren Regen kann niemand direkt etwas unterneh­ men. Wir können allerdings versuchen so zu leben, dass weniger Schwefeldioxid und Stickoxid entstehen. Wir fahren möglichst wenig Auto. Wir sparen Energie, damit die Kraftwerke weniger Strom produzieren müssen. Wir drosseln die Heizung und heizen auch Kamine und Kachelöfen so selten wie möglich an.

◄ Diese primitiven Reptilien lebten vor über 250 Millionen Jahren. Sie trugen auf dem Rücken eine Art Segel, mit dem sie möglicherweise ihre Körpertemperatur regelten. Wenn sie ihr Segel der Sonne aussetzten, wurden sie schneller warm.

Schaf_________________________________ Das Schaf ist eines der ältesten -»Haustiere des Menschen. Es wird schon seit vielen Jahrtausenden gezüchtet. Damals wie heute liefert es dem Menschen Milch, Fleisch und Häute für die Herstellung von Leder. Irgendwann machten die Menschen die Entdeckung, dass man die Schafe auch scheren kann. Die Wolle wird versponnen und dann zu Stoffen verwebt.

A Das Mufflon ist ein echtes Wildschaf. Es

stammt aus dem Mittelmeergebiet und lebt verwildert auch an einigen Stellen in Deutschland.

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Schall Mach es selbst Wir können verschiedene Töne mit wasser­ gefüllten Milchflaschen hervorbringen. Wir stellen die Flaschen in einer Reihe auf. In die erste gießen wir nur wenig Wasser, in die restlichen drei zunehmend mehr. Wir schlagen nun alle vier Flaschen mit einem Löffel an. Dadurch wird die Luft im Inneren der Flaschen in Schwingungen versetzt. Wir hören sie als Schall. Weil in den Milchflaschen unterschied­ liche Mengen an Luft vorhanden sind, entstehen auch verschiedene Töne.

Schall________________________________

▼ Schallwellen pflanzen sich von der Schallquelle kreisförmig fort wie die Wellen auf einem Weiher. Schallwellen sind Luftschwingungen. Sie versetzen das Trommelfell in unserem Mittelohr ebenfalls in Schwingungen.

Der Schall besteht aus Luftschwingungen. Wenn wir zum Beispiel die Saite eines Musikinstrumentes anzup­ fen, schwingt sie hin und her. Sie versetzt die benach­ barte Luft in dieselbe Art von Schwingungen. Unser -*Ohr nimmt sie als Ton wahr. Schallwellen legen in der Sekunde ungefähr 334 Meter zurück. Das ist nicht sehr viel. Bei einem Gewitter sehen wir deswegen erst den Blitz und hören einige Sekunden danach den Donner. Das Licht, das der Blitz aussendet, legt nämlich in der Sekunde 330000 Kilo­ meter zurück. Die Höhe der Töne, die wir hören, hängt von der Anzahl der Schwingungen pro Sekunde ab. Niedere Töne sind sehr tief. Wir bezeichnen sie auch als nieder­ frequent. Der tiefste hörbare Ton hat 16 Schwingungen pro Sekunde. Wir sagen auch 16 Hertz. Hohe Töne hin­ gegen weisen sehr viele Schwingungen pro Sekunde auf. Die höchsten Töne, die ein Kind noch hören kann, haben 21000 Schwingungen pro Sekunde. Im Alter sinkt diese Hörgrenze auf deutlich unter 10000 Schwingungen pro Sekunde.

Schallplatte___________________________ Schallplatten bestehen heute ohne Ausnahme aus Kunststoff. Die in die Scheibe eingeprägte Rille wird vom Tonabnehmer abgetastet. Seine Nadel wird dabei in Schwingungen versetzt. Der Tonabnehmer verwan­ delt sie in elektrische Signale, ein -»-Lautsprecher

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zweiter Kanal

Mikroskop

erster Kanal Schneidekopf

Metallplatte

Schneid

Stichel

Schallwellen des zweiten Kanals

Schallwellen des ersten Kanals

schließlich wieder in Schallwellen. Die Schallplatten sind heute fast vollständig durch -»-Compactdiscs ersetzt.

