Reallexikon der Assyriologie [RlA] [2, 1]

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Reallexikon der Assyriologie Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter herausgegeben von

Erich Ebeling und Bruno Meissner aord. Prof, an der Univ. Berlin

ord. Prof, an der Univ. Berlin

Zweiter Band

(Erster Teil)

Ber — Ezur und Nachträge Tafel 60—63

Walter de Gruyter & Co. vormals G. J. Göschen’sche Verlagshandlung —J. Guttentag, Verlags­ buchhandlung — Georg Reimer — Karl J. Trübner — Veit & Comp. Berlin und Leipzig 1938

Copyright 1938 by Walter de Gruyter & Co. vormals G. J. Göschen’sche Verlagshandlung — J. Guttentag, Verlags­ buchhandlung - Georg Reimer - Karl J. Trübner - Veit & Comp. Berlin und Leipzig

Archiv-Nr. 41 1538

B

(Fortsetzung)

Ber, Gottheit noch undurchsichtigen Charakters. Die mehrfach nach Schroeder KAVI, Nr. 63, Kol. I, Z. 7 auf­ gestellte Gleichung dbil(T)-gi(T) = dbe-ir ist falsch (s. Weidner AK II, S. 10), daher besteht keine Beziehung zu dem Feuergotte Bilgi-Gira-Nusku. Deshalb ist es verfrüht, den Namen als akkadisch zu verstehen und mit ‘Glut’ o. ä. zu übersetzen (von einem Stamme, der dem hebr. 122 entspricht). Nach Schroeder a. a. O. Nr. 42, Kol. II, Z. 23 gehört B. zu den Göttern des Tempels der Istar assuritu in Assur. In der Opferliste KAVI Nr. 174, Z. 13 erscheint B. als bei sarri neben der Istar von Arba’il, der Belit baläti und anderen Gottheiten. Er erhält Vögel als Opfer. Ein weiterer Beleg in Götterlisten ist KAVI Nr. 72a, Z. rof., s. auch Br. 1561 und BA II S. 567. Tn EN der mittelassyrischen Periode finden wir B. ziemlich häufig (s. z. B. KAJI Nr. 6, 24, 28; 8, 26; 147, 27, 35 un(i öfter). Ebeling. Berahaiate, Ort, in einer assyrischen Geschäftsurkunde erwähnt. Johns ADD, Nr. 64, Vs. Z. 6.

Ebeling.

Ortschaft in der Provinz Halsu, in einer Urkunde aus assyrischer Zeit erwähnt. Berapsä,

Johns Doomsday Book Nr. 5, 1 Z. 26; III Z. 25. ' Ebeling.

Berg der Erde, des Sonnenaufganges

und des Sonnenunterganges s. Kos­ mologie. Bergkristall. Nach Layard Niniveh and Babylon S. 148 benutzte man Linsen aus Bergkr. vielleicht als Vergrößerungs­ gläser. Es ist nämlich in den Ruinen von Kalah eine Linse aus B. gefunden worden, die eine konvexe und eine ebene Seite zeigt. Über Schmuck aus Bergkristall s. Reuther IvB S. 26g. Ebelmg. Reallexikon der Assyriologie II.

Bergsalz s. Salz. Bergwerk. Arbeit im B. scheint man in Babylonien nicht gekannt zu haben. Wie die Assyrer zu den Bodenschätzen ihres Landes gelangt sind, ist noch nicht klar. Die Stelle, in der Sargon II. über den Fund von Kupfer, Magnesit und anderem redet, ist leider lückenhaft er­ halten. Sarg. Ann., Z. iggff. = Winckler Sargon, S. 34; Meissner BuA I, S. 265. Ebeling.

Beri, F. (amilu) von Hasabu* zur Zeit der El-Amarna-Briefe. Knudtzon VAB II, Nr. 174, Z. 3. Ebeling.

Bermudammiq, Bernadin s. Epo-

nymen.

Bernstein. Unter dem Tempel türm von Assur in archaischen Schichten und in Gräbern in der Innenstadt von Baby­ lon sind Perlen aus B. mit einem Durch­ messer von 9 bis 19 mm gefunden worden. Über die Herkunft dieses B.s ist nichts bekannt. MDOG Nr. 54, S. 48; Reuther IvB S. 32, 211, 223, 264 (s. Tf. b 95, 239i). Ebeling,

Berossos. Br]Qd*EtnGiljgainiel9Ep(sfs isUfma-pistäkt ioZät*sudidtti)oy 143, 147; Balawat-Inschrift VI, Z. 6—7, Stier-Inschrift Z. 83, Zigatu aus Assur [Nr. 11429]; Schiffer Aramäer, S. 61). § 3. Ziemlich gut bekannt sind die Fürsten von B. um 700. Im Jahre 729 nimmt Tiglatpileser III. von Baläsu, Fürsten von B., Tribut (Tontf. V, Z. 26; Rost Tiglatpil., S. 61). Gemäß der Babyl. Chronik plünderte Sargon II. im Jahre 712 vermutlich B. (Delitzsch ASGW 25, 1, Kol. I, 34, S. 9, 20; s. a. Sargon Annal. Z. 287!.). Das ist jedoch ganz unsicher (s. § 2). Die Assyrer hatten neben dem Fürsten einen Ober­ kommissar (GU.EN.NA) eingesetzt, der

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sich aber manchmal als unzuverlässig er­ wies. So wurden Samasibni, derFürst von B., und [Nabu ?]-ahe-sullim, der Ober­ kommissar, von Asarhaddon im Jahre 678 nach Assyrien gebracht und getötet (Babyl. Chronik IV, 1—2, ASGW 25, 1, S. 14; S. Smith BHT, 1924, S. 14; E. Unger ZATW, 1926, S. 315; Eponymenchronik: E. Forrer MVAG XX, 3, S. 34). Dasselbe geschah 675 mit dem Sohn des Samasibni, namens Kudurru, und dem Oberkommissar Nadinsumi (Babyl. Chro­ nik IV, Z. 14—15, Lit. s. o.). § 4. Nunmehr wurde der Sohn des Baläsu (s. § 3), namens Nabü-usallim, als Fürst eingesetzt, der es, nach einem Kudurru (Steinmetzer Kudurru, Nr. 10, Rs. Z. 10,45; KingBBST, S. 70), noch im 9. Jahre des Samassumukin, also 659, war (Streck VAB VII, S. 710; Olmstead Hist, of Assyria, 1923, S. 353). Mannukibäbili, der Sohn des Nabü-usal­ lim, war Fürst von B. z. Z. des Assurbänipal und hat sich vermutlich der Em­ pörung des Samassumukin angeschlossen (VAB VII, S. 705). Assuretüiläni hat um 630 den Leichnam des Samasibni, den Asarhaddon 678 in Assyrien getötet hatte, zur Bestattung nach B. frei­ gegeben, gemäß einer Inschrift (Clay YOS I, Nr. 43, Tf. 30; Olmstead a. a. O. S. 628, vgl. Meissner OLZ1918, S. 22of.). Auch in neubabyl. Zeit behielt B. eine gewisse Selbständigkeit. Bibea ist als Fürst von B. unter den Großen von Ba­ bylonien in der Beamtenliste des Pris­ mas von Nebukadnezar II. (um 570) er­ wähnt, s. E. Unger TLZ, 1925, S. 484. Sonst wird B. nicht mehr häufig erwähnt, z. B. in dem Kontrakt vom 17. X. 24. Jahr des Nebukadnezar II. (Dougherty Goucher Coli. I, Nr. 54)> auch in neubabyl. Briefen (z. R. Thompson Late Babyl. Letters, Nr. 74, 30). § 5. Über die Topographie der Stadt B., deren Lage noch unbekannt ist, orien­ tieren einige Kontrakte: Ein Feld lag nahe der Mauer von B. (eqlu ina tih Sa düri Sa B.), gemäß Vertrag aus Uruk vom 25. IX. 37. Jahr Nebukadnezars II. (Lutz, Berkeley I, Nr. 55). Ein anderer Kontrakt aus Uruk nennt älBit-Da-kur (Dougherty Goucher Coli. Nr. 54, Z. 6,

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mSSSäSWsSSa

vom 17. V. 24. Jahr des Königs). Bit mKi-na-a -pihat (Ad M) B. ist im oben­ genannten Vertrag (§1) des Assurbänipal als Stadtviertel (irsitu), hier wohl Vor­ stadt, im Stadtkreis (pikatu) und in 2 andern Urkunden derselben Tontafel erwähnt (VAT 8495, s. Unger, Babylon, die Heilige Stadt S. 74, Anm. 4), aber in Uruk (!) datiert. Ein Vertrag dd. ilBUAt-ri-im, vom 4. VII. 11. Jahr des Nabonid (Coli, de Clercq II, Tf. 26, 2; S. 120, 155 f.) behandelt ein Feld der Gemarkung (ugar) der Stadt älHa-pi-Sukl, eines an­ dern Vororts, im Stadtkreis (pi-hat) der Stadt dlBit-Da-ku-ru. Die Lage der Lan­ deshauptstadt B. ist, gemäß der Datie­ rungen in Uruk, nicht weit von Uruk zu suchen. [Meissner setzt OLZ. 1918, Sp. 220 B. weiter nördlich an.] Delitzsch Paradies, S. 202; Hommel Geographie, S. 415; Streck Klio VI, S. 218; VAB VII, S. CXLI; Forrer Provinzeint., S. 96, 99f. Eckhard Unger.

Bit-Danl, Ort in Assyrien (?), in einem assyrischen Briefe genannt. Har per ABL Nr. 1, Obv., Z. 12.

Ebeling. Bit-dm-Adad, Ort in der Nähe von

Nerab.

Dhorme RA XXV, S. 56, Nr. 3; 57, Ebeling. Nr. 5; 58, Nr. 7; S. 62.

Bit-Dini-ilu, zu Bit-Amukkäni* ge­ hörige Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem 1. Feldzug (703 v. Chr.). Sanh. 1. Feldzug, Z. 45 = Sidney Smith First campaign of Sennacherib, S. 40 = BBK I 2, S. 6 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 53. Ebeling.

Bit-Enlilkidini, Ort in Babylonien, in Briefen aus kassitischer Zeit erwähnt. Lutz UP I 2, Nr. 53, Z. 7; Nr. 57, Z. xo; Nr. 60, Z. 11. King BBSt S. 17. Ebeling.

Bit-Epesil(än)i, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Geschäftsurkunden er­ wähnt. Ungnad VS III, Nr. 9, Z. 7; 10, Z. 13; 11, Z. 11. Ebeling.

Bit-eqi. Tempel der Istar in KärTukult i-Ninurta. Ebeling KARI AK I, S. 41.

Nr. 139;

Schroeder Ebeling.

Bit-eri, geschr. E. gis. MA . NU, Ort in Elam. Scheil DP II, S. 50.

Ebeling.

Bit-Eriaku, Ort, in einer altbabyloni­

schen Geschäftsurkunde erwähnt.

Pinches Berens Collection Nr. 102. Ebeling.

Bit-Gabaia. Vermutlich irrtümliche Schreibung der Annalen Sargons II. (Z. 87) für Bit-Bagaia*. Eckhard Unger.

Bit-Galalanu, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Geschäftsurkunden aus persischer Zeit erwähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 99, Z. 3; Clay BE X, Nr. 17, Z. 6. Ebeling.

Bit-Garbaia (auch die Les. Bit- Sabaia ist möglich), Ort eines Aramäerstammes, gegenüber von Haridu* gelegen. Assurnäsirpal II. übernachtet daselbst auf seinem Feldzug durch Mesopotamien (87g v. Chr.).

Asanrn. Ann. III, Z. 14t. — King AKA S. 350. Ebeling.

Bit - Gassisusataixm, Ort in Baby­ lonien, in einem neubabylonischen Kon­ trakte erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 128, Z. 5.

Ebeling.

Bit-Gimil-Sin, Stadt, von Rim-Sin

erobert.

Thureau-Dangin RA XV, S. 7, Z. 20; 31. Ebeling.

Bit-Gira’, Ort in Babylonien, in neu­ babylonischer Geschäftsurkunde aus per­ sischer Zeit erwähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 45, Z. 6. Ebeling.

Bit-Gira (bzw. Gibil), Ort in Baby­ lonien, mit dem vorhergenannten iden­ tisch ? Thureau-Dangin LC, Nr. 11, Z. 11, 23. Ebeling.

Bit-Gisimeia, geschr. bit-gi-si-me-ia, Stadt in der Umgebung von Sidon, wird von Asarhaddon 676 v. Chr. zu Assyrien geschlagen. Richtige Lesung nach Thompson Prisms of Esarh. and Ashurb. S. 17, Z. 5; nach dems. h. Chan Kasimijeh 7,5 km nö. von Tyros.

Asarh. Prism. S, Kol. II, Z. 12 = Scheil Prisme S d’Assarhaddon, S. 14. Ebeling.

Bit-Gissi, elamische Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem 7. Feldzug (693 v. Chr.).

Sanh. Oriental Institute Prism, Kol. IV, Z. 64 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 39. Ebeling.

Blt-Gubbu, Ort inBabylonien, in neu­ babylonischer Geschäftsurkunde erwähnt. Dougherty YOS VI, Nr. 96, Z. 12. Ebeling.

Bit-Gula, Ort in Babylonien, in Kon­ trakten aus der Kassitenzeit erwähnt. Lutz UP I 2, Nr. 73, 20; Clay BE XV. Nr. 34, Z. 2; Nr. 74, Z. 2; UP II 2, Nr. 83, Z. q ( ?); Boissier RA XVI, S. 162, Z. 29, Ebeling.

Bit-Habban. Landschaft im Zagros­ gebirge, die nach Forrer Provinzeint., S. 90 f. in der Gegend von Kermanschah liegen soll; doch ist die genaue Lage un­ sicher. B. lag vermutlich in der Nähe von Mendeli. Es wird in Urkunden in nachkassit. Zeit genannt; so auf dem Kudurru des Nebukadnezar I. (um 1125; Steinmetzer Kudurru, Nr. 6; King BBST, S. 30, Z. 36). Später ist die ab­ geschliffene Namensform Bit-Hamban, Haban, Hanbi üblich. Die Babylonier rechneten B. z. T. zu Babylonien, die Assyrer aber zu Medien. Salmanassar III. (Obelisk, Z. 95, 125) nennt den Fürsten von B. ‘Janzu, wohl ein einheimisches Wort für ‘Fürst’. Tiglatpileser III. schlägt B. zu Assyrien (Annal., Z. 49), Sargon II. (Annal., Z. 9, 90) eroberte die Stadt Kimirra in B. Andere Städte von B. sind noch nicht bekannt. B. wird anscheinend auf der babyl. Weltkarte, aber w. (!) von Babylon, genannt (ZA IV, S. 361; Meissner BuA II, S. 378). I*1 ZA XV, S. 322—6 hat Streck B. aus­ führlich behandelt. Die Götter von B. waren die Istar von Akkad* und der Mondgott Sin, nach dem wohl ein Stadt­ tor von Babylon* (§ 19) genannt ist. Um 2000 v. Chr. gehörte B. zur Landschaft Namar (Nawar), s. E. Unger Babylon 1930, S. 72, 112, Abb. 4.

Hommel Geographie, S. 498ff.; De­ litzsch Kossäer, S. 35; (Hinke) BE Ser. D IV S. 216. Eckhard Unger.

Bit-Habsirti, Flurname bei Barsip. Ungnad VS III Nr. 119, Z. 3; V Nr. 25 V Z. 92. Ebeling.

Bit-Haddia, Ort in Babylonien, in neubabylonischer Geschäftsurkunde aus persischer Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 76, Z. 3.

Ebeling,

Bit-Hadippe bzw. Bit-Hudippe oder Bit-Ha(u) lupe, ein Teil von Laqe, zwi­

schen Qatni* und Sirqi*, am Habür ge­ legen. Tukulti-Ninurta II. erobert Suri*, die Hauptstadt von B., im J. 885 v. Chr. und empfängt reichen Tribut. Assurnäsirpal II. zieht, als die Suräer sich gegen ihn empören und den Ahi-iababa von Bit-Adini zum Herrscher über sich ma­ chen, 883 v. Chr. gegen sie, nimmt Suri ein und macht Azi-ilu zum Statthalter. Aus dem J. 879 v. Chr. hören wir von einer Tributzahlung des Landes an Assurnäsirpal. Trotzdem zählt der Assyrer B. auf seinem nächsten Feldzug wieder unter seinen Feinden auf. Scheil Annales de Tukulti Ninip II., Rv. Z. I5ff. = S. 22; Assurn. Ann., Kol. I, Z.93Ö., 75ff. = King AKA, S.28off.; Kol. III, Z. 6ff. und Z. 229 = King AKA, S. 348, 354; Schiffer Aramäer, S. 74 und öfter (s. Reg.l; Forrer Provinzeint., S. 14, 109; JAOS XXXVIII, S. 224 = Halebieh. Ebeling.

Bit-Haduru, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Kontrakten erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 88, Z. 7; HilprechtClay BE IX, Nr. 107, Z. 5, Ebeling.

Bit-Hahhuru s. Babylon § 38. Bit-Ha’ir(i), elamische Stadt.

Sanherib erobert B. auf seinem 7. Feldzug (693 v. Chr.). B. wird in der Form Bit-Hair auch in einem Briefe der Sargonidenzeit erwähnt. Sanh. Oriental Institute Prism, Kol. IV, Z. 55 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 39; Harper ABL, Nr. 1093, Vs. Z. 6; Rs. Z. 15, 24. Ebeling.

Bit-Haie, Landschaft oder Gut in Bit-

Dakküri zur Zeit des Samassumukin. King BBSt S. 73.

Ebeling.

Bit-halki, Ort in Babylonien, in einem

Warkatext erwähnt.

Tremayne YOS VII, Nr. 22, Z. 17. Ebeling.

Bit-Halupi s. Bit-HadippA

Bit-Hamar, Ort in Babylonien. Ungnad VS III Nr 60, Z 15.

Ebeling.

Bit-Haroban s. Bit-Habban.

Bit-hammüti s. Babylon § 99.

Bit hamri s. Adad.

Bit-Ha’rahu, Ort in Bit-Dakküri, in einem Kudurru erwähnt. CT X pl. 5, Z. 12, 16; 6, Z. 29; King BBSt S. 701, 73 f. Ebeling.

Bit-Hare, Ort in Babylonien, in einer Städteliste genannt. V R pl. 12, Nr. 6 + II R pl. 52, Nr. 2, IV, Z. 9, s. Hommel Geographie, S. 463. Ebeling.

Bit-Hasmar. §1. In der Nähe des Turnatllusses (= Dijala) im Zagros­ gebirge bei Zamua nennt Aäsurnäsirpal II. ein Land Id-, vielleicht auch als Bergzug äufzufassen, der den Grenzpunkt der Er­ oberungen dieses Königs bezeichnet. Viel­ leicht ist das Ha-si-mur des Salmanassar III. (Obelisk Z. m) damit identisch. Assurnäsirpal Annal. II, Z. 39; III, Z. 125; KAHI II,'Nr. 94, V. Z. 8; Hommel Geo­ graphie, S. 488.

§ 2. Ein andres B. lag südlicher in Babylonien in sumpfiger Gegend. In einem Text (BE XV, Nr. 123, Z. n) wird eine Stadt Hasmar-Sah erwähnt. Der König Eamukinsumi von der 2. Dynastie des Meerlandes* wurde im Jahre 1020 in den Sümpfen von H., also wohl in seinem Stammlande begraben (Chronik A[S], Kol. V, Z. 5; KB II, S. 272 f.; Meissner BuA I, S. 427). Auch Sargon II. nennt ein Hasmar als Grenz­ punkt seiner Eroberungen (Annal., Z. 8). M. Streck nimmt an, daß beide B. identisch sind. ZA IV (1901), S. 286f.; Hommel Geo­ graphie, S. 457, 488; Forrer Provinzeint., 5. 43; E. Unger RLV IV, S. 486. Eckhard Unger.

Bit-Hiklä, auch Iklä, Ort in Baby­ lonien, in neubabylonischen Geschäfts­ urkunden aus persischer Zeit erwähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 79, Z. 6; Clay BE X Nr. 62, Z. 5, 7; 71, Z. 5; 125, 6, 9. Ebeling.

Bit-hilläni s. Hilläni. Bithilsi, Tempel der Askä’ltu (Istar

von Uruk) in Uruk. Ein gleichnamiger Tempel auch in Babylon (Unger, Baby­ lon S. 140). Falkenstein Lit. Keilschriftl. aus Uruk S. 17, Anm. 4; daselbst Belege. Ebeling.

Bit-Hirmami, Land in der Nähe von Kisisim*, ö. der Provinz Parsuas*, wird von Sargon II. 716 v. Chr. zu Assyrien geschlagen. Sargon Ann., Z. 69 = Windeier Sargon I, S.14; Forrer Provinzeint., S.91. Ebeling.

Bit-Hisime s. Bit-Gisimeia. Bit Hubba, Ort in Elam. So, nicht

wie Schroeder will Bit-qi-ba, ist nach Albright zu lesen. Vgl. auch Bit-Humbi (DT 237, Bezold Catal S. 1562). Albright JAOS XLV, S. 227 s. Schroe­ der KAVI, Nr. 92, Z. 26. Ebeling.

Bit-Humri, ‘Haus der Omri’, assyri­ scher Name des Reiches Israel. Nur Ahab* wird in der Schlacht bei Qarqar als ‘Israelit’ (Akabbu Sirlai) bezeichnet. Schon zwei Jahre später heißt Jehü5, obgleich er die Dynastie des Omri ge­ stürzt hatte, Herr von (Bit-)Humri. Adadniräri III. nennt das Land unter den von ihm niedergeworfenen, ihm tri­ butpflichtigen Ländern (Steinpl.-Inschr. von Nimrud Z. 12). Tiglatpileser III. eroberte eine Anzahl von Orten des Lan­ des, deren Namen leider nur zum Teil lesbar sind (Ann. Z. 227—234): Bet- .... . . .-bara (Akbarä ? Gabarä? Dabarä?), Hinatuna (s. d. Art. Hinnatuni), Q[anaP], . . atbite (Forrer Provinzeint., S. 61 er­ gänzt [Ia-]at-bi-te = röm. Iotapate), Irru . . . (Forrer a. a. O. schlägt ‘Saruna’ vor), Aruma und Marum (d. i. 'Povfia, j. Hirbet Rüme und Merom, j. Meron, Forrer a. a. O.). Nach einer anderen In­ schrift (III R pl. 10, Nr. 2 = Kl. Inschr. 1, Z. 5—7) eroberte er in dieser Gegend Raspüna (so auch -ftu-na Ann. Z. 126 zu ergänzen?), d. i. wohl die Stadt des ReSeph, Apollonia, j. Arsüf nördlich von Jäfä (Nöldeke ZDMG XLII, S. 473; Hommel Gesch. Bab. u. Assyr., S. 665), ferner Gal’aza (ergänzt nach Kl. Inschr. III, Z. 2, d. i. Gilead), die Stadt Abilakka im Bereiche von B. und das weite . . .. U (Hommel a. a. O. ergänzt [Naptajli); diese. Gebiete wurden einem Statthalter unterstellt. Vollständig wurde Israel erst unter Sargon unterworfen, s. d. Art. Samaria. Honigmann. Bit-Hurab /pi, Ort, in einer assyrischen Geschäftsurkunde erwähnt. J ohns ADD, Nr. 160, Rs. Z. 1, 6. Ebeling.

Bit-Hussanni, Ort, zwischen Kutü und Az gelegen, in einem Briefe aus der Sargonidenzeit erwähnt. Harper AB L, Nr. 336, Rv. Z. 6; K 644 (Bezold Catal., S. 145). Ebeling.

Bit -Jahiri. Am mittleren Laufe des Haburflusses lag die Landschaft B., auch Jari, Jaeri, Jauri genannt, von Aramäern bewohnt. Noch nicht seßhaft, werden sie von Adadniräri I. (um 1300) bekämpft (Messerschmidt KAHI Nr. 3, I, Z. 22; 4,1, Z. 15; 5,1, Z. 24; AOB I, Nr. XX, 1, zu Kol. I, 23). Für die Bestimmung der Lage von B. ist sehr wichtig die Mit­ teilung des Zerbroch. Obelisken III, 21 (King AKA S. 136), der vermutlich von Tiglatpileser I. stammt, daß im Lande Jari die Stadt Ma-ag-ri-si gelegen sei. Dabei wird die Stadt Dür-Kitlimme in Laqö am Habür erwähnt. Nach dem Kriegszugsbericht des Tukulti-Ninurta II. von 884 (Scheil Annales; Schiffer Ara­ mäer S. 113) lag jene Stadt zwischen Sadikanni = Arban am Habür und Nasipina = Nesibin, etwa in der Mitte. Ähn­ lich lokalisiert sie Asäurnäsirpal II. auf seinem Feldzuge 878 (Annal. III, Z. 3). Auf dem Bronzetürrelief desselben Kö­ nigs aus Imgur-Enlil* (Balawat) ist ein Kampf gegen die Stadt [Magari]su in Bit-Jahiri bildlich dargestellt (King Bronze Reliefs oj Shalmaneser S. 4, Tf. 78L; E. Unger RLV VI Tf. 7b). Dazu kommt endlich die Angabe eines spätassyr. Textes, daß die Stadt Magrisu ina [Ja]rie gelegen sei (Johns Assyr. Doomsdaybook Nr. 2, II, Z. 13; Rost MVAG 1897, S. 244). Danach waren also die Aramäer von B. im 9. bis 7 Jh. in der Nähe des Zusammenflusses von Habür und Harmis* seßhaft und Magarisu war vermutlich ihre Hauptstadt. Assurnäsirpal II. empfängt 882 den Tribut des Fürsten Ahiramu* von B. (Annal. II, Z. 22, Schiffer Aramäer S. 62, Anm. 6). Magarisu wird mit dem Magrus der Peutingerschen Weltkarte gleichgesetzt (Miller Weltkarte des Castorins, Segment XL 4)Forrer Provinzeint., S. 19; E. Unger RLV IV, S. 112. Eckhard Unger.

Bit-Jakini. § i. In der Nähe des Pers. Meerbusens lag die von Aramäern besie­

delte Landschaft B., und zwar an der­ selben Stelle, wo seit dem Anfang des 2. Jht. das Meerland* gelegen hatte, mit dem B. im Altertum geradezu gleich­ gesetzt wurde (s. § 2). Sanherib von Assyrien gibt in seinen Inschriften eine Liste von acht mächtigen Städten von B., die er eingenommen habe {Lucken­ bill Annals of Sennacherib 1924, S. 53, Z. 48—49): 1. BU-mZabidiia*; 2. Larsa*; 3. Kullab*; 4. Eridu*', 5. Kissik*; 6. Nimid-Laguda*; 7. Dür-mIakini*; 8. KärNabü*, die am Bitterfluß* gelegen habe. B. enthält zwar nur wenige Städte, dar­ unter aber meist sehr bedeutende, die, wie Larsa und Eridu, in alter Zeit eine wichtige politische bzw. religiöse Rolle innegehabt hatten. — B. ist in griechi­ scher Zeit unter dem Namen Agine be­ kannt (Arrian Ind. 42; Strabo XV, 729, s. Andreas in Pauly-Wissowa RE s. v.). B. ist auch auf der babyl. Weltkarte genannt (Meissner BuA II, Abb. 41, S. 378; Unger, Babylon, Abb. 4, S. 20, 292, Anm. 5). § 2. Erst im 9. Jht., soviel bekannt ist, tritt der Name Jakinu auf, perso­ nifiziert als König des Meerlandes, der 850 dem König Salmanassar III. Tribut zahlt (Balawat-Inschrift VI, Z. 7). Im Jahre 729 bringt Mardukapaliddin* von Jakinu, König des Meerlandes, dem Tiglatpileser III. Tribut (Tontf. V, Z. 26f.; Rost Tiglatpileser, S. 61 f.). Er schwingt sich 722 zum König von Babylon auf als M. II. Seine Nachkommen spielen in der Sargonidenzeit noch eine Rolle. Nach M. Streck VAB VII, S. CDLXXI hatte Mardukapaliddin II. vier Söhne: N abü - sumi - iskun *, N abüzerkittilisir *, Na’id-Marduk*, der von Asarhaddon zum König des Meerlandes gemacht wurde, undNabü-usallim*. Von den beiden letzt­ genannten Söhnen stammen Nabübelsumäte bzw. Sumai als Enkel des M. ab. Sargon II. eroberte 709 B. (Annal., Z. 358ff.), ebenso Sanherib von neuem 703, wobei er einen andern Sohn des M. namens Adinu gefangennahm (Lucken­ bill a. a. O., S. 51, Z. 28). In zwei assyr. Briefen, wohl aus dieser Zeit, ist B. ge­ nannt (Harper ABL, Nr. 1003, 1052). Nabüli’u war z. Z. Sargons II. Oberkom­

missar (GU.EN.NA) von B. (Harper ABL, Nr. 542; Klauber LSS V, 3, S. 96; Unger ZATW 1926, S. 315). Der Name B. wird aber durch den Namen ‘Meer­ land’ verdrängt. Belibni* ist assyr. Statt­ halter des Meerlandes (Streck VAB VII, S. 797). Unter der Dynastie des Nabopolassar, die vom Meerlande stammte und von hier aus Babylon eroberte (E. Unger Assyr. u. Babyl. Kunst, S. 55), stand deshalb der Gouverneur des Meer­ landes an der Spitze aller Großen von Babylonien, so Eadaian um 570 nach dem Prisma des Nebukadnezar II. Kol. IV, Z. 21 (E. Unger TLZ 1923, S. 484). Weiteres s. Meerland. Hommel Geographie, S. 421—26; Schif­ fer Aramäer, S. 117; F.orrer Provinzeint., S. 96, 99; Streck Klio VI, S. 2i4f.; ders. VAB VII, S. CDLXXI; Delitzsch Paradies, S. 203. Eckhard Unger.

Bit-Ibä, Ort in Babylonien, in einem Warkatext erwähnt. Tremayne YOS VII, Nr. 84, Z. 9; K. 961 s. Bezold Catal., S. 201; K. 1351 (S. 272); K. 3102 (S. 503). Ebeling.

Bit-Iddiätu, Landschaft oder Gut in Edina (Südbabylonien) zur Zeit des Enlilnädinapli. King BBSt S. 76f.

Ebeling.

Bit-Iddin-Samas, Ort in Babylonien

in einer Urkunde des Königs Itti-Mardukbalätu genannt. Boehl AK II, S. 53, Z. 16.

Ebeling.

Bit-Iklä s. Bit-Hiklä. Bit-ikribi

s. Babylon § in.

Bit-ili, 1) Ort in Assyrien ( ?), in einem Schenkungsbriefe Adadniräris III. er­ wähnt. Schroeder KAVI, Nr. 116, Rs. Z. 1. Ebeling.

2. Gott s. Baiti-ili.

Blt-Ilibaia, Ort in Babylonien am Ahulia-Kanal, in einem neubabylonischen Kontrakte erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 109, Z. 5, 7. Ebeling.

Bitilla, Gebirge oder Berg am RadanaFluß, von Tiglatpileser I. aufgesucht. Schroeder KAHI II, Nr. 66, Z. 12; Nr. 69, Z. 17. Ebeling.

zu Bit-Amukkäni gehörige Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem i. Feldzug (703 v. Chr.). Bit-Iltamasama’,

Sanh. 1. Feldzug, Z. 45 = Luckenbill Annah of Sennacherib, S. 53 = Smith The first campaign, S. 40. Ebeling.

Bit-Iltehlaia, Ort in Babylonien, in

einem neubabylonischen Kontrakte erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 180, Z. 5, 8. Ebeling.

Bit-Iltehri-nüri, Ort in Babylonien,

in neubabylonischen Kontrakten erwähnt.

Clay UP II 1, Nr. 41, Z. 5, 7. BE X, Nr. 34, Z. 6, 9. Ebeling.

Bit-ilti s. Bit-belti. Bit-Ilubäni, zu Bit-Amukkäni

ge­ hörige Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem I. Feldzug (703 v. Chr.). Sanh. 1. Feldzug, Z. 42 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 53 = Smith The first campaign, S. 39. Ebeling.

Bit-Imbi(ja). Elamische Königssstadt

und Festung an der Grenze von Räsi*, schon im Gebirge. Einwohner von Räsi fliehen vor Sargon (Annal., Z. 285) nach B. Sanherib erobert es (Taylor Prisma Kol. IV, Z. 54); darauf spielt Assurbänipal (V R pl. 4, Z. 122 — pl. 5 2- 10) an, wonach die Elamiten gegenüber dem zer­ störten Alt-B. eine neue Festung mit demselben Namen erbauten. Assurbänipal eroberte es schon auf seinem Zuge gegen Humbanhaltasch, führte den Kom­ mandanten Imbappi und die Frau und Kinder des Teumman* von B. nach Assur, muß es aber wieder verloren haben, weil er es (V R pl. 5. Z. 66) auf s. 2. Zuge gegen Humbanhaltasch wieder eroberte. Nach K 823, Rs. Z. 4I (s. Hommel, S. 425, Anm. 3 und S. 494, Anm. 2) lag B. am Flusse Abani; im selben Texte wird auch die ‘Göttin von B.’ erwähnt (Hommel S. 495, Anm. 2).

Außer den oben genannten Stellen: V R pl. 5, Z. 48; pl. 7, Z. 58; K 2833 (Bezold Cat., S. 480); K 7589 (Bezold, S. 860); K 14122 = Harper ABU XIII, Nr. 1352, Rs. Z. 4; Sm 1324 = Harper X, Nr. 1063, Rs. Z. 3; Bu 91—5—9, Nr. 115 (Bezold, S. 1949); Smith Assurb., S. 205; Pinches Texts, S. 7; Streck VAB VII, S. i96(Ann.7, Z. 23 und Ann. 8, Kol. I, Z. 7 erg.); De­ litzsch Paradies, S. 324; Billerbeck Susa., S. 73, 112f-, 117t; Suleimania, S. 121—124;

Andreas in Pauly-Wiss. RE 2 I, Sp. 2186; Streck VAB VII, S. CCCXXVII, CCCXXVIII, Anm. 2, CCCXXXIf. König.

Bit-Imbijati, Landschaft oder Gut am Sumundar-Kanal zur Zeit des Marduknadinahhe. King BBSt S. 39, Z- 5

Ebeling.

Bit-Imdira, Landschaft, gegen Salmanassar III. im Aufstand, wird von §amsi-Adad V. wieder unterworfen. I R pl. 29ff., Kol. I, Z. 46 = KB I, S. 176. Ebeling.

