Brockhaus' Konversations-Lexikon [5]

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Brorfi()aus'

Sontjerfatioti0=£e£ikon. Vitrje^ntt ooUßänbig nenbearbeittte Sbu^oge.

iünfter Banb. Ptuiftfjt

Eegion

— (Elehttotiiagnoftih.

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Srodt||iiu»’

®ont)ttfatüm8=£e«ikon. 9itvfsfpdB boQpänliig tmtbearbsitcts Bu^age.

Jubiläuma-JftuBgabB.

:Hünffer Banb. 3?euff)^e Jtegion

13Qit

56

— (SIthfrobiagnoJIih.

Safeln, banmtet 6 (Si^romoiafelnt 22 Satten unb ^läne,

unb 250 Qextabbilbungen.

% Ä. ©roÄljauB

in ÜBippg,

Berlin imb K)ien.

1898.

Digitized by

Google

30 Ä

4

3 Ap’99 r\

o

^catf4* CfliiitTt,

Scflian^ tiejcnieen Sruvptti unP Dcl^e naeT}ogS non Sambribge beftanb fa(t nur auS $eutf(ben unb j»or meift Sannonera= nem Seiten, Sraniofen unb Stalienerburften nicht eingeftellt »erben. Sie Sranjofen bebrobten SBet’ ber mir @noorbene mit bem 2obe unb nerfuchten eine f^anjöfifch^öannonerifche 2eoion )u errichten, boch ohne Erfolg. Sie S. 2. jdblte 1. Sept. 1807 13322 SMann unb 3773 Sferbe, bie in 5 RanoUerie» regimenter, 10SnfanteriebatailIoneunb6Satterien eingeteilt »aren; bie in Slueficht genommene Etats« ftdrfe non 18000 3Hann ift nie erreicht norben. itlS felbftänbiger Serbanb trat bie 2egion nirgenbS im ;>elbe auf, fie mar ftetS abteilungömeife nerfdbiebenen Untrmebmungen auf ben nerfchiebenften Schau« pldgen iugeteilt, focht aber überall, befonberS im dalbinfeltriege unb bei Seile «Jllliance, mit grober SluSjeiehnung. 3bre Serbienfte würben burch ®nabenbeweife ber Siegierung anertannt, unb nach ber Schlacht non Salamanca (22. ^uli 1812) er« hielten alle Cffi}iere ber S. 2. bleibenben Sang in ber brit Srmee. Stm 24. Sehr. 1816 würbe fte auf« gelöft unb als Stammtruppe für boS bannon. 6eer nerwenbet. (S. auch Suffifch-Seutfehe 2egion.) ;



SgL

Seamifch , Sefcbichle ber löniglichen S. 2. (^emnon. 1882). [meine, f. 2ebremereine.

ScBtfi^c Sclcctekccfmnäavg , allge« Sratfite 8c*ttKteeutf(ben bie feauptlebren be# diriftl. ®lauben# autb in beutfebet Sptadje jugdnglid) würben. So Petanlafite

SBifiof bet jum atianifeben (Sbriftentum übtrgettetencn2Deftgottn,®ulfi!aobetUlfila«(f.b.), fegte juerft eine beutfebe Sebrift an bie Stelle bet

bet

fu6 fonft

?!ifau.a.angebbrten,Äunftunb2öifjenf!baft,}umaI lot. $icbtiing, unb lieb burd) Sllluin für bie Stbulbilbung Pon iüaitn unbftletu#, fogar mithilfe be# Scbuliioang# forgen. daneben aber fammeltc bet

'

Set

iRunen; et übertrug bieSibel in# ©otifebe unb gab bamit ben Slnftofi ju anbetn tfleol. Hrbeitcn in got. Sptaebe (akeireins, Salenbtr). Safi fein Sorgang

bie

in feinet Uetfon.

l6nig(Eblobwigri(boonSbtcboriic6rman-

unb namcntlieb Sbcoboritb b. @i., ihre ^teunbe unb fteinbe, mie Jtttila unb Cboalet, traten in ben Süttelpunlt bet Sage, bie burtb fabrenbe Sdnger in alle Seilt Stutid!lünb# getragen tpurbe. Sie nabe SBetflbrung mit berantitenÄultur perlieb ben @otcn unb ben mit Unreebt pcrrufenen SBanbalen eine bobe rieb

iRidjhmgen

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Subwig bet Fromme

modjte fl(b bie nationolen Seftrebungen be# gtofien Sätet# nur infofern ju eigen, al# fle gugleitb berftirebe lu gute (ommen Unter feinet fHegietung würbe e# bet muflten. ©eiflliebteit tlar, bafl bet perbaflte boRcn bet bag Briefterleben mit fühnet Srndtfe oeipelte. (B^l. .

,

Biper, Bie

geiftliche

Bichtung beg Blitlelaltcrg, in

flürfchnerg «Batioiiallittcratut», Bb. 3.) Boch bie greuben bet ÜBelt Rnb ftdrfer alg bie

Btohungen ber ftirche, bet weltliche Spielmann Regt beim Bublifum über ben geiftlicben Bichter. Bie fiteujjüge, anfangg eine ftarfe fSaRe in ben ßdnben ber fiitche, fchaRen ein inicmationaleg Bittertum, für bag wieberum (ftanfrcich ben Bon angab, unb bem bie SBunbet beg Crientg eine ätbenteucrluft, feine glühenben garben, üppigen ©enüRe eine gteube an Rnnlichcr Bracht einRbRten, bie non ben alten 3bealen beg ©laubengfampfeg weit abführte; auch bie 3bfole jeinfter Sitte, bie aug 3tanlteith nach Beutfeh« lanb brangen, bie Bflege h6Rf genSbuig flbeitiug bab ftani. Biationalebc#, bog «SHoIanbelteb» (um 1130). Sem SHiebenbein manberten biefe X^cmata nach Sapem, mo bei SDelfen^cf ein litterat. ßentium bilbete. Unb wie (eben im ünfang beg ^abrbunbeitg bie Se^enbe com übet bie

geftSnbnifje.

ünno im

heil,

mitlelftänt. «ünnolieb»

m

bie

Se=

mal mit tcaliftifcbem gumor, mie eg mat ober boeb fmn ionnte. gn unfern üugen bejeiebnen biefe (iRdnner, bie bie (Banbe beg KonsentioneUen brachen, ben öibepuntt bet (Behöbe: aber nie mdre ihre länftlehfcbe

öibe miglicb gemefen ohne bie sirtuofe gorm unb Sefebmad, bie bamalg

Xutcbbilbung son

ben abligen Xurcbfcbnittgpoelen eigen unb bie boeb in Xeutfmlanb ftetg fo feiten mat. Sie mat nicht mit einem Schlage ba. Xie ün* fdnge ritterlicbet Xiebtung, bie entjddenben sollg* liebattigen Schichte beg dlteften öftert. dRinnc* felbft

tbein. Sioratbeiien eine gtobe ptofane iO!eltgtf(bi(bte in (Reimen ;u ftanbe, bie , beten

fangg (Kütenbetg, Xietmat son üift) unb bag ptdebtige, son (jefunbem RSathotigmug jcugenbC; mittelbeutfcbe epifcbe Sebid)t som Srafen SRubolt (um 1170) entbehren ibtet noch, entfehdbigen frei*

Öaupttei) bie noeelliftifiben Spifoben maten (um

lieb

1150). Umgefebtt setlieben bie Spielleute bie allju ptofanen Stoffe beg 10. ^abtb., pubten bie J&elben>

juerft einen ftanj.

leuebtung bet 2Bellbi|totie getddt mat, btaebte bet> 93apetn auf @runb niebcf

jelbe $fafje ftontab

m

fage im JSbnig fRotbet, bie biftot. Sage im feetjog Qtnft im 3citgefa-

,

bn SSinabefe, {

j

!

ITaun n>at ibt befibieben: fbon ffialtbet Ilagt Ober bbfifebet 3ud)t unb flunft; biefe Klagen nehmen von 3äbt ju fjäbt )u, unb ala bet vot= nehme ftcirifdie aWiniftenole Ulti(hnonSieibten = ftein 1255 bie SHemoiten feinea «(ftauenbienftea» abfeblob. ba mitlten fie in bet vninbetlen geiftigen Stmofpbäte f(bon ime bn Staum einea i£on Qui^ ben Setfall

ein fränt.