Schauspiel____________________________ Schauspiele oder Dramen werden im "♦Theater aufge­ führt. Mehrere Schauspieler spielen mit. Die Leitung hat der Regisseur. Er führt Regie, teilt die Rollen zu und bestimmt, wie das Stück gespielt werden soll. Ihm zur Seite steht der Bühnenbildner, der die Szenen zum Bei­ spiel mit Kulissen gestaltet. Schon die alten Griechen führten Schauspiele auf. Die ersten deutschen Schauspiele sind aus dem Mittelalter bekannt. Eines davon hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten, die Passionsspiele von Oberammergau.

▲ Im Aufnahmestudio wird ein Master­ band bespielt. Seine elektrischen Signale lenken den Schneidekopf, der die Schallwellen in eine Metallplatte schneidet. Von diesem Master stellt man dann Pressvorlagen her.

▼ Die Wikingerschiffe hatten ein einziges Segel und wurden hauptsäch­ lich gerudert.

Schiffe Die meisten Schiffe transportieren heute nur Fracht. Unter den Frachtschiffen gibt es ganz unterschiedliche Typen. Die weitaus größten Schiffe sind die Öltanker. Die allergrößten erreichten früher eine Tragfähigkeit von über einer halben Million Tonnen. Doch dann wur­ den sie wieder verschrottet, weil sich ihr Betrieb nicht lohnte. Je größer der Tanker, umso größer ist übrigens auch die Gefahr einer -»-Ölpest bei einem Unfall.

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Schiffe

▲ Segelboote können sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Der Weltrekord liegt bei 66,8 km/h über eine Strecke von 500 Metern. Er wurde 1980 von einem Auslegerboot aufgestellt. Noch deutlich höhere Geschwindigkeiten erreichen die Windsurfer.

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Ähnlich wie die Öltanker sehen auch die Massengut­ frachter aus. Sie transportieren lockere Güter wie Getreide oder Kohle. In Leichterschiffen finden kleine­ re Schiffe oder schwimmfähige Behälter Platz. Sie wer­ den von Schleppern in den Rumpf hineinbugsiert. Ähn­ lich gebaut sind auch die Containerschiffe. Sie nehmen große viereckige Behälter mit Ladung auf, die wir mit einem englischen Wort Container (sprich: kontehner) nennen. Diese lassen sich im Hafen sehr einfach in Eisenbahnwaggons oder Lastwagen verladen. Passagierschiffe wie früher gibt es heute fast nicht mehr. Die meisten Menschen benützen für lange Reisen lieber das Flugzeug. Fähren nehmen allerdings für kurze Strecken Passagie­ re und Autos auf. Manche Fähren sind ■"►Tragflächen­ boote: Sie haben seitlich am Rumpf flügelähnliche Tragflächen. Sobald das Schiff Fahrt aufnimmt, hebt es sich aus dem Wasser und gleitet schließlich nur noch auf den Tragflächen dahin. Dabei erreichen diese Schif­ fe eine hohe Geschwindigkeit. Ein anderes technisches Prinzip verwenden die "►Luftkissenboote. Wer Ferien auf einem Schiff machen will, fährt mit einem Kreuzfahrtschiff. Sicher nicht als Ferien em­ pfinden die Soldaten den Dienst auf einem Kriegs-

schiff. Auch hier gibt es viele unterschiedliche Typen: Kreuzer, Zerstörer, Fregatten, Minensuchboote, Flug­ zeugträger und »-Unterseebote. Vor der Erfindung der ‘■Dampfmaschine und des -‘■Verbrennungsmotors gab es vorwiegend - ‘■Segelschiffe. Heute dienen sie nur noch der Erholung und dem Sport. Die Kiel­ boote oder Jachten haben einen fes­ ten metallbeschwerten Kiel. Er verhindert, dass das Boot kentern kann. Die Schwertboote oder Jollen hingegen haben anstelle des festen Kiels nur ein Kielschwert, das der Segler heraus­ ziehen kann. Jollen können bei starkem Wind leicht kentern. Wenn sich das Boot schief legt, muss der Segler Gegengewicht geben und seinen Körper über die Bootswand hinausragen lassen. Heutige Segelschiffe können jeden Kurs laufen - nur nicht genau gegen den Wind. Dazu müssen sie aufkreuzen und im Zickzack fahren.