Bit-Iqlä s. Bit-Hiklä. Bit-Iribi, Ort in Babylonien, in einer

neubabylonischen Geschäftsurkunde er­ wähnt.

Clay UP II 1, Nr. 185, Z. 7.

Ebeling.

Bitirra s. Bitura. Bitirume, Stadt in der Nähe von Si-

don, nach Thompson (s. u.) h. Bramijeh, von Asarhaddon unterworfen.

Thompson Prisma Asarh. and Ashurb. S. 17, III Z. 4. Ebeling.

Bit-Istar. Zagroslandschaft in der Gegend von Bagistän, wurde 737 v. Chr. von Tiglatpileser III. erobert, der in B. ein Bild seiner Königsherrschaft auf­ stellte (Tiglatp. Annal., Z. 158f. und Tont., Z. 37). In Tiglatp. Tont., Z. 30, 35, Platt., Kol. II, Z. 20 und Sargon, 8. Feldzug, Z. 46 wird B. neben Zakruti Sa Madai danwuti genannt, ist also zu Madai zu rechnen. Madai folgt in Tiglatp. Ann., Z. 150 auf Bit-Tas^akki*, auf das sonst, wenn Madai nicht genannt wird, B. folgt (Tont., Z. 30, 35). Nach Sargon, 8. Feldzug, Z. 42, 46 sind Sataresu Stadt­ herr von Sa ndrti und Burburazu Stadt­ herr von B., nach Winckler Sargon II., Tf. 44, B. Z. 21—23 sind Sataresu und \Bur-p]ä!-ra-su Stadtherren von Tabäri und Bit-Barbari. In derselben Gegend nennt schon (ca. 1175) Schilhak-Insuschnak I. (CIE I., Nr. 54. Kol. III, Z. 16) Pi4t-dIS-tar neben Pit-Tasaksunkir und Pit-Parpari. Die Lage von B. am ‘unte­ ren Flusse’ (Bit-Ramatua-Arazias) wird noch näher bestimmt, wenn das von Sar­ gon in Kär-Istar umbenannte Bit-Bagaia* (Prunkinschr., Z. 64 f., Bit-Gabaia in Annal., Z. 87!.) mit B. identisch ist (baga*). Trifft das zu, dann wäre BitBagaia der Bezirk Ba-’u von B., in dem

Tiglatpileser (Ann., Z. 161) einen Wurf­ spieß zu Ehren des Ninurta aufstellt, und Bagistäna nur eine Iranisierung. Vgl. noch die SemiramisTstar am Bagistängebirge bei Diodor II, 13 und Bai’itili neben Bit-Bagaia bei Sargon Prunkinschr., Z. 68.

Sayce JRAS N. S. XIV, S. 400; Hüsing OLZ 1898, Sp. 361; Streck ZA XV, S. 328, 350 352. König.

Bit-Kapirima ist vielleicht die ‘Lö­

wenstadt’ in Palästina, deren Fürstin sich Ba'lat-Ur.Mak.Meü nennt (VAB II, Nr. 273 f.), zu lesen und mit dem bibli­ schen Böt Kephlrim gleichzusetzen (PI. Bauer ZDMG LXXIV, S. 2iof.). Honigmann.

Bit-Kapsi, Zagroslandschaft, zwischen Parsua und Madai und zwischen BitSangi und Bit-Tassakki genannt. Stets KAP-si geschrieben, so daß auch BitHup-si gelesen werden kann. Ist der Name alt, wie Bit-Tassakki*, wäre es dieselbe Landschaft wie das in elamischen Inschriften genannte Hal-Hupsen. In B. lag der Berg Abirus und eine Stadt Karkarihuntir. Zu Tiglatpilesers Zeit werden als Fürsten von B. genannt Battänu undUpas. Sargon II. erhält von Daaukku von B. Tribut. Tiglatpil. Annal., Z. 27, 37, 41, 157, 161; Tontaf., Z. 30, 35; Platt. I, Z. 18; II, Z. 20, 83—1- 18, 215, Z. 12 (= AoF II, S. 3); Thureau-Dangin 8ieme Campagne de Sargon, Z. 45, 75; CIE I, Nr. 45, Kol. IV, Z. 10; Streck ZA XV, 1900, S. 327!. König.

Bitkare, Ort in Babylonien, in neubaby^nischer Geschäftsurkunde erwähnt. Tremayne YOS VII, Nr. 13, Z. 19. Ebeling.

Bitkäri, elamischer (?) Bezirk des assyrischen Reiches, mit Saparda (?) zu­ sammen genannt. Nach Streck ZA XV, S. 367 = Bit-Ha’iri*. Knudtzon Gebete an den Sonnengott, Nr. 30, Vs. Z. 4, Rs. Z. x; Harper ABL, Nr. 242, Rv. Z. 9. Ebeling.

Bit-karkar s. IM.KI.

Bit-Karziabku, eine angesehene Fa­ milie, die zur Zeit Nebokadnezars I. großen Grundbesitz in Namar besaß. V R pl. 55, Z. 25, 35, 45, 47; pl. 56, Z. 4, 30 = King BBSt S. 29H. Ebeling.

Bitkasbar, Ort, in einer Städteliste

erwähnt.

II R pl. 52, Z. 64.

Ebeling.

Bit-Käsir, Ort in Babylonien, in neu­

babylonischem Briefe erwähnt.

Clay YOS III, Nr. 71, Z. 10; s. auch Ungnad VS V 34, Z. 10. Ebeling.

Bit-kassir(qassir) s. Babylon § 3g. Bit-Katpalani (Lesung unsicher), elamische Stadt, von Sanherib auf seinem 7. Feldzug erobert. I R pl. 40, Z. 54; Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 39, Z. 64. Ebeling.

Bit-Kike, Ort in Babylonien, in neu­ babylonischer Geschäftsurkunde aus per­ sischer Zeit erwähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 86a, Z. 8. Ebeling.

Bit-Kilamzah. Festung im Lande der Kassi und Jasubi, von Sanherib auf seinem 2. Feldzuge erobert und ‘stärker als vorher’ befestigt (Sanh. Taylor-Pris­ ma, Kol. I, Z. 63—80 = I R pl. 37; KB II, S. 861). — Zum Namen vgl. Kilam (CIE I, Nr. 28, Z. 11, 13), Kilambati*, Sa Katta^cah (CIE I, Nr. 54, Kol. II, Z. 39) und Sa Cahmi (ebda. Z. 41)König. Bit-kitmari s. Emasmas. Bitkittim, Ort in Babylonien. King LIH Nr. 30, 10.

Ebeling.

Bit-Kubatti. Vermutlich von Kassiten bewohnte Landschaft am Fuße des des Zagrosgebirges in der Nähe von Mendeli. In kassit. Zeit wird ein MarKubati erwähnt (BE XV, Nr. 37, Z. 4; 195, Z. 3 s. Clay Pers. Nantes-, YOS I, S. 100). Im J. 702 eroberte Sanherib das Land der Kassiten und das Land Jasubigalla und deren Städte Bit-Kilamzah, Hardispi und B., deren Gebiet der Provinz Arrapha* angegliedert wurde (Luckenbill Annals of Sennacherib S. 67, Z. 9ff.; 58, Z. 25). Die Beischrift zu einem Relief erwähnt Paterson Pa­ lace of Sennacherib S. 12; Luckenbill a. a. O. S. 157, Nr. XXVII; eine zweite ist III R pl. 4, Nr. 4 = Luckenbill a. a. O. S. 156, Nr. XXIV, Z. 10 (Bit-Kubat). Die Landschaft B. war wegen ihres guten Weines bekannt, den Nebukadne-

zar II. dem Gotte Marduk spendete, B. hier Bit-Ku-ba-tim geschrieben (VAB IV, S. 90, Z. 25; 154, Z. 53 Langdon).

Bit Mardü, Ort oder Familie in Assy­ rien, in einem assyrischen Briefe genannt.

Delitzsch Paradies, S. 124; Hommel Geographie, S. 475, 510; Forrer Provinzeint., S. 93; Schiffer Aramäer, S. 114. Eckhard TJnger.

Bit-Marudda/Marudu, Ort in Baby­

Bit-Kudurri, zu Bit-Dai küri gehörige

Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem 1. Feldzug (703 v. Chr.). Sanh. 1. Feldzug, Z. 39 = Buckenbill Annals of Sennacherib, S. 52 = Smith The first campaign, S. 39. Ebeling.

Bit-Kunukku-bitsu (geschr. Bit- aban

kunukku-bit-su), Stadt in Elam (Land' schaft Räsi*). Assurbänipal erobert Bauf seinem 7. Feldzuge (645 v. Chr.). Assurb. Rm, Kol. V, Z. 47 = Streck VAB VII, S. 46. Ebeling.

Bit-Kurbanni-Marduk, Ort oder Gut

am Takkir-Kanal.

Dougherty YOS VI, Nr. 32, Z. 6. Ebeling.

Bit-Kuzbän (?), Ort in Babylonien,

in einem Warkatext erwähnt.

Tremayne YOS VII, Nr. 14, Z. 22. Ebeling.

*Bit-Lahamu ist wahrscheinlich der Name des zum Gebiete von Jerusalem gehörigen, in den Amarnatafeln genann­ ten Ortes zu lesen, der bitdNIN.IB ge­ schrieben ist; es ist also wohl das spätere Bethlehem, j. Bet lahm (Schroeder OLZ 1915, Sp. 294f; Weidner bei PaulyWissowa s.v. Aä%r/). Der Name wäre dann von dem einer Göttin abgeleitet (nach Haupt Johns Hopk. Univ. Circ. Nr. 316, 1919, S. 3—5 soll er jedoch ‘Eßhaus' = babyl. Mt aklti bedeuten). Honigmann.

Bit-L,ugalbanda, Ort in Babylonien, in einem Kontrakte aus der Zeit Nabüna’ids erwähnt.

Harper ABL, Nr. 179, Z. 4.

Ebeling.

lonien, in neubabylonischen Geschäfts­ urkunden aus persischer Zeit erwähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 9, Z. 5, 7; 44, Z. 6; Clay BE X, Nr. 6, Z. 5. Ebeling.

Bit-marza s. Mar ad.

Bit-masbari s. Pitparpari.

Bit-Matti, Zagroslandschaft, von Ti-

glatpileser III. erobert und zu Assyrien geschlagen. Nach AJSL XL, S. 288 = Bit-Adad. Tiglatpil. Ann, Z. 158 = Rost Tiglatpileser, S. 26; Platteninschr. I, Z. 17 = S. 44; II, Z. 19 = S. 50; Tontafelinschr. Vs. Z. 29, 35 = S. 62. Ebeling.

Bit-Mukinapli, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Kontrakten erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 76, Z. 14; BE X, Nr. 51, Z. 6, 10. Ebeling.

Bit mummu s. Mummu.

Bit-Mu(i)ränu, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Kontrakten erwähnt. Clay BE X, Nr. 23, Z. 6, 8; 67, Z. 6; UP II 1, Nr. 63, Z. 11; 87, Z. 10; HilprechtClay BE IX, Nr. 2, Z. 2; 3, Z. 25; 30,. Z. 3, 7; 44, Z. 9, 10; 94, Z. 4. Ebeling.

Bit-Murasü, Ort in Babylonien, offen­ bar nach dem bekannten Bankier Murasu* benannt. Clay UP II 1, Nr. 48, Z. 4; Nr. 160, Z. 3; BE X, Nr. 127, Z. 3. Ebeling.

Bit-Nabu, Ort in Babylonien. Tremayne YOS VII, Nr. 124, Z. 17; Dougherty VI, Nr. 84, Z. 2. Ebeling.

Bit-Nabübeliläni, Ort in Babylo­ nien, in neubabylonischem Kontrakte aus persischer Zeit erwähnt. Straßmaier Darius, Nr. 494, Z. 6. Ebeling.

Dougherty YOS VI, Nr. 137, Z. 6, 16. Ebeling.

Bit-Nabüdürmahri, Ort in Babylo­ nien in einem neubabylonischen Kon­ trakte erwähnt.

Bit-Makki, Land, wird von TukultiNinurta I. zur Zahlung von Tribut ge­ zwungen.

Bit-Nabü-iddina, Ort in Babylonien, in einer nenbabylonischen Geschäfts­ urkunde erwähnt.

Bit-mahirte s. Mahirte.

Schroeder KAHI II, Nr. 60, Z. 71. Ebeling.

Ungnad VS V, Nr. 121, Z. 4. Ebeling.

Clay BE VIII 1, Nr. 56, Z. 15. Ebeling.

Bit-Nabü-ittia, Ort in Babylonien, in einem neubabylonischen Kontrakte erwähnt.

Bit-Nazi-Marduk, Landschaft oder Gut bei Dürzizi am Tigris.

Bit- Nabüli’ü, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Geschäftsurkunden er­ wähnt.

Bit-Nürea, Ort in Bit-Dakküru*, in einer Grenzsteinurkunde erwähnt.

Clay UP II i, Nr. 211, 4.

King BBSt S. 25.

CT X pl. 6, Z. 24, 29 = S. 70 ff.

Ungnad VS III, Nr. 6, Z. 11; 7, Z. 17; 8, Z. 14; 39, Z. 22. Ebeling.

babylonischer Geschäftsurkunde aus per­ sischer Zeit erwähnt.

Sargon Ann., Z. 212; Prunkinschr., Z. 86 = Winckler Sargon I, S. 36, 114. Ebeling.

Ebeling.

Bit-Naialani, Bezirk des assyrischen

Reiches.

Bit-Pakana s. Bit-Aspakana. Bit-Parrisai, Ort in Babylonien, in

Johns ADD, Nr. 864, Z. 6; 890, Z. 10; Harper ABL, Nr. 220, Z. 9; 596, Rs. Z. 6; K. 1274, Z. 9; Forrer ProvinzeintS. 119. Ebeling.

Bit- Nana, Ort in Babylonien, in einem j neubabylonischen Kontrakte erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 106, Z. 4.

Ebeling.

Bit-Nanä-eres, Ort in Babylonien, in einem neubabylonischen Kontrakte er­ wähnt . Clay UP II 1, Nr. 206, Z. 5.

Ebeling.

Landschaft bei Bitund Bit-Udasi.

Bit-Naniauti,

Sapr

King BBSt S. io8f.

Ebeling.

Ort, in neubabyloni­ schen Texten erwähnt, nach Hommel Geographie, S. 166, Anm. 3 = Tilmun. Bit- Napsänu,

Pinches PSBA XVIII, S. 250ff.; Un­ gnad VS VI, Nr. 184, Z. 21. Ebeling.

Bit-Nasar, Ort in Babylonien, in neu­ babylonischer Geschäftsurkunde erwähnt. Ungnad VS IV, Nr. 177, Z. 22. Ebeling.

Bit- Nasibi-ili, Landschaft oder Gut

bei Bit-Ha’rahu.

King BBSt S. 73, Z. 20.

Ebeling.

Bit-Nasikä, Ort in Babylonien, in neubabylonischer Geschäftsurkunde aus persischer Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 124, Z. 2.

Ebeling.

King BBSt, Ebeling.

Bit-Pa’alla, Name des Geschlechtes des Muttallu* von Gurgum, den Sargon II. in seinem xi. Jahre gefangen­ nimmt.

Bit- Nadir, Ort in Babylonien, in neu­

Clay BE X, Nr. 129, Z. 4.

Ebeling.

Bit-niqe s. Babylon § in.

Ebeling.

neubabylonischer Geschäftsurkunde aus persischer Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 101, Z. 13.

Ebeling.

Bit-Päsi, vielleicht ein Ort in Baby­

lonien, in einem assyrischen Briefe an | Belibni erwähnt.

Harper ABL, Nr. 400, Z. 8 = Figulla MVAG XVII, S. 86ff.; s. Streck VAB VII, S. CXI, CCCVIII. Ebeling.

Bit-Fir’-Kurgal (bzw. Airuirru), Be­ zirk eines Stammes oder einer Familie am Königskanal bei Akkad, in einer Grenzsteinurkunde des Melisipak ge­ nannt. Scheil DP II, S. 99«.; I, Z. 6, 25, 36; II, Z. 40, 47; III, Z. 17, 25, 32; IV, Z. 45; VI, Z. 5, 8, 12; s. auch RT XVI, S. 32. Ebeling.

Bit- Qattati, Stadt in Elam. Assurbänipal erobert B. auf seinem 8. Feld­ zuge (639 v. Chr.). Assurb. Rm, Kol. VII, Z. 67 = Streck VAB VII, S. 62. Ebeling.

Bit-qiba s. Bit-Hubba. Bitqu apparu, nach der Weltkarte

CT XXII, pl. 48 (s. PeiserZA IV S. 361 ff.), ein Ort, der an der Einmündungsstelle des Euphrat in die Lagune (när marrati) liegt (s. auch Bab bitqi). EbeUng.

Bitqa sa Ile’i-Bel, Stadt in Babylo­ nien, in neubabylonischen Kontrakten erwähnt. S. Babylon § 12, 5' Ungnad VS III Nr. 56, Z. 14; 62, Z. r5f.; 96, Z. 15; 98, Z. 16; 115, Z. 16; VI, Nr. 124, Z. 16. Ebeling.

i genannten Stadt Kinzarbara am unteren Bit-Qassir s. Babylon § 39. Flusse entspricht (s. Thureau-Dangin Bit - Qulla, Land, wird von Tukulti-

Ninurta I. zur Zahlung von Tribut ge­ zwungen. Schroeder KAHI II, Nr. 60, Z. 71. Ebeling.

Bit-Rab-käsir (kasir), Ort in Babylo­ nien, in neubabylonischen Kontrakten aus persischer Zeit erwähnt.

StraßmaierDarius, Nr. 105, Z. i3;Clay BE X, Nr. 43, Z. 7. Ebeling.

Bit-Rab-näs-patre, Ort in Babylonien, in neubabylonischer Geschäftsurkunde aus persischer Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 84, Z. 2.

Ebeling.

Bit-Rab-urätu, Ort in Babylonien, in

neubabylonischen Geschäftsurkunden aus persischer Zeit erwähnt.

Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 107, Z. 8; Clay BE X, Nr. 94, Z. 4. Ebeling.

Bit - Rah.6, zu Bit - Dakküri gehörige

Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem 1. Feldzuge (703 v. Chr.).

Sanh. 1. Feldzug, Z. 38 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 52, Straß maier Cyrus, Nr. 240, Z. 13. Ebeling.

RA XXIV, S. 76, Nr. 10).

Asarh. Prisma, Kol. IV, Z. 21 und ergänzt in 83—1—18, 483, Obv. Z. 4 = AoF II, S.8; Streck ZA XV, S. 344L, 364; Hü­ sing OLZ, 1899, Sp. 139t.; Forrer Provinz­ eint., S. 92. König.

Bit-Rapiqi s. Rapiqu. Bitresi, Tempel Anus in Uruk.

Als Mitbewohner des Tempels werden Antum, Istar und Nanä genannt.

Clay YOS I, Nr. 52, S. 81 ff.; Langdon OECT I, S. 25; Thureau-DanginRit. acc., S. 62ff.; 74ff.; Baugeschichte bei Jordan Uruk-Warka, S. 5ff.; Furlani Aegyptus 10, Nr. 1, S. 25 ff.; s. auch Uruk. Ebeling.

Bitresi, Ort in Babylonien, in neu­ babylonischer Geschäftsurkunde aus per­ sischer Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 18, Z. 7, 9-

Ebeling.

zu Bit-Amukkäni gehörige Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem 1. Feldzuge (703 v. Chr.). Bit-Ri’e,

Sanh. 1. Feldzug, Z. 44 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 53. Ebeling.

Bit-Rihetu, Stadt in Babylonien, in Bit-Rakimmu s. Babylon § 40. j neubabylonischen Kontrakten erwähnt. Bit-Ramannu, Ort in Assyrien (?),

in assyrischer Geschäftsurkunde genannt. Johns ADD, Nr. 64 = Ungnad AR, Nr. 152, Z. 7. Ebeling.

Bit Ramatua. Medische Landschaft ‘am unteren Flusse’, während Arazias, dem es benachbart ist, am oberen Flusse liegt. Als Landschaftsname nur von Sargon (Annal., Z. 72) genannt, nachdem es (Annal., Z. 83) zur Provinz Harhar geschlagen wurde. B. ist abzuleiten von einem Rämatej a (indischer Name!)., der, in derselben Gegend seßhaft, von liglatpileser III. 744 v- Chr. besiegt und zur Flucht ins Gebirge getrieben wird und als Herr von Arazi[as?] bezeichnet wird; von ihm ist auch Tontafel Z. 39 die Rede ([Ramate]-ja). Er ist vielleicht noch der­ selbe Rama[te]j[a], der noch zur Zeit Sargons neben Hwachschatara I. genannt wird (Rm 2, 464 Rs- Z. 10 = Harper ZA VIII, S. 358). Auch Asarhaddon nennt in derselben Gegend den Stadt­ herrn Rämatej a von Urakazabarna, das vielleicht der von Sargon (Annal. Z. 85) Reallexikon der Assyriologie II.

Clay UP II 1, Nr. 10, Z. 4, 7; Nr. 76, Z. 8; BE X, Nr. 40, Z. 4, 5Ebeling.

Bit-Risia, Stadt in Elam. Sanherib erobert B. auf seinem 7. Feldzuge (693 v. Chr.). Sanh. Oriental institute Prism, Kol. IV, Z 61 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 39; I R pl. 40. Z- 5iEbeling.

Bitru’ame, Tempel in Babylon. Unger Babylon S. 177.

Ebeling.

Bit-Sa’alla. Von Aramäern bewohnte Landschaft im s. Babylonien, nahe dem Pers. Golf, auch Bit-Salli, Sa’alli und Säla genannt. Sanherib führt acht mächtige Städte von B. auf (Lucken­ bill Annals of Sennacherib S. 53, Z. 40 bis 41): 1. Dür-mAppe; 2. Dür-mTane\ 3. Dür-mSamdf ; 4. Sanabatu; 5. Salahattr, 6. Dür-mAbdäi; 7. Sappikimari; 8. SibtuSa- alMakkame. Tiglatpileser nennt noch die Städte DürÄlu Illatai und Amlilatu (Malilatu). Tiglatpileser III. nimmt den Fürsten Zaqiru von B. gefangen und bringt ihn 4

nach Assyrien (Tontf. V, Z. 19). Auch Sargon II. unterwarf B. (Pp, IV, Z. 84). Delitzsch Paradies, S. 202; Forrer Protiimeint., S. 96, 99; Streck MVAG XI 3, S. 33; Hommel Geographie, S. 417. Eckhard Unger.

Bit-Saba’i-ilu, Stadt in Babylonien. Nies Coli. I, Nr. 97, Z. 15; Dougherty YOS VI 24, Z. 14; 204. Z. 2; Tremayne YOS VII, Nr. 124, Z. 24, 31. Ebeling.

Bit-Sabaia s. Bit-Garbaia. Bitsabe s. Esabad. Bitsaddänu, Ort in Babylonien, in neubabylonischer Geschäftsurkunde er­ wähnt. Contenau Louvre XIII, Nr. 183, Z. 7. Ebeling.

Bitsahuru s. Assur, Stadt, § 37. Bit-Sakbat, Stadt in den medischpersischen Bergen. Makirtu von B. zahlt Sargon II. 714 v. Chr. Tribut. Thureau-Dangin 8ieme Campagne de Sargon, Z. 44; II R pl. 67, Z. 31. Ebeling.

Stadt des Janzü* von Namri. Salmanassar III. erobert B. in seinem 24. Jahre (843 v. Chr.). Bit-Sakki,

Salm. Obel., Z. 114 = Amiaud-Scheil Salmanassar II., S. 62. Ebeling.

Bit-Salatutu-akki, Landschaft, deren Truppen auf seiten Ummanmenanus* v. Elam und Suzubs* des Kaldäers gegen Sanherib in der Schlacht bei HalülS kämpfen. Sanh. Oriental institute Prism, Kol. V, Z. 48 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 43; Delitzsch Paradies S. 207 liest Bit-Sala-Larakhi. Ebeling.

Bit-Salim-Bel, Ort in Babylonien, in neubabylonischer Rechtsurkunde aus per­ sischer Zeit erwähnt. Langdon Excavations at Ktsk III, S. 19. Ebeling.

Bit-Salli s. Bit-Sa’alli.

Clay UP II 1, Nr. 175, Z. 2; II 2, Nr. in, Z. 8; V R pl. 56, Z. 1; King BBSt S. 34. Ebeling.

Bit-Sa-muhhi-äli, Ort in Assyrien (?), in assyrischer Geschäftsurkunde genannt. Johns ADD, Nr. 64 = Ungnad AR, Nr. 152, Z. 8. Ebeling.

Bit-Sangi s. Bit-Sangibuti.

Bit-Sangibuti/u, Zagroslandschaft. Von Tiglatpileser III. hinter Namri an­ geführt, von Sargon Annal. Z. 83 zwischen Harhar und Uriakki genannt. In K. 619 steht Sungibutu neben Ellip und Matai. Eine Stadt von B. hieß Astania (Sargon Annal. Z. 113). Ungefähr in derselben Ge­ gend (neben Bit-Kapsi, Bit-Abdadana und Bit-Tassakki*) lagBlt-Sangi (Tiglatp. III, Annal. Z. 27, 37; Tontf. Z. 30, 35). In dieselbe Gegend fällt auch das Sa Sangipari, genannt von Schilhak-Insuschnak I. (CIE I, Nr. 54, Kol. III, Z. 46). Tiglatpil. Annal., Z. 145, 148!., 157, 173; Tontaf., Z. 29, 34; Billerbeck Suleimania, S. 59, 80; Streck ZA XV, S. 322, 328 und MVAG XI, 1906, 3, S. 38. König.

Bit-Sannabi, Stadt, zu Bit-Dakküri gehörig, von Sanherib auf seinem 1. Feld­ zug erobert. Sanherib 1. Feldzug, Z. 36 = Sidney Smith The first c.mpaign of Sennacherib, S. 38; Straßmaier Nabuchodonosor, Nr. 373, Z. 20. Ebeling.

Bit-Sani heißt in den Amarnabriefen das biblische Bet Se’än, das spätere Skythopolis und jetzige Besän (VAB II, S. 1343; anders W. M. Müller MVAG 1907, I, S. 292). Honigmann. Bit-Sa-päni-eballi, Ortschaft in Baby­ lonien, in einem neubabylonischen Kon­ trakte erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 137, Z. 3.

Ebeling.

Bit-Sapri, Landschaft oder Gut bei

Bit-Samhari, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Kontrakten erwähnt. Contenau Louvre XII, Nr. 24, Z. 11; Delitzsch Paradies, S. 232. Ebeling.

Bit-Sammesilu’, Ort bei Uruk? Unger Babylon S. 75, 3.

Bit-Samsi, Ort in Babylonien, am Piqüdu-Kanal, in neubabylonischen Kon­ trakten und sonst erwähnt.

Ebeling.

Bit-Udasi und Bit-Naniauti. King BBSt S. io8f.

Ebeling.

Bitsapru’, Ort in Babylonien. Nies Coli. I, Nr. 163, Z. 14.

Bitsarbäbili

bylon § 41.

Ebeling.

und Bitsarri s. B a-

Bitsarräni, Ort in Babylonien, in neu­ babylonischer Geschäftsurkunde erwähnt. Contenau Louvre XIII, Nr. 223, Z. 15. Ebeling.

Bit-Sedi, Stadt des Janzü* von Namri.

Salmanassar III. erobert B. in seinem 24. Jahre (843 v. Chr.). Salm. Obel., Z. 115; Salmanasav II., S. 62.

Amiaud-Scheil Ebeling.

Bitsemi, geschr. dbU-se-mi, Gottheit

aus dem Kreise Anus, der utukku des Hauses. CT XXIV pl. 2, Z. 10.

Ebeling.

Bitseni, Ortschaft in Babylonien, in einem Kontrakt aus persischer Zeit er­ wähnt. Ungnad V& IV. Nr. 74, 13.

Ebeling.

Bit-Sikkamidu, Ort in Babylonien,

auf einer Grenzsteinurkunde des Melisipak erwähnt. Scheil DP II, S. iooff., II Z. 23. Ebeling.

Bit-Sikkänu, Ort in Babylonien, in

neubabylonischem Kontrakte aus per­ sischer Zeit erwähnt. Straßmaier Darius, Nr. 348, Z. 19. Ebeling.

Landschaft, von Aramäern bewohnt, im s. Mesopotamien in der Nähe des Pers. Golfs. Der Name wird Sillani oder Silani und Sillana ge­ schrieben. An Städten in B. werden von Tiglatpileser III. genannt (Tontf. V, Z. 15ff.): Sarrabanu* und Larak*, die Sanherib zu Bit-Amukkänu* rechnet, so­ wie zwei andere Orte Tarbasu* und Jaballu*. Sanherib führt B. nur einmal kurz hinter Bit-Amukkänu an (Lucken­ bill Annals of Sennacherib 1924, S. 43, Z. 47). Tiglatpileser III. (Tontf. a. a. O.) tötet den Fürsten vonB., namens Nabü-usabsi. Die Stadt Larak stand damals unter einem eigenen Fürsten Nadinu (Tontf. V, Z. 26). Auch Sargon II. war B. unter­ worfen (Druckinschr. Z. 21). B. wird sonst wenig genannt. Bit-Sillani,

Hommel Geographie, S. 416: Delitzsch

Paradies, S. 202; Forrer Provinzeint., S.99; Schiffer Aramäer, S. 153; Streck VAB VII, S. CXV, Anm. 3. Eckhard Unger.

Bit-Simustum s. Barsip § 34.

Bit-Sin, Grenzort von Mari. Ein gleichnamiger Ort wird in einer neubaby­ lonischen Geschäftsurkunde als ,,Aramäerstadt“ bezeichnet. Schroeder KAVI, Nr. 92, Z. 23!.; Clay BE VIII 1, Nr. 50, Z. 15; XIV, Nr. 18, Z. 20. Ebeling.

Bit-Sinasarid, Bezirk in Babylonien am Sumundar-Kanal.

Scheil DP II, S. 86ff., I Z. 28; Ungnad VS I, Nr. 58, Z. 2, 4; vgl. auch CT IX pl. 4, Z. 22; King BBSt S. 97. Ebeling.

Bit-Sintbni, Stadt in Babylonien (?), neben Bit-Hair in einem Briefe aus der Zeit der Sargoniden erwähnt. Harper ABL, Nr. 1093, Z. 7.

Ebeling.

Bit-Siniddina, Ort in Babylonien, in

neubabylonischer Urkunde erwähnt.

Straßmaier Darius, Nr. 533, Z. 7. Ebeling.

Blt-Sinlisir, Stadt in Babylonien, in neubabylonischen Kontrakten erwähnt. Clay UP II i, Nr. 165, Z. 5; BE X, S. 68; Nr. 91, Z. 5; Hilprecht-Clay BE IX, 93. Z. 3, 7. Ebeling.

Bit-Siumagir, Bezirk in Süd-Baby­ lonien, auf Grenzstein u. sonst erwähnt. Scheil DP II, S. 87, I Z. 28; Hilprecht BE I, Nr. 83, I Z. 11, 12; II, Z. 4, 6, 13; Radau BE XVII 1, Nr. 11, Z. 25; 59, Z. 6; King BBSt S. 37; Unger Babylon S. 106, 290, Anm. 5. Ebeling.

Bit-Sinriba, Stadt, in neubabyloni­ schen Geschäftsurkunden erwähnt. Clay UP II 1, Nr. 140, Z. 5; HilprechtClay BE IX, Nr. 7, Z. 8. Ebeling.

Bit-Sinseme, Provinz Babyloniens am Tigris, auf einer Grenzsteinurkunde aus der Zeit Nebokadnezars I. erwähnt. Hinke A new boundary stone of Nebuchadrezzar I, S. 142 f.; II, Z. 20, 28; III, Z. 1, 8, 9, 16; V, Z. 9ff. Ebeling.

Bit-Sinsihrn (?), Stadt, in einem neubabylonischen Kontrakte erwähnt. Clay UP II 2, Nr. 12, Z. 6.

Ebeling.

Bit-Sinnblam, Stadt in Babylonien, in

einer altbabylonischen Urkunde erwähnt. Pinches Berens Coli., Nr. 102. Ebeling.

»«SBiffl

Bit-Sulä, Stadt in Babylonien, in neu­ babylonischen Geschäftsurkunden er­ wähnt. Clay BE X, Nr. 39, Z. 5; UP II 1, Nr. 29, Z. 5; 34, Z. 3; 63, Z. 12; 87, Z. 11; 194, Z. 5, 7; Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 8, Z. 10; 44, Z. 13. Ebeling.

Bit-Sumä, Ort am Takkir-Kanal. Dougherty YOS VI Nr. 32, Z. 5. Ebeling.

Bät-Sumurzu s. Sumurzu. Bit-Supuri, Stadt in der Umgebung von Sidon, von Asarbaddon zu Assyrien geschlagen (676 v. Chr.). Nach Forrer Provinzeint., S. 65 j. 'Ain Sofar, 21 km sö. von Beirut. Asarli. Prisma S., Kol. III, Z. 9 = Scheil Le Prisme S d’ Assarhaddon, S. 14. Ebeling.

Bit-Burraia, Stadt in Babylonien, in

neubabylonischen Geschäftsutkunden er­ wähnt.

Clay UP II 1, Nr. 89, Z. 5, 8; HilprechtClay BE IX, 79, Z. 5. X, Nr. 33, Z. 6; 71, Z. 4. Ebeling.

Bit-Taba(lu.)lai, auch Bit-Tabaluai,

Ort in Babylonien, in neubabylonischen Geschäftsurkunden aus persischer Zeit erwähnt.

Bit-Tarbi-ilimma- Harbe, Ort in Ba­ bylonien, in neubabylonäscher Geschäfts­ urkunde aus persischer Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 126, Z. 5.

Ebeling.

Bit-Tassak(k)i, Zagroslandschaft zwi­ schen Bit-Sangi und Madai (s. BitIstar). Der Name ist Kurzform von Pit-Tasak-sunkir, wie Schilhak-Inschuschinalc I. schreibt. Tiglatpil. Annal., Z. 27, 37, 158; Tontaf., Z. 30, 35; CIE I, Nr. 54; III, Z. 51; Streck ZA XV, S. 328. König.

Bit-Taura, zu Bit-Amukkäni gehörige Stadt, von Sanherib auf seinem 1. Feld­ zug (703 v. Chr.) erobert. Sanh. 1. Eeldzug, Z. 44 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 53. Ebeling.

Bitterfluß s. Marratu.

Bitterkorn s. Getreide. Bitterkraut und Bitterpflanze s.