Sbelmann, Sbomafin

von 3btllane (1215), ea nidbt verfehmäbt, bbfi< fche 3ucht in Seimen $u lebten. Sbet bet Sorttag bn gemein menfcblichen, b. b- bamata bfirgnlicben

Selbft bem Srtuaromane, biefet eigentliden Somäne ablign Sidtung, blieben bie fUlcifter fern. Sdon ®ottftieb von Stra|< bürg, cm blenbmbca Stiltalent, bea tieffmnig

nidt gan^

pote bea SRinnebienftea. 3)et Slittnftanb vetatmt, toäbtenb bie Stäbte an 3Rad)t unb 9)eicbtum ge= »innen; bie ritteilitben ßpigonen bleiben weit hm*

tn ben naffifcben mittelboebbeutfdjen Siebtem ju^ unb ea fehlt bem Bbel je ländn je mehr an fiuft um bie Kunft butdt fteigebige (Sbnnetfdaft ju fStbem; felbft bn rittetUebe Sabtmbe batf ea nicht mebt vetfebmäben, auf ben @efcbmad von SQtgem unb Säuern Stfldricbt ju nehmen, »enn vom Sange leben will. Unb biefem bemo= itatifeben 3vfle bet3eit entfpticbt ea, bah neben bem Übel mebt unb mebt bllrgnlicbe, meift auch gelebtte Siebtet, bie fog. fDleiftet, eine mab’ gebenbe Solle fpielen. »enigften im eigent= lieben fDlinnefang. 3bm bienten in bet etftcu »dlfte bea 13. Sobtb. noch tteffliebe ablige Jolentc, namentlieb in Sebwaben (Sutlatt von ^obenfela, Ultieb von SBintetftetten, @ottfticb von Seifen u. a.), bie nur bn epigonenhaften Sucht bn fotmellen Setlflnftelung fi® nicht immet entjogen; baneben freilich regte feeb in bem ^abrenben Sannbäufn bet alte genial = frivole ®etft bet lat. Saganten; unb bn begabte bavr. Sitter Seibbart von S e u e n t a l (um 1220) brachte buteb feine Sanjliebn, bie fog. bbfifebe Sotfpoefie, weide Siebeaaben-teun unb StOgeleien bet Säuern fpbttifcb febil^ bette, ben fDlinnefang auf eine abidnffige Sa^n, eie }u wöftn Serrobung führte, ohne bah feine fentimental’böfifcben 3fige ganj abmelften (Stein= tüd,

unb @elb,

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am



grübelnben RBolftam obetflädlidet Jlntipobe, bet bn fdwülen Sinnlidteit feinea Sbemaa von «Sri> ftan unbSfolbe» gan] anbeta geredt würbe ala fein Sotgänget (Silbatt von Cberge, war SSeifter. flmmnbin blieben bie Sbligen Sebertfehn bn ©attung. Saa Sittnepoa trieb in ben öänben einign begabten (S^onen nod ein paar ftcunb’ lideSlüten, ben «SSigoloia» bea gtanfen fIBimt

von ©tafenbng, baa lieblide ©ebidt von berKinbef liebe «glotea unbSlanfdeflura»Pon bemSd»ei> jerKontab ffled u. a.; aber ea muhte Weden mit bn rittnliden SBeltanfdauung felbft. Slla man nidt mehr an ben Wunbetbaren Seruf bea Sittera glaubte, würben biefe Somane langweilig, fireilid berrfdte nod lange frudtbare Srobullion: unvoll’ enbete (5pcn bet Slütejeit würben fortgefeht (Ub

tid von Sütbeim, Sieintid von Steibetg); man fudte bie alten, ben f^anjofen naderjäbltcu 3lben’ teun butd geiftlofe, wüfte Seutrfinbungen ju übetbieten (6eintieh von bem Sütlin, ber bapr. gab= renbe fjjleicr, Jtonrab non Stoffel u. f. w.); auf fflolframa Sfoben gebenb, fdmellte ein gewiffet Sllbtedt mit jtohem (rtfolg bie Siturellicbn bea fSeiftna JU einem ungebeuem ftropbifdcn Gpoa langweiliger voll ultramontaner fDlpftil

bem «3üngem ftorbene

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Sipfel

bet

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galt.

Sidtung

Sber

auf bie

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Stadt, baä lange für baa tonnte btc et’

Sauet nidt neu

beleben.

Sie Segenbenbidtung fanb wieber ein grohea Snblitum. Satte früher ftonrab ton fjuhea’ btunnen fein ©ebidt ton ber Rinbbeit 3afn bbfifd auapugen mfiffen, um SeifaQ ju finben, fo bürte man fe||t grohe (^len von ben ÜBunbertpaten unb fUIartem bea heil, ©eorg unb ber heil. fUlartina gf bulbig an, unb im Seutfdotbenalanbe, baa bamala

aud

^

unb

Siturel», auf (1275),

SBolframa ÜBcrl

mar, ^ablaub). Slnbeterfeita würbe bie Spruch’ PO efte, beten einjign nambaftn abliget Sntreter nach ÜBaltbn bn wobimeinenbe, aber pebantifebe

jo bütftige fcbolaftifche @elebrfamteit, bie «Kunft», immn üppign, bia fit ben Sottor bet Sbeologie heinricbSrauenlob non fSeibtn(geft.l318)auf einen bn Selbftflberbebung geführt batte, von bem begabte, abn eitle fDlann verachtungavoll auf bie SReijtet bn mittelbochbeutfihen Slüte binabfab.

unb

Sebenaweiabeit blieb unbeftritten in ben £iänbcn bfirgnliehet fjabtenber, bie biblifche unb voltatüm> liehe Sehren fammelten, ohne burch eigene otigi> neDe ©ebanfen gldnien iu wollen: bie 3«'l fehäjte nur baa Jtltübnliefctte unb geftattete ben (Sin> fallen bea 3nbivibuuma nirgenb Saum. So war auch Steibanl, bn Serfaffet bn «Sefdeibenbeit», einer mittelbodbeutfehen Saienbibel, lebiglid Sammler, aber feine Sßirlung litt nidt barunter; baa tebfelige Sebrgebidt bea Sambnget Sdul-meiftna 6ugo von Srimbng (um 1300), «Ser Senner», plünberte ibn ftart, unb nod in Sebaftian Sranta «Sattenfdiff» jeigen fid feine Sputen.

SlaltbnS £ieblingSaufentbaIt, bet bet fflabenbnact ju iSSien, unb bn flajtfteie Sof fen= mannS I. von Sbätin^sen auf bn SBattbuta; bem poeL Zteiben, baa b'tt btttftbte, fefite nod) um 1250 ein geftfpiel, baä fog. Sürftenlob be« SBatt: butgfrieeea (f. b.), ein ebtenbe* $enfmal. 2iefe liebtefte öSbe bn oltbeutfeben iRittetpoerie fällt ina nfte ^abtjebnt bea 13. äabtb. 9lut lurje ten

Seinmat non 3>bettt (1225—50) war, halb faft aua; iiblie|licb von fDleiftem nmflegt (JRamet, fjticbtieb von Sonnenburg, bem ^eifenet); bie poht. Seite biefn Sichtung verfehwanb gani; eine gefunbe reale üebenaweiebeit vntraten in ipr jumeift ein paar ungelcbtle Sotbbeutfehe, voran bet Sachfe Saumg’ lanb; bafür wucherte eine anfpruebavoUe unb boeb

Sie eigentlieheSebtbicbtung ift nie beim 9bel beimifd gewefen. SUnbinga bat ein bapr. Sitter,

bureh biftor. Sidtung fid auajeidnete, ent’ ftanben um 1300 umfängliche poet. £egenbcnfamm> iungen, boa «Säff'onal» unb baa «Sud ber Säler». Segenben unb fagenbaft biftor. Stoffe (von Sllefanber, bem Ztojanifeben Krieg u. dbni.) bevorjugten aud bie beiben legten bebeutenben (Spiter ber 3t'l/ beibe iebr frudtbar, ber Sdweijer Sitter Subolf non (Sma (um 1250) unb ber bfirgetlide Konrab von SBütjburg (oeft. 1287); jener, ein vomebmet an’ mutiger Grjdbler, bat burd feine unvollenbete SBelt’ dronil juerft bie genauere Kunbe bea Jllten Sefta>