▼ Flugzeugträger müssen ein besonders großes Deck aufweisen. Denn auf der kurzen Bahn landen und starten Flugzeuge.

Schnitt durch eine Galeone mit zwei Decks: 1 Back 2 Kanonendeck 3 Orlopdeck 4 Querbalken 5 Ankerwinde 6 Ballast aus Steinen 7 Kombüse 8 Pumpe 9 Lager mit Kanonen­ kugeln 10 Gangspill 11 Raum zum Aufbe­ wahren von Segeln 12 Stauraum 13 Ruder 14 Ruderpinne 15 Kolderstock 16 Kapitänskajüte

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Schildkröten__________________________ Die Schildkröten bilden eine altertümliche Gruppe der -••Reptilien. Es gibt sie schon seit über 200 Millionen Jahren und seit jener Zeit haben sie sich kaum ver­ ändert. Schildkröten erkennt man an ihrem Panzer und am Hornschnabel anstelle der Zähne. Die Landschildkröten halten sich überwiegend in trockenen Gebieten auf, zum Beispiel am Mittelmeer. Die größten Arten leben auf den Galapagosinseln und auf einigen Inseln im Indischen Ozean. Sie werden bis 225 Kilogramm schwer und 1,80 Meter lang. Die Sumpf- oder Wasserschildkröten halten sich über­ wiegend in Gewässern auf. Sie haben Schwimmhäute zwischen den Zehen oder flossenähnliche Beine. Sie müssen aber immer wieder auftauchen um Luft zu schnappen. Die größte Art ist die Lederschildkröte. Sie wird bis über 725 Kilogramm schwer. Aus den Homplatten verschiedener Meeresschildkröten machte man früher das geschätzte Schildpatt. A Der Rückenpanzer der Schildkröten besteht aus drei Schichten. Eine dünne lebendige Hautschicht liegt zwischen dem äußeren Hornpanzer und den Knochen­ platten im Inneren des Körpers.

▼ Die Schimmel gehören zu den Pilzen. Sie siedeln sich vorzugsweise auf Lebensmitteln an. Sie bilden auf ihnen ein Fadengeflecht und pflanzen sich durch Sporen fort (Einschlussbild).

Schiller, Friedrich von__________________ Friedrich von Schiller (1759-1805) schrieb viele be­ rühmte -»-Schauspiele. Wir sagen: Er war Dramatiker. In seinen Stücken ging es immer um die Freiheit des Menschen und um das Recht, zum Beispiel in „Die Räuber“ und „Wilhelm Teil“. Dieses Drama um den Freiheitskampf der Schweizer schrieb Schiller ohne jemals die Schweiz oder die Orte der Handlung besucht zu haben. Schiller war die letzten acht Jahre seines Lebens mit -»-Goethe eng befreundet.

Schimmel____________________________ Wenn Lebensmittel schimmlig werden, so bedeutet das, dass sie von bestimmten -»-Pilzen befallen sind. Diese Schimmelpilze wachsen auf den Lebensmitteln und erzeugen darauf ein äußerst feines Fadengeflecht, das Myzel. Nach einiger Zeit bringen sie Sporenkap­ seln hervor. Diese brechen auf und geben die Sporen frei. Auf diese Weise vermehren sich die Pilze. Ver­ schimmelte Nahrungsmittel sollte man wegwerfen. Es gibt aber auch nützliche Schimmel. Die Blauschimmel­ käse (etwa Roquefort) erhalten ihren besonderen Geschmack durch Schimmelpilze. Und aus Schimmel­ pilzen gewinnt man -»-Antibiotika.

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Schlaf ■< Ein Schimpansenjunges schaut seiner Mutter zu, wie sie mithilfe eines Ästchens Termiten aus einem Nest fischt. Schimpansen sind sehr intelligent und kennen den Gebrauch von Werkzeugen.