Mohn.

Bit-Tunamissah, Gut bei Dimäte zur Zeit Marduk-Apaliddinas I. King BBSt S. 26.

Ebeling.

Bittütu, Stadt in Bit-Jakin, bei der

Sanherib auf seinem 4. Feldzuge (700 v. Chr.) Suzub den Kaldäer schlug.

Clay BE X, Nr. 19, Z. 7, 10; 20, Z. 7, 8; 25, Z. 5, 7; 53, Z. 5, 10; 86, Z. 4; 100, Z. 4. Ebeling.

Sanh. Stierinschr., Z. 33 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 71; Oriental insitute Prism, Kol. III, Z. 54 = Lucken­ bill a. a. O., S. 34; CT VI pl. 32, Z. 6; Hommel Geographie, S. 414. Ebeling.

Bit-Täb-Uruk, Ort am Takkir-Kanal.

Bit-Ubar, Ort am Piqudu-Kanal in persischer Zeit.

Bit-Täbi-Bel s. Babylon § 42.

Dougherty YOS VI Nr. 32, Z. 7. Ebeling.

Bit-Takkil-ana-ilisu, Landschaft oder Gut in der Provinz Nippur. King BBSt S. 7f.; ioff.; 15, 17. Ebeling.

Bit-Tamul s. E-Samul.

Bit-Taqbilisir, Ort in Babylonien, in neubabylonischer Geschäftsurkunde aus persischer Zeit erwähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 79, Z. 7. Ebeling.

Bit-Taranzas, Zagroslandschaft.

Tiglatpileser III. erobert B. und schlägt es zu Assyrien.

Tiglatpil. Platteninschr. I, Z. 17; II, Z. 20 = Rost Tiglatpileser, S. 44, 50; Tontafelinschr., Z. 29, 35 = S. 62, 64. Ebeling.

Straß maier Darius Nr. 478, Z. 7. Ebeling.

Bit-XJbia, elamitische Stadt. Sanherib erobert und zerstört B. 693 v. Chr.

Sanh. Oriental Institute Prism, Kol. IV Z. 71 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 40. Ebeling.

Bitu-essu, eine Landschaft Assyriens.

Eine Stadt dl bitu-es-sü wird in einer neubabylonischen Geschäftsurkunde ge­ nannt. S. auch Barsip § 33.

Schroeder KAVI, Nr. 20, V Z. 62; Ungnad VS III, 184, Z. 14; 224, Z. 2; Forrer Provinzeint., S. 112. Ebeling.

Bit-Umargi» Landschaft in der Ge­ gend von Kisesim. Sargon fügt B. in seinem 6. Jahre der Provinz Kär-Ninurta hinzu (716 v. Chr.). Sargon Ann., Z. 69 = Win ekler Sargon, S. 14. Ebeling.

Bituixi-rabium, geschr. be-tum-ra-be-

um, Ort in Babylonien (?).

de Genouillac Trouvaille de Drehern, Nr. 88, Rs. Z. 6; RT XXXVII, S. 135. Ebeling.

Bit-Unzai, Stadt in Elam, deren Ein­ wohner sich Assnrbänipal unterwerfen. Assurb. Rm., Kol. VII, Z. 61 = Streck VAB VII, S. 62. Ebeling.

Bit-Urberu, Ort, in einer assyrischen

Geschäftsurkunde erwähnt, zu Halsu ge­ hörig. Johns ADD, Nr. 742, Vs. Z. 4. Ebeling.

Bitura s. Pitura.

Biturra, Ort am Sanherib-Kanal. Sanh. Bavian, Z. 14 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 80. Ebeling.

BItu-sa-Nabümukin, Ort in Baby­ lonien, in neubabylonischer Geschäfts­ urkunde erwähnt. Straß maier Nabonid, Nr. 796, Z. 20. Ebeling.

Bit-Usarta, auch Büt-Ussartum, Ort

in Babylonien, in neubabylonischen Ge­ schäftsurkunden aus persischer Zeit er­ wähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 107, Z. 7; Clay BE X, 128, Z. 6; S. 68. Ebeling.

Bitusumgal s. Babylon § 51 • Bitutu s. Bittütu. Bit-Zababa-eres, Ort in Babylonien, in neubabylonischen Geschäftsurkunden aus persischer Zeit erwähnt. Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 26, Z, 3; 79, Z. 2; 95, Z. 4, 7; Clay BE X, Nr. 71, Z. 3. Ebeling.

Bit-Zabban s. Zabban. Bit-Zabragänu, Ort beiUruk in Baby­ lonien, in neubabylonischer Geschäfts­ urkunde erwähnt. Contenau Louvre XIII, Nr. 223, Z. 1. S. auch Unger Babylon S. 68, 90. Ebeling.

Bit-Zabidia, Stadt in Bit-Jakin. Sanherib erobert B. auf seinem x. Feldzuge (703 v. Chr.). Sanh. 1. Feldzug, Z. 48 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 53. Ebeling.

Bit-Zabi[n(i)], Stadt in Babylonien» in neubabylonischen Kontrakten oft er­ wähnt. Clay UP II 1, Nr. 14, Z. 4, 5; 19, Z. 8, 9; 26, Z. 6; 77, Z. 5; 101, Z. 7; 183, Z. 5, 7; 184, Z. 5; 190, Z. 5; 192, Z. 8; HilprechtClay BE IX, Nr. 71, Z. 1 ; 81, Z. 2; 106, Z. 3; Clay BE X, Nr. 21, Z. 6, 8; 42, Z. 5, 7; 50, Z 3; xoi, Z. 13. Ebeling.

Bit-Zabzab, Ort bei Uruk in Baby­ lonien in neubabylonischer Geschäfts­ urkunde erwähnt.

Lutz Neobabylonian administrative docum. II Nr. 38, Z. 1. Ebeling.

Bit-Zamäni s. Amida.

Bit-Zamba s. Zabban.

Bit-zanhi, Stadt in Assyrien (?), in einer assyrischen Urkunde genannt. Thompson AJSL XXVII, S. 215 (RCT, Nr. ix, Z. 3). Ebeling.

Bit-Zatti, Zagroslandschaft. Tiglatpileser III. erobert B. (744 v. Chr.) und schlägt es zu Assyrien (Provinz Parsuas. Hauptstadt: Ushari; Fürst: Kaki).

Tiglatp. Ann., Z. 27, 34 = Rost Tiglatpileser, S. 6, 8; Tontafelinschr. Vs. Z. 29, 35 = S. 62, 64. Ebeling.

Bit-Zazakku, Ort in Babylonien, in einer neubabylonischen Geschäf tsur künde erwähnt. Clay BE VIII 1, Nr. 158, Z. 2. Ebeling.

Bit-Zerä’a, Gut oder Ort bei Borsip. Ungnad VS III Nr. 130, Z. 3. Ebeling.

Ort in Babylonien, in Geschäftsurkunde aus persischer Zeit erwähnt. Bit-Zerlisir,

nf übabylonischer

Hilprecht-Clay BE IX, Nr. 32 a, Z. 14. Ebeling.

Bit-zitti s. Sidon. Bit-Zualzas, Zagroslandschaft. Tiglat-

pileser III. erobert B. im 9. Jahr und schlägt es zu Assyrien. Humbe von B. liefert Sargon II. 714 v. Chr. Pferde als Tribut. Tiglatp. Ann., Z. 158 = Rost Tiglatp., S, 26; Platteninschr. I, Z. 17 = S. 44; Ton­ tafelinschr. Vs. Z. 29, 34 = S. 62, 64; Sargon 8. Feldz. Z. 46 = Thureau-Dangin 8ierne camp, de Sargon, S. 10. Ebeling.

Bit-Zukkitum, Ort in Babylonien, in nenbabylonischen Geschäftsurkunden aus persischer Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 65, Z. 5 ; 66, Z. 5; 88, Z. 6. Ebeling.

Blasebalg, Blaseröhre. Neben dem Blasebalg, assyr. nappahtu, wird zwecks Zuführung des nötigen Sauerstoffes zum Feuer die an den Mund gesetzte Blase­ röhre — assyr. nappahu, vgl. SAI 1470 — aus Schilf verwandt. Schawe. Der Arzt benutzte in Babylonien einen sülu, Heber, um damit Pulver und Flüssig­ keiten dem Patienten an weniger zugäng­ lichen Stellen zu applizieren. Meissner BhA, I S. 246, 266, II S. 313. Ebeling.

Blasenstein. Man kannte in Babylo­ nien den B. unter dem Namen abnu oder simirtu. Näheres über die Behandlung der Krankheit s. in Text bei Lutz. Delitzsch HW, S. 8b: Holma Körper­ teile, S. 8, Anm. 8; Lutz AJSL XXXVI, S. 67ff., II Z. 25; IIR pl. 28, Z. 7c. Ebeling.

Blau-Monumente. Unter B. versteht man zwei kleine Tafeln von unregel­ mäßiger Gestalt aus Schiefer, die als Geschenk von W. Talbot Ready 1889 ins Brit. Museum in London gelangten (Nr. 86260/1: Guide to the Babyl. and Assyr. Antiqu. 1922, S. 231; Abb. z. B. A. Jeremias HAOG, 1929, Abb. 32; King Sumer and Akkad, Tf. S. 62). Die Figuren in wechselnder, noch unverständ­ licher Tätigkeit, sind rasiert, also Sume­ rer, zwei tragen Schopf mit Diadem und langen Kinnbart. Die sehr archaischen Schriftzeichen sind der systematisierten sumerischen Schrift gleichartig, werden z. T. bei dieser aber, soviel sich beurteilen läßt, nicht mehr verwendet. Die B. stehen also etwa am Anfang der Systematisierung der Keilschrift, und am Ende der unsystematisierten, noch wilden Bilder­ schrift, die man in der archaischen Schicht IV von Uruk ausgegraben hat. Hier kamen auch Bilder von Menschen, rasiert oder mit Schopf und Diadem so­ wie Kinnbart, auf Siegelabrollungen zum Vorschein. Jordan APA 1930, Nr. 4, S. 44ff. Abb. 34—40. Die B. stehen der

Schicht III von Uruk (a. a. O. Abb. 15, S. 29) näher und dürften den Tafeln von Dschemdet Nasr* zeitlich ebenfalls gleich­ gestellt werden können. Die B. stammen aus Uruk. Die B. befanden sich zuerst im Besitze des Kaufmanns Dr. A. Blau, eines Arztes in türkischen Diensten. Die erste Erwähnung ist in PAOS 1885, S. LVII, LVIII (Zeichnung); vgl. Ward AJA IV (1888), S. 39, Tf. 4: 5; Thureau-Dangin RS IV, S. 43—52; Barton JAOS XXII, S. 118; XXIV, S. 388/9; J. M6nant (Les fausses antiques de VAssyrie: Petite Bibi. dJart et d’arch. Paris, 1888, S. 69—88) erklärte die B. für Fälschun­ gen. Ich habe sie (Babylonisches Schrift­ tum, 1921, S. 9L) für neubabylohische Nachahmungen angesehen, was ange­ sichts des neuen Ausgrabungsmaterials zugunsten der obigen Erklärung aufzu­ geben ist. In der Sammlung Blau befanden sich noch andre wertvolle, wenig beach­ tete Antiken, die ich kurz aufzähle. Sie sind von Nikolsky in Drevnosti Vostoschnyja I (1891), S. 166—175 und Rev. Arch. 3. Serie, XX (1892), S. 36ff. be­ schriebenworden: 1. 1 Vase aus 'marbre jaune' (Nr. 186: Rev. Arch. S. 39, Anm. 1); — 2. 5 Terrakotten (nackte Frauen: a. a. O.); — 3. Steintafel-KMdurru, dd. Uruk, 2. Jahr des Samassümukin (fehlt bei Steinmetzer Kudurru; Drev. Vos. S. 143, Tf. IX); — 4. Siegel mit ‘Etana’ (AJA II, S. 46, Abb. 10 = RLV II, Tf. 172, b = Sammlung Southesk Qa 24: Helena Carnegie Catal. 1902); — 5. Siegelzylinder, akkadisch = Southesk Qa x; — 6. Desgl., Beischrift: UD-DU-BIL = Southesk Qa 10; — 7. Desgl. = Southesk Qa 11; — 8. Desgl. Beischrift: Lugalkalagga, dupsar (Schrei­ ber) = Southesk Qa 12; — 9. Ein weite­ rer Siegelzylinder; alle zusammen s. Rev. Arch. S. 36 (bezeichnet als Nr. 63, 128, 60 (Beischrift), 70 (desgl.), 127 (desgl.), 47 (desgl.). — Über die Person des Dr. A. Blau s. AJA II, S. 46 und AJA IV, S. 39Eckhard Enger. Blei s. Metalle. Bleiglanz s. Metalle.

Blick, böser. Wie allgemein bei den antiken Völkern, ist auch bei den Baby­ loniern der Glaube an die Wirkung des bösen Blickes verbreitet. Er beruht einer­ seits auf der Erfahrung, daß der Blick gewisser Menschen zu fesseln scheint, anderseits auf der Furcht vor unnormalen Augen. Die Machtwirkung, die der Baby­ lonier dem bösen Auge zuschreibt, ist ziemlich groß. Ein* sumerischer Text (Langdon Babyloniern liturgies S. n) schildert sie folgendermaßen. „Dem Himmel nähert es (das böse Auge) sich und läßt den Wind nicht regnen. Der Erde nähert es sich und läßt das frische Kraut nicht aufsprießen. Dem Ochsen nähert es sich und trennt den Hirten (von ihm). Dem Stalle nähert es sich und läßt die ... . Milch nicht reichlich werden .... Den Wohnungen nähert es sich und bindet die Kraft der Menschen. Dem Mädchen nähert es sich und nimmt ihm das Kleid weg.“ Ähnlich redet auch der sumerisch-akkadische Text CT XVII pl. 33 aus neubabylonischer Zeit von dem bösen Blicke. An Abwehrmitteln gegen das böse Auge standen dem Babylonier zunächst Amulette* zur Verfügung. Das Berliner Museum besitzt eine Menge Nachbildungen von Händen mit aus­ gestrecktem Finger aus unechtem Lapis­ lazuli. Bei diesem Amulett wirkt sowohl die Geste wie die blaue Farbe. Der Gott Marduk schützt sich gegen den bösen Blick der Tiämat durch ein Auge aus roter Paste. Wenn einmal der böse Blick schlimme Wirkung her vor gerufen hatte, nahm man zu umständlichen Lebens­ erneuerungsriten seine Zuflucht. CT XVII pl. 33 verordnet die Abreibung mit Brot und die Hersagung von Lebens­ gebeten. Der oben zuerst genannte Text ist in seinen Vorschriften leider nicht ganz deutlich. Es wird, wie es scheint, mit Öl vermischtes Wasser auf das Ant­ litz des Kranken getan. Ebeling. Blitz, a) Wie die anderen Erscheinun­ gen des Gewitters wurde auch der Blitz (sumer. NIM . GIR, akkad. birqu) von den Babyloniern und Assyrern sorgsam beobachtet und in den Kreis der Vor­ zeichen gezogen. Von den Teilen der meteorologischen Ominaliteratur, die ihm

gewidmet waren, sind uns nur geringe Reste erhalten (besonders Virolleaud, A./Ch. Adad VI, IX, XIX, XX, XXI. i. Suppl. LVIII. 2. Suppl. XCV, XCVIII, CI; vgl. Jastrow Religion II, S. 724ff.). Man stellte danach die Richtung des Blitzes fest, seine Farbe (weiß, schwarz, gelb, wie Feuer, wie Saggilmut-Stein; Adad VI 5 ff. XX 9, 17. 2. Suppl. XCV 10), die Zeit, da er beobachtet wurde, schließlich auch die Zahl der Blitze. In den Ominatexten, die die Gesamtheit der Gewittererscheinungen in Verbindung mit Erdbeben, also besonders eindrucks­ volle Naturvorgänge, behandeln, wird der Blitz ebenfalls regelmäßig mit aufgeführt (Adad XXXVI A, iff. 1. Suppl. LVIII): „Wenn im Monat . . . Adad donnert, die Erde erbebt, Regen fällt, ein Regen­ bogen sich wölbt und ein Blitz zuckt.“ Eine besondere Art des Blitzes war der birqu SAG . KUL . LA (einmal birqu sa ktma SAG . KUL . LA), der mehrfach in den Texten begegnet (Adad IX 7, 9. XIX 9, 42, 44L XX 6, 8, 21. 2. Suppl. CIb). Wie er zu erklären ist (SAG .KUL . LA sonst = kippatu ‘Ring’ und sikkuru ‘Rie­ gel’) entzieht sich vorläufig der Beurtei­ lung (vielleicht Kugelblitz ?). Erwähnens­ wert ist noch, daß auch in den spätbaby­ lonischen astronomischen Beobachtungs­ texten Blitze ab und zu notiert sind. Der Blitz galt bei den Babyloniern und Assyrern im allgemeinen als ungünstiges Vorzeichen. Das lehren die Deutungen der Ominatexte, die größtenteils Unheil Voraussagen. Dazu paßt, daß in den Fluchformeln der altassyrischen Königsinsc.hriften der Blitz als biriq limutti ‘Blitz des Unheils’ bezeichnet wird (vgl. z. B. AOB I, S. 66f., Z. 61 f.: „Adad möge mit einem Blitze des Unheils sein Land treffen“). Weidner. Blitz, b) § 1. In der sumerischen Schrift bedeutete der ‘Dolch’ (GIR = birqu) in übertragener Bedeutung den ‘Blitz’ (Unger Die Keilschrift, 1929, Nr. 105; Delitzsch Sum. Gl. S. 91). Eine Erweiterung ist NIM-GIR bzw. ENIMGIR, d. h. ‘hoch’ und ‘Dolch’ = von oben (Himmel) kommender Dolch (Delitzsch a. a. O. S. 35, 91; Howardy Clavis cuneorum Nr. 4^9' 3)- Das Abbild eines

KB

Blitzes selbst aber bietet das Zeichen LAH (Howardy Nr. 374, 2; Delitzsch S. 168; Unger a. a. O. Nr. 5), das die Bedeutung ‘aufleuchten (vom Feuer), aufblitzen, aufglänzen' (namäru, vgl. nüru) hat. Es ist ein von rechts oben nach links unten — d. h. in Richtung der Schrift — verlaufender Zickzack. § 2. Der B. ist das Göttersymbol des Wettergottes Adad (dIM), wie eine Bei­ schrift zu einem B. auf dem kassitischen Grenzsteine Steinmetzer Kudurru Nr. 62 (D£lög. Perse Mem. X, Tf. 13, 2) be­ kräftigt. Auch Götter von Fremdvölkern wie Hadad und Teschup, haben den B. als Symbol übernommen. In Assyrien und in den westlichen Ländern war aber auch die Axt (s. Beil, § 4; Doppelaxt) als Attribut des Wettergottes üblich, an Stelle des Blitzes, aber auch neben diesem getragen (Unger Assyr. u. Babyl. Kunst, Abb. 47, 4Q—51; Ed. Meyer Reich . . . der Chetiter, S. 67, Abb. 56/7; RLV IV, Tf. 197 c: erbeutete Götterstatuen z. Z. des Tiglatpileser III.; Unger PKOM V, Nr. 21. Vgl. RLV, S. 4i6f. § 6, a—d). § 3. Der B. war eine Nachbildung von Flammenstrahlen in Form des Drei­ zacks oder des Zweizacks, also wie ein aufloderndes Feuer gestaltet. In Wirklichkeit wurde hierdurch nicht der B. an sich dargestellt, sondern das durch sein Zünden erzielte Feuer. Der Dreizack (Unger RLV ‘Drei­ zack’) kommt auf einem Siegelzylinder der akkadischen Zeit in New York (Metrop. Mus.) zuerst vor als dreifaches nach oben und unten loderndes Flammen­ bündel in der Hand einer Göttin (AJA VI, Tf. XVIII 4; Weber AO 17/18, Abb. 296), wozu das Siegel (Weber Nr. 297; Heuzey Mythes Chald. S. 9) zu stellen ist, wo die Göttin je einen Blitz- bzw. Feuer­ strahl in jeder Hand trägt. Der nur aufwärts lodernde Dreizack aber kommt zuerst in der Hammurapizeit auf (Weber Abb. 299 - Ward Seal Cyl. Nr. 134). In der Hammurapizeit aber war die übliche Darstellung des B. der Zwei­ zack. Damals war der B. nicht nur das Attribut des Adad, sondern auch das des Anmartu, d. h. des Anu des Amurru-

landes. Der B. oder der Gott mit Zwei­ zack oder Dreizack steht nicht selten auf dem Stier des Wettergottes. Vgl. Lajard Culte de Mithra 28, 9 (Brit. Mus.); Weber AO 17/18, Abb. 451 = Clercq Nr. 211; Nicolsky Rev. Arch. 1892, ser. III, Band XX {La deesse des cylindres); de Clercq Cat. Nr. 115; RLV IV, Tf. 163, b; de Clercq Cat. Nr. 173 = Jeremias: Roscher Lex. ‘Ramman’ 48, 7; Unger Kunstgewerbe d. Alt. Or. (Wasmuth, 1930), S. 421, n. Auch in der kassitischen Zeit begegnet der B., als Zweizack sehr häufig, als Dreizack nur gelegentlich in den Bildern der Grenz­ steine (King BBST, Tf. 3, 21, 30, 41 usw.; Meissner AO XV, Abb. 121, 124; Unger Assyr. u. Babyl. Kunst, Abb. 4, 13, 14. B. als Zweizack; King BBST, Nr. 2 [Br. Mus. 102588], S. 4, Tf. 107 = Steinmetzer Kudurru Nr. 2; Stein­ metzer Nr. 40 = Ddleg. Perse M4m. I 176, Abb. 382, B. als Dreizack). § 4. Die weitere Entwicklung geht dahin, daß Assyrien zunächst den Zwei­ zack übernimmt und bis Samsi-Adad V. beibehält (810). Vgl. die Reliefs und Stelen: Unger Assyr. u. Babyl. Kunst, Abb. 32, 39, 40, 43. Seit Adadnirari III. aber kommt der Dreizack auf, auf Stelen und Siegeln: Unger a. a. O., Abb. 42, 67, 103; RLV IV, Tf. 208, 209, 2ro, a, RLV VIII, Tf. 70, e. In der Provinz, die von Babylonien abhängig ist, ist der Zweizack üblich (Stele des Samasresusur: Unger Assyr. u. Babyl. Kunst, Abb. 94 = Unger Babylon, Abb. 63, Tf. 40. Das Siegel des Asarhaddon für Adad von Esagila zeigt den Zweizack, aber mit mittlerer dritter Spitze, also eine Mi­ schung zwischen Zwei- und Dreizack (Unger Babylon, Abb. 38, Tf. 25). § 5. In den Westländern aber wurde der Dreizack bevorzugt. Die zwei Reliefs aus Melidia (Malatia): RLV ‘Melidia’ (Tf. 41, b) und v. d. Osten Orient. Inst. Chicago Commun. 6, Abb. 103, S. 90 stammen noch aus der Zeit hettitischen Einflusses. Der aramäischen Kunst ge­ hören die Reliefs des Wettergottes aus Sendschirli und Babylon an (Ed. Meyer Reich . . . der Chetiter, Abg. 57, 56), ebenso die Stele aus Tü-Ahmar, die von

Thureau-Dangin (SyriaX,Tf. XXXII, S. 198ff.) gefunden wurde. § 6. Eine Verbindung von flammendem Blitz mit Waffen haben die Assyrer seit dem 9. Jh. gebraucht. Ein Dolch, mit Klinge nach oben und unten, trägt je 2 Flammen auf dem sog. ‘Tiämatrelief’ in jeder Hand des als Adad zu deutenden Gottes (RLV ‘Mischwesen’ § 27, S. 204, Tf. 61, e). Die ‘Tiämat’ ist hier männ­ lich (!). Derselbe Gott leistet dem Assur in seinem Kampfe gegen Mischwesen Hilfe mit dem Dreizack auf einem Siegel des Ninurtabelusur (Eponym von 877), vgl a. a. O., Tf. 6r, d; Unger Assyr. u. Bahyl. Kunst, Abb. 45. Hierher gehört das assyrische Siegel Jeremias ATAO4, Abb. 12 = Lajard Mithra, Tf. 33, 4, von Botta erworben). Eine ähnliche Keule mit zweiflammi­ gem Blitz nach oben und unten führt ein Gott im Kampfe gegen ein Misch­ wesen nach einem Siegelzylinder (Weber AO 178, Abb. 348 = A. Jeremias ATAO4, Abb. 8, in London Brit. Mus. 89589). Gott Assur schießt einen Pfeil mit zweiflammigem Blitz gegen das ihm feindliche Mischwesen ab, wie es mehrere Siegelzylinder zeigen: Weber a. a. O., Abb. 295 = Jeremias a. a. O., Abb. 6 = Ward Seal Cyl. 565; J eremias a. a. O. Abb. 15 = Lajard Mithra, Tf. 25, 5 = Menant Gly-pt. II 24; Weber a. a. O. Abb. 311 (Sammlung Hilprecht Nr. 66); Jeremias a. a. O. Abb. 9 = Paris, Musde Guimet, Nr. 98.

P. Jacobsthal, Der Blitz in der orien­ tal sehen vnd griech sehen Kunst, piss. Bonn, 1906; C. Frank Bilder u. Symbole babyl. assyr. Götter: LSS XI, 2; Blinkenberg, The Thunärrweapon in religion andfolklore'. Cambridge Archaeol. and ethnol. Series 1911, S. 26ff.; Unger. Dreizack'. RLV; ders., Götterbild E. 1, §6: RLV; ders., Göttersymbol E, 1, § 7* HLV IV; ders. Mischwesen'. RLV. Eckhard Unger.

Blut. Nach babylonischer Auffassung ist das B. der eigentliche Lebensstoff im Menschen. Ein unveröffentlichtes Voka­ bular aus Assur setzt geradezu dämu ‘Blut ’ gleich balätu ‘Leben’. Demgemäß wird der Mensch aus Blut, und^ zwar aus Götterblut, geschaffen (s. Enuma eli$

Tf. VI iff.; CT VI pl. 5; KARI Nr. 4 Ebeling in AOTAT2 S. 121, i34ff.). Im Ritus bedeutet sinngemäß Blut vergießen Töten. In Erneuerungsriten wird der Gläubige mit einem Messer geritzt, so daß Blut fließt, damit ist sein Tod ge­ kennzeichnet, es folgt darauf die Er­ neuerung und Wiederbelebung (unveröffentl. Ritual). Gelegentlich wird auch an Stelle des Menschen ein Tier ge­ schlachtet und sein Blut an das Lager des Menschen gestrichen. In diesem Falle tritt das Tierblut zum Ersatz für das Blut des Gläubigen ein (CT XVII pl. 5, Z. 5off.; Zimmern BBR S. 127, Z. 17ff.; CT IV pl. 5, Z. 27). In der Omenliteratur bedeutet das Erscheinen von Blut Schlimmes für die Zukunft, so z. B., wenn die Erde Blut von sich gibt oder der Fluß Blut trägt oder blutrot ist (Jastrow Religion II, S. 739; Babylonian- assyrian Birth -omens, S. S1^-» CT XXXIX pl. 20, Z. 132 f.; pl. 14, Z. 2f.). Ebeling. Blutfluß s. Anuskrankheiten. Blutrache. Babylonien hat die urrechtliche B. in prähistorischer Zeit über­ wunden; bereits in vorhammurapischer Zeit finden wir die Bestrafung der Bluttat vollkommen in staatlichen Händen. Dem Kodex Hammurapi sind Wergeid und Blutsühne unbekannt. Nur in ge­ wissen Überresten einer Familienhaftung zeigt sich noch die ursprüngliche Blut­ racheordnung, welche das Racherecht vom Täter auch auf dessen Sippe über­ greifen läßt. So wird nach § 210 KH., wenn die Abtreibung der Leibesfrucht den Tod der Frau herbeigeführt hat, die Tochter des Täters hingerichtet; der gleiche Gedanke liegt auch den Bestim­ mungen der §§ 116 und 230 zugrunde. Assyrien hingegen erscheint hierin konservativer; noch zur Zeit Assurbänipals ist die Blut sühne als staatlich nor­ mierte Ablösung der Blutrache belegt. Im Ablösungsfriedensvertrag KohlerUngnad AR, Nr. 659, Z. 7 wird für einen getöteten Freien eine Sklavin mit ihrer Familie ku-rnn da-me, ‘an Stelle des Blutes' (als Wergeid), dem Sohne des Ermordeten versprochen. Bei Nicht-

erfüllung soll der Mörder am Grabe seines Opfers getötet werden; vgl. noch Kohler-Ungnad AR, Nr. 660. Die gesetz­ lichen Bestimmungen des assyrischen Kompositionensystems sind auch für die ältere Zeit nicht bekannt, da im assyrischen Rechtsbuche (mit Ausnahme des fragmentarischen § 10) die Tötungs­ delikte nicht behandelt werden. Nur bei der verursachten Fehlgeburt läßt die Strafsanktion das Vorhandensein von Wergeidsätzen noch erkennen, indem es in §§ 49 und 51 (H. Ehelolf-P. Koschaker Ein altassyrisches Rechtsbuch 1922) heißt, daß der Täter für die ver­ nichtete Leibesfrucht ein ‘Leben’ im vollen Werte ersetzen muß, ki-mu-ü sa-a lib-bi-sa nap-sa-a-te ü-ma-al-la, Z. 68 f. 72L u. ö. Um so deutlicher tritt dafür das Wergeidsystem im ungefähr gleichaltri­ gen hettitischen Rechtsbuche hervor, in­ dem hier für die Tötung eines Menschen ein nach Art des Verbrechens und nach der Rechtsstellung des Opfers verschieden abgestuftes Wergeid von einem bis vier ‘Köpfen’ (SAG. DU entspricht funktionell wohl dem napistu des assyr. Rechts­ buches) festgesetzt ist, §§ 1—4 nach F. Hrozny Code Hittite I (1922) und nach der Übersetzung von H. ZimmernJ. Friedrich in AO XXIII, 2 (1922). In dem etwa drei bis vier Jahrhunderte älteren Erlaß des Telipinus aus dem alten Hattireiche kommt noch der archaische Standpunkt lebendig zum Ausdruck. Die Vergeltung der Bluttat liegt in den Hän­ den des ‘Blutsherrn’ (des Oberhauptes der Familie oder des Erben des Getöte­ ten). Dieser bestimmt, ob der Mörder sterben soll oder ob er mit der Zahlung des Wergeides die Tat sühnen darf. Die staatliche Intervention wird dabei aus­ drücklich abgelehnt; § 49 der Übersetzungvon J. Friedrichin AO XXIV,3 (1925), S. 22. M. SanNicolö Beiträge, S. 73; ioif. M. San Nicolö.

Blutschande. Die B. wird auch in Babylonien sowohl vom Standpunkte der Unreinheit als auch als Verbrechen gegen die Familienrechte streng bestraft, aber eben wegen der beiden dabei maßgeben­ den Gesichtspunkte auch recht verschie­

den strafrechtlich behandelt. Das Ge­ setzbuch Hammurapis zählt in den §§ 154 und 157 f. drei Fälle des blutschänderi­ schen geschlechtlichen Umganges auf. Es gilt als Inzest der Geschlechtsverkehr mit der Tochter, mit der eigenen Mutter und mit der Stiefmutter. Hingegen er­ scheint der Beischlaf mit der Schwieger­ tochter (§§ 155 f.) als Ehebruch und wird beim Vater als solcher bestraft (s. Ehe­ bruch), während die Schwiegertochter so wie die leibliche Tochter im Falle des § 154, straflos ausgeht, weil man typisch annimmt, daß sie dem paterfamilias nicht habe Widerstand leisten können (P. Koschaker a. a. O., S. 142). Der Vater, der seine eigene Tochter mißbraucht, wird aus der Stadt verbannt (§ 154), wird also friedlos (s. Ächtung). Den Inzest mit der eigenen Mutter nach dem Tode des Vaters faßt das Gesetz als schwersten Fall der B. auf und bestraft ihn mit dem Feuerto de für beide Teile (§ I57)- Wenn hingegen der Sohn nach des Vaters Tode mit der Stiefmutter (? rabitum, Z. 27, jedenfalls im Gegen­ satz zur leiblichen Mutter), die dem Vater Kinder geboren hat, geschlecht­ lichen Umgang pflegt, wird er aus der Hausgemeinschaft verstoßen (§ 158), ver­ liert also seinen Erbteil und sämtliche Familienrechte (s. Ächtung). Zu Leb­ zeiten des Vaters wäre dieser Tatbestand zum mindesten Ehebruch gewesen und es würde dem Vater zugefallen sein, die Ehre seines Hauses zu rächen. Es be­ deutet eine Verfeinerung der Rechts­ anschauung, daß der Geschlechtsverkehr mit der Stiefmutter nach dem Tode des Vaters als B. aufgefaßt wird; das hettitische Rechtsbuch tut es nicht (§ 190 nach F. Hrozny Code Hittite 1922 = § 76 f nach der Übersetzung von H. Zimmern-F. Friedrich in AO. XXIII, 2, 1922). Dafür bestraft es aber als B. den Beischlaf zwischen Vater und Toch­ ter, zwischen Sohn und Mutter und, ähn­ lich wie 3. Moses 20, 14 und 18, 17 auch den Verkehr zwischen dem Ehemann und der Mutter bzw. Tochter der eigenen lebenden nicht geschiedenen Ehefrau (§§ 189 und 195 = §§ 75 f und 81 f nach Zimmern-Friedrich). Weder hier noch

Bogenstern s. Qastu. bei Hammurapi ist dagegen die Verbin- I düng zwischen Bruder und Schwester Bogkazköy s. Hatti. unter Strafsanktion gestellt. Wie falsch Böh.1, Franz Marius Theodor, Theolog es aber wäre, daraus die Zulassung der und Orientalist, geb. 16. August 1882 in Geschwisterehe* anzunehmen, ersehen Wien, wurde 1912 Privatdozent in Berlin, wir aus dem Staatsvertrag KBo. V, Nr. 3, 1913 Professor in Groningen, 1927 in Kol. 3, Z. 28ff., der eine gesetzliche Be­ Leiden. Außer zahlreichen Aufsätzen und stimmung anführt, wonach im Chatti- theologischen Schriften verfaßte er Die reiche die Geschwisterehe mit dem Tode Sprache der Amarnabriefe (LSS Bd. 5, bedroht wird. Im assyrischen Rechts­ H. 2). Leipzig 1909; Kanaanäer und buche ist die B. nicht behandelt. Die Hebräer. Leipzig 1911. Weißbach.. Ehe mit der Stiefmutter nach dem Tode Boklenbahn s. Belagerungsma­ des Vaters scheint aber gestattet gewesen schinen, Kriegskunst. zu sein, § 46, Z. iogff. (Ehelolf-KoBohne, akk. pulilu, sum. GU.TUR schaker Ein altassyrisches Rechtshuch). nach unveröffentl. Vokabular, wurde bei Babylonien: J. Köhler KG I, S. 131; den Babyloniern als Nahrungsmittel und D. H. Müller Die GesetzeHammurabis (1903), in der Medizin verwandt. S. 129I; H. Winckler Die Gesetze Hammu­ rabis (1904), S. 45; P. Koschaker bechtsvergl. Studien z. Gesetzgebung Hammurapis

(1917), S. 142t. — Assyrien: Koschaker MVAG XXVI 3, S. 49; E. Jacob ZVR XLI, S. 384. Hettitisches Recht: Ring

Israels Rechtsleben im Lichte der neuent­ deckten assyr. und heth. Gesetzesurkunden, S. 132L.