6

IBeutft^c Sitteratur

mcntJ unter

feie Ungelehrten getragen ; tiefer, ein emft ftrehenter 3)i(hter, ter toie flunft bcS mittel' boihteutfihen 93erSbaue2 auf bie hbihftt Stufe übcr>

erft

unbfpabige,moralif

niften, ihren gtieeb. Scbbnbeitbfinn, ihre beibnifcb‘

€cbmaiil=

fie

j

dntmidlung )etreifienb. Sud) Sutber ftanb im tBanntreife beb ßuma< nibmub. 3lim banfte et bie Crfenntnib, bab bie iBibel bie ein)ige berechtigte Quelle beb @laubenb fei, ihm bie patriotifcb’german. Senben) gegen bab

oft recht anftäbige ptofaifebe

(f. b.) Pon $auli, ilBidtam, Aitcbbäff u. a. Sit überfegungen fran). ^rofatomane mtrben, jumol beim Silbel, immet beliebtet, bib biefe Sieb-

büchet

i

Huch

bie

gabel

)iebt,

obgletdi

Sutber felbft ^rofofabcln fcbticb, noch bie SUerbart not, in bet etft not roenigen gabtjebnten bab befte beulfibe Siergebiebt, bet «Steinte bc SDob«, feinen fiegbaften ßimug batte (1498). Somobl beln non Sllbenib unb Slöalbib, mie iHoUenbageub

in

Slieberbeutfcblanb gehalten bie Sammlungen Keiner ga
i bet Umgebung Sutberg gebeiht ein tenbenjt6ge bntte halb nach bem Kriege nacbgelaffen, ber nerarmte, auf batte Jlrbeit unb Entbebrung migewiefene ®ürger brauchte anbere Soft. 3üa« Spenerä unb grande« ®ieti«mu« feinem Serjen, ba« wirb halb ber fenem fcbnurftrad« entgegen: gefejite

9iationali«mu«

Ebrift.'ll'olff«

p

unb Sbo=

mafiu«' feinem Sopfe. ®eibe (Dlänner entfagen bem Sunftftoljeberfioteingelcbrten; ffiolff (1679— 1754) nerbreitet feine auf bem gebbten beutfdjen enter be« 3abrbunbert«, auf Seibnij fubcnbe ®emunftpbilo: fopbie, bie mit ihrer gefcbloffenen Spftematit etwa« non bet SBirlung ersiclte, wie fie fpäter Segel gelang, in populären beutfcben ®flcbern: Sbomaftu« hält in beutfdber Sprache Uniperfität«norlefungen unb

S

giebt juerft eine beutfdje wiffenfcbaftlicbegeitfcbtift (1688) betau«. Jlucb bie gleiAfall« burdb Seibnij

befbrberte

wiffenfcbafllicbe

®flege

ber

leibet wefentlich in bet flafficiftifihen ftanj. Sicb=

1

:

:

beutfdben I

Sprache unb Sitteratur burch Ünorbof, Schiller u. a. muhte bie Selbflerjiebung unb bicSlbwenbungnon

Unnatur begflnitigen. So bricht ba«9lcicb be« Schwulfte« fäb jufammen. Eine ganje Jluiabl non Sofpoeten, wie Eani«, Seffer, 9ienlircb, ent: fagen entfchlofien bem Stile Sobenftein«, ber biefen 3üngem bet Sppu« ber 3)ianiet wirb; bet geifl: ber poet.

Epigrammatiter ©ernide

bie

Suff Id:

rung. S« lag in ihrem SüJefen, bap fie noch breiter, wenn auch flachn Einwirtuna auf ein grobe« ®ubli' tum agitotorifch ftrebte. So fanb fie ein erwünfehte«

bigen, bet bie in SHeuter« unübertrcfrlitbem «S(bcl= mu|f«tp» (1696) (o blutig unb petfbnlid) Perfpot: teten 9uf((bneibeieim ber Sieiferomane 9labrung unb ber halb bie au« (Se(oe« epocbemadbenbem

Sunolb« unb

fflt

Sanb

tung wieberjufinben meinte. Siefet 3rrtum würbe netbängniöooll, jumal für feine anfiih böchfl ncr= bienfllidje Sleform ber Sebaubübne. Ser hoch anne: febene Seipjiger ®tofefiot oerfchniäbte e« nicht, bie ber tüchtigen Slato: line 31eiiber, für feine 3wede ju intcrefiieren; er peranlabte fie, ftatt ber halb ober ganj impropifier: ten Saupt: unb Staat«aItionen mit ihren lomifchen Einlagen, ftatt ber burchau« eilemporierten San«: wurftiaben, wie fie namentlich oon ©ien au« (Stra=

©anbertruppen, por allem

niptp, ®rebaufet, Iturj) nerbreitet waten, enblich ftatt ber jotenreicheu fähf. Soffenfabrifate eine« Senrici unb SHeuter regelmäbige, fünftlerifch befrie: bigenbe Stüde aufjufübren. Seiber reichte webet

polemifch

feine noch feine« Jtreife« Schöpferlroft für biefen

fee ju gelbe; pofetio übetwunben wirb fie ju: mal burch bie neuen Sbne, bie bet Sambutget 3lat«berr ®tode« in feinen mit liebeoollet Setail: malerei au«gefübrten frommen Siaturbilbeni, bet geniale, aber moralifch unb pbpüfch früh nerfom: mene Schlefiet (Süntber in feinen non echter Cei: benfehaft unb Setjenepein erprebten Siebern anfchlägt. ®or biefen Stimmen bet Olatur unb ©abr: beit nerftiebt bie ®Iunbetjiet be« galanten Sd)wulfte« in alle ©inbe, aber er binterläbt bie beutf^e

itampf gegen ten bisherigen ©efchmad be« ®ubli: tum« au«, ©echte bie Sleuberin ben San«wurft oon ihrer ®übne oerhaiinen (1737); bah ba« ®ubUIum ihn ©ottfebeb« «Sterbenbem Eato» norjog, war ibm nicht JU oetargen. Seffer gelangen bie Suftfpiele fei: net trefflichen ©allin unb bie bemerlenSwerten Sra: men feine« Schüler« 3tb. El. Schlegel (1719 49), ber allerbing« ben Söbepuntt feine« Schaffen« erft erllomm, al« er mit ©ottfeheb« «Seutfeher Schau: bühne» nicht« mehr ju fchaffen batte; einer jüngem Schicht gehörten be« greiberm non Etonegl (1731 —58) patbetifchc3lufopferung«btamcn atl. E« bleibt

reiche

jiebt

gegen

unb feinerer 3tu«bilbung, alä et fie feinet Seit überlommen batte. poet.

Sprache in

erbeblich

reicherer



1;

13

ÜJeutf^c Sitteratur \tbenfaU8 @ott{d;cb2 Snbicnft, ba| er, nenn aud; (ttoaS fd)ulmeiftetli(t unb en^tferjig, bie beutj^in

}u lOTgi'amct Steinzeit bet iKcbe unb '^ile gotm et^og. GineJftottlidje 3atl iüngetet 2a= f'4 bem SDleiftet an: untet ben mit' von Sc^tvabe geleiteten Ctgans iStlujtigungen be« Ißetftanbeä unb Sifieä» befin= ben fii btt Setfafiet fomiidjet Gpen im Stile ^optä, bet geiftteijte, abet aUju unbetfBn« lidjt unb matttenige Satirilet Slabenet, btt rciiige Gpigtammatitet fläftnet, bet geiftlidte jidptet 3ob. Sb. Sdjiegtl, vor allem ©ottidpebä floUege, 0el> lett (1715 69), bet populätfte Jidptet (einet 3cit unb no(b beute niebt ganj »etoUet. 91ü(bletn, tonelt unb jabm bis 3 ut Sebmdebe, babei tugenbbaft unb