Schimpanse___________________________ Die Schimpansen sehen unter allen -»Menschenaffen am menschenähnlichsten aus. Erwachsene Tiere wer­ den ungefähr 1,30 Meter groß. Schimpansen können aufrecht gehen. Sie leben in den Waldgebieten Afrikas in Familiengruppen. Schimpansen sind sehr verspielt und intelligent. Sie verwenden sogar Werkzeuge. Zahme Schimpansen können sehr viele Dinge lernen, zum Beispiel eine Zeichensprache. Ob sie sich aller­ dings richtig mit uns Menschen verständigen können, darüber streiten sich die Gelehrten.

Schimpansen gehören zu den lautesten aller Tiere. Sie quietschen und schreien, trommeln auf Bäume, schlagen auf den Boden und machen alle möglichen Geräusche. Damit drücken sie auch ihre Stimmun­ gen und Gefühle aus. Wenn jedoch ein Mensch erscheint, verstummen sie im Allgemeinen und verschwinden im Wald.

Schlaf Der Schlaf stellt die Wissenschaftler heute noch vor die größten Probleme. Viele wichtige Fragen sind noch völ­ lig unbeantwortet: Warum brauchen wir Schlaf? Warum fühlen wir uns nach dem Schlaf erholt? Was geschieht beim Schlafen im Gehirn? Eines steht fest: Alle Menschen brauchen Schlaf, wenn sie gesund blei­ ben wollen. Bei Schlafentzug werden wir reizbar und bekommen schnell Halluzinationen. Wir sehen dabei Dinge, die es gar nicht gibt. Die Forscher unterscheiden beim Schlaf vier verschie­ dene Zeitabschnitte oder Phasen. Wir durchlaufen sie während einer Nacht mehrmals hintereinander. Bei der REM-Phase führen wir zuckende Augenbewegungen durch und träumen dabei. Gegen Morgen nimmt der leichte Schlaf überhand. Auch dabei haben wir viele -»•Träume.

Während des Schlafs sendet das Gehirn elektrische Wellen aus. Man kann sie mithilfe von Elektroden aufzeichnen, die am Kopf befestigt werden. Man erhält dann auf Papier ein Hirnstrombild oder Elektro­ enzephalogramm.

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Schlangen

Schlangen____________________________ Es gibt auf der Welt ungefähr 2500 Schlangenarten. Sie sind mit den -»•Echsen am nächsten verwandt und gehören zu den -»•Reptilien. Sie haben somit eine trockene und keine schleimige Haut. Ihre Beine sind im Lauf der -»-Evolution verloren gegangen. Schlangen bewegen sich durch seitliche Windungen vorwärts. Ungefähr 300 Schlangenarten sind giftig. Sie spritzen ihr Gift durch zwei hohle Zähne im Oberkiefer in Beu­ tetiere oder Feinde ein. Die berüchtigtsten Giftschlan­ gen sind die Mamba, die Kobra und die Sandviper.

Schleimhaut___________________________ ▲ Die bunten Farben der Korallenschlange sind nicht nur Schmuck. Das Tier zeigt damit an, dass es giftig ist und in Ruhe gelassen werden sollte. Diese ab­ schreckenden Farben werden auch von Schlangenarten nachgeahmt, die gar nicht über Gift verfügen. Wir bezeichnen diese Erscheinung als Mimikry.

▼ Das Sicherheitsschloss wurde vom Amerikaner Robert Yale 1848 entwickelt. Eine entscheidende Rolle spielen verschieden lange Stifte, die von Federn gehalten werden. Der Schlüssel gleitet ins Schloss. Mit seinen Zacken hebt er die Stifte unterschiedlich hoch an (1). Stimmt der Schlüssel, so wurden die Stifte gerade so angehoben, dass sie den Zylinder zur Drehung freigeben. Damit kann das Schloss geöffnet werden (2).