M. San Nicolö.

akk. (Sam)baliltu, gehörte in Babylonien zu den Garten­ gewächsen. Bockskornklee,

Meissner ZA VI, S. 289H.; MVAG I904* S. 207, 219h; BuA I, S. 210. Ebeling.

Bogen s. Waffen. Bogenland. Unter B. versteht man

in Babylonien zur Zeit der persischen Könige Land, dessen Besitzer die Ver­ pflichtung haben, dem Könige Heeres­ dienst mit dem Bogen und außerdem gewisse Abgaben zu leisten. Möglicher­ weise ist die Abgabe erst durch Ablösung der Dienstpflicht entstanden. Die Be­ sitzer des Bogenlandes bildeten eine Ge­ meinschaft, die als Gesamtschuldner für die zu leistenden Abgaben einzustehen hatte. Aus den gleichzeitigen Geschäfts­ urkunden ersehen wir nun, daß die Bogen­ landgenossen gelegentlich nicht imstande waren, ihrer Pflicht nachzukommen. In diesem Falle konnte jemand anders die fällige Schuld bezahlen und dafür sich das Bogenland verpfänden lassen. Natürlich konnte der Gläubiger dann nur dieFrüchte als Gegenwert seiner Schuld in Anspruch nehmen, aber nicht das Land selbst. Kohler-Ungnad Hundert Rechtsurkunden, S. 76.

ausgewählte Ebeling.

Ebeling AGM XIII i/2, S. 16; Meissner BuA II, S. 306. Ebeling.

Bohrer. Der B., für den eine assyrische Bezeichnung unbekannt ist, findet Ver­ wendung als Holz-, Stein- und wohl auch als Metallbohrer. Für seine Verwendung beim Holz fehlen wegen der Vergänglich­ keit des Materials die Belege. Wenn man ihn aber beim Stein verwandte, wird man ihn auch bei der Holzbearbeitung benutzt haben. In der Steinbearbeitung wurde er bei der Herstellung von flaschen­ förmigen Steingefäßen — Alabastra —benötigt. „Man bohrte aus dem ge­ formten Massiv zuerst ein zylindrisches Stück mit dem Kronbohrer heraus, so daß man für weitere Bohrinstrumente Raum hatte“ (Koldewey Das wiedererstehende Babylon S. 72)den deut­ schen Ausgrabungen in Babylon wurde ein Raum aufgedeckt, in dem eine der­ artige Flaschenfabrik anscheinend be­ trieben worden war (Koldewey a. a. O.). Wahrscheinlich ist die Anfertigung der­ artiger Flaschen auf den sogenannten Blau-Monumenten* (s. Meissner Assyr.babyl. Plastik S. 7) dargestellt. Da­ nach ist der Bohrer wohl der gleiche wie in Ägypten. Ein Stab mit unten eingesetztem Stück von härterem Stein oder Metall (W. M. Müller in OLZ XVIII, Sp. 266!; vgl. die allgemeinen Ausführungen Wards in Seal Cylinders S. 9 über Werkzeuge zur Steinbearbei­ tung). Nach MDOG 40, S. 28 sind die

rechteckigen Vertiefungen an einem Säu­ licher Verkehr getrieben wurde, geht aus lenkapitell durch je vier Eckbohrungen dem § 14 des sog. Altassyrischen Gesetzes mit dem Kronenbohrer hergestellt, zwi­ hervor. Aus dem Bordell von Assur schen denen dann durch Rillen die Kerne stammen eine Reihe von unzüchtigen abgetrennt wurden. Schawe. Darstellungen, von denen ein Teil von S. Smith Numismatic chronicle 1922, Boissier, Alfred, Assyriolog, geb. in 5. I76ff. veröffentlicht worden ist. Genf 21. Dez. 1867, studierte in Leipzig, Kohler-Peiser Aus dem babylonischen bereiste 1894 mit E. Chantre Kleinasien, Rechtsleben IV, S. 28t.; Ebeling KARI III,, 1928 wieder den Orient. Außer Zeit­ Nr. 144 = MVAG XXIII, Nr. 2, S. 4off. schriftenartikeln verfaßte er: Recherches = Zimmern ZA XXXII, S. 164H; Ebe­ ling MAOG I 1, S. 6; AOB I, S. 91. sur quelques contrats babyloniens (Inaug.Ebeling. Diss. Leipzig). Paris 1890; Documents assyriens relatifs aux presages. Paris 1894 Bork, Ferdinand, Sprachforscher, geb. bis 99; En Cappadoce. Notes de voyage. 26. Nov. 1871 in Forsthaus Königsbruch,. Gen£ve 1897: Choix de textes relatifs ä la Kr. Tuchei, Studienrat seit 1905 in Kö­ divination assyro-babylonienne. Vol. I. nigsberg i. P., jetzt am Löbenicht-Gym­ Vol. II fase. 1. Ebda. 1905—6; Note sur la nasium, verfaßte u. a. Beiträge zur {kau­ nouvelle publication des textes divinatoires kasischen) Sprachwissenschaft I—III. Kö­ du British Museum. Ebda 1905; Seconde nigsberg 1907—9. Die Mitannisprache note sur les publications etc. 1914; Les ele(MVAG Bd. 14, H. 1, 1909); Die Strich­ ments babyloniens de la legende de Cain inschriften von Susa. Leipzig 1924. Die et Abel. Ebda 1909; Notice sur quelques Sprache von Alasia. Leipzig 1930. Weißbach. monuments assyriens de l’universite de Zürich. Ebda 1912. Weißbach. Boscawen, William St. Chad, geb. Boot s. Schiff. (1854 oder) 1855, gest. April 1913, be­ Booth., Arthur' John, M. A., verfaßte schäftigte sich schon als Schüler in Ros­ The discovery and decipherment of the sall mit Keilschrift und war 1875—1877 trilingual cuneifonn inscriptions. London Assistent am British Museum. Er er­ forschte 1877 die von G. Smith mit­ 1902. Weißbach. gebrachten neubabylonischen Kontrakte, Bordell. Es gab in Babylonien Privat­ leute, die Sklavinnen zu geschlechtlichem die sogenannten Egibi-Tafeln (TSBA VI Verkehr feilhielten oder anderen für pp. I—78, 1878), besuchte 1879 und be­ diesen Zweck vermieteten. Wir haben so­ schrieb das Mündungsgebiet des Nähr elgar Verträge über solche unfeinen Ge­ Kelb (daselbst Vol. VII pp. 331—352) schäfte. Die Schenken waren wohl in und verfaßte, außer anderen Zeitschrif­ der Regel auch Bordelle, wenigstens läßt tenartikeln, mehrere populäre Werke: eine in mehreren Exemplaren erhaltene British Museum lectures (London 1885); Beschwörung, die für den Schenkwirt From under the dust of ages (1886); The Gewinn herbeizwingen soll, erkennen, Bible and the monuments (1895) u. a. Weißbach. daß man solchen vor allem aus dem Ge­ Botta, Paul Emile, Archäolog, geb. schlechtsverkehr mit den Scbenkinnen erwartete. Außerdem hatten auch viele 6. Dez. 1802 in Turin, gest. 18. April 1870 Tempel, insbesondere die, wo eine Mutter­ in Acheres bei Poissy. Seit 1842 französi­ gottheit verehrt wurde, ein Bordell, akk. scher Konsul in Moßul, begann er in Kubit aStamme, wörtlich = Frauenhaus, oder jundschik Ausgrabungen, am 20. Mai 1842 auch bit ru am, sum. e-ki-ag-gd = Liebes- in Khorsabad, wo er einen großen Teil haus genannt. Ausdrücklich ist ein sol­ eines Palastes Sargons II. freilegte. Die gefundenen Kunstdenkmäler ches Bordell für den Istartempel in Assur ! dort belegt, auch das gägu der Aia in Sippar j zeichnete Flandin ab, der am 4. Mai wird, wie Jensen LZ 64, Sp. 512 an­ 1844 eintraf. Über seine Funde berichtete nimmt, eine solche Einrichtung gehabt Botta in fünf ausführlichen Briefen an haben. Daß im bit aStamme geschlecht- ! M o h 1 (JAN. VI. serie TT. 2—4.1843 u. 44),

sowie in einem Schreiben an den fran­ wohl aus Ton hergestellter, fast zylin­ zösischen Minister des Innern (daselbst drischer Aufbau, dessen Basis zum feste­ T. 5. 1845); auch versuchte er sich an j ren Stand etwas größer ist als die Deckel­ der Entzifferung der von ihm entdeckten fläche. Er wurde durch einen Deckel Inschriften (daselbst TT. 9—11. 1847 u. verschlossen, besaß aber anscheinend an 48). Sein Hauptwerk bearbeitete er ge­ der Seite in vielleicht 1 m Höhe eine meinsam mit Fl and in: Monument de Öffnung, aus der der Spieß oder der Ninive. 5 Vols. in folio. Paris 1849—5°- Pfannenstiel oder auch eine lange Gabel hervorragt, um den Braten über dem WeiBbach. Feuer wenden zu können. Ob man nun Borsippa s. Barsip. in der Pfanne, auf dem Rost oder am Botanik s. Pflanzenkunde. Spieß briet, ist noch nicht sicher fest­ Brandopfer s. Opfer. gestellt. Irgendwelche derartige Geräte Brandpfeile s. Waffen. sind bisher nicht gefunden worden. Unter Brandstiftung. Weder aus den Umtänden, besonders in kleineren und Rechtsbüchern noch, soweit mir be­ ärmeren Haushaltungen, briet man wohl kannt, aus den Urkunden sind uns auch über dem offenen Kohlenbecken irgendwelche Nachrichten über die recht­ (kinünu). Es ist zu erwähnen, daß der liche Behandlung der B. im Zweistrom­ Braten auch im Ritual als Opfer eine lande erhalten. Wir können daher nicht große Rolle spielte, z. B. im Wahrsageeinmal sagen, ob sie als kriminell ver­ und Beschwörungsritual (Zimmern BBR folgbarer Delikt betrachtet wurde oder S. 95 unter 5d und S. 170, Nr. 56, Z. 8) ob sie nur eine mit Strafelementen ver­ und im Ritual des Anu-Tempels in Uruk mischte Schadensersatzverpflichtung er­ (Thureau-Dangin Rit. accad. S. 90, zeugte, sondern müssen vorderhand nur Z. 24). Meissner BuA, S. 414^. Schawe. auf das hettitische Rechtsbuch als mög­ liche Analogie verweisen. Dieses unter­ Brauer s. Bier. scheidet zwischen dem vorsätzlichen De­ Braut, Bräutigam s. Hochzeit, likte und der fahrlässigen B. (Feuer­ Ehe. verwahrlosung auf dem Felde). Die Breccia s. Baumaterial. rechtlichen Folgen beschränken sich im Brennen s. Ton (tafel). allgemeinen auf Schadensersatz in natura Brennmaterial. Babylonien und oder in Geld; die eine Bestimmung über den bei einer eigentlichen B. eingetretenen Assyrien waren äußerst holzarm. Des­ Verlust von Tieren und Menschenleben halb kam — anders als in Griechenland ist noch nicht klar verständlich; vgl. und noch mehr Rom, wo in der Haupt­ §§ 98—100 und § 105f. nach F. Hrozny sache Holz verfeuert wurde — dieses Code Hittite I, 1922 (§§ 99—101 und II hier nur in den seltensten Fällen als Brennmaterial in Frage. Ebenso die § 5f. nach der Übersetzung von Zimmern-Friedrich in AO. XXIII, 2, Holzkohle — pentu = hebr. orte s. De­ Gesenius-Buhl 1922). Über die gleiche Behandlung der litzsch HW S. Hebr. HWB S. 633b — die, weil sie B. im Talmud s. Baba qamma VI 4—6 (Die Mischna hrsg. von Beer und Holtz- von auswärtigen Meüern her eingeführt mann IV I, 1913), dazuTschernowitz- werden mußte, sehr teuer und für den gewöhnlichen Mann kaum erschwing­ Traub ZVR XL, S. 277«. lich war. Statt dessen verwandte man Ring Israels Rechtsleben im Lichte der Dorngestrüpp — ettittu, Del. HW S. 45; neuentdeckten assyr. und heth. Gesetzesurkun­ den, S. 160. M. San Nicolö. Muss-Arnolt S. ”32; Ebeling AGM XIII, S. 18; KARI I, Nr. 56, Rs. 2 Braten, Subst. assyr. ^T$umü, Verb. (vgl. ZDMG LXXIV, S. 189—191, 444); Samü] vgl. Delitzsch HW S. 668a, KARI II, Nr. 201, Z. 24, Nr. 234 Rs. 4; Muss-Arnolt S. 1050, 1054; KB VI 1, S. 462. Als Bratofen dient ein schätzungs­ CT XXIII, pl. 26, Z. 11; vgl. SAI weise ca. iY2 m hoher und ca 1 m breiter, Nr. 4307 —-, insbesondere den massen­

haft vorhandenen aSägu-Dorn — vgl. MVAG XIV, S. 149; Zimmern BBR Nr. 26 IV, Z. 38; King Magic Nr. 21, Z. 74 (S. 79) —, der auch heute noch als S6k (und 'agül) als Brennmaterial und Kamelfutter — daher S6k el gamal = Kameldorn — verwandt wird (s. ZA XV, S. 418 und v. Oppenheim Vom Mittelmeer usw. II, S. 376). Feuer von Schilf — iSäti urbati — ist nicht un­ bekannt (CT XXIII, pl. 34, Z. 34; Landsberger ZDMG LXXIV, S. 444), und schließlich werden noch Dattelkerne zur Feuerung benutzt (Strabo XVI 1, 14). In Fällen äußerster Not wird man für diesen Zweck auch den Kot von Tier und Mensch nicht verschmäht haben (vgl. Ezech. IV 12, 15). Meissner BuA, S. 414.

Brennofen s. Töpferofen.

Schawe.

Brettspiel. Es sind uns mehrere Spielbretter und auch z. T. die dazuge­ hörigen Steine überkommen. Ein Spiel­ brett aus gebranntem Ton in Stärke von y2 Zoll bei einer Länge von 8 und Breite von 2 Zoll ist bei Banks Bismya S. 355 beschrieben und abgebildet (s. Abb. 1). Felder eines Brettspieles fanden sich auch auf dem Pfannenstein einer Tür über den Ruinen des alten Anu-AdadTempels in Assur eingeritzt. Die Zu­ sammenstellung der Felder ist jedoch eine andere als bei dem erstgenannten Spielbrett (s. Abb. 2; vgl. Andrae AAT = WVDOG X, S. 86/7). In allerletzter Zeit sind schließlich in Ur zwei sehr schöne Spielbretter nebst Spielsteinen gefunden. Eines ist davon vollständig erhalten. Zwei Serien von Spielfiguren — 5 Schwarze Plättchen mit je 3 Punkten und 5 Muschelplättchen mit Tierszenen — lagen unmittelbar neben dem Brett (AfO IV, S. 241). Das zweite ist in seine aus Muschelplättchen zusammengesetzten Teile zerfallen. Diese Plättchen waren sehr reich mit Lapislazuli, Elfenbein und Perlmutter verziert. Auch hier fanden sich in der Nähe Muschelplättchen — vier mit Linearzeichnungen und vier mit Tierfiguren geschmückt, die offenbar als Spielsteine anzusehen sind (AfO IV, S. 113) vgl. RLV XII, 'Spiel5 D. Schawe.

Briefe (in Keilschrift).

Vorbemerkung. Keilschriftbriefe' haben sich aus fast allen Zeiten und Gegenden erhalten, in denen überhaupt Keilschrift geschrieben wurde. Beson­ ders zahlreich sind Dokumente der sog. Hammurapizeit und neuassyrische und neubabylonische Briefe auf uns gekom­ men. Das übliche Schreibmaterial war überall und stets die Tontafel, der häufig eine Tonhülle umgelegt gewesen sein dürfte. Schrift und Sprache der Briefe weichen von den gleichzeitigen literari­ schen Texten sehr oft ab, erstere ist kur­ siver, letztere je nach dem Bildungsgrad des Briefschreibers nicht selten laxer und vulgärer. Der Inhalt der Briefe ist von denkbar größester Mannigfaltigkeit, man­ gels Kenntnis der näheren Umstände bietet die Interpretation von Keilschrift­ briefen oft große Schwierigkeiten. Literatur: F. Delitzsch Der Briefverkehr vor drei, vier Jahrtausenden, in: „Der Zeit­

geist", Nr. 6, 7, 8, Beiblatt zum ,, Berlin er Tageblatt" vom 7., 14. und 21. Februar 1916; Weber Die Literatur der Babylonier und Assyrer (1907), S. 2Ö3ff.

§ 1. Die Übermittelung von Nach­ richten geschah in den Zeiten vor der Schrifterfindung zweifellos in der Form, daß A an B einen Boten sandte, der mündlich wortgetreu A.s Mitteilung an B auszurichten hatte. Daß sich für die Eingangsworte der Meldung bald formel­ hafte Wendungen herausbildeten, ist an­ zunehmen. Für Babylonien liegen uns solche vor in Adresse und Grußformel z. B. der altbabyIonischen Briefe. Auch als der schriftliche Nachrichtenverkehr, der ‘Briefverkehr’, eingesetzt hatte, blieb dem Boten — auch als Träger eines Briefes — oft die Aufgabe, sich mündlich seiner Meldung zu entledigen: das Ge­ schriebene selbst diente einmal zu seiner Beglaubigung, zum anderen auch wohl als Stütze des Gedächtnisses. Den Reflex dieser Praxis bietet die Formel: ana B kibema umma A ‘zu B sprich: so (sagt) A’; ebenso das die Substantivierung einer sumerischen Verbalform (unadug) dar­ stellende Lehnwort unnedukku (‘Brief’). Auch Tafeln, die mehrere Briefe ver­ einigen — s. VAS XVI, Nr. 7 — waren

unmöglich zur Ablieferung bestimmt, sondern sollten dem Boten eine Merkhilfe für seine mündlichen Meldungen sein. § 2. Der t. t. für den Nachrichten­ dienst und damit auch den Briefverkehr ist der akkadische Stamm S p r; Sapäru 11 bedeutet zunächst ‘senden’, ‘schicken’, bes. einen Boten mit einer mündlichen oder schriftlichen Meldung, daher auch ‘mitteilen’, ‘schreiben’. Sipru bedeutet ‘Sendung’, ‘Nachricht’, ‘Brief’ (vgl. hebr. sefer), mär Sipri, wörtlich ‘Sohn des Briefes’, den ‘Boten’, ‘Briefboten’. — Für den amtlichen Verkehr waren ‘könig­ liche Boten’ mär Sipri Sa Sarri eingestellt; ob man von einem Postverkehr in dem Sinne sprechen darf, daß eine planmäßige Briefbeförderung durch amtliche Boten stattfand, läßt sich kaum sagen. — Daß Schnelligkeit gefordert wurde, ersieht man aus anderen Bezeichnungen der ‘Boten’: rakbu, allaku und attäku hantu ‘Eilbote’, Schnelläufer’. § 3. Keilschriftbriefe sind bisher nur in der Form von Tontafeln bekannt ge­ worden. Etwa auf anderem Schreib­ material abgefaßte Briefe — erwähnt werden in späterer Zeit Pergament und Papyrus ■— haben sich nicht erhalten, dürften auch nicht allzuoft vorgekommen sein. Man beachte, daß das Wort für ‘Tontafel’ schlechthin tuppu zugleich das gebräuchlichste Wort für ‘Brief’ ist. Ne­ ben tuppu begegnen noch sipru (= hebr. sefer), si’pu (s. Ungnad VAB VI, S.364), unnedukku (s. oben) und in späterer Zeit egirtu (= aram. ’iggerä). Das zur Herstellung der Tontafeln ver­ wendete Material ist je nach Ort und Zeit sehr verschieden. So kann man aus der Feinheit des Tons und der Färbung der gebrannten Tafeln u. U. Rückschlüsse auf den Herkunftsort ziehen. Das For­ mat der Tontafeln, auch die Art und Weise der Beschriftung waren sozusagen der Mode unterworfen. In Zusammen­ hang damit steht die Höhe der Schrift­ zeilen ; auch hier kann man zeitliche und örtliche Eigentümlichkeiten feststellen. Altbabylonische Briefe z. B. sind Tafeln von ziemlicher Dicke, höher als breit, in der Regel von guten Proportionen. Dagegen sind in neuassyrischer Zeit kleine

zierliche, sehr schmale Tafelformen be­ liebt. Von den Tafelhüllen, die vermutlich häufiger als wir nach den erhaltenen Stücken anzunehmen wagen, um die Brief-Innentafel geformt wurden, sind nur wenige auf uns gekommen, was natürlich ist, da sie ja vom Empfänger zerbrochen werden mußte. Die Hülle enthielt die Adresse, allenfalls auch die Grußformel (s. KAVI, Nr. 206 zu ebda. Nr. 112). Zimmern Akkadische Fremdwörter, z. Aufl. (1917), S. 19; Unger Babylonisches Schrifttum (1921), S. 6f. Für anderes Schreib­ material als Ton: Breasted in AJSL XXXII, S. 230ff.; Schroeder in OLZ 1917, Sp. 264, auch ZA XXXIV, S. 158, Anm. 1. — Zu unnedukku s. Ungnad OBZ 1918, Sp. ii5f.

§ 4. Soweit man bisher sehen kann, fehlt den Briefen aller Epochen Datum und Ortsangabe. Die Reihenfolge der üblichen Teile ist x. Adresse, 2. Gruß­ formel (Segenswunsch), 3. der eigentliche Brief. 1. Die Adresse. In den sog. altbaby­ lonischen Briefen ist die Adreßformel: ana B ... . kibema umma A ‘zu B sprich: so (sagt) A’, d. h. zuerst genannt ist der Empfänger der brieflichen Nachricht. Daß die Formel ein Reflex ursprünglich mündlicher Botenmeldung ist, wurde schon gesagt. An die Stelle des Emp­ fängernamens tritt nicht selten: ana abija, belija ‘zu meinem Vater, Herrn’ u. dgl. oder: ana awelim Sa AMarduk uballatuSu . . . ’zu meinem Herrn, den Marduk am Leben erhält . . .' Als Brief­ empfänger werden auch 2, 3 und mehr Personen namhaft gemacht, so z. B. VAS XVI, Nr. 165 insgesamt 10 Personen. Der Absender nennt sich schlicht mit Namen ohne jeden Zusatz. — Auch die Amarnabriefe haben zumeist das gleiche Adreßschema. Schreibt man an den König, so heißt es: ana Sarri (ev. noch Sar mdtMisri oder dSamsi bzw. dSamas matäti usw.) akija ‘meinen Bruder’ (falls es ein im Range gleichstehender König ist) oder belija ‘meinen Herrn’, wenn ein Untertan des Königs schreibt. — Die. zeitlich den Amamabriefen nicht allzu fernen Geschäftsbriefe aus dem älteren

Assur, z. B. KAVI, Nr. 98 ff. schreiben ebenso ana B kibema A, bemerkenswert ist hier jedoch, daß dem Worte kibema eine besondere Zeile mit Einrückung ein­ geräumt wird. — In neuassyrischer Zeit haben wir neben der alten Form, aber ohne kibema, etliche neue. Während Hammurapi sich mit Namen, aber nicht mit seinem Würdeprädikat nannte (also so: ana Sinidinnam kibema umma Hammurapi-ma), schreiben assyrische Könige: amdt Sarri ana NN ‘Erlaß des Königs an NN’, entsprechend schreiben Mitglie­ der des Königshauses. In Briefen an den König lautet die Formel: ana Sarri belija arduka NN ‘an den König, meinen Herrn, Dein Knecht NN’. Bei vielen anderen Briefen ist der Eingang tuppu A ana B ‘Brief A.s an B’, hier ist also der Absender zunächst benannt. § 5. 2. Die Grußformel (der Segens­ wunsch). In den sog. altbabylonischen Briefen findet sich — jedoch nicht in den von Königen ausgehenden — unmittel­ bar hinter der Adresse eine Segensformel, meist ganz kurz: dX liballitka ‘Gott X möge dich am Leben erhalten’ bzw. äX ü dY liballituka. Die hier aufgeführten Götternamen sind wertvoll, weil u. U. aus ihnen der Herkunfts- ev. auch der Bestimmungsort des Schreibens feststell­ bar ist. — Neben der kurzen Fassung gibt es eine längere, feierliche, etwa fol­ genden Wortlauts: d SamaS ü dMarduk däriS ümi liballituka! lu Salmdta, lu baltäta! ilum näsirka reska ana damiqtim likil! ana Sulmika aSpuram, Sulumka mahar dSamaS ü dMarduk (ü belija NN) lu dari „Samas und Marduk mögen dich dauernd am Leben erhalten! Mögest du wohl, mögest du gesund sein 1 Der Gott, der dich schützt, möge dein Haupt zum Glücke halten! Deines Wohlergehens wegen schreibe ich hiermit an dich. Möge dein Wohlergehen vor Samas und Mar­ duk (und meinem Herrn N N) dauernd sein!" Die Formel unterliegt gewissen Abwandelungen, so tritt hinter die den Anfang bildenden Götternamen aSSumija ‘um meinetwillen’ und hinter belija bis­ weilen der Name des regierenden Königs. — In den Königsbriefen und amt­ lichen Schreiben unterblieb der Segens­

wunsch, er kann aber auch sonst fort­ bleiben. — In das Gebiet internationaler Diplo­ matensprache führt uns der in El-Amarna gefundene Teil des kgl. ägyptischen Staatsarchivs. Der Pharao und die ihm ranggleichen Großkönige, die einander als ‘Bruder’ ansprechen, schreiben z. B. ana jäsi Sulmu; ana kdsa, mätika, bitika, asSdtika, mdreka, rabütika, siseka, narkabdtika dannis lu sulmu (s. Knudtzon VAB II, Nr. 8) „Mir ist Wohlbefinden. Dir, deinem Lande, deinem Hause, dei­ nen Frauen, deinen Kindern, deinen Gro­ ßen, deinen Pferden, deinen Wagen sei in hohem Maße Wohlbefinden.“ Man merke: jegliche religiöse Note fehlt! Ganz anders klingen die Grußworte der syrisch­ palästinensischen Stadtfürsten, die im Pharao —- wenigstens ihren eigenen Wor­ ten nach — ihren Herrn und Gebieter sehen. Die Betonung allergrößester Un­ terwürfigkeit wird m. E. erträglich durch die Berücksichtigung der göttlichen Ver­ ehrung des Ägypterkönigs als ‘Sonnen­ gott’. Als beliebig herausgegriffenes Bei­ spiel Adresse und Gruß eines Briefes des Rib-Addi von Byblos (Knudtzon Nr. 107): Rib-Addi iqbi: ana beli, Sar mdtäti, sarri rabe, Sar tamkara\ dBSlit Sa dlGubla tiden dunna ana sarri belija! ana Sepe bSlija dSamSija 7-Su q-ta-an amqut .... „Rib-Addi sprach zu dem Herrn, dem König der Länder, dem großen König, dem König des Kampfes: Bacalat von Gubla gebe Macht dem König, meinem Herrn! Zu den Füßen meines Herrn, meines Sonnengottes, fiel ich siebenmal, siebenmal.“ Dann folgen weitere Ergebenheitsversicherungen. In manchen Schreiben nehmen diese einen unverhält­ nismäßig breiten Raum ein, man vgl. z. B. Nr. 195! — Den Amarnabriefen nahe stehen Königsbriefe aus Boghazköi. Die altassyrischen Geschäftsbriefe ver­ schmähen jede Grußformel, das liegt viel­ leicht weniger daran, daß es sich in der Hauptsache um Schreiben der Geschäfts­ inhaber an Handlungsangestellte handelt, als an Gepflogenheiten der Handelskorre­ spondenz überhaupt. — In neuassyri­ schen Privatbriefen heißt es bisweilen ganz kurz lü Sulmu ana NN (z. B. ahi^a,

mangels Orts- und Zeitangaben nur aus inneren Anzeichen und dem Vergleich mit den äußeren Merkmalen der überaus reichen Kontrakt'literatur’ einigermaßen nach Ort und Zeit eingeordnet werden können. Beachtet werden müssen Form und Farbe der Tafeln, Art der Beschrif­ tung, stilistische Eigentümlichkeiten, die Segensformel mit den in ihr enthaltenen Götternamen. Jedenfalls dürfte aber die Hauptmasse der ‘altbabylonischen Briefe’ — wie auch eine Konfrontierung mit den unter ihnen enthaltenen Königsbriefen erweist — in die Zeit der sog. Hammurapi-Dynastie gehören und, da sie alle nur erdenklichen Vorkommnisse des täg­ lichen Lebens, aus Familie, Handel und Wandel zum Gegenstand haben, als wert­ vollste Quelle für die Kenntnis der Kul­ tur dieser Zeit zu gelten haben. Von besonderem Wert sind die bisher etwa 100 Königsbriefe, u. a. von Rim-Sin, Llammurapi (Briefwechsel mit Sinidinam und mit Samashäsir), Samsu-iluna, Abiesuh, Ammiditana, Ammisaduga und Samsuditana. Äußerlich kennzeichnen sich die Königsschreiben durch das grund­ sätzliche Fehlen der Segensformel. Zu­ mal aus dem Briefwechsel Hammurapis ersieht man mit Bewunderung, wie ein­ gehend der König alle Zweige der Ver­ waltung kontrollierte und sich um Einzel­ heiten in Kultus und Rechtspflege, Fi­ nanz- und Steuerwesen, in Militär und beim Bauwesen, aber auch um die Vor­ gänge in Handel und Gewerbe, Ackerbau und Viehzucht kümmerte, damit es im Staate ordentlich zugehe. In die Zeit der Dyn. von Akkad sind

‘meinem Bruder’, KAVI, Nr. 113), meist ! aber folgt ein VVuiiscli; lu sulmu ana akija. Assur Esara ana akija likrubu „Heil meinem Bruder! Assur von Esara sei gnädig meinem Bruder!“ (KAVI, Nr. 112); oder: lu sulmu ana akija! ina. pänASsür, ina pändBelit, ina pändNabü, ili§u, ana ahifa aktarba. sulmu ina bit dinu. libbaka lu täbka. „Heil meinem Bruder! Vor Assur, vor Belit, vor Nabu, seinem Gotte, bete ich für meinen Bruder um Heil im Gerichtshause! Dein Herz möge sich freuen!" usw. Der König erhält natürlich entsprechend längere Segenswünsche, so bei Harper ABL, Nr. 496: lu sulmu ana iarri belija! dMar-, duk ü dSarpanitum ümu arküti, sandti darät, tüb libbi u tüb Seri liqUunikka „Heil dem König, meinem Herrn! Mögen Marduk und Sarpanitum langes Leben, dauernde Jahre, Gesundheit des Leibes und der Seele dir schenken!“ In könig­ lichen Kundgebungen dagegen wird vom Befinden Sr. Majestät als dem für den Briefempfänger Wichtigsten gesprochen. amit sarri ana X, Y, Z. Sulmu jäsi! libbakunu lu täbkunu „Schreiben des Königs an X, Y, Z. Mir geht es wohl! möge euer Herz fröhlich sein!" (KAVI, Nr. 114). Es gibt zu allen Formularen zahlreiche Varianten. § 6a. Sumerische Briefe sind nur m geringer Anzahl vorhanden. Eine Zu­ sammenfassung der verstreuten Texte fehlt leider bisher. Das älteste Beispiel ist wohl eine aus Suruppak (Fara) stam­ mende Tafel.

zwei sumerische Briefe zu setzen, die Thureau-Dangin Textes de Vepoque d’Agade, Nr. 1058 und 1119 publiziert hat. Ferner seien genannt Langdon Liturgies Nr. V (s. BE XXXI, S. 25), BE XXXI, Nr. VII, Lutz UP I 2, Nr. 91—95 usw.

§ 6b. Briefe der Hammurapizeit. An altbabylonischen Briefen in akkadischer Sprache besitzen wir bereits etliche Hunderte. Leider sind die wenigsten Stücke durch wissenschaftliche Grabun­ gen ans Tageslicht gekommen, vielmehr fast alles aus dem Antikenhandel er­ worben worden. Das ist deswegen be­ sonders zu bedauern, weil die Briefe Reallexikon der Assyriologie II.

King The Leiters and Inscriptions of Hammurabi I/III; Thureau-Dangin Lettres et Contrats de Vipoque de la premiere dynastie Babylonienne-, Schroeder Altbabylonische Briefe (= VS XVI); Lutz Early Babylonian Leiters from Larsa (= YOS II); ders. Baby­ loniern Letters of the Early Babylonian, Cassite and Neo-Babylonian Period (= UP I 2); Ungnad Babylonian Letters of the Hammurapi Period (= UP VII 1); Thureau Dau­ ern La Correspondance de Ifammurapi avec SamaS-jidsir (= RA XXI.1/2). Ferner: Pinches in CT II, IV, VI; King m CT XXIX und XXXIII; Ungnad m VAS VII. Ungnad Babylonische Briefe aus der Zeit der Hammurapi-Dynastie (= VAB VI); ders A Itbabylonische Briefe aus dem Museum zu Philadelphia (ZVR XXXVI); ders. Ur-

künden aus Dilbat (= BA VI 5); ders. Briefe König Hammurapis (2123—2081 v. Chr.); Ebeling Altbabylonische Briefe (in RA X); Schroeder in ZA XXXIX, S. iff. und in JSOR XI, S. 210ff.; Driver OECX III; Kraus Altbabylomsche Briefe aus der Vorderasiatischen Abteilung der Pre 'ßischen St i' tsmuseen zu Berlin, Teil I. (MVAeG XXXV, 2). Weitere Eiteratur s. bei Ungnad VAB VI; Weidner Die Assyriologie, S. nyff.; Weber Literatur, S. 263 und 268ff.