1;icbteT

btt

lentc fdjlofe

atbeitetn {eintd



fromm,

entfptaib bet fanfte Seipjiget 'JJlagiitet fo Mnj ben 9Banf(ben beS tttraS gebtildten unb mit ÜRaBen fttebfamen mittelftanbeS ; et toatb ein Cralcl gutet6itte,bürgetlidpetmotal. SeineSitdpenlieber, getränlt jisat Dcm tedeltietcnbcn Seifte bet Sufllä'

tung, aber bedp boU ÜBStme unb Klang, haben ficb faft ebenfo frifdp gehalten reit feine auögejcitbnetcn

ijabeln unb ßt}äblungen» (1746); biefe jumal jti= gen ihn als meifter eines glatten unb feinen ifSlait' bettonS, bet gemeffen an ©ottfebebS fteifet 3Bfltbe, ben toben Spapen beS bamaligen SuftfpielS, ihm alle fittjen jufübten mufete unb bet ton bem in bet Gtfin' bung feinet «gabeln» originelletn Siebtmet (1748) but^auS nidpt erteiebt mutbe. Gt trat niibt ganj neu, biefet leichte Son. Gt »at im 3“6be Dorbet aufgetteten unb trat im felben Sabre npiebet auf in ben tanbelnben Siebern bet S n a 1 1 e o n t i t e r einet ton 6alle auSgegangenen 2)i(btetgtuppe, }u bet namentlidp ©leim, Uj unb ©Sj gehörten, mannet, bie ©OttfebebS Kteife nidpt eben fern ftanben: ton iRofen unb Söein, ton Rüffen unb Siebe fangen fie im Stil bei pfeuboanafteontifeben iambifdpen Simetet unbebeutenbe gleidpm^ig babinfliebenbe 3!eiS' (ben, bie aller innetn SBaptbeit entbebrenb, bodp bureb ihre forcierte ©tajie, ilpte totette Seidptfertig= (eit Sdpule madpteg unb noip bis in bie Itage beS fungen ©oetbe fortnirtten. Unb fe itie ©ellert batten ein glönjenbeS Siotbilb beS eleganten Koii' oenationStonS gehabt an ben etjählenben unb Ip' tifepen 3)iibtungen beS SpambutgetS gtiebt. ton 6 a g e b o t n (1708 54), eineS frtn gebilbeten, etmaS epiluteiftben unb fiberlegenen aSeltmanneS, bet an Pbotaj, ben gtanjofen unb Gnglänbetn gefdpult, eS meifterbaft teiftanben batte, ein IBotläufet SBie' lanbS unb SangbeinS, floffige ÜBlaubetci unb leiebte gritoUtat audp in beutfebe Sieife 3 U gieren. feageborn nicht nur, fonbetn bet ganien nüdp' temen unb tteltlidpen notbbeutfdpen Stt ftebt anti' pobifdp gegenObet bie ebntfltbige ©eftalt beS gtoficn Sdpneijei ?IatutfotfdpeiS Slbiedpt non fallet Strenger Gruft btt SebenSauffaf' (1708 77). fung, pbilofopbifcbe gnlbletifcbe Sebthaftigleit in febwetet, aber ftets bebeutenbet, einbtuefStoUct Sprache teieint rieb 'u feinen ©ebiebten mit ftatlet Snfebauung unb ifibuutarie, mit tiefem 31aturgefübl in ben «Slpen» 3 umal etflingt eine Sebnfuebt nadp bet fcblidpten Unfdpulb bet Ulatut, mie fie Diouffeau nur eben abemebmen fonnte. 3n ben niel gclefencn ,

,





ptDfaifdpen

«3bpUen»

(1756) feineS

SanbsmanneS

©ebner bauert etmaS non biefet fentimentalen Suf' foffung fort, aber freilich ins jietlibe IRotolo bet meibnet ^Sorjellanfdpäfet abgefitnädpt. ler grobe Stil öaUerf eher Sichtung finbet bagegen (ein tbcote« tifebeS ©egenbilb in bet ihmftlritit bet S dp ro e i j 1

IBobmti unb iSteitinger. SBie

et pialtifcb in

Sbum'

fonS, $opeS unb miltonS Schule gegangen, ft fcblieben fit fidp in ihren tbeoretif^en Satlegungen an bie Gnglanbet, tot allem an ihren groben teli>

iöfen Gpilet an. 3b« Jbeorie ift webet Hat noch ?onfequent, fie trifft aber, wenn auch nuttaftenb,

ben fiem poet. SepaffenS. ®cnn fie bie ÜPidptlunft falfdplidp mit bet maletti terglei^en, fo nertaten fie babei boch inftinltin ©efübl für ben ÜBert bet Snfdpauung; Sßobmet jumal Weib genau, bab bem IBiciptec grobe Seibenfepaff, eine ftatle if5topbeten> Iraft nötig (ei; bet ^bantafie, bem «Sluge bet Seele», will er auch tbeoretifdp greibeit febaffen baS erhaben SBunberbare, baS et an milton anftaunt, ift nicht nur erlaubt, fonbetn fogar böcbft tübuliib: anberS bie biftorifdpe, anberS bie poet. SBabtbeit. 35ab ©ott> (dpeb biefe noch baju in einem fdpweijerif^ febmeden: ben ilPeutfdp oorgetragenen Snfebauungen nidbt teilte, barf nidpt tetwunbem: bctiBerjechtet berlRegel, beS ftanj. ©tfdpmadS, bcS meibnifcben ScbriftibiomS mubte ba opponieren. Sbet bet ganatiSmuS beS Kampfes ttieb ihn ins Gpttem. $ie gugenb fiel ben Sebwetjem ju. ©ottfebebS franjöfittenbet ©roll grt gen teimlofe SJetfe, um fo auffälliger, als et ihnen felbfl einft baS ffiort gerebet, perfeinbete ihm ben talentPoUen ßallenfct ^pra, ben Setfoffet eines in eblet Sprache gefebritbenen aUegorifdpen ©ebichtS auf bielidptlunft(1737), einen ernften, an betSntile inneilicb gebilbeten Sptifer, ebenfo , wie et ihm bie Snafreontifet entfrembete; auS ben fReiben feiner engem Sdpület fielen getabe bie beften einer nadp bem anbern ab. Sn bie Stelle bet Sebwabefeben «SBeluftigungen» traten bie gegen ©ottfebeb oppo= nierenben «Üleuen IBeitrage jum iBergnflgen beS IBerftanbeS unb SöiticS» (fog. «iBremet SBeittage», 1744): bie 93übne, bie et bebettfebf barte, füt beten bereebtigte ooltSHimlicbe ®ebttrfniffe ihm aber feber Sinn fehlte, öffnete fidp wiebet bet pcn ihm terpön: ten gatce unb Cperette, ja fogai allerlei ihn oei' höbnenben Spähen; als et füt baS gtohe littetar. GteigniS bet Gpodpe, ben «meffias», nur faben Spott unb oerftänbniSlofe Sblebnung fanb, (anl fein Snfeben mit übettafdpenbet Schnelle. Sein dtbe in bet ©unft beS Seipjiget ®ublilnmS würbe bet e Gbeiftian gelif ffleihe (1726—1804), ebeutenbet ®iel(dpreibet, bet aber in Rin' betfdpriften unb namentlich in feinen, banl JöiHetS Rompofitionen oiel beliebten Singfpielen poltstüm' lidpe Söne fanb unb ein cntfdpiebeneS ®übnenge' ;

M

fc^id befah, babei als ‘Rcbactcur einer gelefenen tri> tilgen 3eitfcbiift immer einige ®eacbtung genoh. mit ihm pctliert Seipjig jebe litterar. ®ebeutung: febon auf ben jungen ©oetbe übte eS wefentlidp Ipemmenbcn Ginfluh. VI. Rlflffifdie IjSetiobc (1748—1832). 2)aS ein= fdpneibenbe GteigniS, baS bie Sliebetlage ©ottfefpebS entfebieb unb ben Snfang biefet neuen ®eriobe, bet bis ju ©oetbeS Sobe reidpenben tlaffifcben bilbet, war baS Gtfcbei' nen bet btei erften ©efänge beS «meffiaS» (1748 in ben «®rciiiet ®eittägen»). 3u lieiu ®teuhen Klopft od (1724—1803) war ben Sdpweijera bet lang erfebnte beutfebe milton, bet poet. meffiaS et' ftanben. Gin begeiftertet güngling hüllt ben gtan= biofeften Stoff in baS beroifdpe HetSmah bet ©rie=

®lütejeit (1748—1832)

eben, in eine jugleidp erntcifciibe unb erhabene Sprache, wie fie in bcutfdper 3unge nedp nie et' Hungen. Jet Grfolg war ungeheuer, gteilidp, Rlop« (tods ÜBirlung war weit mehr Iptifcb als epifeb.