Hohle Organe des Körperinneren wie Mund und Darm sind von einer Schleimhaut ausgekleidet. Ihr Haupt­ merkmal sind Schleimdrüsen, welche diese Schleim­ haut dauernd feucht und schlüpfrig halten. Auch die Luftröhre und alle Gänge in der Lunge sind von einer Schleimhaut bedeckt. Sie entzündet sich verhältnis­ mäßig leicht. Dann bekommen wir eine Bronchitis und einen hartnäckigen Husten. Die Schleimdrüsen produ­ zieren dann besonders viel Schleim.

Schleuse______________________________ Wenn ein -»Kanal eine Steigung überwinden muss, so ist das nur mit Schleusen möglich. Zwei Tore stauen das Wasser in der Schleusenkammer. Wenn man diese Tore nacheinander öffnet, kann man die Wasserstände ausgleichen.

Schloss und Schlüssel__________________

Zylinder

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Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Schlüsseln und Schlössern. Der einfachste Schlüssel hat einen Bart. Wenn dieser ins Schloss passt, wird er eingesteckt und gedreht und entriegelt die Tür. Das Sicherheitsschloss besteht aus einem drehbaren Zylinder. Darin befinden sich Öffnungen, in die verschieden lange Stifte hinein­ ragen. Der Sicherheitsschlüssel zeigt mit seinen Zacken die Länge dieser Stifte an. Wenn man ihn hineinschiebt, hebt er die Stifte so weit an, dass sie den Zylinder frei­ geben. Dann kann man das Schloss drehen. Zu Kombinationsschlössern hat man nur dann Zugang, wenn man die entsprechende Kombination von Zahlen oder Buchstaben kennt.

Schmerz

Schmarotzer_________________________ Schmarotzer oder Parasiten leben in oder auf anderen Lebewesen und ernähren sich von ihnen. In fast allen größeren Tiergruppen gibt es Schmarotzer. Am be­ kanntesten sind die Mücken, die Flöhe, Läuse, Wanzen und Zecken. Sie saugen Blut von ihren Wirtstieren und können dabei auch Krankheiten übertragen. Bandwür­ mer leben im Darm ihrer Wirte, fressen die Nahrung weg und vergiften den Wirt langsam.

Schmerz_____________________________ Ein Schmerz warnt uns davor, dass irgendetwas im Körper mcht richtig läuft. Schmerzen können also nützlich sein. Sie lehren uns die Ursachen von Schmer­ zen zu meiden. Wenn wir uns beim Arbeiten mit einem Werkzeug wehgetan haben, erinnert uns der Schmerz daran, beim nächsten Hantieren mit dem Werkzeug vorsichtiger zu sein. Zahnschmerzen sagen uns, dass es Zeit ist, wieder einmal zum Zahnarzt zu gehen. Von vielen Schmerzen kennt man allerdings die Ursache noch nicht. Die Chemiker haben viele Schmerzmittel entwickelt. Eine besondere Gruppe davon macht den Patienten bewusstlos und bewirkt, dass er bei -»-Operationen keine Schmerzen mehr spürt. Wenn wir Schmerzen empfinden, sind immer die Ner­ ven daran beteiligt. Sie melden den Reiz dem Rücken­ mark und/oder dem Gehirn und dieses gibt den Befehl „nachzusehen“, was den Schmerz verursacht.

▲ Die Rafflesia ist eine parasitische Pflanze, denn sie saugt Säfte anderer Pflanzen. Sie bildet die größte Blüte der Welt aus; bisweilen wird sie über einen Meter groß. Besonders merkwürdige Schmarotzer finden wir unter den TiefseeAnglerfischen. Die Männchen sind winzig klein und heften sich an der Stirn des Weibchens fest. Sie werden dann vom Weibchen miternährt. ▼ Wenn das Mädchen das Bügeleisen berührt, registrieren Sinnesorgane in der Haut die Hitze. Sie melden dies über Nerven dem Rückenmark. Dieses befiehlt den Muskeln über andere Nerven, den Finger sofort zurückzuziehen. Diese Reaktion geschieht blitzschnell und heißt Reflex.