§ 7a. Die El-Amarna-Briefe. Die Ende 1887 in et-tell oder (tell-)el-Amarna zufällig entdeckten Keilschrifturkunden sind Teile des Archivs der Könige Amcnophis’ III. (1413—1377) und IV. (1377 bis 1361) in der von letzterem erbauten Residenz Hut-Aten. Abgesehen von et­ lichen Geschenkverzeichnissen, mytholo­ gischen Texten, Zeichenlisten und Schreib­ übungen enthält der Fund nur Briefe, und zwar — mit Ausnahme von 3 Stücken — solche in akkadischer Sprache. Der Briefwechsel mit den mit den Pharaonen auf Gleich und Gleich verkehrenden selb­ ständigen Herrschern von Babel-Kardunias (Kadasmanharbe, Burnaburias), As­ syrien (Assuruballit), Mitanni (Tusratta), Hatti (Subbiluliuma) und Alasia (= Zy­ pern) führt uns in manche Einzelheiten der großen Politik jener Tage ein. Daß Keilschrift und akkadische Sprache das Verständigungsmittel des diplomatischen Verkehrs sind, dessen auch das stolze Ägypten sich bedienen mußte, verdient besondere Beachtung. (Die Sprache der nichtakkadischen Schreiben wird tradi­ tionell nach den in Frage kommenden Ländern Mitanni und Arzawa benannt.) Die Königsbriefe verstatten Einblicke in die damals sich vollziehende Mächtever­ schiebung im vorderen Orient: Assur ward Großmacht und verkehrt trotz Ein­ spruches des schwachen Babyloniers durch eigene Gesandte mit dem Pharao; dieser ist zwar noch ‘Eigentümer’ von Kanaan, vermag aber babylonische Ka­ rawanen und Gesandte nicht vor Aus­ plünderung durch seine Untertanen zu schützen; der Hattikönig bemüht sich vorerst noch um gute Beziehungen zu Ägypten. Natürlich ‘politische’ Heirats­ projekte beschäftigen verschiedene Höfe; Gesandte kommen und gehen — oder

werden auch zurückgehalten; Geschenke und Höflichkeiten werden ausgetauscht, sogar die Götterstatue der Istar von Ni­ nive 'reist' zum erkrankten Pharao, und naive Betteleien um das im Nillande vor­ handene Gold hält keiner der Großkönige für unter seiner Würde. Zahlreicher als die Königsbriefe sind die Schreiben der syrisch-palästinensi­ schen Kleinfürsten, z. B. aus Askalon, Byblos, Jerusalem, Lakis, Megiddo, Sidon usw. Während die Königsbriefe dem Brauch gepflegter Kanzleien folgen, zei­ gen die Stadtfürstenbriefe durch allerlei epigraphische Eigentümlichkeiten und ein mit Kanaanismen durchsetztes, oft verderbtes Babylonisch eine Reihe halb­ gebildeter Schreiberpersönlichkeiten. Der Inhalt der Briefe, soweit er sich nicht in Ergebenheitsversicherungen gegenüber dem Pharao und in Anschwärzung von Nachbar fürsten erschöpft, gibt Zeugnis von der Ohnmacht der Ägypter in SyrienPalästina. Es herrscht sozusagen Krieg aller gegen alle, wobei als gefährliche Feinde des Pharao die semitischen H ab iri* (oder SA.GAZ) und die Hatti benannt werden; mit letzteren erscheint zumal Aziru, der ‘Fürst von Amurru’, im Bunde. Zur Abwehr der Feinde und zum Schutz der Länder des Königs wird von allen Seiten um Entsendung ägyptischer Hilfs­ truppen gebeten, ohne daß solche je in ausreichendem Maße gekommen zu sein scheinen. Als eine Art Kolonialminister darf ein Mann namens Janhamu an­ gesehen werden, den man mit dem Jo­ seph des AT. zu vergleichen liebt. — Wegen ihres Ursprungsortes sowie ihres bedeutsamen Inhaltes verdienen beson­ dere Erwähnung die Briefe des PutiHepa* von Urusalimu (= Jerusalem); besonders zahlreich ist die Briefsamm­ lung des Rib-Addi* von Gubla (= Byblos). Im Zusammenhang mit den AmarnaBriefen sind die in Palästina selbst ge­ fundenen Schreiben zu erwähnen: aus Lachis (j. Tell-el-Hasi (?)), Tabuiach (j. Tell-el-T.) und neuerdings aus Sichern; ferner die Briefe aus der Hauptstadt des Hattireiches, j. Boghazköi. Winckler Der Tontafelfund von El Amarna. Nach den Originalen autographiert von

L. Abel; (Bezold u. Budge) The Teil elAmarna Tablets in the British Museum; Be­ zold Oriental Diplomacy, Winckler Die Tontafeln von TelTeTAmarna (= KB V); Knudtzon Die El-Amarna-Tafeln (= VAB

II); dazu als 2. Teil: Anmerkungen und Register, bearb. v. Weber und Ebeling; Schroeder Die Tontafeln von El-Amarna (= VS XI/XII); Thureau-Dangin Nouvelles Eettres d’eTAmarna; RA XXIX, S. gifl. 1921. Böhl Die Sprache der Amarnabriefe (= LSSt. V 2); Ebeling Das Verbum der ElAmarna-Briefe (= BA VIII 2); Niebuhr Die Amarna-Zeil (= AO I 2), 2. Aufl.; Miketta Die Amarnazeit (= Bibi. Zeitfragen I 10); Böhl Kanaanäer und Hebräer (= Bei­ träge zur Wissenschaft vom AT. 9). Für die in Palästina gefundenen Briefe vgl. Ungnad in Greßmann Texte und Bil­ der I, S. 1270., dort die Literatur für die Schreiben aus Teil el-Hasi( ?) und Teil Ta'annek; Böhl Die bei den Ausgrabungen von Sichern gefundenen Keilschrifttexte ZDPV IL, S. 32iff. Für die nichtakkad. Amarnabriefe vgl. Messerschmidt Mitannistudien (= MVAG IV 4); Bork Die Mitannisprache (= MVAG XIV 1/2). Weitere Literaturangaben bei Knudtzon (s. o.), in Weber Literatur, S. 263 und 270ff.; Weidner Die Assyriologie, 1914—I922> S. 122 ff.

den andern, daß nichts geliefert oder be­ zahlt sei. Nur ganz selten findet man in diesen Briefen auch einen freundlichen, persönlichen Ton. Golenischeff Vingt-quatre tablettes Cappadociennes; Delitzsch Beiträge zur Ent­ zifferung und Erklärung der kappadokischen Keilschrifttafeln; Sidney Smith Cuneiform texts from Cappadocian tablets in the British Museum I IV; Contenau Trenie tablettes Cappadociennes; Ders. Tablettes Cappadociennes; Thureau-Dangin Tablettes Cappa­ dociennes, Deuxieme serie; Lewy Die alt­ assyrischen Texte vom Kültepe (Keilschrift­ texte in den Antiken-Museen zu Stambul); Ders. Studien zu den altassyrischen Texten aus Kappadokien; Die Kültepetexte der Samm­ lung kudolf Blanckertz'y Die Kültepetexte der Sammlung Frieda Hahn ; Landsberger As­ syrische Handelskolonien in Kleinasien aus dem 3. Jahrtausend] Clay Letters and transactions from Cappadocia\ Stephens The Cappadocian tablets in the University of Penn­ sylvania Museum (JSOR. XI, S. ioiff.)

§ 8b. Briefe der Sargonidenzeit. Aus Assur hat die Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft eine kleine Zahl alt­ assyrischer Geschäftsbriefe geborgen, in der Hauptsache Stücke eines Geschäfts­ archivs. Ungleich zahlreicher sind Briefe § 7b. In ungefähr dieselbe Zeit fallen aus der Zeit des Sargonidenreicb.es auf die nicht sehr zahlreichen babylonischen uns gekommen. Die in der Bibliothek Briefe der kassitischen Epoche. Sie sind Assurbänipals in Ninive (Kujundjik) ge­ leider in der Mehrzahl nicht gut erhalten fundenen Stücke gehen in viele Hunderte und bieten inhaltlich nicht viel Inter­ und bilden jetzt einen der wertvollsten essantes. Hervorzuheben sind die Briefe Bestandteile der ‘K'-Sammlung des Bri­ tischen Museums. Diese Briefe der Sar­ von Ärzten an den Hof. gonidenzeit sind schon rein nach der Radau Letters to Cassite Kings from the sprachlichen Seite äußerst bedeutsam: es Temple Archives of Nippur (BE XVII, 1); Lutz Selected Sumerian and Babyloniern sind sowohl assyrische wie babylonische Texte (UP I, 2), Nr. i6ff. j Verfasser beteiligt, die Briefe boten so­ § 8a. Briefe aus Kültepe. Ge­ mit die erste Möglichkeit zum Studium wissermaßen als Vorläufer assyrischer der beiden Dialekte. Gleich bedeutsam Briefe kann man die sog. ‘kappadoki- sind sie inhaltlich. Wir lernen Hof und schen’ Briefe ansehen, von denen in letz­ Gesellschaft der Zeit kennen, und viele ter Zeit immer mehr bekannt werden. Fragen der inneren wie der äußeren Poli­ Sie sind bis auf ganz wenige Ausnahmen tik werden vor uns besprochen. Ärzte geschäftlichen Inhalts. Alles, was man behandeln Heilfragen, Priester Kultus­ bei einem kaufmännischen Briefwechsel angelegenheiten, Astronomen und Astro­ erwarten kann, wird darin behandelt. logen Beobachtungen von Vorgängen am Man bestellt und schickt Waren. Es gestirnten Himmel usf. Für die Belebung wirdum Blei, Silber, Kupfer, Gold, Korn, der Geschichtsquellen besonders ergiebig Vieh (Schafe, Esel usw.), Kleider, Wolle sind natürlich die Berichte von Diplo­ und Sklaven gefeilscht, Preislisten wer­ maten und Generalen wie etwa des Belden aufgestellt, Prozesse angedroht und ibni. In diesem Zusammenhänge seien durchgeführt. Der eine beklagt sich über erwähnt die leider nur in ganz wenigen

Stücken bisher aufgefundenen 'Gottes- I mente erhaltenen Briefe zeigen mit den briefe’, d. h. die in Briefform gekleideten im keüinschriftlichen Briefstile üblichen Originalkriegsdepeschen assyrischer Kö­ Formeln solche Übereinstimmungen, daß nige für den Nationalgott Assur; das best­ zur Erklärung derselben an einen Zufall erhaltene Beispiel ist der aus Assur nicht gedacht werden kann; man viel­ stammende Bericht über Saigons 8. Feld­ mehr annehmen muß, daß mit der im 2. Jahrtausend v. Chr. in Palästina zug. § 8c. Die neubabylonischen Briefe üblichen Keilschrift auch ihr Stil sich eingebürgert hat. Einige Beispiele wer­ In ihrer größten Mehrzahl sind die neu­ den dies am besten veranschaulichen: babylonischen Briefe geschäftlichen In­ halts. Sie geben uns guten Einblick in Wenn I. Kg. 15, 19 der judäische König die Verwaltung der Tempel und Staats­ Asa an Benhadad I. von Damaskus schreibt: „Ein Bündnis sei zwischen mir güter, in Handel, Schiffahrt und Acker­ und dir wie zwischen meinem und deinem wirtschaft. Vater”, so dürfte es sich hier um eine Harper Assyriern and Babylonian Letters schon seit Jahrhunderten vererbte For­ (= ABL); Thompson The Reports of the mel handeln, die wir schon in den Briefen Magicians and Astrologers of Niniveh and von El-Amarna (rund 500 Jahre früher) Babylon; Behrens Assyrisch-Babylonische Briefe kultischen Inhalts aus der Sargonidenfinden. So heißt es hier einmal (Knudtzeii (= LSSt. II i); Klauher Assyrisches zon VAB II, Nr. 8, Z. nf.): „Wie unsere Beamtentum nach Briefen der Sargonidenzeit Väter es miteinander waren, so wollen (= LSSt V 3); Ylvisaker Zur babyloni­ auch wir gute Freunde sein“; oder ein schen u. assyrischen Grammatik. Eine Unter­ suchung auf Grund der Briefe aus der Sarandermal (ibd. Nr. 6, Z. 8ff.): „So wie gonidenzeit (= LSSt V 6); Fignlla Der Brief­ früher du und mein Vater miteinander wechsel BSlibnis. Historische Urkunden aus gute Freunde waren, so wollen nun auch der Zeit Asurbänipals (= MVAG XVII i); ich und du es miteinander sein." Schawe Untersuchung der Elambriefe aus dem Archiv Assurbanipals (Diss.), 1927. II. Kg. 5, 6. 10, 2a. werden Briefe mit Waterman Royal Correspondance of the der Formel eingeleitet: „Wenn dieser Assyrian empire. Brief an dich (bzw. euch) gelangt . . . Delitzsch Zur assyrisch-babylonischen Diese Redewendung dürfte zurückgeben Briefliteratur (in BA I und II); C. van Gelauf die passim in altbabylonischen Brie­ deren Ausgewählte babyl.-assyr. Briefe (in BA IV 4). Viele Einzelbearbeitungen in Zeit­ fen sich findende Formel: „tuppim anschriften, u. a. Meissner in seinen Assyrioniam ina amärim (beim Anblick dieser logischen Studien (in MVAG); Winckler in Tafel), kima tuppim anniam tammaru seinen Altorientalischen Forschungen, 1893ff. (wenn du diese Tafel erblickst)." Schließ­ Zum 'Gottesbrief’ vgl. Ungnad OLZ, lich wird auch die II. Kg. 19, 10 a„ 1918, Sp. 72ff.; Thureau-Dangin Une relation de la huitieme Campagne de Sargon. Jer. 29, 24 sich findende Einleitung zu Weitere Angaben s. bei Weber und bei Briefen: „Also sollt ihr sagen . . ." (zu Weidner a. a. O. dem und dem) folgendermaßen auf das Neubabylonische Briefe: CT XXII; Keiin keüinschriftlichen Briefen passim ge­ ser Letters and Contracts from Erech written brauchte: „Zu dem und dem sprich!“ in the Neo-Babylonian Period (= Nies I); zurückgehen. jirku. Clay Neo-Babylonian Letters from Erech (= YOS III); R. C. Thompson Late Baby­ British Museum s. Museen. lonian Leiters-, Martin Lettres Nto-babyloniennes; Ebeling Neubabylonische Briefe aus Uruk. Otto Schroeder -f.

Briefstil, biblischer und babyloni­ scher. Unser Bekanntwerden mit der

keüinschriftlichen Briefliteratur hat uns gezeigt, daß auch in diesem Punkte der Westen Kleinasiens, und hier speziell Israel, von Babylonien nicht unbeein­ flußt blieb. Die wenigen im Alten Testa­

Bronze ist im Zweistromland schon zu vorsargonischer Zeit bekannt (Thu­ reau-Dangin VAB I, S. 49, 5j Z. 11; Urukagina), allerdings nicht in der später und noch heute üblichen Kupfer-Zinnlegierung, sondern als Verbindung von Kupfer mit Blei oder Antimon. Wann die Kupfer-Zinn-Legierung aufkommt, ist noch nicht sicher festzustellen.

Als Bezeichnung für die in ältester Zeit aus der Verbindung von Kupfer mit Blei oder Antimon gewonnene Bronze dient sum. zabar (geschr. UD-KA-BAR) \ — akk. siparru (siehe: RA VI, p. 142). : Später wird auch der Ausdruck sum. urudu — akk. erü, der ursprünglich nur Kupfer bedeutete, für Bronze verwandt (RA VI, p. 142, Anm. 1), und in jüngerer und jüngster Zeit scheint sogar erü durch­ weg für Bronze und siparru für Kupfer gebraucht zu sein (Winekler AoF I, S. i59ff-)Die Bronzezeit reicht im Zweistrom­ land bis ca. 900 v. Chr. Erst seit Assur- ; näsirpal (885—859) ist das Eisen, das bis dahin nur ganz vereinzelt Erwähnung findet, häufiger anzutreffen. Vor diesem Zeitpunkt war Bronze das gegebene Ma­ terial für alle Arten von Werkzeugen und Geräten und fand reichlichste Ver­ wendung im Bau- und Kunsthandwerk. Bohrer, Hacken, Messer, Schwerter, Scha­ len, Krüge, Leuchter, Ständer (Drei­ füße), Glöckchen, Gewichtskegei, -enten und -löwen, wurden daraus hergestellt. Ferner Türzapfen, Schwellen, Pfe er und Schlüssel, Beschläge und Überzüge für Säulen und Türen. Berühmt sind hier die Torbeschläge, die Salmanassar III. in Imgur-Enlü (heute Balawat) anbringen ließ und die mit Darstellungen wichtiger politischer und kriegerischer Ereignisse seiner Regierung geschmückt waren (L. W. King Bronce Reliefs from the gates of Shalmaneser). Für andere Torbeschläge s. Andrae AAT Tf. XIII, V. Place Ninive et l’Assyrie III, S. 72. Der Thron Assurnäsirpals war mit Bronze über­ zogen (Layard Niniveh and Babylon Tf. V B). Aus Van stammen ein in assyrischen Formen gehaltener Thron und Schemel aus massiver Bronze (Meiss­ ner BuA I, Tf. Abb. Nr. 142). Bronze diente auch zur Verzierung von Möbeln, besonders in Form von Stier-, Widderund Löwenköpfen. Schließlich sind die reinen Bronzeplastiken zu nennen, Sta­ tuen und Tierplastiken. Die riesigenWildstiere, Löwen, Greifen und andere aus Bronze, von deren Aufstellung zahlreiche Inschriften berichten, sind leider nicht erhalten oder noch nicht aufgefunden.

Was die Zusammensetzung der Bronze angeht, so schwankt je nach Verwen­ dungszweck (und wohl auch nach vor­ handenem Rohmaterial) das Verhältnis von Kupfer und den Legierungsmetallen (Zinn, Blei, Antimon einschließlich der zufälligen Beimengungen zum Rohkupfer wie Arsen, Eisen und Nickel) zwischen 80 : 20 % und 90 : 10 %, wie Analysen ergeben haben (Layard Niniveh and Babylon S. 670; Zeitschrift für ange­ wandte Chemie Jahrg. 27, Bd. I, S. 512). Dazu stimmen im ganzen auch die An­ gaben der einheimischen Texte (vgl. RA VI, S. 142; Meissner BuA I, S. 265). Ob die Bezeichnungen erü namru = glän­ zende Bronze und erü pisü=weiße Bronze irgendwelche besondere Arten der Bronze bedeuten, wie manchmal angenommen wird, ist ungewiß. Meissner EuAI, S. 265h., 282t. 347, 360. Schawe.

Bronzefiguren (Babylonien und Assy­ rien). Schon früh wurde Bronze in Me­ sopotamien hergestellt: ihr sumerischer Name ‘zabar’ kommt in den jedenfalls sehr alten Fara-Texten vor, und Analysen von Metallgegenständen aus den tiefsten Schichten von Kis und aus der ersten Nekropole von Ur ergaben von 2,5 bis 14% Zinn. Auch für die Metalltiguren, die an der Fassade des ersten Tempels von El ' Obeid angebracht waren und die daher mindestens aus dem Anfang der I. Dynastie von Ur stammen, ist teilweise Zinnbronze verwendet worden. Außer Zinn benutzte man in Meso­ potamien Blei, Antimon und Nickel zum Herstellen von Kupferlegierungen, wobei man manchmal mehrere Metalle zusam­ menschmolz. So enthielten die oben­ erwähnten Bronzen aus der ältesten Ne­ kropole von Ur neben Zinn noch nam­ hafte Mengen von Blei (0,5 bis 1,6%), die in Anbetracht Ihrer Zweckmäßigkeit und des Fehlens anderer Beimischungen als absichtliche Zusätze betrachtet wer­ den müssen. Den Gebrauch gemischter Bronzen bestätigt auch ein Text aus Tello aus der Zeit der III. Dynastie von Ur (ca. 2300—2200 v. Chr.), in dem eine aus 85,76% Kupfer, 13,40% Blei und

0,84% SUD. HE (Antimon?) zusammen­ gesetzte Legierung erwähnt wird. Die Verwendung der Bronze war sehr mannigfaltig, unter anderem scheint man, nach den Inschriften zu urteilen, sie ziem­ lich oft zu Figuren benutzt zu haben. Auch in Harappa* und Mohendjo Daro* (Nord-Indien), deren älteste Kultur mit der sumerischen stark verwandt ist, sollen nach den Angaben von Sir John Marshall Statuetten aus Zinnbronze häufig Vor­ kommen. In den frühesten Zeiten, die der älte­ sten Nekropole von Ur und dem ersten Tempel von El °Obeid entsprechen, wur­ den größere Figuren aus Holz hergestellt und darüber Metallplatten gehämmert. Es ist nicht anzunehmen, daß man dazu Bronze verwendete, die sich zu einer derartigen Bearbeitung nicht eignet. Man benutzte sie wohl nur gelegentlich für die Köpfe, die meistens über einen Kern von Holz oder von Ton mit Asphalt ge­ gossen waren. Vollguß kommt in jener Periode nur bei ganz kleinen als Amulette oder Schmuck dienenden Statuetten vor, wurde aber mit der Zeit auch für größere Objekte benutzt. Ganz große Metall­ statuen in der Art des in Susa gefundenen Bronzebildes der Königin Napir-Asu, Ge­ mahlin des Untasch Gal (um 1500 v. Chr.) haben sich in Mesopotamien nicht er­ halten, sie existierten jedoch ohne Zwei­ fel, wie aus dem Inschriftenmaterial her­ vorgeht. So rühmen sich Nebukadnezar und Neriglissar, ‘starke Wildstiere’ aus Bronze an den Stadt- und Palasttoren von Babylon aufgestellt zu haben, deren Dimensionen doch in einem gewissen Verhältnis zu den Bauten gestanden haben mußten. Die meisten bis jetzt analysierten Me­ tallfiguren bestanden aus industriell rei­ nem Kupfer, Bronze scheint, wenigstens in frühen Zeiten seltener dafür verwendet worden zu sein. So ergaben Analysen von Fragmenten der Tierstatuetten von dem ersten Tempel von El cObeid nur einmal 2,81 % Zinn, d. h. eine Quantität dieses Metalls, die man sicher auf einen absichtlichen Zusatz zurückführen kann. Daneben ist noch der Kopf einer Markhurziege aus Fara zu erwähnen, der wahr­

scheinlich aus derselben Periode stammt, wie die Tierbilder aus El 'Obeid. Er enthielt 1,73% Antimon, sowie geringe Mengen von Eisen und Nickel, war also aus einer antimonarmen Bronze her­ gestellt. Gleichfalls in frühe Zeit ist wohl die Statuette eines bärtigen Prie­ sters oder Gottes von unbekannterHerkunft zu setzen, die sich jetzt im Louvre befindet. Ihre Analyse ergab 79,5 % Kupfer, 1,25% Zinn und 0,8% Eisen. Vollständig unbestimmbar ist das Alter einer kleinen Stierfigur mit Silberein­ lagen und eingesetzten Augen. Sie selber wurde nicht analysiert, sondern nur ein Stück ihres Untersatzes, der sich als Zinnbronze erwies (Kupfer 82,4%, Zinn 11,9%, Eisen 4,91%). Eine Kanephore mit einer Inschrift Pür-Sins (um 2260 v. Chr.) bestand aus 76,0 % Kupfer und 18,1 % Blei, aber man muß nicht glauben, daß von dieser Zeit an alle Metallstatuetten oder wenigstens alle Korbträger und -trägerinnen aus Bronze verfertigt wurden, sie kommen weiter häufig in industriell reinem Kupfer hergestellt vor, so z. B. eine von einem König aus der Dynastie von Larsa, RimSin (um 1925 v. Chr.). In den Katalogen des Louvre und des British Museums ist eine ganze Anzahl von kleinen Kunstwerken als Bronze­ figuren angeführt, doch da, wo die Ana­ lysen fehlen, wird man guttun, diese Angaben, vor allem für ältere Zeiten, mit Vorsicht anzunehmen. So sind von 14 vollkommen miteinander übereinstim­ menden kleinen Votivstatuetten Gudeas einige im Louvre. Sie wurden von Ber­ thelot analysiert und das Metall als Kupfer festgestellt, trotzdem werden die übrigen, die sich im British Museum be­ finden, im Katalog als Bronzefiguren angeführt. Seit der zweiten Hälfte des zweiten vor­ christlichen Jhts. wurde die Bronze in der ganzen zivilisierten Welt sehr intensiv gebraucht, vor allem in Assyrien, das dank seinen siegreichen Kriegen über­ haupt über große Mengen von Metallen verfügte. So scheint es denn sehr wahr­ scheinlich, daß alle die Götter-, Dämo­ nen-, Menschen- und Tierstatuetten, Ge-

welche mit dem Kunstkreise von Karkemisch Sendschirli enge Verwandtschaft zeigt, sogar ins 10. bis 8. Jahrhundert, vgl. Poulsen Videnskapselskapets-Skrifter 1920, II, N. 3. Dabei finden sich neben ganz primitiven Erzeugnissen, wie Menant RAr. 1895, S. 34, Fig. 1 und 3; Garstang Land of the Hittites, Tf. XL x, solche, die schon viel vorgeschrittnere Kunstübung verraten (vgl. Web er ABKK XXXIV, 1913, S. i4gff.), so daß wir uns weder in stilistischer noch in tech­ nischer Hinsicht einen rechten Begriff von dem Entw cklungsgang der hett. Klein­ plastik verschaffen können. Trotzdem aber diese Denkmälergruppe, als Ganzes betrachtet, kein einheitliches Gepräge Berthelot Archeologie et Histoire des trägt und die Feststellung ihrer gemein­ Sciences-, Helm u. Hilprecht Verhand­ lungen der Berliner anthropologischen Gesell­ samen Züge unmöglich erscheint, so be­ schaft 16/II, S. I57ff.; A Guide io the Babysitzt doch jedes einzelne Stück für sich lonian and Assyrian Antiquities; Heuzey unverkennbare Merkmale des nordmesoCatalogue des Antiquites Chaldeennes; Pot­ potamisch-syrisch-kleinasiatischenKunsttier Catalogue des Antiquites Assyriennes; Peake The Copper Mountain of Magan, kreises, den wir noch als hett. im weite­ Antiquity Dezember 1928, S. 425ff.; Hertz sten Sinne bezeichnen. Künftige Unter­ L’Emploi du Bronze da-ns l’Orient Classique, suchungen dürften demzufolge ergeben, RAr. 1927, I S. 48ff.; Hall and Woolley inwieweit diese Allgemeinheit hett. Bron­ Bxcavations at Ur, Vol. X, Al Ubeid. A. Hertz. zen in schärfer umgrenzte Sondergruppen Bronzen, hettitische. Die hettit. zu differenzieren ist, wie etwa die schon Rundplastik in Metall umfaßt größten­ erwähnte syro-hett., die deutliche Be­ teils menschliche Figuren aus Bronze; ziehungen zu der nordsyrischen Kunst Statuetten aus Silber und Gold (Chantre aufweist. Unter den hett. Bronzen findet sich Mission en Cappadoce, Tf. XXIV 1) sind bis jetzt vereinzelt. Auch sind Tierpla­ zahlreich der ‘schreitende Mann’ ver­ treten, vgl. Thomsen RLV II, 1925, stiken (Weber Hethit. Kunst, Fig. 43) S. 166 f., doch sind solche Figuren, die noch selten. Die hettit. Bronzefiguren, deren un­ ihre Attribute oder Waffen behalten ha­ gefähr 70 Stück veröffentlicht sind, bil­ ben, selten, so Weber Hethitische Kunst den eine in keiner Hinsicht geschlossene Fig. 30; Menant RAr. 1895, S. 39, Gruppe. Ihren Fundorten nach verteilen Fig. 5. Die Göttergestalten werden häu­ sie sich auf das kleinasiatische und nord- fig auf Rücken der Tiere dargestellt, vgl. mesopotamisch-syrische Gebiet. Eine Offord LAAA IV, Tf. 20 und Weber Anzahl zweifellos hett. Statuetten wurde Hethitische Kunst, Fig. 8/9, und da eine auch außerhalb der Grenzen des hett. Anzahl anderer Figuren (z. B. PerrotKulturgebietes gefunden, so in Ägypten, Chipiez Histoire de l’art dans VAntiquite in Südrußland (s. Südrußland u. VA), III, Fig. 319I; Froehner Coli. Tyszkiein westl. Mittelmeerländern und Mittel­ wicz, Tf. VIII, Nr. 1x3; Ward AJA V, europa (s. Europa u. VA). Chronologisch Tf. III) mit Zapfen unter den Füßen sind die meisten Bronzen nur annähernd versehen ist, so dürfen wir vermuten, zu bestimmen: einige (so Weber Hethi­ daß diese zum Einsetzen in den Rücken tische Kunst, Fig. I u. 10) fallen wohl eines Tieres bestimmt waren, vgl. auch noch in den Anfang des 2. Jh., die an­ den Bronzestier mit Aushüllungen im deren schon in seine zweite Hälfte, die Rücken bei Ronzevalle MFOUB IV, Gruppe der sog. syro-hett. Bronzen, Tf. VIII 4/5.

wichte und Lampen in Tierform, zur Verzierung von Möbeln dienenden Tier­ köpfe, die aus der Blütezeit des assyri­ schen Reiches stammen und nach den Museumskatalogen aus Bronze hergestellt sein sollen, tatsächlich daraus bestehen. Fehlen aber Analysen, so sind wir selbst gegenüber diesen Erzeugnissen der Spät­ zeit zu Zweifeln berechtigt, außer in den seltenen Fällen, wo, wie bei einer für das Leben des assyrischen Königs Assurdän (wahrscheinlich des Ersten, XXI. Jh. v. Chr.) geweihten Statuette (Louvre) die Figur in der darauf befindlichen In­ schrift ausdrücklich als aus Bronze her­ gestellt bezeichnet wird.

Vermutlich waren manche hett. Sta­ tuetten als Glieder eines größeren Ganzen verwendet worden, von dem getrennt sie zu uns gekommen sind, wie z. B. Chantre Mission en Cappadoce, Tf. XXIV 4 und Ronzevalle MFOUB 1914/21, Tf. V 1, vor allem aber diejenigen, die den Bronzegefäßen als Füße gedient haben, s. Przeworski WiadomoSci Archeologiczne X, 1927. Bibliographie bei Przeworski Eos XXIX, S. 9ff., wo nachzutragen: 1. Kourim (Böhmen), Prag, Nationalmuseum; Jlra, Obzor praehistorick' II, S. io4ff.; 2. Syrien, New York, Metropolitan Museum: Kunst­ chronik BIX, S. 28of., hier Tf. 00; 3. Abydos (Ägypten), Brüssel, Musees Royaux du Cinquantennaire: Speleers, Syria VIII, S.4öff.; 4. Südrußland, Warschau, Nationalmuseum, Nr. 32426: Przeworski RLV XIII. Stefan Przeworski.

Bronzetechnik s. Guß. Brot s. Backen.

Bruch s. Mathematik.

Brücke. Die einfachste Art, die aber nur bei kleineren Flüssen in Betracht kommt, ist, Baumstämme über den Fluß zu legen. So berichtet Tiglatpileser I., daß er in Armenien ‘urumi-Bäume fällen und Brücken für den Marsch der Truppen bauen’ ließ. Aus assyrischer Zeit ist uns weiter die Verwendung von Ponton­ brücken bezeugt. Nach den Darstellun­ gen auf den Reliefs von Balawat aus der Zeit Salmanassars III. bestanden sie aus den üblichen runden Booten, den ‘Guffe’, über die eine aus Balken bestehende Fahrbahn gelegt wurde. Auch feste Brücken gab es, gewiß aber nur in späterer Zeit und in den größten Städten. Sanherib berichtet, daß er „gegenüber dem Stadttor inmitten der Stadt aus Platten von Kalkstein zum Passieren seines königlichen Wagens eine Brücke“ baute. In Babylon hat Nabopolassar nach einer Inschrift Nebukadnezars eine Brücke gebaut: „Bamsteinpfeiler der Überschreitung des Euphrat errichtet“. Koldewey hat sie wieder aufgefunden. Sie liegt in der Flucht der Prozessions­ straße an der Südseite von Etemenanki, ist also offenbar nicht des gewöhnlichen Verkehrs, sondern der Prozessionen we­ gen erbaut worden, wenn sie auch na­

türlicherweise tatsächlich dem Verkehr diente; auch Sanherib baute die Brücke nicht um des Verkehrs willen, wie über­ haupt die erste Anlage fester Straßen -— in Mesopotamien ebenso wie in Ägyp­ ten, Griechenland und Rom — aus mili­ tärischen und sakralen Gründen erfolgte. Sieben Pfeiler, vielleicht alle ehemals vor­ handenen, sind festgestellt. Sie sind 9 m dick, 21 m lang und stehen 9 m aus­ einander; die Gesamtlänge der Brücke beträgt 123 m. Die Pfeiler bestehen aus Ziegeln und waren wahrscheinlich mit Quadern abgedeckt, denn Herodot be­ schreibt sie als aus Hausteinen bestehend. Zur größeren Festigkeit sind die Pfeiler mit Balkenankern durchsetzt, die 50 cm voneinander abstehen; zwei solche Lagen sind festgestellt. Die Seiten sind ge­ bogen und laufen gegen den Strom zu in eine Spitze aus, eine gute technische Eigenschaft, die schon Diodor rühmt. Die Gangbahn bestand aus Holz, da Herodot berichtet, daß die Brücke nachts durch Wegnahme der Balken unpassier­ bar gemacht wurde. Meissner BuA I, S. 99, 341h; King Bronce Reliefs fr. the Gates of Sha-lmaneser, Tf. LX, LXI.I, LXV; Koldewey Das wieder erstehende Babylon, § 31, S. 193 ff. Valentin Müller.