.

14

®eutf(^e fiitterotur

{elbft füt

(inen Cgciler

nac

bie feurigen Oben bet gtüfL iBtübet Stol> betg Stiebtid) SeopolbS übetf egungen Cfl'ianS, beS SlfcbpluS unb bet SUaS, an bie auch Siürget feine ittäfte aagte, aetben tief in ben Schatten geftellt burdi bie meiftetbafte fiomerübetfetiung (1781) beS

atmen

er }U unfinnlitb; aber

bai Idjnacinetifcbe Sefü^I febn{fld)> ^bmmigleit. Unb bie Qleii^e (lmvfinbung«=

ec (nlfeüclte tiflftei

;

au{ n>(ltli(bed @ebi(t flbertraaen, auf greunbfibafl unb Siebe, auf bie fReije bet 31atut, auf bie ©enüffe bet gteibeit, fommt in ben ontiten obet fteienäibutbmen feinet «Oben» (1771) jumStulbnid. Itlopftoa fdbaftt, aas fßqta nut eben eotbeteitel, bie etnfle IqrifdbcSpta^c bcS geffltilDoUen ßetjcnS. ?lb(t et aiift me^t. Seine Sfetbienfte um SetSbau unb poet. Siebe fmb unfcbAbbat: mit (eiliflem (^tnft, mit einem an ben eibten fSieiftetn bet Slntife fidiet eebilbeten @eftbma(t atbeitet et unetmflblicp an feligleit,

bet afltbigften

gotm

füt feine

>

mancher Slugen halb mit ©oetbe aetteifernben Siebterrubm etaarb. Sob eine barte Äraftnatut non Sdjrot unbSotn, babei ein echter Sohn beS SiollS, autbe halb bie Seele beS SfunbeS, begen oollstümlicbe Senbenjen febon auf 6erbetfd)e ßin= Sie Stätte beS flteifeS, baS flüffe jutüdgeben. gefungene Sieb, fanb einen befonbetS glüdlicben, bis beute nicht gani aubet 'Dlobe getommenen S!et' tretet an bem Siebtet heiterer ©enügfamteit, on SDlattbiaS ßlaubiuS, bem fflanbSbedet ®oten, bet ben ©ättingern aus bet fjtriie nabe ftanb. Sie Steigerung beS nationalen ©efü^lS, bie fid) in Jtlonftocfs unb anberet Sichtung lo mächtig tunbgab, aat teine tein littetar. ßrfieinung. Sie aurjelte in ben Sbaten beS groben ijiteubenlSnigS, bie aeit übet bie ©temen feinet engetn Jieimat, bie in ganj Seutfcblanb Seaunbetet patten, ft rieb' rieb bet ©tobe gab butcb feint gcaaltige $ctfbn' lidjleit ben Seutfeben einen nationalen Selben, iptet Sitteratur nach ©oetbeS berühmtem SBott etft ben aabren unb bbbetn eigentlichen SebenSgebalt. Seine beroifebe ©cftalt ftebt im Sintergrunbe jabU lofet Sichtungen: Slopftod baebte ihn in einer in

,

ftommen ®ebanten,

Cmpfinbuneen; abct aud) t^eotetifdp aaS ct übet iUctS unb Siebe Qefunbcn bot. ®t fllaubt an feine üJiiffton, petmag nidjtS anbeteS }u fein als £id)tet unb jaingt auch feinet Umee< buna bie Ubetieugung auf, baft feine Sloefie bie ausfüllenbe Slufgabe eines begnabeten üflenfeben« lebenS, nid)t boS Seiaett blobet Siebenftunbcn feL ßt etobett bet abttlidjen 3)i(btung aiebet ben Sie= fpett beS ffJubUlumS; bie Stimme beS XidjtetS aitb aiebet aie SStopbetenaott. ßin 3bgling bet Sllten, ift (tbo(b etfüUt nonglflbenbet$atetIanbS: liebe; et aill ben ptiedt. CIpmp etfeben butd) einen feine gtofien lebtt et,

beutftben ®bUetbimmel, ben et fub auS bet notbifd)en Sfiptbologie jutecbt gemaibt; SfiacpbetfonS

bämmetid oetfdjmommenet «Dffian» aitb ibm mife= uetftanblub bie Offenbarung beS urbeutfditn Sän^ gertumS btt tBarben, baS et in teutonirierenben Oben unb in unerträglicben SiermannSbtamen, ben «Sarbieten», aiebet ju etatdenfud)t, auf bab eS bie petbabten fftansofen, fa

felbft bie

3)iedlenbutgetS3ob. ßeint. Siofi (1751— 182G), bet auch als Siebter pon f^pllen in antiten Slletren, }umal als Slutor bet tSuife« (1784), einen groben,

Obe ]u feiern, bie et etft fpäter in perlegter Sicbtereitelleit auf Seinricb ben Sfoglet umfebrieb; SBielanb ftellte ihn als GpniS bat; SeffingS «'f5b>= Iotas» atmet ben ftoifdjen Selbengeift beS bamali' gen ®teuben, in feinet «iDlinna non Sambelm» ift bet HSnig bet dcus ex machina im ebelften Sinne. Set ®bilofopb Sbom. Jlbbt {eiert 17GI ben Sob fütS SJatetlanb. ßinet bet Ofnjiete griebtiebs, bet

btfreunbete SRufe

QnglanbS im poet. SSettlampf fibtage. So tinbifd) unb tünftliib unS biefe gelebrt pfammen^eatbcitete iöarbenfpraibe beute fibeint. Jo febt fteigerte unb befriebigte fie baS etregte Slationalgtfübl jentt Sage, ßs fqlobfiib an Alopftod beritreis bet iüar-ben, beten frieblicbeS IBatbengebtüII in perbient üblem Stufe ftebt : nidjt nut bet platte Sadjfe Ätetf(b> mann unb bet ernftbaft fteife SiBientt 3efuit SeniS ftedten fub als Slbingulpb unb Sincb (1772) in barbifibtS Aoftüm, auch btt talentPoUere S(bIeS> aiget fitint. fflilb. Pon ©etftenbetg bulbigte eine

Runersbotf gefallene fDIajot ßaalb oon flleift, läbt einem befcbreibenbeii ©ebiebte im ©efebmade SbomfonS, bem «grübling» (1749), bet mit SebiU bei

lerS «Spaäiergang» manche Seraanbtfcbaft jeigt, ein Heines betoifaeS ßpoS poU bet mannbafteften flriegsftimmung folgen, «GiffibeS unb 'iJacbeS» (1759), unb felbft ©leim febaang ficb unter bem ßinbrude bet groben 3eit ju ben pollstümlicb Iräf' tigen «®reufi. Hricgsliebcrn pon einem ©renabier» auf (17.58). Set beaunbette Hönig felbft freilich lümmerte ficb nicht um bie beutfeben Sänget; ihn

3eit lang bet ü)iobe,fonft ebtenpollet betannt als Iri; tifd)et aSorlflmpfet SbatefpeareS in feinen »SibleS: atgtt Silteralutbtiefen» (17G6) unb als Sotlüufet bet Sturm' unb Srangbtamatif in feinem fütd)ttt= lidjtn iuingertrauetfpiel «Ugolino» (17G8). Unb noib eine jüngere Xidjtttgruppe belannte fub }U ibteS anbetenb percbrtcn SibugpattonS ülopflod barbifiben Stäiimcn, bet ©Sttingct «öain», 1772 gegrünbet. Soib jeigen bie Siebet biefeS ae= fontli® Iptifdien ItreifeS, btffen Organ bie Pon Soit

beberrfebt jeitlebenS btt ©eift bet franj. Suf llärung, fie in iiollaire allju hoch fcbätitc; feine 1780

mit et

«De la litterature allemancie» rübrenbe 3uoetficbt, bag auch bet Sicbllunft eine grofie golbene 3utunft ainle, unb bie pollftäiibigfte Unllarbeit barübet, aie cö mit bet Sitteratur feines SfaterlanbeS bereits etjd)ieitenc Schrift

jeigt jugleicb eine

beutfeben

unb pon Sob bctauSgegebencn 'Sluftnalmanaibc maten, neben illopftcds unb OffianS ßinflub bie ftatle ßinmitlung bet engl, ipocfie, beS beutfeben 'JllinnefangS unb aiebet bet Slnlitc. Sie jarten Slatutbilbet btt engl. Sprit fopicrt pot allen iiPltp; bie betübmte SoltSlieberfammlung beS SU fcbofS Siercp regt ben genialen, aber fittliib unb au(b lünftlerifcp baltlofen ©ottfr. Slug. Sütger