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Dickkopffalter

Peruanischer Fleckenfalter (Unterseite)

Heufalter

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/ Tagpfauenauge

Peruanischer Fleckenfalter

Vogelfalter Bläuling

Trauermantel ▲ Tagschmetterlinge kommen überall auf der Welt vor. Die geflügelten Schmetterlinge leben höchstens einige Monate. In dieser Zeit wachsen sie nicht mehr. Die Raupe hat meistens eine längere Lebenszeit.

▼ Die Nachtschmetterlinge zeigen oft nicht so bunte Farben wie die Tagschmet­ terlinge. Dafür ist ihre Formenvielfalt noch größer.

Schwärmer

Xylophanes

Atlasspinner

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Schmetterling_________________________ Die Schmetterlinge gehören zu den -»Insekten. Auf der ganzen Welt sind bisher rund 110 000 Arten bekannt geworden. Viele weitere Arten sind aber noch zu ent­ decken. Schmetterlinge können überall vorkommen, angefangen vom Hochgebirge und der Tundra in der -»Arktis bis zu den tropischen Wäldern. Es gibt wohl keine bunteren Tiere als die Schmetterlin­ ge. Sie zeigen mit den zarten, winzigen Schuppen ihrer Flügel alle erdenklichen Muster. Die kleinsten Schmet­ terlinge werden nur etwa drei Millimeter groß und der größte, der Atlasspinner, hätte kaum in einem Suppen­ teller Platz. Alle Schmetterlinge beginnen ihr Leben als Raupe, die aus dem Ei schlüpft. Die Raupen fressen Pflanzen und müssen enorm wachsen. Dabei häuten sie sich mehre­ re Male. Nach der letzten Häutung verwandelt sich die Raupe in eine Puppe. Daraus schlüpft nach einiger Zeit der geflügelte Schmetterling.

Zusätzliche Grafiken für die deutsche Ausgabe: Susanne Damm-Ruczynski, Halle Herstellung: DIE HERSTELLUNG, Stuttgart Umschlaggestaltung: Arne Holzwarth Lektorat: Irmingard Seidel

Die Deutsche Bibliothek - CIP Einheitsaufnahme Der Kinder-Brockhaus in vier Bänden/ bearb. von Marcus Würmli. Mannheim: Brockhaus. Einheitssacht.: The Kingfisher Children's Encyclopedia ISBN 3-7653-1801-9 NE: Würmli, Marcus [Bearb.]; EST Bd. 3. Kunststoff bis Schmetterling. - 1992, 1997 ISBN 3-7653-1832-9 Das Wort BROCKHAUS ist für den Verlag F. A. Brockhaus GmbH als Marke geschützt. Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. © für die deutsche Ausgabe F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1992 Titel der Originalausgabe: The Kingfisher Children's Encyclopedia © Grisewood&Dempsey Limited 1989 Satz: Grafoline T-B-IS GmbH, L.-Echterdingen Druck- und Bindearbeit: Neue Stalling GmbH, Oldenburg Printed in Germany Gesamtwerk: ISBN 3-7653-1802-7 Band 3: ISBN 3-7653-1832-9

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Kinder wollen vieles wissen, manchmal mehr, als £lfern erklären können. Der Kinder Brockhaus gibt auf alle wichtigen fragen verlässliche AntwortenOhne Schnörkel erklären die leicht verständlichen Lejtikonartikel das funktionieren der Dinge, den Kreislauf der Natur und das Zusammenleben der Menschen­ zahlreiche Anleitungen für Versuche und £rkundungsspiele lassen die Kinder selbst aktiv werden und regen ^um Lernen durch Mitmachen an- Leicht verständliche Querverweise sorgen dafür, dass sich die Kinder alle Informationen h°len können, die sie wirklich brauchen1100 Stichwörter 7 500 Suchbegriffe Über 2,000 Abbildungen, fofos, Grafiken, Landkarten und Übersichten Zusammenhängende Doppelseifen SU den wichtigsten Themen »Mach es selbst«-- anregende Versuche %um aktiven Lernen Über Seiten Register Der Kinder Brockhaus ist das echte Lexik°n, mit dem Kinder ^wischen 8 und \2, Jahren spielend lernen nach^uschlagen und sich selbstständig su informieren-