Brummer, Vincent, geb. 4. Jan. 1876 in Mirskofen (Niederbayern), Priester der Erzdiöcese Chicago, promovierte in Mün­ chen 1905 auf Grund einer Arbeit: Die sumerischen Verbalafformative nach den ältesten Keilinschriften bis herab auf Gudea. Leipzig. Weißbach. Brunnen. Trinkwasser holt der Orien­ tale wenn irgend möglich aus einem Fluß. Aber für andere Zwecke, Waschen, Ba­ den usw., auch wegen des unregelmäßigen Wasserstandes, waren künstliche An­ lagen nötig. B. gibt es daher seit den frühesten Zeiten. Außerdem haben sie sich gut erhalten, da sie durch die dauernde Erhöhung des Niveaus kon­ serviert wurden, wenn sie außer Be­ nutzung gekommen waren. B. finden sich in Tempeln und Privathäusern. Wenn auch die Unterscheidung von B. und Entwässerungsanlagen im speziellen Fall oft unsicher ist, so besteht doch,

wie Reutlier mit Recht meint, kein aus drei Schachten, einem quadratischen Grund, B. aus übereinandergesetzten in der Mitte und je einem länglichen an Terrakottenringen zu leugnen und nur jeder Seite, die er in dem von ihm für aus Ziegeln gemauerte Schächte für B. die ‘hängenden Gärten’ erklärten Ge­ zu erklären. Außer der Rundform kommt wölbebau auf der Südburg gefunden hat. MDOG, Nr. XV, S. 10; XVII, S. 8f„ 15; auch die rechteckige vor. XXXII, S.25; XLII, S.31; XLIII, S. 39; Einige Beispiele: Eine Mündung sehr XLIV, S. 33f., 48; XLVIII, S. 10; Andrae früher Zeit aus Kalkstein ist in Teil Anu-Adadtempel, S. 46H; Koldewey Tem­ ‘Obeid gefunden worden. In Fara haben pel v. Babylon u. Borsippa, S. 10, 53; ders.. Das wieder erstehende Babylon, S. 82, 92, Tonrohrbrunnen einen Durchmesser von 107, 119, 232, 234, 281; Meissner BuA I, 1,50 m; in früher Ziegeltechnik her­ S. 292, 302, 307; Reutlier Innenstadt v. gestellte B. von 2—5 m Durchmesser Babylon, S. 26, 52, 86, 155. The Antiqu. waren durch ein aus überkragten Hori- j Journ. IV, 1924, S. 343; JAK S. 38T Valentin Müller. zontalschichten bestehendes Gewölbe ab- i Brünnow, Rudolph Ernst, Semitist, gedeckt. Auch in Assur hat sich ein kleines, geb. 7. Febr. 1858 in Ann Arbor, Mich., den B. oben abschließendes Gewölbe, das U.S.A., gest. 14. April 1917 in Bar Harallmählich aus der quadratischen Form bor, Maine, U.S.A., wurde 1890 außer­ des Hohlraums von 1 m Seitenlänge in ordentlicher, 1891 ordentlicher, 1893 Ho­ die eines Kreises übergeht, gefunden. norar-Professor an der Universität Hei­ Quadratisch ist auch der B. Sanheribs delberg und schied 1904 endgültig aus im Assurtempel in Assur; die Wände be­ dem Lehrkörper aus. Auf dem Gebiete stehen aus soliden Quadern. Viereckig, der Assyriologie veröffentlichte er, außer aber aus Barnsteinen ist auch ein Brun­ mehreren kleineren Arbeiten in ZA-Bde. nen im Ninmahtempel in Babylon. Gut 3ff. das berühmte Werk: A classified List veröffentlicht ist der B. des Anu-Adad- of all simple and compound ideographs. Tempels in Assur, der vielleicht in die Leiden 1887—89, die erste umfassende Zeit Salmanassars III. (852—24) gehört. und noch heute unentbehrliche Samm­ Er ist über 30 m tief; zum größten lung von Ideogrammen* (14487 Nrr.). Teil ist er in Fels eingeteuft; über die­ Der 1897 erschienene Band der Indices sem liegen noch 5 m in Lehmziegel­ wird wenig benutzt. Weißbach. packung. Durch die Packung geht ein Brustsclirmick s. Schmuck. Ring von gebrannten Ziegeln und reicht BU, geschr. dBU (zu lesen SUD?), noch 4 7, m in den Felsschacht hinein. Darunter fehlt die Ausmauerung; nur in zwischen Belat bin und Ninurta in einer 15 m Höhe folgt wieder ein Ziegelring Götter liste erwähnt (s. auch Malia . de Genouillac RA XX, S. 98, II Z. 12. und ebenso in Höhe des Wasserspiegels. Ebeling. Die Verjüngung ist nur gering; oben ist Büaima, König von Pinti (Mendes), der Durchmesser 1,70 m, bei 5 m Tiefe 1,81 m. Zum Einsteigen sind Steiglöcher von Asarhaddon eingesetzt und von Asin zwei Vertikalreihen ausgespart, die surbänipal wiederum bestätigt. Assurb. Rm Kol. I, Z. 99 = Streck VAB jederseits 80 cm, wechselseitig also 40 cm VII, S. 10. Über den Namen s. Ranke, Steighöhe haben. Keilinschr. Mat. z. äg. Vocalisation, S. 27. In Babylon sind im Palast NebukadEbeling. nezars die zwei Zimmer hinter dem Thron­ Buibä s. Bubu. raum der Südburg, in denen sich je ein Bub6 (Bu-bi-e). Ort in der Landschaft B. befindet, vom Grundwasser bis zum Fußboden vollständig mit Ziegelbruch­ Räsi* im elamischen Grenzgebiete. Von werk in Asphalt und Lehm ausgemauert, Sargon, Sanherib und Assurbänipal als um das Trinkwasser zweifellos rein zu erobert bezeichnet. H omme 1 Geographie, erhalten. Ein mechanisches Schöpfwerk S. 492 hält B. nur für einen Vorort von von der Art der heutigen Paternoster­ Der. Nach II R pl. 57» Z. 67a. b (vgl. werke sieht Koldewey in einer Anlage Hommel, S. 497 und Anm. 3) wäre

aHBHBBMMiW

BUBILU/A — BUDGE. Ninurta der Stadtgott von B. Nach BA III, S. 238, Z. 42 (vgl. dazu S. 297 und 282 und die Verbesserungen bei Hommel, S. 493 und Anm. 4) wurde unter Asarhaddon mit Göttern anderer Städte der Gott Ris-arM von B. nach D£r ge­ bracht. Zu B. als ‘Totenstadt’ (?) in V R pl. 23, Z. 10a s. Bommel, S. 250, Anm. 1. Sargon Annal., S. 285; Prunkinschr., Z. 20, 138; Sanherib Taylor-Prism. IV. Z. 51; V R pl. 5, Z. 50 und pl. 7, Z. 60; K 2802, Kol. I, Z. 9 (erg.) bei Streck VAB VII, S. 197 (= Ann 8); K 7496 (Bezold Cat. S. 855); Delitzsch Paradies, S. 323, König.

Bubilu/a (elamisch Pupila). Elamische Königsstadt, Residenz des Usur­ pators UmbahabiVa. Nach der Erobe­ rung von Bit-Imbi durch Assurbänipal verläßt Humbanhaltasch Madaktu und Umbahabü’a B. Mit Räsi, Madaktu und Kabinak wird Bu-pi-la auch zu­ sammen genannt in K 9482 (Bezold Cat., S. 1015). Einwohner haben elamische Namen: Sunkik-Man (DP IX, Nr. 152, Z. 2) und sal Mutiti (ebda. Nr. 130, Z. 3).

V R pl. 5, Z. 16, 18, 54, 88; Bezold Cat. Suppl., Nr. 1135 (S. iii); Scheil DP IX, Nr. 12, 34, 38, 40, 100, 112, 138, 152, 130, 184, 211, 223; DP IX, S. 19, Anm. zu Z. 9; Delitzsch Paradies, S. 327; Billerbeck Susa, S. 112. König.

Bubu, geschr. dbu-bu, in EN belegt: vielleicht gehört hierher auch dbu-bu-bu, der nu-banda kur-ra (Lutz UP I 2, Nr. 112, Z. 29), wenn die Lesung rich­ tig ist. Chiera UP

XI 3, S. 266.

Ebeling.

Bübu, Sohn des Bubä, Stadtherr von Nistun in Habhu, wurde auf Befehl Assurnäsirpals II. hingerichtet. Assurn. Ann. I, Z. 67!. = King AKA, S. 277. Ebeling.

Biibuab s. Ninbubuab. Bubuzi, Stadt in Armarili am Fuße des Gebirges Ubianda. Sargon II. er­ obert B. auf seinem 8. Feldzug (714 v. Chr.).

Sargon 8. Feldzug, Z. 270 = ThureauDangin 8ieme Campagne de Sargon, S. 42. Ebeling.

Buch des Lebens s. Tafel des

Lebens.

Buchsbaum. Als B. werden im An­ schluß an Holma die akkadischen Worte simessalü und urkarinnu gedeutet. Ist das richtig, so haben die Babylonier zu Gudeas Zeit Buchsbaumholz aus dem Anianus bezogen. Nach Weidner Bo St VI, S. 64, Z. 29 war B. auch auf dem Berge Galasu zu finden. Der B. ist offen­ bar in Babylonien nicht heimisch ge­ wesen und höchstens in Gärten ange­ pflanzt worden. In der Medizin schätzte man B. als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten. Holma Kleine Beiträge zum ass. Lexicon, S. 85 f; Gudea-Statue B V 28ff. = Thu r eauDangin VAB I, S. 68, 5, Z. 33; CT XXIII pl. 37, Z. 12; 45, Z. 7; Ebeling KARI, Nr. 203, Rs. IV, Z. 52. Ebeling.

Buckelrind s. Rind. Buda’(ua), geschr. bu-da- bzw. bu-dati-a. (demgemäß ist auch die Les. gid-damöglich), Landschaft oder Stammesname in Bäzu*. Asarhaddon besiegt den König Habanamru von B. Asarh. Prisma B, Kol. IV, Z. 22 = KB II, S. 148; III R pl. 15T; Smith "BHT, S. 16; K 9921 ( ?) (Bezold Cat., Nr. 1050). Ebeling.

Budanu,geschr. dlbu-da-nu (demgemäß wäre auch die Les. gid-da-nu möglich), Stadt in Babylonien, in einer neubaby­ lonischen Geschäftsurkunde erwähnt. Straßmaier Nabonid, Nr. 1028, Z. 3. Ebeling.

Budge, Sir (seit 1920) Ernest Alfred Thompson Wallis, geb. 27. Juli 1857, seit 1878 im Britischen Museum tätig, 1894 bis 1924 Keeper of the Department of Egyptian and Assyrian Antiquities daselbst. Seine Bedeutung als Gelehrter liegt größtenteils auf anderen Gebieten (Ägyptisch, Äthiopisch, Syrisch). Er bereiste wiederholt den Orient und tätigte bedeutende Ankäufe auch baby­ lonischer und assyrischer Denkmäler, dar­ unter zahlreicher babylonischer Privat­ urkunden und eines beträchtlichen Teils der Amarna-Briefe, für das Britische Mu­ seum. Im Winter 1888/9 leitete er Aus­ grabungen in Kujungik, 1890 in Der (Sippar Jahruru). Die von ihm für das Bri-

tische Museum zusammengebrachten ba­ bylonisch-assyrischen Altertümer sind Bu .bezeichnet und z. T. von Bezold (Cat. Yol. IV pp. iplöff-, beginnend mit Bu. 88—5—12, n) beschrieben. B. hat zahl­ reiche Aufsätze (besonders in TSBA und PSBA) verfaßt. Von seinen Büchern sind hier zu nennen: The history of Esarhaddon. London 1880; By Nile and Tigris 1920; The Rise and progress of assyriology. 1925. Weißbach. Budi-Ba’al, S. des Jakinlü, des K. von Arwad, huldigt dem Assurbänipal auf dessen 3. Feldzug (668? v. Chr.). Assurb. Rm. Kol. II. Z. 83. 91 - Streck VAB VII, S. 18f. Ebeling.

Budu s. Ubudu. Budu-ilu, F. von Bit-Ammäna, von

Asarhaddon zur Zahlung von Tribut ge­ zwungen. Asarhaddon Prisma B, III R pl. 16, V, Z. 18ff. = KB II, S. 148. Ebeling.

Büffel s. Rinder. Bugälu, Kanal beiSippar?, s.Bugatu.

Meissner APR Nr. 42 = Kohler-Ungnad HG Nr. 727 Ebeling.

Bugas. _Aus dem Vergleiche der Na­ men Nazi-Sipak und Nazi-Burijäs mit dem Königsnamen Nazibugas (Var. SuzigafU) hatte Delitzsch einen kassitischen Gott ‘Bugas’ erschlossen. Weitere mit den Elementen bu-gas zusammen­ gesetzte Namen bei Clay. Wahrschein­ lich ist gas die 3. Pers. Sg. des Perfekts einer Verbalwurzel ga (elamisch ka) und bu ein Infix vor dem Verbum in den Sätze bildenden kassitischen Eigenna­ men. Bis jetzt ist noch nie vor ‘bugas’ ein Gottesdeterminativ gefunden worden. Delitzsch Sprache der Kossäer, S. 39; Hüsing OLZ 1905, Sp. 33ff.; OLZ 1908, Sp. 8 ff. und Memnon IV, S. 27 f. (vgl. S. 23 f.); Clay Personal names of the cassite period, S. 36 unter Bugas. König.

Bugätu, Kanal bei Sippar, in einer altbabylonischen Geschäftsurkunde er­ wähnt. Meissner AB XI, Nr. 42 = Schorr VAB V, Nr. 269, Z- 23 Ebeling.

Bugu, Stadt im Lande Dannuna, von

Assurnäsirapli I. erobert und zerstört.

Unger MAOG VI 1/2, S. 12, Z. 32; 27. Ebeling.

Buharni, zu Blt-Amukkäni gehörige Stadt. Sanherib erobert B. auf seinem 1. Feldzug (703 v. Chr.).

Sanh. 1. Feldzug, Z. 44 = Euckenbill Ebeling.

Annals of Sennacherib, S. 53.

Buhia s. Puhia. Buhitar, Stadt in Kappadokien. Lewy Samml. Hahn S. 32. Ebeling.

Buhlerin s. Geschlechtsverkehr, Hierodule, Sklavin. Büia, Fluß zwischen den Gebirgen Nikippu* und Upä* im Lande Andia*. Sargon überschreitet den B. 26 Mal auf seinem 8. Feldzug (714 v. Chr.). Sargon 8. Feldzug, Z. 17 = ThureauDangin 8ieme Campagne de Sargon, S. 4. Ebeling.

Bukkunnanni’pi. 1. K. v. Hathiribi*. 2. K. v. Ahni*. Beide werden von Asar­ haddon eingesetzt und von Assurbänipal bestätigt. Assurb. Rm, Kol. I, Z. 94. 102 = Streck VAB VII, S. 10. "Über den Namen s. Ranke

Keilinschriftliches Material z. äg. Vokalisation, S. 27, 47, 52.

Ebeling.

Kg. von Pahnut: (s. Musri) in Ägypten, wird von Asarhaddon und Assurbänipal in seine Herrschaft eingesetzt. Bukurninih,

Über den Namen s. Steindorff BA I, S. 353; Ranke Keilinschriftliches Material z. äg. Vokalisation, S. 27 f.; Assurb. Rm. I, Z. lo^ff. - Streck VAB VII, S. iof. Ebeling.

Bulala, geschr. dbu-la-la, Gottheit der Unterwelt (?) von Ubasi. II R pl. 60, p. XXVII.

Z. 27; Schroeder KAVI Ebeling.

Buli. 1. Stadt, in einer Urkunde aus der Zeit der 3. Dyn. von Ur erwähnt. Gehören hierher auch die Stadtnamen Albu-lu-u, dlbu-lu-a, dlbu-li-ai, dlbu-lum ?

de Genouillac Trouvaille de Drehern, Nr. 83, Z. 3; Harper ABL, Nr. 705, Rs. Z. 16; 506, Z. 11; 112, Rs. Z. 4; Schroeder VS XVI, Nr. 142, Z. 2.

2. Gottheit, in EN belegt.

Schneider Orientalia 8, S. 33: Clay BE XV, S. 54. Ebeling.

Buliani/a, Stadt in Kirhu (Babhu?). Nach B. ist ein Paß benannt, den Assurnäsirpal II. 883 v. Chr. passiert. Assurn. Ann., Kol. II, Z. 19 =

King

AKA, S. 301; Streck ZA XIII, S. 100; Albright JAOS XXXVIII, S. 229, Anm. 45 (= ba'läni). Ebeling.

Bullutu s. Eponymen. Bulü s. Buli.

Gottheit in neubabylonischen EN belegt, = palm. Vs, phön. Va, bol, ßcoXog. Bulu,

Tallqvist APN, S. 253.

Ebeling.

Bumame s. Hamath.

Bumerang s. Waffen.

Bumu s. Ubumu.

Bunais (Bunäsi, Bunisä), Landschaft bzw. Stadt im Lande Zamua. Nach B. ist ein Paß benannt, den Salmanassar III. 855 v. Chr. passiert. Assurnäsirpal II. erobert die Stadt B., die nach seinem Berichte am Nisir-Kinipa*-Gebirge liegt, im Jahre 882 v. Chr.

Salm. Monol., Kol. II, Z. 76 = AmiaudScheil Salmanasar II., S. 34; Forrer Pro­ vinzeint., S. 44; Asshirn. Ann, Kol. IT, Z. 34, 44, 59 = King AKA, S. 306, 309, 315; Streck ZA XV, S. 267; Albright JAOS XXXVIII, S. 23; Speiser Ann. ASOR VIII, S. 18. Ebeling.

Bulua, Bulum s. Buli. Bunaku s. Bit-Bunak(k)u. Bunanu s. Böliqisa.

Stadt. unbekannter Lage (Nähe ElamsP), von Sargon von Akkad ausgeplündert. Bunban,

Poebel UP IV 1, S. 186, Z. 31. Ebeling.

Bunene, sukkal und Wagenlenker des Samas. B.s Name schwankt in der Form. Teils findet man dbu-ne-ne (Schroeder KAVI, Nr. 42, Kol. II, Z. 15), dbu-ne-nu ebda. Nr. 72 a, Z. 16 f., teils dbu-ni-ni Thureau-Dangin LC S. 59; BE VI 1, S. 62; dbu-un-ni-in-ni KBo IV, Nr. 11, Vs. Z. 6, sogar dbu-na!-ne läßt sich nachweisen (Schollmeyer Hymnen und Ge­ bete aus Santas, Nr. 14, Z. 30). Das Ideo­ gramm für B. ist HAR. Auch sumerisch PAP(KLR)-nun-na ist = Bunene, s. KuB IV, Nr. 11, Z. 5, 6 und Deimel Pantheon Nr. 1727. Eng verbunden mit dem Sonnengott als sein vertrauterDiener und Wagenlenker (s. CT XXIV pl. 31, Z. 78;XXVpl. 26,Obv.Z. i2;VRpl.65,

Z. 33 b ff.; VAB IV, S. 260, Z. 33) hat er natürlich auch eine Kultstätte da, wo sein Herr verehrt wird, d. i. vorzugsweise in Sippar. Nabonid erzählt VAB IV, S. 232, Z. 30ff., daß er den Tempel Ekur-ra des B. in Sippar erneuert habe. Auch in Warka (Thureau-Dangin Rit. acc. S. 92, 101) und Assur (Schroeder KAVI Nr. 63 I, Z. 33) finden wie Kult­ stätten des B. Seine Fürsprache bei Samas erflehen die neubabylonischen Kö­ nige mehrere Male, s. VAB IV, S. 232, Kol. II, Z. 16ff.; S. 242, Z. 51. Denn er hat großen Einfluß, er ist sä-küs-Sa ( = Entscheider). Bei Opfern an Samas gibt man ihm gern einen Anteil s. Zimmern BBR, Nr. 1—20 (häufig); Nr. 60, Z. 37 usw. In EN ist sein Name seit der 1. babyl. Dynastie zu finden. Deimel Pantheon, KAT3, S. 368.

Nr. 377; Zimmern Ebeling.

Bunir s. Sin.

Bunisa s. Bunais. Büqi, Stadt in Assyrien (?), in einem

Briefe aus mittelassyrischer Zeit erwähnt. Ebeling KAJI, Nr. 316, Z. 16. Ebeling.

Bur, geschr. dBur, Gottheit, in einem Liede von der Mutter-Göttin erwähnt, vgl. dazu Huber PN S. 172 (Bur-an-[na]} und Schroeder KAVI Nr. 64, II Z. 29 (dbur-ga-rig( ?)-ga-ge). Thureau-Dangin Tablettes d'Uruk, Nr. 54, Vs. Z. 18. Ebeling.

Bura, Flurname in Babylonien bei Sippar, in altbabylonischen Geschäfts­ urkunden erwähnt. Bu 91, 5- 9, 2509 (Waterman Business Documents Nr. 41), Z. 1; CT XXXIII, pl. 36, Z. 3; Koschater-Ungnad HG, Nr. 1444, 1711 usw. Ebeling.

Eurammu, Ort, in einer assyrischen Rechtsurkunde erwähnt. Johns ADD, Nr. 899, Kol. III, Z. ix; K. 10119 (Bezold Cat., S. 1065). Ebeling.

Buranäte, F. v. Jasbuqu, wird von Salmanassar III. gefangen genommen (1. Jahr = 858 v. Chr.). Salm. Monol. I, Z. 54, Kol. II, Z. 4 = Amiaud-Scheil Salmanasar II., S. 16. Ebeling.

Buranda s. Puranda. Buräti, Stadt bei Sippar, in einem Briefe aus assyrischer Zeit und einem altbabylonischen Kontrakte erwähnt. Harper ABL, Nr. 1348, Z. 6; KohlerUngnad HG Nr. 642 = CT VIII 41a. Ebeling.

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Burburazu, F. v. Bit-Istar*. Sar­ gon II. erhält 714 v. Chr. von B. Tribut. Sargoa 8. Feldzug, Z. 46 = ThureauDangin 8ieme Campagne de Sargon, S. 10. Ebeling.

Burdadda ( ?), F. v. Nirutakta*, wird von Tiglatpileser III. gefangen genommen. Tiglatp. Ann., Z. 162I = Rost Tiglatp., S. 28. Ebeling.

Burdazi, Gottheit, in der Zeit der 3. Dyn. v. Ur verehrt. Hussey Sumerian tablets II 54, Z. 11. Ebeling.

Burdir, Festung der Assyrer im Lande Kammana gegen Urartu, von Sargon II. im 10. Jahre (712 v. Chr.) befestigt. Sargon Ann., Z. 191 = Winckler Sargon I, S. 32. Ebeling.

Bür-Enlil, = ‘Enlilsbronn’, Ort, in j einem altbabylonischen Briefe (Hammurapis an Sin-idinnam) erwähnt. King LIH I pl. 49ff. = Ungnad VAB VI, Nr. 16, Z. 28. Ebeling.

Burg s. Festung. Burgabu s. Purgabu. Burgarigga s. Bur. § 1. Obwohl weder das Gesetzbuch Hammurapis noch das assy­ rische Rechtsbuch die B. erwähnen, sind wir auf Grund des Urkundenmaterials doch in der Lage, das Wesen und die wichtigsten Entwicklungszüge dieses In­ stituts ;n den durch die Keilschrifturkun­ den vertretenen Rechtskreisen Vorder­ asiens zu erkennen. Sehr aufschlußreich ist die Terminologie des altbabylo­ nischen Bürgschaftsrechtes. Denn sie zeigt uns einmal ganz deutlich, daß B. und Pfand als korrelate Formen der Haf­ tung empfunden wurden und zum Teil gemeinsamen Ursprungs sind. Der Bürge haftet dem Gläubiger mit seinem Leibe genau in der gleichen Weise wie bei der Sachhaftung das verpfändete Grund­ Bürgschaft.

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stück. Daher sind in den Urkunden nicht nur die Ausdrücke für Pfand und B. gelegentlich vertauscht (PSBA XXXIII [1911], S. 232ff., Nr. 29, Z. 15«. [HG VI, Nr. 1465]; su-dü-a-ni S a-sä su-ba-an-ti ‘als seine, des S(chuldners), Bürgschaft hat er (d. h. der Gläubiger) das Feld genommen’), sondern man spricht in beiden Fällen häufig von ,einsetzen’, ‘einstellen’: Suzuzu [ra-ma-an-su einer­ seits VS XIII, Nr. 96 (a), Z. 4 (HG VI, Nrs 1481) und bita, eqla. usw. ander­ seits, wie die Serie ana ittiSu lehrt), oder auch a-na man-za-za-ni s. für das Pfand, a-na qätäti-su-nu s. für die B.; vgl. M. San Nicolö Die Schlußklauseln d. alibabyl. Kauf- und Tauschverträge 1922, S. 147 ff. und über den Ausdruck der Haftung in dem aus der Selbstbürg­ schaft des Schuldners hervorgegangenen abstrakten Verpflichtungsscheines (i’iltum) P. Koschaker Babyl.-assyr. Bürg­ schaftsrecht 1911, S. ii3ff. und RLV II, S. 230. Daneben aber weist die für die B. technische sumerische Terminologie auf einen Handritus hin, welcher ursprünglich die Bürgschaftsbegründung als Formalakt charakterisiert haben mag. Obwohl in historischer Zeit nur mehr die beurkundete Bürgschaftserklärung das Ausschlaggebende ist, dauert die Bezugnahme auf dieses Handsymbol im Sprachgebrauche durch die Jahrhunderte weiter und ist sogar auch in neubabyl. und persischer Zeit zu belegen (P. Ko­ schaker a. a. O-, S. 209ff.). Bereits in vorsargonischer Zeit finden wir nämlich als typischen Bürgschaftsausdruck das Wort su-dü-a (‘die geöffnete Hand’), aus welchem in den Urkunden der Hammurapi-Dynastie aus Larsa die Wendung ki G-ra su-dü-a S B Su-ba-an-ti, ‘vom Gläubiger hat die Hand bezüglich des Schuldners (oder der verbürgten Lei­ stung) der Bürge genommen’ gebildet wird, deren akkadisches Äquivalent qätdt S l-iqü in VS VIII, Nr. 26, Z. 14 ff. (HG IV, Nr. 806) vorkommt; vgl. B. Lands­ berger in ZDMG LXIX (1915), S. 513 und OLZ XXV (1922), S. 408 h Hingegen erscheint es angesichts des neuveröffent­ lichten Materials nicht mehr so sicher, ob die andere altbabyl. Wendung qdti

S nashat, ‘die Hand des Schuldners ist herausgezogen’ (aus der des Gläubigers, P. Koschaker a. a. O., S. 24ff.) immer eine Verbürgung bedeutet, denn es könnte sich auch um Schuldübernahme handeln (vgl. das Schema bei B. Landsberger OLZ XXIX (1926), S. 764). Über einen dritten Terminus mukil qaqqadim s. jetzt P. Koschaker RLV II, S. 229. § 2. Was den Inhalt der Obligation des Bürgen anbelangt, so müssen wir auch für Babylonien davon ausgehen, daß der Bürge (wie das Pfand bei der Sachhaf­ tung) die ausschließliche Haftung gegenüber dem Gläubiger übernahm; die Trennung zwischen Schuld und Haf­ tung hat hier ebenso bestanden wie in den germanischen Rechten. Selbst nach­ dem die Verbindung von Schuld und Haftung in der Person des Schuldners durch die Einständerschaft für die eigene Schuld, von der uns schon in altbabyloni­ scher Zeit Belege erhalten sind, in die Wege geleitet worden war, erscheint die B. noch immer als reine Ersatzbürg­ schaft, bei der also der Bürge an die Stelle des Schuldners tritt. Erst in der letzten Periode der babylonischen Ent­ wicklung kann es auch Vorkommen, daß die B. in einer Haftung neben dem Schuldner besteht, wenn wir auch des­ wegen keinesfalls sicher sagen können, ob sie wirklich bloß akzessorisch bzw. subsidiär gewesen, oder ob nicht eher eine Solidarhaftung Vorgelegen ist. Der Inhalt der Bürgenverpflichtung ist zunächst nur die Vollstreckungs­ bereitschaft des Schuldners. Der Bürge steht ursprünglich nicht für die Erfüllung durch den Schuldner ein, son­ dern verspricht bloß die Gestellung des Schuldners an den Gläubiger bzw. das Verbleiben des Schuldners am Er­ füllungsorte. Es soll durch die B. dem Gläubiger die Möglichkeit gesichert wer­ den, gegen den nichtzahlenden Schuldner mit der Personal ex ekution vorzugehen. Später erst wird die Bürgenobligation dahin erweitert, daß der Bürge nunmehr auch die Erfüllung durch den Schuld­ ner zusagt. Noch in neubabylonischer Zeit wird aber zwischen diesen verschie­ denen Formen unterschieden und die |

‘Fußbürgschaft' (püt sepi nasü, ‘für den Fuß [des Schuldners] bürgen’) von der Zahlungsgarantie (püt etem nasü, ‘für die Begleichung b.’) getrennt. Der Eintritt des Bürgschaftsfalles läßt ursprünglich den Bürgen mit Leib und Leben dem Gläubiger genau so verfallen, wie sonst der säumige Schuldner, dessen Ersatz­ objekt er ist. Mit der Milderung der Personalexekution gegen den Schuldner geht auch die Entwicklung eines Lösungs­ rechtes des Bürgen Hand in Hand, in­ dem der Bürge durch Zahlung einer Geld­ summe die Schuldknechtschaft von sich abwenden kann. Von diesem Rechte des Bürgen aus erklären sich die Ur­ kunden, in welchen der Bürge schon im voraus für den Haftungsfall die Zahlung eines bestimmten Betrages zusagt. Von diesem Versprechen zum Versprechen der Erfüllung der verbürgten Schuld ist es nur ein Schritt, der sich leicht machen läßt. Damit war aber zugleich auch der Ausgangspunkt für eine Umgestaltung des Inhaltes der BürgenVerpflichtung ge­ geben, indem es den Gedanken nahe­ legte, das Erfüllungsversprechen des Bür­ gen von vorhinein in die B. aufzunehmen. Dadurch wäre für die babylonische B. der Übergang zum römischen Charakter dieses Institutes mit seiner akzessorischen Schuld auf das idem geschaffen gewesen. Allein zu einem von dieser Auffassung getragenen Umschwung ist es im baby­ lonischen Rechte niemals gekommen; noch in den Urkunden der Perserzeit sind die ursprünglichen Formen der Gestellungs- und Stillesitzbürgschaft häufig genug vertreten und zeigen uns, daß die alten Vorstellungen vom Inhalt und Wesen der B. keineswegs ihre praktische Bedeutung verloren hatten. § 3. Ein zweiter charakteristischer Zug der babylonischen B. ist ihr Verhältnis zur Garantieübernahme. Indem der Bürge häufig zunächst gar nicht eine eigene Leistung verspricht, sondern fremdes Verhalten, eine fremde Leistung (die des Schuldners) zusagt, verbürgt er sich für den Eintritt eines bestimmten außerhalb seiner Macht liegenden Er­ folges und seine B. wird zur Garantie. Das kann schon bei der Fußbürgschaft

der Fall sein, wenn gegen Flucht des Schuldners gebürgt wird; vgl. bereits in altbabyl. Zeit Koschaker-Ungnad HG VI, Nr. 1482. Die Tatsache aber, daß der Inhalt des Bürgschaftsversprechens, wie wir gesehen haben, verschieden war vom Inhalte der Schuld, lockerte das Band zwischen Schuld und B. (Akzessorietät), und wir haben in Babylonien die von P. Koschaker festgestellte merkwürdige Erscheinung einer B. ohne Schuld, in­ dem die B. auch als selbständiges Garantieversprechen, welches eine zu er­ füllende Hauptschuld nicht voraussetzt, vorkommt. Beispiele solcher von der B. für eine Schuld verschiedenen, reinen Garantieversprechen liegen schon in den­ jenigen Urkunden aus Larsa vor, in wel­ chen für das Nichtentfliehen oder sogar für das Arbeiten einer bestimmten Per­ son schlechthin 'gebürgt' wird Koscha­ ker-Ungnad HG VI, Nr. i47off. (dazu P. Koschaker dortselbst S. 20). Ein weites Anwendungsgebiet hat aber die Garantieübernahme in der Rechtsform der B. erst in neubabylonischer und per­ sischer Zeit gefunden, in welcher sie als Garantieklausel bei allerhand Rechts­ geschäften, worunter hier bloß die Evik­ tionsgarantie beim Kaufe besonders her­ vorgehoben sei, vorkommt. Der für den Eintritt des Garantiefalles versprochene Schadensersatz ist nicht die Schuld, für die gebürgt wird, sondern die Folge der Garantie für den verbürgten Er­ folg (P. Koschaker Bürgschaftsrecht S. 156 f.). Eine andere Anwendung des erweiter­ ten Bürgschaftsbegriffes im babyloni­ schen Rechte ist die Gestaltung der Ge­ samtverbindlichkeit (Solidarität) als wechselseitige B. der Gesamtschuld­ ner, wie sie in den Urkunden der neubabyl. und persischen Zeit sehr häufig vorkommt. Danach schuldet jeder Solidarschuldner nur seinen Anteil, haftet aber zugleich als Bürge für die Erfüllung der Gesamtverbindlichkeit durch seine Mitschuldner: iSten püt sani (ana eteri) nasü, ‘die Bürgen einer für den anderen (hinsichtlich des Zählens)’, oft mit an­ gehängter Klausel: sa qerbi ittir, 'der­ jenige, welcher am nächsten ist, wird

zahlen’; vgl. die äZZtfZcov eyyvoi (eis exuoiv) der griechischen Papyri aus Ägypten, mit welchen möglicherweise Zu­ sammenhänge bestehen. Dagegen steht eine andere Solidarwendung, die sog. salmu-kenu-Klausel, welche sowohl in den altbabyl. Urkunden in Darlehensform (s. Darlehen § 2), als auch in etwas ver­ änderter Gestalt in den kappadokischen Darlehensurkunden (s. Kappadokische Tontafeln) und in Elam begegnet und später auch in den mittelassyrischen Texten aus Assur wieder vorkommt, (vglLandsberger ZA. NF. I (1924), S. 25ff.; Cuq Melanges Cornil I (1926), S. 173ff. und Etudes sur le droit Babylonien (1929), S. 304ff.; Koschaker Neue keilschr. Rechtsurkunden a. d. El-Amarna-Zeit (1928), S. iigff. und Über einige griech. Rechtsurkunden usw. (1931), S. 104, 2; andere Eisser Archiv für zivilistische Praxis CXXXIII (1931), S. 157ff.), in keinerlei Verbindung mit einer B., indem sie gerade die persönliche Haftung der Gesamtschuldner betont. Trotzdem aber müssen, wie P. Koschaker RLV II, S. 230 treffend bemerkt, Zusammenhänge zwischen Solidarität und B. schon in alter Zeit bestanden haben, denn in einer der in Betracht kommenden kappad. Ur­ kunden wird der Solidarschuldner als Bürge (qätätum, s. § 4) bezeichnet, TCL IV, Nr. 77, 7. Die Frage nach dem Regreßrechte des Bürgen bei der B. für eine Schuld und nach der Art seiner Gel tendmachung, wofür namentlich die neubabyl. Urkun­ den einiges bieten (vgl. z. B. Nbk. 52), harrt noch der Untersuchung. § 4. Angesichts des spärlicheren und nur in geringem Umfang veröffentlichten privatrechtlichen Materials sind wir über die assyrische B. viel weniger unter­ richtet. Den kappad. Texten ist die B. gut bekannt, der Bürge heißt, auch hier mit einem deutlichen Hinweis auf das Handsymbol (oben § 1), qätätum = ‘Hände’; Be­ lege bei Eisser-Le wy MVAeG XXXIII (1930), S. 175 f. Hingegen läßt sich vorder­ hand aus den mittelassyr. Urkunden aus Assur nichts über B. entnehmen, während die zeitgenössischen Kerkuk-Tafeln für den Bürgen den mittelbabyl. Ausdruck

mdkis püti haben und, wie später die neubabyl.Urkunden, die Solidarhaftung auch in Form der mutua fideiussio kennen (CT II 21, igf.); dazu Koschaker Neue Rechtsurkunden S. 24 und S. i2if. Da­ für ist der altassyrische Terminus in den Urkunden der Sargonidenzeit in der Form bei qätäti erhalten; welche technische Bedeutung dem für den Eviktionsgaran­ ten beim Kauf (aber auch sonst) begeg­ nenden Ausdruck urkiu, ‘Hintermann’ (M. Schorr ZDMG LXVIII [1914], S. 629) zukommt, läßt sich noch nicht sagen. Ansonsten scheinen nach den er­ haltenen Urkunden in Assyrien im all­ gemeinen die gleichen Rechtsformen der B. wie in Babylonien vorzuliegen; ent­ wicklungsgeschichtlich interessant ist da­ bei ein Fall der Selbstbürgschaft des Schuldners in einem neuassyrischen Ver­ trag aus Ninive, Scheil RA XXIV (1927), S. 116, Nr. IV. Nur daß hier die B. für eine Darlehensschuld viel früher begegnet als dort (s. Darlehen, § 4) und daß der Bürge dabei gelegentlich das gleiche verspricht, was der Schuldner zu leisten verpflichtet ist. Darin liegt aller­ dings ein wesentlicher Vorsprung in der Entwicklung gegenüber Babylonien. Koschaker Babyl.-assyr. Bürgschaftsrecht (1911); ebenso HG VI, S. 20 und RLV II, S. 229h; B. Landsberger ZDMG LXIX, S. 513L und S. 5i7ff., ebenso ZA NF. I, S. 22ff.; J. Köhler AR, S. 463!.; KohlerUngnad Hundert ausgewählte Rechtsurkun­ den, 1911, S. 78f.; J. Partsch GGA, 1913, S. iöff.; j£. Cuq Mäanges Cornil I, S. iö5ff. und Rtudes sur le droit Babylonien (1929), S. 294ff.; San Nicolö-Ungnad Neubaby­

lonische Rechts- und Verwaltungsurkunden I, Bern, zu Nr. 333; Schupf er Mem. Accad. Lincei, XVI (1922), S. 487ff. M. San Nicolö.