Slbet biefe ©leicbgültigleit gtiebtiebS

ftanb.

cinttäcbtigte feine

be*

Sebeuiung füt unfet ©eifleSleben

'

©crabe

laum. I

feben Siebter

feine ÜJlipacbtung ftacbelte bie beul=

unb Scnfet ju ben

bäcbften Seiftui' gen. 3" feinen Staaten beniebte eine greibeit beS SentenS unb bet firitil, aie nitgenb fonft in Seutfeb’

|

ju feinen aunbetpollen, btamatifib binteifeenben Sallaben an, bie ben früher übliiben friuol fpab= haften Sänlclfängetton ©leimfdier unb Scbiebelct' fibet Stomanjen auS bem Selbe fdjlagcn unb aiub pon Sürgcrs eigener glübenb finnlitbet SJiinnelprit nicht etteubt aetben; antilifierenben Sptanntnbng

laitb; !

;

Scbultefotm begrünbete ben buincini> Gbatalter unferer ©omnaften; porurteilS' oor btr geiftigen Jlrheit aat in feinem

feine

ftifeben

lofet diefpelt

Siacbtbcrcicb fclbftotrftänblieb. SBie berflönig, ftedte feine Sieftbenj

Serlin

im Banne

fteif fättbet*

tief

|

;

bet Slufflärung.

Slufeer

bem

15

3)eutf(^e SitteratUT antilifieTenben Dtcnbicfctrt iRamlet, btr mit 9)tonomame bie SJtrie (einer (ämtliiten gteunbe burdjlorrigierte, aufeetber ttinialen '(5oe= ta(terin, ber Kar(d)in, befab Berlin namentlitb jwei

liJjtn,

ti^e

|

4aralteri(ti)(be Slutortn,

püt ber SRtbe }u flcmätren, Giflenfcfeaften, bot

allen fleei(inef,ibtbie®un(tbeä5lbcf«unbbcT guten

tDü^rtr

|

©efelli^aftncujuertDerben. Siegried). ilibilojcpben ftcben $ote bei ber munter Rnnlidjen Cebenbmoral, in ber 'Bielanb au« ber

unb ber Spbtter üucian

ben braoen aberunbebeu= |

tenben jflb. 'Coputarpbilo(opb*n aJ!o(e« !DJenbel«= (obn, einen Jlnbänger ©baftcÄburp«, unb nor allem benpiel geltbSftigen, berlimjd) ab(pre liftiiden Romit (eine« Biberpatt« Sitlbin(i unb mit Bttrjen ou«berbeut(cben5lu(Hätung«tt)igelci’ babin gebSren bie SRomane non öermc« unb Knigge,

Run(tge(d)id)te

butdb.





bifdber

«6amburgi(dpen Sramaturgie» (1767), wie (dplimm bi« 5ranjo(en unb ihre SJoditreter be« stlrijtotele«’ Jbcotie ber SragSbie mibper(tanbcn baben , unb (d)a((t fub butdb richtige Seutimg ba« Siecht, Sbalcfpeare neben bie groben Jragbben Silben« }u (teilen. 3" grenjenlojem Bobrheit«> triebe nimmt er auch (ür bie Sbeologie bie XfUebt bet freien Sotfdpung in Slnfprudp. G« webt ein urge(unber ipauch rüdfid)t«lo(et Giprlidpteit, ficgenbet Ramp(e«(reube burdp (ein Bitten, not bem ba« Beidplidpe unb fealbe nidpt Stidp hält: bie unpet= ipüitlidpe Häbrfra(t ber Slntite oüenbart fidp npun= betbar an bie(em groben 6umani(len. Unb bet gr6btebeut(4e'4Jro(aiter neben ©oetbe ifloudpSidp’ ler, Sramotiier. Bit «Bib Sara Samp(on« (1755) bridpt et bet bütgetlidptn Stagbbie in Seut(dplanb «in« I8abn, bie unenblidp oiel betteten, non @em< in bet

bominiert

non Sdpummel unb Bufdu«, ber

(idp burdp (eine, aufHätetifdpoerioljenenoüoltbmätdpen» (1782) einen befietn Stomen gemacht bat. 2e(fing unb Bielanb murjeln immerhin noch im

leibet audp

Soben

bet Slu(Härunp, (o bodp ihr nabe« S8ctbält=

ni« jur Slnlite unb ihr origineller ©ei(te8trieb

(ie

barübet empormacbien läbt. SSreit unb au(bring= lieh bagwen macht fiefidp geltenb bei ben Kleinem: bei bem 9«(fing Bien«, bem getaujten 3uben 3ofepb pon Sonnen(cl«, bem (Jaftotum bet 3o(epbinijdpen Slu(Härung; bei ben Inti(4en ^opulatpbilofopben im Stile be« Bolfenbüttlcr Ungenannten Jöerm. Som. SReimaruä unb be« berüchtigten Söabrbt; bei ben mehr pta(li(cb ' motali(dpen Utilitariern mie ®atpe, 3'3' Engel, Sdplofier; bei ben Ranjel= rebnern Bo«beim, Spalbing, 3eru(alem; bei bem ben SUäbagogen ©a(eboro unb '(Jolititer Sdplbjet Gampe u. (. ». 9!ur (eiten bricht bei bic(cn ratio= nali(li(dpcn Bci(en eine tie(ere SBetciligunp pon wie etwa bei bem @ei(t unb SDbantafie burdp Sebmeijet 3immermann, ober gar ein biftor. Sinn, roie bei bem trefilichen Slieber(a*fen 3u[tu« Bbfcr,

mingen««Seut(cb«mßau«natet» (1780), pon Stiebt, 9. ^rSbet bi« ju 3fflanb unb Äogebue (übrt. 3» (einer «Binno pon IBarnbelm» (1767) bat et ba«

ran», erbffnet et ba« 3ambenbtama hoben Stil«. Sprodpte (o filop(tod un(erer '(joefee Sebmung, Öefübl unb Bürbe, Ce(jing i^t Klarheit, Strenge unb Ärajt, (o roor e« bem roenig (üngetn Sefproaben 6bri(lopb Bartin Bielanb (1733 1813) por= behalten, ihr leichte änmut, heitere Gleganj, bcbag=

railbrenb

Stilii’t SRug. pon Jbümmel, bet Jlutor bet «Bilbeb mine» (1764), pon ibm gelernt, cbenfo Slug. Glottl. Beibnet in (einen «Slijien» (1778 fg.), (einem «?llcibiabe«»; unb in (jeinje« toilbet Grotit Hingen

(dparjer

befte lebensPoUfte beut(dpe 2u(t(piel ge(dpa((cn, ben 6tof( unbefongen au« ben Iperoegenben Seagen bet ©egentnart (chbpfenb. 3 ü ®er «(5milio (3alotli» (1772) giebt et etn Beiiletmetl bramat. Kompori! tion, in ba«jugleid) bie (emen Bettet polit.Socialer Unruhe bineinbt«bnen. Bit «Slatban bem Bcijen» (1779), bem etwa« tinjeitigen hoben 2iebe berSole-

an Bielanb an,

Jlortum« berblomifdpc «yobfiabc» (1784) nidpt« mit ibm iw (dpafjen bat. 3m iRoman bat bet glSn^enbe

,

,

,

bcm?!ctfaj(crbcr«'(Jatriotifchcnilbantartcn»(1774), bem (eine 9iebc jut SPergangenbeit bie SHcgicngcn bet aujHärcnbcn ©egenroart oerbildptig rnadpte.