Burida 1. Sirrida und s. A. A. Burijas (Var. Ubrijas). Das kossäische Glossar gibt Z. 6 an: Ubrijas = Adad; ob das richtig ist, läßt sich derzeit nicht erweisen. Die Rassamsche Königsliste (IZ. 52, 55 ?, IV [8, 9,1] 2 ?) gibt übrigens für B. die Bedeutung bei mätdtB an, was wohl ebenso zu beurteilen ist wie Ubrijas = Adad. Ein Gottesdeterminativ vor B. oder Ubrijas hat sich bis jetzt nicht gefunden. Gleichsetzungen mit etwa

BoQeag (wegen Adad) sind also verfrüht gewesen. ,

Delitzsch Sprache der Kossäer, S. 2off., 25 ff.; Clay Personal Names of the cassite period, S. 36 unter Burijas und S. 40 unter Ubrijas. König.

Burimama 1. Sirrigaga und s. A. A. Burkuna, Stadt in Palästina (VAB II, S. 1311), das ägypt. brqn (W. M. Müller MVAG, 1907, I, S. 31I), jetzt wohl Seh Barqän westlich von Besän (Steuernagel. Einwartderg. d. isr.Stämme, S. 120). Honigmann.

Stadt des Ah uni* von Bit-Adini. Salmanassar III. erobert B. im 1. Jahre (858 v. Chr.). Burmar’äna,

Salm. Monol., Kol. I, Z. 34 = AmiaudScheil Salmanasar II., S. 14. Ebeling.

Burnaburias (Burnaburarias, Burraburias, Bunaburias); über die ver­ schiedenen Schreibungen s. Tallqvist APN p. 66; Clay YOS I, pp. 66f.; Name zweier Könige der III. Dynastie von Ba­ bylon (24. Dyn.). Der Name ist, wie die Dynastie, kossäisch und wird V R 44, 28 ab erklärt Kidin-[bel-matdti], wofür man, da Burias die kossäische Entsprechung des akkadischen Adad ist, auch KidinA d a d einsetzen darf. Dieser Name kommt einige Male in der späteren Kossäer-Zeit vor (Belege unter Kidin-Rammän BE XIV, p. 46; XVII P. 1, p. 148); in dem Amarna-Brief Knudtzon VAB I Nr. 12 steht Z. 7 wahrscheinlich Burraburias, Z. 23 eine andere Persönlichkeit KidinAddi. In der babylonischen Königsliste a ist der Name der beiden Könige nicht er­ halten ; sie gehören in die Lücke zwischen dem 6. und dem 24. Namen. In der assyrisch-babylonischen Königsliste ist die Stelle mit B. II. auch nicht erhalten; aber B. I. nimmt hier (Col. I, Z. 19) die 10. Stelle in der Dynastie ein. Die In­ schriften mit dem Namen der B. haben entweder überhaupt keinen Vatersnamen, oder den Zusatz ‘Sohn des KadasmanEllil’. In dem Amarna-Brief Nr. 9 (Knudtzon) sagt B. II.: ‘Zur Zeit Kurigalzus, meines Vaters.’ Aber der Aus­ druck ‘Vatej:’ ist hier nicht wörtlich zu nehmen, sondern bedeutet ‘Vorgänger,

Verwandter aufsteigender Linie’. (Ähn­ lich nennt der assyrische Zeitgenosse Assuruballit* I. seinen Großoheim Assurnädinahe 'mein Vater’.) Der Vater des B. II. ist vielmehr Kadasman-Ellil I., und Kurigalzu II., Sohn des KadasmanHarbe I., ist allerwahrscheinlichst Vater des Kadasman-Ellil I. und Großvater des B. II. B. I-, zehnter König der III. (24.) Dy­ nastie, Nachfolger (ob auch Sohn?) des Agum II., von Weidner etwa 1584—67 angesetzt. Ein Sohn des B. I. war Ulamburias, der König des Meerlands, der seinem Bruder Kastilias II. (oder III.?), also einem anderen Sohne des B. I., als König von Babylon folgte. Kastilias II. (oder III. ?) und Ulamburias nehmen in der assyrisch-babylonischen Königsliste die 12. und 13. Stelle der III. (24.) Dy­ nastie ein, folgten also ihrem Vater nicht unmittelbar. Der Name des 11. Königs, des unmittelbaren Nachfolgers (und eben­ falls Sohnes?) des B. I., ist in keiner Königsliste erhalten. Aus der Synchron. Gesch. (§ 2, der aber auffälligerweise hinter dem spätere Ereignisse behandeln­ den §1 steht) erfahren wir noch, daß B. I. mit Puzur-Alsur (IV., 1575—51 Weid­ ner) von Assyrien über die Grenze zwi­ schen beiden Reichen verhandelt hat. B. II., Sohn des Kadasman-Ellil I. (Hilprecht BE I, Nrr. 67 -f- 66; Nr. 68, Col. I, ZZ. 5 u. I4f.), Vater des Kurigalzu III., wurde wahrscheinlich als 21. König der III. (24.) Dynastie gezählt. Sein ägyptischer Zeitgenosse, mit dem er die seit mehreren Generationen mit dessen Vorgängern unterhaltene Freundschaft weiter pflegte, war Amenhotep IV. (ca. 1370—52 Ed. Meyer), sein assyrischer Zeitgenosse, der ebenfalls mit dem Pharao brieflichen Verkehr unterhielt, Assur­ uballit I, (1380—41 Weidner.) Die Amama-Briefe Knudtzon 6—n, wahr­ scheinlich auch die Geschenkliste 13, sind von B. II. an Amenhotep IV. ge­ richtet, 14 ist umgekehrt ein Verzeichnis von Geschenken, die der Pharao für B. II. bestimmt hatte. Obwohl die Pri­ vaturkunden aus der Zeit des B. im Datum keine Andeutung darüber ent­ halten, welcher B. gemeint ist, unterReallexikon der Assyriologie II.

liegt es doch keinem Zweifel, daß die bis jetzt bekannten sich samt und sonders auf B. II. beziehen, da die Daten der Privaturkunden aus der Kossäer-Zeit nur die Könige 21—28 der Dynastie umfassen. Nach den erhaltenen Datierungen hat B. II. mindestens 25 Jahre regiert, viel­ leicht sogar 27, da eine Urkunde, die aus dem 27. Regierungsjahre eines Kö­ nigs, dessen Name nicht erhalten ist, da­ tiert, möglicherweise in die Zeit des B. II. gehört (Clay UP II P. 2, Nr. 134; vgl. darüber Radau und Hilprecht BE XVII P. 1, pp. if., Note 3). Wenn sich dies bestätigt, müßte Weidner s An­ satz für B. II. (1369—1345) noch etwas erweitert werden. In den Inschriften Nabuna’ids findet sich wiederholt (z. B. VAB IV, S. 236 ff.) die Angabe, daß ein alter König B. den Tempel Ebarra in Larsam 700 Jahre nach Hammurapi (wieder) gebaut habe. Auf Backsteinen aus Senkere, die von diesem Bau herstammen müssen (KB III 1, S. 152I), bestätigt ,,B., der mächtige König, K. von Babylon, K. von Sumer und Akkad“ die Tatsache, daß er Ebarra in Larsam erbaut und wiederhergestellt habe. Weder Nabuna’id noch B. nennen den Namen des Vaters des B. Wenn aber die chronologische Angabe Nabu­ na’ids nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, kann es sich auch hier nur um B. II. handeln. Denn da H. nach dem höchsten Ansatz um 2123, nach dem niedrigsten um 1955 zur Regierung gelangte, würde der 700 Jahre jüngere B. an die Jahre I423ff. oder 1255ff. kommen, was gar nicht auf B. I., aber einigermaßen auf B. II. paßt. Ihrer Zugehörigkeit nach zweifelhaft könnten nun noch bleiben der Elfenbein­ knauf Hilprecht BE I pl. 18, Nr. 34 (pl. X, 23), den B., König von Babylon, für sein Leben dem Ellil weihte, ferner der ‘Mörser’, den [Elli]l-nädin-ahhe, ein [Priester?] des Ellil, für das Leben des B., Königs von Babylon, K.s von Sumer und Akkad, einer Gottheit weihte (a.a.O. pll. i6f., Nr. 33 (p. IX, 21), und das Sier gel des Uzi-Sugab, Sohnes des Kassl, der sich als Knecht des B. Königs von kissati bezeichnet (a. a. O. pl. 60, Nr. 132). Doch 6

wird auch hier eher an B. II. als B, I. zu denken sein. Über die allgemeinen geschichtlichen Zusammenhänge s. den Artikel Babylo­ nien (Geschichte). Privaturkunden mit Datierungen aus der Zeit des Königs B. (II.): Scheil RT XIX, p. 58; Peiser, Urkunden . . . der III. Dynastie: P 120; Clay BE XIV Nos. 1, 2, 3, 3 a, 4—8, 9, ga. UP II P. 2 Nos. x, 2 (und 134?). Weißbach.

Burnakka s. Bit-Burnakka. Bumouf, Eugene, Indolog und Iranist, geb. 12. August 1801 in Paris, gest. da­ selbst 28. Mai 1852, seit 1832 Professor am College de France. Bedeutungsvoll für die Entzifferung der Keilschrift wurde sein Memoire sur deux inscriptions cuneiformes trouvees -pries d’Hamadan et qui font maintenant partie des papiers du Dr. Schulz (Paris 1836), in dem er die Konsonanten der altpersischen Silben­ zeichen für ba, ka und za richtig be­ stimmte. Weißbach. Bumun(e)tasä, geschr. dbur-nun-(eta-sdsa-a, Gottheit, Kind des Ea. CT XXIV, pl. 16, Z. 35; pl. 28, Z. 84 (?). Ebeling.

Burra s. Richtergottheit.

Burramänu (besser Purramäna), Teil­ nehmer am Aufstande gegen AmmebaTa* von Zamäni, wird von Assurnäsirpal II. (Annal. III R pl. 6, Z. 42 = KB I, S. 92) geschunden, seine Haut an die Mauer von Sinabu geheftet. [Sein Bruder heißt Ilänu, s. AfO VII S. 38, nicht Arteanu, wie RLA I S. 159 angenommen wurde], König.

Burra- Suqamuna, weihte einen Sand­ steinblock mit fünfzeiliger Inschrift der Istar von Akkad: Scheil DP IV p. 166; pl. 18, Nr. 4; VII, p. 34. Fig. 37. Der Name weist in die Kossäerzeit (III. Dy­ nastie). Weißbach. Burrattas s. Murattas. Bur Sagale s. Eponymen. Bursarri, Stadt in Mesopotamien, in einer assyrischen Städte- und Länder­ liste erwähnt. II R pl. 53, 1, Rs. Z. 19. JRAS 1924, S. 700.

Ebeling,

Bur-Sins. AMAR-Sin undPür-Sin. Bursipi s. Barsippa. Bursuel, Bursusal s.

Damkina.

Ninlil und

Burudum, Stadt in Kappadokien. Le’wy Samml. Hahn S. 6.

Ebeling.

Burulumzi s. Purulumzi. Burunatu, Ort in Assyrien (?), in assyrischer Rechtsurkunde erwähnt. Johns ADD, Nr. 584 = üngnad AR, Nr. 671, Z. 3. Ebeling.

Buruskanda, eine wichtige Stadt des alten Hatti- Reiches, wird zuerst in der Erzählung sar-tamhari 'König der Schlacht’ (oder etwa, dem Inhalt besser entsprechend, ‘König der Kaufleute’, nämlich von Burushanda?) = 2. BoTU Nr. 1 u. 2 u. VS XII, Nr. 193 (übers, v. E. Weidner BoSt. VI), deren Held Sarrugenas = Sargon von Akkad (etwa 2633—2579) erwähnt. Naräm-Sin von Akkad (2556—2500) hat, vermutlich nach einer Empörung, Burushanda wieder erobert (CT XIII pl. 44, III Z. 5—7). In den kappadokischen Texten wird Burushanda als eine Hauptstadt des Landes häufig erwähnt. Anittas (1950—1920) hat (s. seine In­ schrift BoTU. Nr. 7 u. 30 § 19) den Mann von Burushanda zum Anschluß gezwun­ gen. Wahrscheinlich Labarnas (1860 bis 1810) hat einen Bruder von sich zum Prinzen von Burushanda gemacht; ein solcher lehnte sich gegen Bimbiras (1780 bis 1765) auf (2. BoTU. Nr. 107, II Z. 1' bis 8'). Burushanda wurde zerstört (2. BoTU. Nr. 17 A, II Z. 6'—ii' und vgl. 17 B. b Z. 12')- Seine Bedeutung hat es seitdem verloren, es wird daher seitdem nicht mehr erwähnt. Seine Lage läßt sich aus den Boghazköi-Texten nicht bestimmen. E. Forrer. Burussasu(d)su, geschr. dbür-us-säsu(d)-su, Gottheit, Tochter der Belit ile*. CT XXIV pl. 13, Z. 3, 4.

Ebeling.

Burutu, Stadt in Elam, von Sanherib

auf seinem 7. Feldzug (693 V. Chr.) erobert.

Sanh. Oriental institute Prism, Kol. IV, Z. 65 = Luckenbill Annals of Sennacherib, S. 39. Ebeling.

Buruzilim, Stadt in der Nähe von Gubla (?), in einem Briefe Rib-Addis* erwähnt. Knudtzon VAB II, Nr. 137, Z. 64, 67, 85. Ebeling.

Busaja-Kanal, wohl in der Nähe von Sippar, in einem altbabylonischen Kon­ trakte erwähnt. Ungnad VS VIII, Nr. 60, Z. 6. Ebeling.

Busam, patesi von Simanu* zur Zeit Amar-Sins*. Oder ließ Abusam? de Genonillac Trouvaille de Drehern, Nr. 84, Z. 3/4. Ebeling.

Buski s. Puski. Busruna, Stadt in Mittelsyrien nach den Amarnabriefen (VAB II, S. 1292). Clauß (ZDPV XXX, S. i6f„ Nr. 25) hält es für Bostra, die spätere Haupt­ stadt der Provincia Arabia. Man könnte auch an das phönizische Bostra (Nikeph. Blemmid. in Geogr. Graec. min. II 466) am Flusse Bostrenos, das jetzige Bisr(e) denken (ZDPV 1923, S. 173, Nr. 116 c). Honigmann.

Busse, Land, neben Katmuhi* und

Alzi* genannt, von Tukulti-Ninurta I. unterworfen.

Schroeder KAHI II, Nr. 58, Z. 24; Nr. 60, Z. 35; Messerschmidt KAHI I, Nr. 16, Z. 25. Ebeling.

Buße. Strafgelder spielen im Straf­ system des babylonischen und des assy­ rischen Rechts eine große Rolle. Sie haben insoweit den Charakter von B., als sie stets dem Verletzten (als per­ sönlich Verletzten oder als Eigentümer des verletzten Gutes) zufallen. Anson­ sten aber sind in ihnen meistens zwei Elemente miteinander verquickt, der Er­ satz des Schadens an den Verletzten und die Genugtuung für die erlittene Unbill bzw. für den Eingriff in seine Rechts­ sphäre. Am deutlichsten tritt der Scha­ densersatzgedanke dort hervor, wo Tier für Tier, Sklave für Sklave zu geben ist. Die B. kann in einer im voraus nor­ mierten Summe bestehen (z. B. §§ 24, 207ff., 251 f. CH.) oder auch, namentlich bei Vermögensdelikten, in einem Bruch­ teil oder einem Vielfachen des Wertes der betreffenden Sache. Es ergeben sich da­

bei für den Codex Hammurapi Reihen wie V3, V2, x, 2, 3, 6, 12 oder 1, 5, 10, 30. Im assyrischen Rechtsbuche sind die B. in der Regel zahlenmäßig fest­ gesetzte Geldsummen (zwischen 10 Minen und 3% Talenten Blei), welche neben einer peinlichen Strafe zu entrichten sind. Sogenannte Wergeidbußen (in einem Bruchteil des Wergeides bestehende B.) sind im Gesetzbuche. Hammurapis, wel­ ches das Kompositionensystem nicht mehr kennt, natürlich nicht zu finden. Im assyrischen Recht, weil es die Blut­ sühne noch gehabt hat (s. Blutrache), mag es anders gewesen sein; möglicher­ weise so wie im hettitischen Rechts­ buche, in welchem für die verschiedenen Körperverletzungen B. aufgezählt wer­ den, deren Entstehung man sich als Bruchteile eines Wergeides von einer Silbermine denken kann. S. a. Geld­ strafe. J. Köhler HG I, S. 129; Ring Israels Rechtsleben im Lichte der neuentdeckten assyr. u. heth. Gesetzesurkunden, S. 105f., i8if. M. San Nicolö.

Bußpsalmen

Gebet.

Bußriten s. Sühneriten. Bustus (Bustu, Bustis), Hauptstadt von Parsua. Von Salmanassar III. (Obe­ lisk, Z. 186) erobert. Von Tiglatpileser III. wird es zwischen Niparia und Ariarme, von Sargon II. zwischen Uaidaue und Agazi genannt. Der Fürst von B., der Sargon Tribut schickt, heißt Arija. (Winckler Sargon II, Tf. 44 B, Z. 26.) In chaldischen Inschriften als in Barsua liegend erwähnt. JRAS NS. XIV: Sayce, Nr. 39, Z. 10. 21. 36. 47. 61; Nr. 40, Z. 44. 53; Nr. 44 Rs; Streck ZA XV, S. 310. König.

Busu’, Stadt in Babylonien, in einem neubabylonischen Kontrakt aus persi­ scher Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 43, Z. 6.

Ebeling.

Bususi, Stadt in Babylonien (?), in einem neubabylonischen Briefe erwähnt. Contenau Lettres et contrats, Nr. 67, Z. 10. Ebeling.

Bususu, Kg. von Nure auf Zypern, unterwirft sich Assurbänipal (1. Feldzug)

her an B. II. als B. I. zu ;emeinen geschichtlichen ; s. den Artikel Babyloe). Privaturkunden mit ■Datierungen aus der Zeit des Königs B. (II.): Scheil RT XIX, p. 58; Peiser, Urkunden . . . der III. Dynastie: P 120; Clay BE XIV Nos. 1, 2, 3, 3a, 4—8, 9, 9a. UP II P. 2 Nos. 1, 2 (und 134?). Weißbacli.

Burnakka s. Bit-Burnakka. Bumout, Eugene, Indolog und Iranist, geb. 12. August 1801 in Paris, gest. da­ selbst 28. Mai 1852, seit 1832 Professor am College de France. Bedeutungsvoll für die Entzifferung der Keilschrift wurde sein Memoire sur deux inscriptions cuneiformes trouvees pres d’Hcanadan et qui font maintenant partie des papiers du Dr. Schulz (Paris 1836), in dem er die Konsonanten der altpersischen Silben­ zeichen für ba, ka und za richtig be­ stimmte. Weißbach. Bumun(e)tasä, geschr. dbur-nun-(e-) ta-sdsa-a, Gottheit, Kind des Ea. CT XXIV, pl. 16, Z. 35; pl. 28, Z. 84 ( ?). Ebeling.

Burra s. Richtergottheit.

Burramänu (besser Purramäna), Teil­

nehmer am Aufstande gegen AmmebaTa* von Zamäni, wird von Assurnäsirpal II. (Annal. III R pl. 6, Z. 42 = KB I, S. 92) geschunden, seine Haut an die Mauer von Sinabu geheftet. [Sein Bruder heißt Ilänu, s. AfO VII S. 38, nicht Arteanu, wie RLA I S. 159 angenommen wurde]. König.

Burra- Suqarouna, weihte einen Sandsteinblock mit fünfzeiliger Inschrift der Istar von Akkad: Scheil DP IV p. 166; pl. 18, Nr. 4; VII, p. 34, Fig. 37. Der Name weist in die Kossäerzeit (III. Dy­ nastie). Weißbach. Burrattas s. Murattas. Bur-Sagale s. Eponymen. Bursarri, Stadt in Mesopotamien, in einer assyrischen Städte- und Länder­ liste erwähnt. II R pl. 53, 1, Rs. Z. 19. JRAS 1924, S. 700.

Ebeling.

Bur-Sin s. AMAR-Sin undPür-Sin. Bursipi s. Barsippa. Bursuel,

D amkina.

Bursusal

s. Ninli] und

Burudum, Stadt in Kappadokien. Lewy Samml. Hahn S. 6.

Ebeling.

Burulumzi s. Purulumzi.

Bunmatu, Ort in Assyrien (?), in assyrischer Rechtsurkunde erwähnt. Johns ADD, Nr. 584 = Ungnad AR, Nr. 671, Z. 3. Ebeling.

Burushanda, eine wichtige Stadt des alten Hatti-Reiches, wird zuerst in der Erzählung sar-tamhari 'König der Schlacht’ (oder etwa, dem Inhalt besser entsprechend, ‘König der Kaufleute’, nämlich von Burushanda?) = 2. BoTU Nr. 1 u. 2 u. VS XII, Nr. 193 (übers, v. E. Weidner BoSt. VI), deren Held Sarrugenas = Sargon von Akkad (etwa 2633—2579) ist, erwähnt, Naräm-Sin von Akkad (2556—2500) hat, vermutlich nach einer Empörung, Burushanda wieder erobert (CT XIII pl. 44, III Z. 5—7). In den kappadokischen Texten wird Burushanda als eine Hauptstadt des Landes häufig erwähnt. Anittas (1950—1920) hat (s. seine In­ schrift BoTU. Nr. 7 u. 30 § 19) den Mann von Burushanda zum Anschluß gezwun­ gen. Wahrscheinlich Labarnas (1860 bis 1810) hat einen Bruder von sich zum Prinzen von Burushanda gemacht; ein solcher lehnte sich gegen Bimbiras (1780 bis 1765) auf (2. BoTU. Nr. 10 y, II Z. 1' bis 8'). Burushanda wurde zerstört (2. BoTU. Nr. 17 A, II Z. 6'—n' und vgl. 17 B. b Z. 12')- Seine Bedeutung hat es seitdem verloren, es wird daher seitdem nicht mehr erwähnt. Seine Lage läßt sich aus den Boghazköi-Texten nicht bestimmen. E. Forrer. Burussasu(d)su, geschr. dbür-us-säsu{d)-su, Gottheit, Tochter der Belit ile*. CT XXIV pl. 13, Z. 3, 4.

Ebeling.

Burutu, Stadt in Elam, von Sanherib

auf seinem7. Feldzug (693 v. Chr.) erobert.

Sanh. Oriental Institute Prism, Kol. IV, Z. 65 = Luckenbill Annals of Sennachcrib, S. 39. Ebeling.

Buruzilim, Stadt in der Nähe von Gubla (?), in einem Briefe Rib-Addis* erwähnt. Knudtzon VAB II, Nr. 137, Z. 64, 67, 85. Ebeling.

Busaja-Kanal, wohl in der Nähe von Sippar, in einem altbabylonischen Kon­ trakte erwähnt. Ungnad VS VIII, Nr. 60, Z. 6. Ebeling.

Busam, patesi von Simanu* zur Zeit Amar-Sins*. Oder ließ Abusam ? de Genouillac Trouvaille de Drehern, Nr. 84, Z. 3/4. Ebeling.

Buski s. Puski. Busruna, Stadt in Mittelsyrien nach den Amarnabriefen (VAB II, S. 1292). Clauß (ZDPV XXX, S. i6f„ Nr. 25) hält es für Bostra, die spätere Haupt­ stadt der Provincia Arabia. Man könnte auch an das phönizische Bostra (Nikeph. Blemmid. in Geogr. Graec. min. II 466) am Flusse Bostrenos, das jetzige Bisr(e) denken (ZDPV 1923, S. 173, Nr. 116 c). Honigmann.

Busse, Land, neben Katmuhi* und

Alzi* genannt, von Tukulti-Ninurta I. unterworfen. Schroeder KAHI II, Nr. 58, Z. 24; Nr. 60, Z. 35; Messerschmidt KAHI I, Nr. 16, Z. 25. Ebeling.

Buße. Strafgelder spielen im Straf­ system des babylonischen und des assy­ rischen Rechts eine große Rolle. Sie haben insoweit den Charakter von B., als sie stets dem Verletzten (als per­ sönlich Verletzten oder als Eigentümer des verletzten Gutes) zufallen. Anson­ sten aber sind in ihnen meistens zwei Elemente miteinander verquickt, der Er­ satz des Schadens an den Verletzten und die Genugtuung für die erlittene Unbill bzw. für den Eingriff in seine Rechts­ sphäre. Am deutlichsten tritt der Scha­ densersatzgedanke dort hervor, wo Tier für Tier, Sklave für Sklave zu geben ist. Die B. kann in einer im voraus nor­ mierten Summe bestehen (z. B. §§ 24, 207ff., 251h CH.) oder auch, namentlich bei Vermögensdelikten, in einem Bruch­ teil oder einem Vielfachen des Wertes der betreffenden Sache. Es ergeben sich da­

bei für den Codex Hammurapi Reihen wie V4. Vs» V2» 1, 2, 3, 6, 12 oder 1, 5, 10, 30. Im assyrischen Rechtsbuche sind die B. in der Regel zahlenmäßig fest­ gesetzte Geldsummen (zwischen 10 Minen und 3% Talenten Blei), welche neben einer peinlichen Strafe zu entrichten sind. Sogenannte Wergeidbußen (in einem Bruchteil des Wergeides bestehende B.) sind im Gesetzbuche Hammurapis, wel­ ches das Kompositionensystem nicht mehr kennt, natürlich nicht zu finden. Im assyrischen Recht, weil es die Blut­ sühne noch gehabt hat (s. Blutrache), mag es anders gewesen sein; möglicher­ weise so wie im hettitischen Rechts­ buche, in welchem für die verschiedenen Körperverletzungen B. aufgezählt wer­ den, deren Entstehung man sich als Bruchteile eines Wergeides von einer Silbermine denken kann. S. a. Geld­ strafe. J. Kollier HG I, S. 129; Ring Israels Rechtsleben im Lichte der neuentdeckten assyr. u. heth. Gesetzesurkunden, S. rosf., i8if. M. San Nicolö.

Bußpsalmen

Gebet.

Bußriten s. Sühneriten. Bustus (Bustu, Bustis), Hauptstadt von Parsua. Von Salmanassar III. (Obe­ lisk, Z. 186) erobert. Von Tiglatpileser III. wird es zwischen Niparia und Ariarme, von Sargon II. zwischen Uaidaue und Agazi genannt. Der Fürst von B., der Sargon Tribut schickt, heißt Arija. (Winckler Sargon II, Tf. 44 B, Z. 26.) In chaldischen Inschriften als in Barsua liegend erwähnt. JRAS NS. XIV: Sayce, Nr. 39, Z. 10. 21. 36. 47. 61; Nr. 40, Z. 44. 53; Nr. 44 Rs; Streck ZA XV, S. 310. König.

Busu’, Stadt in Babylonien, in einem neubabylonischen Kontrakt aus persi­ scher Zeit erwähnt. Clay BE X, Nr. 43, Z. 6.

Ebeling.

Bususi, Stadt in Babylonien (?), in einem neubabylonischen Briefe erwähnt. Contenau Lettres et contrats, Nr. 67, Z. 10. Ebeling.

Bususu, Kg. von Nure auf Zypern, unterwirft sich Assurbänipal (1. Feldzug)

zusammen mit 21 anderen Fürsten Zy­ perns. Assurb. Cyl. C. I, Z. 45 = Streck VAB VII, S. 140. Ebeling.

Busutu (Pusutu), Stadt in Man, dem Ahseri* v. M. gehörig. Assurbänipal erobert B. auf seinem 5. Feldzuge (660 v. Chr.). Assurb. Cyl.B, Kol. III, Z. 34 = Streck VAB VII, S. 100. Ebeling.

Buta, Flurname in Babylonien, in alt­

babylonischer Geschäftsurkunde erwähnt.

Bu 91, 5—9, 469 (Waterman Business documents Nr. 16); Koschaker-Ungnad HG 1720. Ebeling.

Butamu (Gittamu) s. Nulia.

Kg. von Simurru zur Zeit Naram-Sins. Buttimadal,

Boissier RA XVI, S. 164, Z. 34. Ebeling.

Butuiaman, geschr. dlbu-tu-ia-a-man, Stadt in Ägypten, die bei den Kämpfen

Nebokadnezars mit Amasis eine Rolle spielte, s. Musri. Strassmaier Nabuchodonosor, Nr. 32g = Langdon VAB IV, S. 206, Nr. 48, Z. 16. Winckler AoF I. R., S. 5i2f. Ebeling.

Buunududu geschr. dbu-unu-clü-diiy Gottheit in einer Götterliste genannt. III R pl. 68, Z. 19e.

Ebeling.

Buzai, geschr. Mbu-za-a-a, Stadt in Babylonien, am Euphrat gelegen, in einer neübabylonischen Geschäftsurkunde er­ wähnt. Eine Stadt Buzu (?) auch in alt­ babylonischer Zeit belegt. Clay UP II 1, Nr. 48, Z. 5; CT VI pl. 47 b, Z. 8. Ebeling.

Buzu s. Buzai. Buzur s. Nabu, Samas und Ningal. Byssos ass. busu, wahrscheinlich ägyp­ tische Einfuhr. Jastrow AJSL XV p. 79t-

Ebeling.

c

(vgl. auch K und für Ch hl).

Calah. s. Kalhu. Cancer, Canes venatici, Canis ma jor, Capelia, Caper, Capricornus s.

Sterne.

Case-Tablets. Tontafeln mit Umhül­ lung in Ton, nach englischem Sprach­ gebrauch 'Case Tablets' genannt (Guide to the Babylon, and Assyr. Aniiquities2, 1922, S. 103), enthalten juristische Kon­ trakt- und Privatbrieftexte und sind seit der Zeit der 3. Dynastie von Ur bekannt (seit ca. 2400 v. Chr.). Sie kommen auch auf den kappadokischen assyrischen Ton­ tafeln aus Kültepe von derselben Zeit vor. Der Text der Innenurkunde, vollständig oder gekürzt, wurde auf der Hülle auf­ geschrieben, sowie Siegelzylinder darüber abgerollt, um die Hülle gegen unbefugtes Öffnen zu schützen. Die Hüllen für Briefe enthielten die Adresse des Briefempfän­ gers. Abbildungen von C. s. Unger Baby­ lonisches Schrifttum, Abb. 13, 17; Guide a. a. O. Abb. S. 108; BE VI 1 (passim); vgl. ferner Unger RLV ‘Tontafel’ § 4; VAB VI, Nr. 244 (Briefhülle: CT XXIX 37, Br. Mus. 97815); King Supplement Kuy. Coli. Nr. 683/4 (Briefhülle an Nabühammatüa von Kuskä, mit Siegel des letzterem). Hülle hieß eremu, ermu (sa tuppi) — Hülle der Tontafel (Bezold Glossar S. 68). Eckhard Unger. Cassia, akk. kasü, kasia (wenn die Gleichsetzung richtig ist), wurde von den Babyloniern beim Bierbrauen (s. Bier) und in der Medizin (passim in medizini­ schen Texten) verwandt. Ebeiing. Cassiopeia, Centaurus, Cepheus s. Sterne. Cerealien s. Getreide. Ch.alced.on s. Halbedelsteine. Chaldaea s. Kaldu.