Set I

gefdpidptlidpe

Sinn,

jiipleidp

ba«

licbepolle

Ketfidnbni« für bie ©ebeimniipe ber fdplichten, un
Ireontifcben Sprit bie Stimme beg gerjeng mit fein grbbtet

®

6ofp. Saootetg, unb bat fortgemirlt big in bie 3ei> ten bet Siomantit, bie in mancher ginficbt bag 6rbe beg Stutmeg unb Srangeg antrat. 3bt tonnte nicht einmal bie fritifebe 3)tetbobe 3mmanuel S a n t g

3cbt meift

ihn bei Altere ffreunb nacbbrüdlieb auf bie @rie'ibner finbcn feilten. 3m 3- 1775 folgt ©oetfce einem Mufc beä fungen txtjoa# Karl Suguft nad) äSSeimar. Gr finbet bort ‘äftielanb, e« gelingt i^m »etbet boMn ju jieten. Sie golbenen Jage bon SBeimor beginnen, fjitr (Boetbe ift bet ffiectfcl bc« ©(ftauplajed unb bet Sebendaufgaben oon entftbeibenbet ®ebeutung. getegeltenöof!eben,imS}ettcbtmit bemböiifdjen jtbtl letnt et Sclbftbebettfdjung unb Sitte fdjfiben feine teidie ükamtentbütigfeit gemäbtt ipm tiefe unb »eite Sinblide in IDIenfebenleben unb 9Iatut, bie ihm eine »unbetbare SJielfcitigfeit bet Snteteffen oerfdjaffen; baS ©efflblber Setantmottlicbleit bie bilbenbe Stcunbfdiafl einet ebeln Stau mäßigt ibn mebt unb mebi; bet tHeoolutionät nitb auf einet icuBtc btr

3m

,

bbbem

geiftigen Stufe bet roätrafte 'üenetbtet f(bü=

net gotm unb tubiget Gntroidlung. Siebet mitb unfciet Cittetatur bas mittbätige 3>d”silt bcS StbelS gewonnen. ©oelbeS ital. Mcife (1786), feine unmittelbate Serübtung mit bet 3lnti(e btingt einen lange »otbereiteten Umfdjtoung nur jum Jlb: fdjluB. Set 3ünget SbalefpeoteS fmafft in «3bb'= genie» (1787) unb «Jaffo» (1790) Scelenbtamcn beS ebelften, octnebmften Stils bet ftübe« 3Jci= feebtet bes (bataftetiftifdb 3Iationalen belcbtt fidj, ;

(jeleitet

von

btt antiten

^nfl,

tut ttinen 3Renf(b=

3mfelben3abtc,alSbie«3Pbigenioetfd)ien, bet fibioäb. Stüimet, St^iebt. Stbillet,

lidjlcit.

batte

son ^ugenbbtamen

ben Söeg

bet naturaliftijcben (fjrofa jeinet ju bem bmrt'Benben tbetottfeben

,Veunbfd)oftS< unb SteibeitSpatboS feines «Son ijatloS» (1787) gefunben. Sie bbtls gbtftige 3udjt bet Santfdjen (ßbilofopbie, bie betei^etnben biftot.

Stubien ju benen ibn fein SBetuf imang , teifs ten ben Scuetlopf btian füt SoetbeS Steunbfdjaft. Set iöunb btt beiben Sännet , bet fid) .tuerft in ben «öoten», bann in bem ftaubaufmirbelnben JEenienalmanad) non 1796 manifeftiette, bebcutet ,

ben ©ipfel unferet gefamten Siebtung^. Sobl wot Soetbc, auf bet »6be einet allumfaffenbcn Seit: anfebauung angelangt, bet jugleicb teiibcte unb tiefete; obet ScbilletS taftlofet, pon ben Suletcffen bet (Segenroatt ftat! bewegtet Seift petftanb es, au(b beS gtcunbeS 'fStobultioität ju fladjeln, ibn

aus

feinet

potnebmen übaefdbloffenbcit

in

bie

IBeiotgungen beS JagS beteinju.tieben. petfapte Soetbe «Setmann unb Soto: tbea» (1797), bas IBftlubfte bcutftbe SamilienibpU, unb «Sie natütlitbe Joebtet» (1804), in benen beiben et jut ^anjöftfdjen fRepoIution Stellung nimmt; untet ScbilletS jtntrieb poUenbet et «9BiI= beim aiieiftetS Sebtfabte» (1795), einen entipid> lungStoman, bet tief in bie äftbetifeben unb focialen Stagen bet 3eit bmeinfflbtte unb eine güUe bet ©eftalten unb fUlotipc jeigt , teicb toie baS Seben felbft; auf ScbilletS Stängen fötbett et ben etften Seil beS «Sauft» näbet jum Slbfcblufi. Unenblicb mebt bantte Schiller bem Sunbe, bet ibn ju feinen littetar.

SamalS

tlaffifcben

SebSpfungen anfeuette. Sei ibm jeitigt bem bemunberten Steunbe äftbetifepe

bet Setf ebt mit

Sebriften, bie in bet Untetfcbeibung bet nainen unb fentimentalifcben Si^tung (1795) einen aubct= ortentlicb ftucbtbaten ©ebanfen ju Sage fStbetten; iept febui et feine Sallaben (1797), ietit bie lange iReibe feinet Sramen Pom «5!öallcnftcin» (1800) bis jum «Seil» (1804); baS ilöcimarer Jbeater, bas unter ©oetbeS Seitung ftanb, fcbajfte bem populäts 9rc(!f)aur ffcnorTfationl'Srrfcn..

U. Sufi.

V.

17

ften beutfeben

lunbe.

Siamatiter auch

bie nbtige fflübnen=

söciben SDlännetn finb bie ©tieeben bet fcbönfict 'l)ienfd)licb(eit , beiben ift buma>

SopuS

niflifcb'äftbetiicbe

Gtjiebun j ohne Ginfeitigleit bie

äebingung gefunben SoeMcbrittS bet ©oetbe Perlot

ibm

DJlenfcbbeit.

bie oetftänbniSoollfte Seele,

ben

oetglcicbbarcn Ülettrautcn feinet innetften lünftlerifcben ©ebanten, als ibm bet Sob ben Secunb entrip (1805). 3e!it erft beginnt füt ibn bie impofante ßinfamleit, in bet et mebt unb einjig

felbft

mebt als bet

gtSfete Siebter

unb

'Jßeifc

Seutfd)=

anetfannt, boeb übet bem gemöbm Steiben tbtonenb, betounbett oon gehabt oon bem littetar. iJJbbel , bis ans Gnbe baS geiftige Sceptet fübrt.

lanbS

fiteitloS

lieben littetar.

ben SBeflen

,

ÜDit finb geiobbnt, in ©oelpe unb Scbillet bie beiben ijoebragenben ÜBipfel unfetS SicbtermalbcS anjuftaunen. Slbet biefen beute felbftpetftänblicb erfebeinenben '51011 in bet SdjäSung beS 9Jubli=

lumS gewannen biefeS

bie greunbe etft feit bem Stnfang 3obtbunbertS mit fcbnell waebienbet Gnt‘

febiebenbeit.

Sie Sieblinge

weilet Steife

waren

fie

baS SBolt polt ficb bie ibm bequeme Jlabrung anbetSwo. SefonbetS cbatatteri> bafüt baS Repertoire, baS ©oetbe an bet IBeimatet SSübne abfpielen laffen muftte; wie tre: ten feine unb ScbilletS Sramen jurfld b'ntet ben junäebft nicht;

geiftige

Uifcb

ift

Sebau! unb Suftfpielen bet Sübnenbebertfeber, beS tüchtigen, gut beobaebtenben, aber boch unbebeu= tenben unb übet ein flott gejeidjneteS ©entebilb nicht berouSfttebenben 3ff lanb, beS fieibigen unb bübncn= gefebidten, an effeltoollen Gtfinbungen reichen g. S. Scbtbber, beS gtobfOtnigen ©ropmann, oot allem beS bbcbft talentPoUen unb ptobultioen, aber

unb ftiool weichlichen äug. oon Rope= bue (1761—1819). Seine füplicbe Rübtjeligleit oct! bbbnt fatirifeb fOtablmann (1803); baS biebete Sob im Stil bet «fKinna oon Slarnbelm» Stephanie als Duftfpielbicbtet leichtfertigen

tiatcnjtüd

lultiniett bet DSienet

;

waten Süuget unb sörepnet beliebt, lehterer bet 'l!etfa)let bes SeftbudjeS füt 3Ko jatts «Gntfübrung». 3auberftüde,wie fieSebitanebet j.5). inbet«3auber= flöte» (1791) (ciftete, gebieben jumal in '®en, fo butd) fiafnet, ^Berinet, .^enSlet, ben Sichtet beS «Sonsuweibiben» (1792); meift werben fie butcb glüdlicbe Sompofitioncn unterftüpt; bie 'Diuilt lam auch ben Singfpielen unb fDlelobtamen ©otterS ju gute; baS oatetlänbifcbe unb Ritterbrama fanb namentlich an ben SBapetn IBabo unb Sötting ad)t‘ bare, an bem Cfteneidjer IßJeibmann einen fruebt' baten Settreter. Gine abfonbetlicbe Specialität batte bet fiitterat (fSlümide in bet bfibnengereebten SBet> atbeitung jrember, namentlidt Scbillerfcber Stüde. Siefelbe Reoorjugung fentimentalen itipels obet

tobet äufregung oot ben feinen geiftigen ©enüffen bet llaffifcben ffierte jeigt fi^ ouf bem ©ebiete beS Romans. Riebt nur bap bie Rittet= unb Räubet= tomane bet Spiep, Gramer, SulpiuS, Scblentett oerfeblungen würben, einen womöglich noch fcblim= mern Reij boten bie lüfternen Rrobutte 2af ontaines,

SongbeinS, SlltbingS, auch beS talentooUen 3ul. oon Sop. SBäbtenb Ä. Rbil- RlotipenS «llnton Reifet» (1785), ein ofpdbol. Roman hoben Ranges, nur eine febt Keine Ö^etjabl gewann, jubelt man begeiftert bem Romancier bet Rlobe ju, bem geiftreieb empfinb= famen 3 e a n '5 a u I ( 1763-18*25), beifen gflllc genia= tet Ginjelbilbcr unb glänjenbet wipiget äpbotio= men felbft Rliinnet wie fietber blcnbete. 3" 3ean '5aul lebt bet .ftumot Sternes auf, ein fatir., fen=

2

»;

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®cuti'c^e Sitterotur

timcntaler, jerflicticnbcr .Oumor, bet fid) bann in empfinbfamen 9tciicbc{d)tcibun0cn non ibümmels «Steife in bie inittäfllicben SJtooinjen gtanlreidjs

bet fotmolen Sed)uit, jumal betSerolunft, unb alg ilini banfen SJieifter bet ÜberfeBung betporragt: mir, bab Sbafefpeate uiig oertraut unb lieb ift wie

(1791) übet 6eumes «Sposietflanfl nad) Sbtatus» ( 1803) biä ju feeined «Satjteife» ( 1826) f ortbflamtc. ©efflnbete Soft bieten bie bei aller melantbolifcben gätbung bed löumot« Itöftigem Stemane beä D)t= preufeen öippel. Set ibeale Steman fonb einen ebeln SHetttelet in bem «öppetion» beb unglüd=

ein beutfd)er Siebter.

lieben

Sebwaben öblberlin,

beffen poet. üJleiftet:

pom antilen ©eifte unb pon 0(billerb Stbetorit burebträntten Iprifeben ©ebiebte ipnren, bie ein tiefeb, an ben äBeltfcbmerj mabnen= leiftung aber boeb feine

beb Scbnfuebtbleib in feftgeeoilene 'Jlbbtbmen jroin= 'ISie meieblieb erfebeint bem gegenüber bie flcn. elegifibe Dptit eineb ©tattbiffon unb Salib, ppn ben bebaglieben Sftnbeleien unb SSIaubetcien per; fpätetet Slnatreontiter wie ©eotg gocobi unb ISödingl abgefeben. gm eptfeben gbpll enang fiofepatten, im Sebtgebubt Jiebge Seoebtung. Sie Gtfcnntnib pon bet unoergleieblicben 65bc ©oetbeb unb SebiUetb ift juetfl ju pollet Slatbeit gebieben in bem Srttberpaate ©umbolbt; bet ältere j^mal, 'löilb. Pon fiumbolbt, bet fpätere grobe «toatbmonn, SiftbetilerunbSpraebfoifeber, batfUt ein pertieftcb Serftönbnib ihrer SebSpfungen geformt, SermabnoUe geiftige geinfebmeder betUbtte fieb in biefem ©emUben leittocife mit Senbenjen einer Stiftung, bie in ibret Steigung jum Umftütjen, in ihrem £iab gegen bie Slufllärung an bie perfunfenen öeftrebungen bet Stürmet unb Stänget an= lufnüpfen fdjien, mit bet Stomantif. Slbet biefe ift otiftoltotifdbcr olb bet Sturm unb Stang. Ser: roi^t fie bie gefiblofiene Runftform, fo gefebiebt eg, weil

fie

für eine mbglicbft inbinibuoUftifebe Stug: fie fid) nur fragmentarifd),

btudoweife cintritt, bie

tann. Se= Stomantif fijb für greibeit bet Setfbn= eg boib nidit fowobl bie greibeit beg (Semütg ober gar beg Serftanbeg, auf bie eg ihr on= lommt, alg nielmebt bie ßntfeffelung bet Sbantafie gebt fte aug pom ©rieebentum unb Pon ©oetbe, fo gelangt fie halb im febatfen ©egenfab baju in eine ertreme Sotliebe für bag dbtiftl. fStittelalter. Reine Karen, f*arfeii gotmen erftrebt fie, fonbetn Stirn: mung, Söne, gatben, fo petfdiwimmenb wie m6g= launifcb, fubfeltip ironifib porftellen geiftett bie

lid)teit, fo ift

lid): bie

(lebeimnigpoUen Slaibtieiten beg SSlenfeben

unb bet Statur finb bet fiiebliiiggftott bet Stomantif. Sie «monbbeglänjte fjoubernaebt» bet Runft wirb niablog über bag platte, nUebterne Seben erhoben; eine Unflate, abnunggpoUe Sebnfud)t, oielleiibt in ein unbefannteg genfeitg, bag geifterbaft in unfet Safein bereinfebimmert , pielleiibt in eine feböne, grobe Sergongenbeit, oielleicbt in bie imferetRultur uetloteneUnfibulb bet Statur, begSolfg,ift getabe}u bag Seitmotio bet Stomantif. Slug biefet SBelt: unb Runftanfibauung etwud)g bie SlUte bet biftor. SSif: fenfeboften, aug ihr bie ftaatenbilbenbe gbee beg beutfiben Raiferteiebg, bie fpStetbin an bie polit. ßtben bet Sluffldrung, on bie Sibetalen, Überging. Sie ältere Stomantif, bie ihren ^Puptfiti in gena unb fpAter in Setlin auffeblug, batte ein be:

fonbetg ftarfeg tbeoretifebeg ßlement an ben !örtt= bern Scblegel. Seg groben genaet Sbilofopbcn giebte SBiffenfibaftglebre, feine gefteigerte .6otbbol> tung beg 3d) fpiegelt fid) ab in ben inbioibualiftifibcn

Runftanfiauungen nomentlid) beg füngem griebr. Siblcgcl, ipäbtenb bet ältere Sluguft SBilbelra, mehr alg gefcbmadnollct Sitterarbiftorifer, alg Sirtuog

griebrid)g Stärfc lag in ben eiftreid)en, blcnbenben, ftetg apboriftifeben Runft: emertungen, bie et jumal in bem »auptorgan ber im «Sltbeneum» (1798) nieberlcgte; beterotifd)=ftagmentariffl tempetamentroUcn Settina: in ihren Wirteln herrftbte ein ©cetbetultus, bet jumal bei SBettina nabejii einen ntblbolofl. ßbataliet annabm. Jibt lummelrlalt iit unb bleibt mit Sotlicbe bet '.H Oman, btfjcn fub jeöt nudb Samen mit 3ob. Stbopenbaiiet, Suife töracbmann, .fienrielte .öante in lanflen Sänbe= reib