Chalder s. Hai di. Chamaeleon, sum.

eme-sa- = Rot­ zunge, akk. suriratu, war in Babylonien gut bekannt und wurde offenbar als Fliegenfänger gehalten (vgl. die Fabel bei Ebeiing MAOG II 3, S. 49). Aus seinem Verhalten wußte der Wahrsage­ priester Schlüsse für die Zukunft zu ziehen (s. KARI IX, Nr. 382). In der Medizin wurde die Haut des Tieres, bei­ spielsweise zur Erleichterung der Geburt, verwandt (s. Ebeiing AGM XIV, 3/4, S. 67; 73, Z. 16; 77h)• Ebeiing. Ghana s. Anat. Chaos. Der uranfängliche Zustand der Welt nach babylonischer Vorstellung ist durch folgende Merkmale gekennzeich­ net: Negativer Art ist, daß in der Urzeit außer Apsü und Mummu (Müum(m)uAloyiJfdg: Damascius, De primis principiis Kap. 125), die beide männlichen Ge­ schlechts, und Apsüs Weib Tiämat, einem Weibe schlechthin (deren behauptete Drachengestalt ein reines Phantasiegebil­ de ist), daß außer diesen mit ihren sich miteinander vermischenden Wassern nicht einmal ein gipäru-Baum oder ein Rohr­ dickicht vorhanden war, der Himmel oben und die Erde unten noch nicht mit Namen genannt wurden, die Götter noch nicht zum Vorschein gekommen waren und ihnen, sei es noch keine Schicksale bestimmt, sei es noch keine Formen ge­ geben waren (s. vor allem Enüma elis 1, Z. rff. unter Schöpfungsmythen). Es läßt sich nicht sicher feststellen, ob mit dieser Aussage über Welt und Götter ihre Existenz überhaupt verneint werden soll oder nur ihre Sichtbarkeit, ihr Indie-Erscheinung-getreten-sein; und sehr wohl möglich scheint es, daß damit ihr etwaiges Dasein in der Idee oder der­ artiges nicht bestritten werden soll. Denn

gegen die allgemeine Ansicht braucht m. E. ‘bei Namen genannt werden’ nicht identisch mit ‘existieren’ zu sein; und ob nun simätu Id simü in Enuma elis I, Z. 8 heißt, ‘ihnen (!) waren (noch) keine Bestimmungen bestimmt’ oder ‘ihnen waren (noch) keine Gestalten gestaltet’, so braucht darin noch nicht zu liegen, daß die Götter schlechthin noch nicht waren. Vielleicht könnte diese Feststel­ lung müßig erscheinen. Vorsichtshalber mußte das Obige aber gesagt werden. Positiver so gut wie negativer Art ist die weitere Feststellung, daß im Ur­ anfang: I. Finsternis und kein Licht, 2. vermutlich Kälte und keine Wärme, 3. Stille und kein Lärm oder einfach kein Geräusch da war: Nach Enuma elis I, Z. 160 und Parallelstellen soll im Kampfe von Tiamats Helfershelfern gegen Marduk ihr Befehl das ‘Feuer’ zur Ruhe bringen. Folglich ist auf jener Seite das NichtFeuer, somit doch wohl einerseits kein Licht und andererseits keine Wärme. Wenigstens Berosus sagt uns ja zudem, daß im Anfang alles Finsternis (und Wasser) gewesen sei (Eusebius Chronica I, ed. Schoenel, Sp. 13f.) und nach u. S. 86b ist ja der Überwinder des Chaos, der Gott Marduk, unter_ allen Umständen ein Lichtgott. Daß Enuma elis I, Z. 38 und 50 von ‘Tag’ und ‘Nacht’ zur Zeit vor der Schöpfung gesprochen wird, kann natürlich nicht hiergegen angeführt werden, schon deshalb nicht, weil ja die Sonne damals — wenigstens sichtbar — noch gar nicht vorhanden, also ein heller Tag neben einer dunklen Nacht doch wohl noch gar nicht möglich war. Und nach CT XXIII, pl. 4, z- 18 und 11, Z. 40 hat ja Marduk doch wohl bei der Schöpfung ‘Tag und Nacht geteilt’, d. h. doch wohl von einander geschie­ den. Daß aber Apsü bereits vor der Weltbildung als ein Herrscher mit ma­ jestätischem Glanze umkleidet ist (Enuma elis I, Z. 68), ist eine Tatsache für sich, die eine Vorstellung von der sonstigen allgemeinen Finsternis nicht aufheben würde. — Zu der Vorstellung von Kälte im Anfang vielleicht auch noch die u. erörterte Idee einer Vermischung der Wasser Apsüs, Mummus und der Tiämat

im Anfang, da Mummu (s. u. unter Mummu) dem Anscheine nach speziell das kalte atmosphärische Wasser u. dgl. ist. Weil die von ihm abstammenden neu entstandenen Götter den Apsü durch ihre Stimmen bei ‘Tage’ (s. dazu o. 86af.) nicht zur Ruhe und bei ‘Nacht’ nicht zum Schlaf kommen lassen, darum ist er über sie erregt und darum wird ihr Verderben geplant (Enuma elis I, Z. 2iff., 37ff., 50). Daraus folgt, daß vor der Entstehung dieser Götter Ruhe und Schweigen geherrscht hat. Und aller Wahrscheinlichkeit nach heißt Marduk, der Weltschöpfer, nach Ansicht des Dich­ ters von Enuma elis, falls nicht etwa in erster Linie als ein Gott der Frühe, des Lichts, deshalb mukkiS$uha(u)rratu, d. i., ,der die Stille vertreibt" (Enuma eliS VII, Z. 42), weil er der Chaosstüle ein Ende machte. — Nach allem wird man wohl sagen dürfen, daß man sich die Welt im Anfang wie das von der jetzigen bei sternenloser Nacht Gesehene vorstellte. Wirklich vorhanden in der Welt der Er­ scheinungen sind im Anfang Apsü, Mum­ mu (Müum(m)u), sein Minister, und Tiä­ mat, d. i. Süßmeer, Mummu und Salz­ meer. Was mit Mummu gemeint ist, ward bisher verschieden bestimmt (s. u. unter Mummu). Da von allen drei Urwesen gesagt wird, daß ^sie ihre Wasser zu­ sammenmischten (Enuma eliS I, Z. 3ff-)» so ist auch Mummu entweder etwas Wasserartiges oder ein Entstehungsort von oder ein kosmischer Ort für Wasser. Unten wird unter Mummu gezeigt wer­ den, daß es aller Wahrscheinlichkeit nach im Gegensatz zum Süßwasser unten in der Welt das obere atmosphärische kalte Wasser als ein schaffendes und formendes Prinzip bezeichnet. S. einstweilen CT XVIII pl. 23, Z. 32 r. und (mir von Ehelolf mitgeteilt) VAT 10613 Rs. ‘III’, Z. 57ff-, wonach mummu ein Synonym von endtu und kussu ist. Die obengen, drei Wasser, später an drei verschiedenen Stel­ len der Welt, waren im Anfang beisam­ men. Neben ihnen aber existierten ihre Repräsentanten und Personifikationen, deren Wasser entweder überhaupt zu­ sammengemischt waren oder vielleicht le­ diglich zum Zweck der Zeugung zusam­

mengemischt wurden. Berosus, der an­ scheinend nicht von einem zusammen­ gemischten Wasser weiß, spricht (a. o. a. O. Sp. 13ff-) nur von einem Wasser im Anfang und der darüber herrschenden Tiamat (0AAAT0) 1. dafür mit RobertsonSmithinZA VI.S.339 0AMTE) — d'dXaaaa; von Apsü und Mummu sagt er jedoch nichts. Damascius aber kennt (De primis principiis Kap. 125) das Paar ’Anaamv und Tav&s als Urvater und Ur­ mutter der Götter und Mcoirjui's als ihren einzigen Sohn. — Noch in die Zeit, die wir als die des Chaos bezeichnen können, fällt hinein (s. Enuma eliS I, Z. 10 ff.) zunächst das Auftreten der Götter Lahmu und Lahämu als von ersten Kindern des Urpaars, dann, ehe — eig.: bis — diese zwei groß geworden waren, das von den Göttern Ansar und Kisar 'Oberes All’ und ‘Unteres All’, ebenfalls wohl Kindern des gen. Paares (so auch Damascius a. o. a. O.). Mit dieser Zweiheit ist also jeden­ falls die Scheidung des Chaos in eine obere und eine untere Hälfte gewisser­ maßen angebahnt bzw. in der Idee vor­ weggenommen oder wie man sonst er­ klären mag. Nach einer doppelten An­ zahl von Jahren erzeugt danach Ansar seinen Erstgeborenen, Anu, der dann den Gott des Wassers, Ea (A-u) erzeugt. (Anders Damascius 1. c., nachdem dieser ebenso wie Anu ein Sohn Ansars ist.) Es folgt die Tötung Apsus und die Fesse­ lung Mummus durch Ea, was soviel bedeuten muß, wie, daß der jetzige Gott des Wassers seine Herrschaft über die Wasser des Chaos antritt. Danach die Erzeugung Marduks, genannt vielleicht der ‘Sonnensohn’ bzw. der ‘Sonnensohn der Götter’ durch Ea. Wenn diese Benen­ nung auch auf einer unserer Anschauung nach spielerischen Ausdeutung des Ideo­ gramms für Marduk beruht, so will der Dichter mit dem Ausdruck doch gewiß ge­ sagt haben, daß Marduk zum mindesten als ein sonnenartiger Gott in die Erschei­ nung tritt, also mit ihm Licht und Wärme in der Welt erscheinen. Nun wird auch jedenfalls von ihm gesagt, daß sein majestätischer Glanz so stark wie der von zehn Göttern ist (a. o. a. O. Z. 103; dazu aber o. S. 86), und außerdem

noch (Z. 96), daß beim Bewegen seiner Lippen Feuer aufflammt. Wichtiger aber scheint und unmißverständlicher deutet wohl gerade auf diese Feuer-Licht-Natur Marduks hin, daß es (s. o.) im, Kampfe gegen ihn — aber freilich auch gegen die anderen Götter — gilt, das ‘Feuer’ zu bezwingen. Nicht unmöglich ist es, daß der Dichter in Marduk geradezu die Sonne sieht, nicht nur irgendeine Licht­ gottheit oder etwa den Planeten Jupiter, Marduks Stern. Das babylonische Schöp­ fungsepos berichtet nämlich in seinen er­ haltenen Teilen zwar wohl von der Er­ schaffung der Gestirne und des Mondes durch Marduk, nicht aber von der der Sonne, und von der des Mondes, als ob die erstere schon vorher dagewesen wäre. Indes läßt Berosus (a. o. a. O. Sp. 17L) Marduk auch die Sonne erschaffen. An­ drerseits meint Berosus jedenfalls, daß durch Marduk irgendwie das Licht in die Welt hineinkam, wenn er auch nicht sagt, daß er der Lichtträger ist. Durch die von Belus vollführte Spaltung der Tiamat kam nämlich nach Berosus das Licht in die Finsternis hinein, ehe Belus Sonne und Mond erschuf (a. o. a. 0. Sp. 17 f.). Auf die Erschaffung Marduks folgen dann (Enuma elis I, Z. 125 ff.) die Vorberei­ tungen der Tiamat zum Kampfe gegen die Götter, die Erschaffung von Un­ geheuern, darunter auch von mischgestaltigen, in unserer Welt nicht mehr vorhandenen Wesen, eine letzte An­ strengung der Schöpferkraft des Chaos, dann der Kampf Marduks gegen und sein Sieg über Tiamat und ihren zweiten Gatten, Qingu, mit ihren Ungeheuern. Mit der Spaltung der Tiamat und Her­ richtung des Himmels und anscheinend auch der Erde aus den zwei Hälften (Schluß von Enuma elis IV) ist dann die Chaoszeit endgültig vorbei. Ist Marduk so oder so ein Lichtgott und ein Sohn des Wassergottes Ea, aus dessen Wasser­ bereich das Licht allmorgendlich hervor­ kommt, so vollzieht sich der Ersatz der Chaoswelt durch die jetzige ebenso nach dem Vorbilde des Tagesanbruchs, wie die Merkmale des Chaos solche der Nacht waren. Vgl. u. unter Schöpfungs­ mythen. P. Jensen.

Charsag-kalama s. Kis. Gh.atun.ije s. Qatni. Chemie. Wenn man mit Berzelius die Chemie als die Wissenschaft definiert, welche uns die Zusammensetzung der Körper und ihr Verhalten zueinander kennen lehrt, so kann der Begriff ‘Chemie’ nur in weitestem Sinne auf das Altertum im allgemeinen und auf BabylonienAssyrien im besonderen Anwendung fin­ den. Die griechische Naturphilosophie, die sich mit der Materie und ihren Formen und Umwandlungen beschäftigt, konnte Grundlage späterer alchemistischer und chemischer Theorien sein, und Theore­ tisch-Wissenschaftliches konnte dort ne­ ben Technischem und unabhängig da­ von sich entwickeln, ohne allerdings mit chemischer Wissenschaft in modernem Sinne viel Ähnlichkeit zu haben. In Babylonien-Assyrien ist Chemie chemi­ sche Technologie oder gehört in anderen Beziehungen zur Heilkunde. Und wenn sich im alten Orient Vorstellungen außer­ halb des rein Praktisch-Technischen oder Medizinischen u. dgl. im Zusammenhang mit Substanzen verschiedener Art zeigen, so sind es solche, die mit der Makrokosmos-Mikrokosmos-Idee oder mit Astro­ logie in Verbindung stehen, wie die Ent­ sprechung von Gold, Silber, Kupfer einer­ seits und Sonne, Mond, Venus andrer­ seits. Alchemistische Anschauungen sind bis jetzt wenigstens in Babylonien-Assyrien nicht nachzuweisen. Wir haben da­ her hier über Chemisch-Technisches zu sprechen, mit Erwähnung von Medizini­ schem und Pharmazeutischem. Schon in sehr frühen Perioden der Menschheits­ geschichte, in vorgeschichtlicher Zeit, wie auch heute bei Naturvölkern, verstand man in erstaunlicher Weise, Mineralien, Erze, Pflanzen, Tiere zu verarbeiten und zu verwerten und z. B. Metalle, Legie­ rungen, Glas, Farbstoffe, Heilmittel zu gewinnen, und es ist selbstverständlich, daß später, in Ägypten und BabylonienAssyrien technisches und chemisch-tech­ nisches Können und Wissen sehr ent­ wickelt war. Die Quellen für unsere Kenntnis babylonisch-assyrischer Tech­ nologie u. dgl. sind Ausgrabungen und

sonstige Funde, Gegenstände verschie­ dener Art, z. B. aus Metall, Ton, Glas' Reste von keramischen Öfen. Dann bild­ liche Darstellungen, Reliefs u. dgl., Be­ richte antiker Schriftsteller und schließ­ lich babylonisch-assyrische Aufzeichnun­ gen, chemisch-technische Rezepte auf Tontafeln von großer Wichtigkeit und hier besonders betont und verwertet. Rohprodukte, wie Erze und Mineralien, kamen in den eigenen Ländern vor oder wurden zum großen Teil von weither bezogen, wie etwa Gold aus Ägypten und Nubien. Derartiges gehört zu den Gebieten: Lagerstättenkunde, Geologie, Mineralogie, Bergbau sowie Handels­ beziehungen. Chemische bzw. chemisch­ technische Erfahrungen und Kenntnisse konnten hei der Gewinnung von Metallen aus Erzen zur Anwendung kommen und bei der Reinigung dieser Metalle und Metallpräparate. Manche Produkte wer­ den allerdings schon in verhältnismäßig reinem Zustande bezogen worden sein, wie vielleicht das Gold, das in Oberägypten wohl schon in alter Zeit so ge­ wonnen und raffiniert wurde, wie es von Diodor nach Agatharchides beschrieben wird. Auch für die Gewinnung und Reinigung des Antimons, d. h. eigentlich Schwefelantimons Sb 2 S 3 — für die Schwärzung der Augenbrauen verwendet — brauchte man einige Kenntnisse und Manipulationen, wie etwa aussaigem des Schwefelantimons aus dem rohen Erz — Antimonglanz, Grauspießglanz —. Eben­ so beruhte das Legieren von Kupfer mit Blei und Antimon, später mit Zinn, also die Herstellung von Bronze, auf gründ­ lichen Erfahrungen und auch die Her­ stellung von rötlichen und auch weiß­ lichen Gold-Süber-Legierungen, die dem Elektron der Griechen entsprochen haben werden. Die babylonisch - assyrischen Goldschmiede und ihre Kunden haben sich aber mit den Eigenschaften der Edel­ metalle und Ersatzstoffe sicher gut aus­ gekannt und haben sicher nicht allzu naiv Nachgeahmtes für Echtes genom­ men, sondern richtig erkannt und be­ wertet. Bei Bronze und bei EdelmetallLegierungen wird auch der Wunsch maß­ gebend gewesen sein, verschiedene Far­

bennuancen, z. B. für Schmuckzwecke, zu erzielen. In allen diesen Fällen, wie auch bei der Münztechnik, waren Er­ fahrungen über die anzuwendenden Me­ talle und Mengenverhältnisse nötig. Da­ bei ist bemerkenswert, daß in der ältesten Zeit Kupfer ohne Zusätze verwendet wurde, während man später lernte, es durch Blei und Antimon härter zu ma­ chen. Noch später wird eigentliche Bronze durch mit der Zeit immer größe­ ren Zusatz von Zinn gewonnen. Eisen war noch zur Zeit Hammurapis, also um 1900, ein seltenes und teures Metall. Mehr als tausend Jahre später, um 700, speicherte Sargon II. eine große Menge von Eisen, auch unbearbeitete Stücke — 'Luppen’ — in seinem Palast auf, was immerhin auf den Wert des Metalles hin­ weist. Victor Place hat in den Trümmern des Palastes in Khorsabad dieses Eisen­ magazin, nach seiner Schätzung ca. 160 000 Kilo, gefunden. Dieses Eisen soll hervor­ ragende Eigenschaften gehabt haben. Chemisch-technische Kenntnisse waren auch in beträchtlichem Maße bei der Her­ stellung von Glas und von Glasuren auf Ton nötig, wobei allerdings rein prak­ tische Erfahrungen vor allem in Frage kamen. Davon später. Wie der mesopotamische Keramiker seine farbigen Glasuren herstellen konnte, so verstand der Weber und Färber die Gewinnung und Verwendung von Farbstoffen pflanz­ licher, tierischer, zum Teil auch minera­ lischer Herkunft, und auch der Tuch­ macher und Walker brauchte Lauge und vielleicht auch Seife ■— aus öl und Lauge —. Die Kosmetik verarbeitete ebenfalls Öle und daneben wohlriechende Stoffe wie Harze, Gummiharze, z. B. Myrrhen­ harz (wohl von der Gattung Commiphora), die ätherische öle enthalten und wohlriechende Pflanzen und Pflanzen­ teile verschiedener Art, wie z. B. Saffran. Die Verwendung von Schwefelantimon als schwarzes Schminkmittel für die Augenbrauen und Augenlider wurde schon erwähnt. Auch gelbliche und rötliche Schminken wurden gebraucht. Die eben genannten wohlriechenden Stoffe wurden auch für den Tempeldienst gebraucht, und Herodot schreibt (I, 183) vom jähr­

lichen Gebrauch von 1000 Talenten Weihrauch im Bel-Tempel in Babylon. Die babylonischen Präparate werden mit dem ägyptischen ‘Kyphi’ verwandt oder sogar identisch gewesen sein. Vielleicht wurden sie auch ganz oder teilweise aus Ägypten bezogen. Dazu kam die Ver­ wendung solcher und anderer Pflan­ zen- und Mineralstoffe für medizinische Zwecke, als Heilmittel. Pflanzenprodukte wurden in erster Linie angewandt, so daß iammu ‘Kraut’ auch ‘Medizin’ bedeutete. Wenn auch die Verarbeitung von mine­ ralischen, pflanzlichen und tierischen Stoffen für medizinische Zwecke, beson­ ders Eintrocknen, Zerkleinern, Pulveri­ sieren u. dgl. gewesen sein wird, so sind doch auch Manipulationen wie Lösen, Filtrieren, Vermischen, Erhitzen, Kochen u. dgl. denkbar und wahrscheinlich, die gewisse Veränderungen zur Folge hatten und zum Teil als einfache chemische Vor­ gänge gelten konnten. Ähnliches gilt für die Herstellung alkoholischer Getränke, Bier aus Gerste und anderen Getreide­ arten, und die von alkoholhaltigen Ge­ tränken aus Datteln und anderen Früch­ ten, wobei die Bezeichnung ‘Schnaps’ nicht zutreffend ist, weil eine Destillation kaum in Frage kam. Der 'Rauschtrank’ wurde vielmehr, wie erhaltene Texte zei­ gen (Meissner BuA I, S. 240h), durch Gärenlassen von (wohl zerstampften) Datteln in Bottichen hergestellt und durch Zusätze wie Kassiablätter im Ge­ schmack verbessert. Genaueren Einblick in die babylonisch­ assyrische chemische Technologie ermög­ lichen die von H. Zimmern und von R. C. Thompson gleichzeitig, aber un­ abhängig voneinander bearbeiteten Texte aus der Bibliothek Assurbanipals, die in der Hauptsache die Herstellung von far­ bigen Glasuren für Ziegel zum Inhalt haben. Der Verfasser dieser Übersicht hat versucht, einen beträchtlichen Teil dieser Texte im modern-chemischen Sinne zu deuten und gibt im folgenden eine kurze Zusammenstellung nach seiner Ar­ beit im Archiv für Geschichte der Natur­ wissenschaften und der Technik X, 1/2. Leipzig 1927. Dabei ist zunächst an die Bedeutung

des Lasursteins (Lapis Lazuli) und der Anwendungsweisen der Glasflüsse auf Ersatzprodukte — blauer Glasflüsse — Ton, unter Umständen auch auf Natur­ für dieses Mineral in Babylonien-Assyrien stein kommen nach Ansicht des Verf. zu erinnern. Verfasser hat in der Fest­ besonders vor. 1. Gegenstände aus mas­ gabe für O. Edm. v. Lippmann (Berlin sivem, besonders dunkelblauem Glasfluß, 1927) u. a. eine neue Analyse eines aus 2. emailartiger farbiger Schmuck, durch Nippur stammenden derartigen blauen Auf- und Einschmelzen von nebenein­ Glasflusses mitgeteilt. Das Stück enthält andergelegten farbigen Glasstäbchen. außer Kieselsäure, Kalk und Alkali etwas Schließlich 3. weiße und farbige eigent­ Eisen und Aluminium, Kupfer und Ko­ liche Glasuren auf Ziegeln u. dgl. durch Aufträgen des gepulverten, mit Wasser balt als färbende Substanzen. Die eben erwähnten assyrischen Texte zu einer Masse angerührten Glases, Trock­ geben zunächst Vorschriften für die Er­ nen und Brennen, ganz in der Art, wie richtung des Brennofens, wobei denKupu- Glasuren auch heute hergestellt werden. Gottheiten Trankopfer gebracht werden Der erwähnte emailartige Schmuck wurde sollen. Über Brennöfen vgl. auch W. An- wohl auch auf Metall, als Einlage, an­ drae Farbige Keramik aus Assur, Berlin gebracht. Alle diese Methoden setzen 1923. Die 0fen haben unten einen Feuer­ erhebliche Geschicklichkeit voraus und raum, darüber eine rostartige Decke mit langjährige Erfahrungen, durch die man Öffnungen. Hier wurden die zu brennen- [i empirisch z. B. festgestellt hatte, daß den Gegenstände gelagert, und den Ab­ bestimmte Erze und ihre Produkte bei schluß bildete eine wohl kuppelförmige der Verwendung bestimmte Resultate er­ Decke mit Abzugsöffnung. Ähnlich sind gaben, ebenso wie bei der Anwendung römische Öfen, z. B. in der Rheinpfalz, von Drogen und Mineralien usw. in der wie sie W. Ludowici ausgegraben hat. Therapie. Weiteres auf allen diesen Ge­ Die Vorschriften beziehen sich weiter auf bieten wird hoffentlich die Durchfor­ die Darstellung verschiedener Glasflüsse, schung und genaue Bearbeitung der Keilvom einfachsten bis zu komplizierteren. schrifttexte mit der Zeit noch ergeben. Das erste Produkt ist offenbar ein ganz Beck Geschichte des Eisens, Bd. I, 1884; einfaches Alkalisilikat (akuzzu), dem der Rössing Geschichte der Metalle, 1901; Neunötige Kalk vielleicht nur durch den ver­ mann Die Metalle, 1904; M. Berthelot Archäologie et Histoire des Sciences, Paris arbeiteten Sand zugeführt wurde. Die 1906; v. Lippmann Entstehung und Aus­ folgenden Rezepte schildern dann die breitung der Alchemie, 1919; Kisa Das Glas Herstellung gefärbter, z. B. grünblauer, im Altertume, 1908; Tschirch Handbuch türkisblauer Gläser mit Verwendung von der Pharmakognosie, 1909 —27; Neuburger und Pagel Handbuch der Geschichte der Me­ Kupferoxyd. Dann ziemlich sicher die dizin, Bd. I, 1902; Sudhoff Kurzes Hand­ Gewinnung von dunkelblauem Glasfluß, buch der Geschichte der Medizin, 3. u. 4. Aufl. dem berühmten uknü, hier Lasursteinvon Pagels Einführung in die Geschichte Ersatz. Eine weitere Vorschrift gibt nach der Medizin: Boson Les Mdtaux et les Pierres, 1914; ders. I. Metalli RSO VII, S. 379; Ansicht des Verf. die Darstellung von Meissner Babylonien u. Assyrien, 1920 u. ‘Ägyptisch Blau’ an. Bei der Herstel­ 1925: Thompson On the Chemistry of the lung des uknü kann man an die Ver­ Ancient Assyrians, 1925; ders. The Assyrian wendung von kobalthaltigem Bleiglanz Herbai, 1924; Zimmern Assyrische che­ misch-technische Rezepte usw., ZA NF., Bd. II; denken. Man verwendet übrigens auch Darmstaedter Vorläufige Bemerkungen zu heute bei der Herstellung von blauem den assyr. Rezepten. Ebenda. Nockmals Kobaltglas (Smalte usw.) gewöhnlich kein Babylon. 'Alchemie’ a. a. O. Bd. III; Der reines Kobaltoxyd, sondern ein Rohoxyd, babylon.-assyr. Lasurstein. Studien z. Gesch. d. Chemie, Festgabe Edm. O. v. Lippmann, durch Rösten von geeigneten Erzen ge­ 1927; D ar mstaedt er A ssyrische chem.-techn. wonnen. Rote Glasuren können Kupfer Vorschriften und ihre Erklärung, AGMNT, und Eisen enthalten, unter Umständen Bd. X, 1/2. Heft, 1927; B. Neumann Der auch Gold. Gelbe Glasuren: Eisen und babvlon. assyr. künstliche Lasurstein, Che­ mikerzeitung 1927 Nr. 104; E. Darm­ Antimon. Weiße: Zinn. Violette: Manstaedter Der babylon. assyr. künstliche gan. Braune: Mangan und Eisen. Drei

Lasurstein. Chemikerzeitung 1928 Nr. 66; B. Neu mann Erwiderung an gleicher Stelle; Eisler Der babylon. Ursprung der Alchemie, Chemiker-Zeitung 1925, Nr. 83 und 86; Eisler Die chemische Terminologie der Babylonier, ZA NF., Bd. III; Hommel Geographie, 1926; Koldewey Das wieder­ erstehende Babylon, 1925; Huber u. Phi­ lippe Bier u. Bierbereitung bei den Völkern d. Urzeit, I. Babylonien u. Ägypten (VeröSentlichungen der Gesellsch. f. d. Ge­ schichte . . . Bibliogr. d. Brauwesens), 1926; Jeremias HAOG, 1913; Andrae Farbige Keramik aus Assur, 1923. Ernst Darmstaedter.

Chiera, Edward, geb. 5. Aug. 1885 zu Rom, 1913 Dozent, ao. Prof, an der Uni­ versität Pennsylvania, seit 1927 Prof, der Assyriologie an der Universität in Chicago, gest. 1933. Herausgeber zahlreicher Keilschrifturkunden, grub erfolgreich aus in Nuzi bei Kerkuk und Chorsabad. Seine Werke sind; ZJniversity of Pennsylvania, the Museum, Publications of the babylonian section (UP) VIII i, 2; XI, 1—3; Selected temple accounts from Tello, Yokha and Drehern, 1921; Sumerian religious texts, 1924; Joint expedition with the Iraq Mu­ seum at Nuzi, Vol. I; 1927. II, 1930, III 1931; Excavations at Nuzi, Vol. I, Texts of varied. contents, 1929; Harvard Semitic Series, Vol. V; Sumerian Lexical Texts (Oriental Institute Publications, Vol. XI). Ebeling.

China und Babylonien. Chinas Ge­ schichte beginnt erst um 2200 v. Chr. mit der Hia-Dynastie (bis 1766); es war ein feudalistischer Agrarstaat, der ur­ sprünglich ungefähr die heutigen Pro­ vinzen Honan und Süd-Schansi am Huangho zwischen 320—350 n. B. und 107°—1150 ö. L. Gr. umfaßte. Das machtlose Scheinkönigtum wurde 221 v. Chr. durch den Fürsten von Ts in be­ seitigt, der unter dem Namen Schihuangti (‘erster erhabener Monarch’) das auseinandergefallene Land einigte; durch die Tsin-Dynastie wurde Tsina (falsch China) der Name des Landes, dessen erkennbare äußere Beziehungen zum Vorderen Orient erst um 400 v. Chr. beginnen und uns deshalb hier nicht interessieren. Zahlreiche Rassenmischungen (Hinter­ inder, Tibetaner, später Mongolen u. a.)

lassen kein klares Bild über die ältesten Verhältnisse des Landes gewinnen; jeden­ falls ist die Wiege der chinesischen Kul­ tur in Honan zu suchen. A. Terrien de Lacouperie (Western Origin of the Early Chinese Civilisation, 1894) ver­ suchte mit unzulänglichen Mitteln zu er­ weisen, daß diese Kultur durch hell­ farbige Eroberer aus dem Westen be­ gründet worden sei, in denen er Sumerer (damals noch ‘Accadians’) erblickte. Ball erstrebte im einzelnen den Nachweis einer engen Verwandtschaft zwischen sumeri­ scher und chinesischer Sprache (seit 1890; Literatur bei Weissbach Die su­ merische Frage, S. 131!; vgl. zuletzt noch Ball The Relation of Tibetan to Sumerian in PSBA XL [1918], 95ff.): alle diese Versuche scheiterten an der Wahllosigkeit, mit der das Material behandelt wurde. J. D. Prince hielt in der Ein­ leitung zu seinen Materials for a Sumerian Lexicon [AB XIX, 1908] insofern eine sprachliche Gemeinschaft beider Gruppen für möglich, als er für die vielen Homo­ phone des Sumerischen Verschiedenheit der musikalischen Tonakzente annahm. Indes dürften letztere im Chinesischen erst auf Grund von Abschleifung ur­ sprünglich mehrsilbiger Wurzeln ent­ standen sein, da das vorklassische Chi­ nesisch (vor 600 v. Chr.) noch Spuren von Mehrsübigkeit und Flexion aufweist. Eine Förderung des Problems läßt sich nur durch umfassende gemeinschaftliche Arbeit assyriologischer und sinologischer Fachleute erhoffen. Das gleiche güt für die Schrift. Die ältesten chin. Denkmäler sind kaum früher als ca. 1700 v. Chr. anzusetzen (vgl. B. Schindler Die chin. Schrift, Ostas. Ztschr. 1914—1918). Die chine­ sische Schrift ist eine Bilderschrift, die wie alle Bilderschriften auf eine Bildschrift zurückgeht; d. h. aus einem Bild, das einen Vorgang darstellt, den man nach Belieben in Worte fassen kann, ent­ wickelt sich eine aus Einzelbildern be­ stehende Schrift, die nach bestimmten Regeln in bestimmtem Wortlaut gelesen werden muß. Wie im Sumerischen gibt es im Chinesischen einfache und zusam­ mengesetzte Ideogramme, welche auch

für homophone Wörter verwendet wer­ den, die mit dem Bilde nichts mehr zu tun haben. Phonetische Komplemente und Determinative sind in beiden Syste­ men bekannt, werden aber nur in be­ sonderen Fällen benötigt. Da ich die Schrifterfindung als die größte Geistestat ansehen muß, die das Altertum geleistet hat, eine Tat, die unmöglich an drei Stellen (Sumer, Ägypten, China) gleich­ zeitig erfolgt sein kann, so erscheint es mir unabweisbar, daß die alten Bild­ schriften der Ägypter und der Chinesen erst durch sumerischen Einfluß zu einer richtigen Schrift umgestaltet worden sind (s. m. Aufs. Sumerische und chinesische Schrift, WZKMXXXIV [1927], S. 76ff.; vgl. ferner über das höhere Älter der sum. Kultur gegenüber der ägyptischen C. L. Woolley The Antiquaries Journal VIII [1928], S. 26ff.). Einige Zeichen für pri­ mitive Begriffe könnten direkt auf Ent­ lehnung beruhen (a. a. O. 84). Auf wel­ chem Wege die Beeinflussung vorgegan­ gen ist, bleibt noch dunkel. Wahrschein­ licher ist es mir, daß die Schriftkenntnis bereits aus der Urheimat der Sumerer (vor 4000 v. Chr.) nach Osten wanderte, als daß dies auf dem Umwege über die indische Harappa-Kultur geschah. Das Vorkommen bestimmter südlicher Tiere als Schriftzeichen (A. Forcke Der Ur­ sprung der Chinesen auf Grund ihrer alten Bilderschrift, 1925) ist kein zwingender Beweis für südlichen Ursprung der Schrift. Auch die Zähmung des Rindes haben die alten Chinesen der viel älteren sum. Kultur ebenso zu verdanken wie die rossezähmenden Indogermanen (Nord­ männer). Das zeigt schon der altchin. Name des Rindes *ngud, *gud (ngo, ngü), den A. Conrady Alte westöstliche Lehn­ wörter (BSAW, phil.-h. Kl. 77, Heft 3, S. 15ff.) auf sum. gud, gu zurückführt, worauf nach G. Ipsen (Indog. Forsch. 41, S. 174 ff.) auch idg. guou beruht. Die chin. Religion ist in ihrer ältesten Gestalt animistisch wie alle primitiven Religionen. Da die hiermit verbundenen Vorstellungen in der Natur des Homo sapiens (Projizierung des Ich auf das Nicht-Ich) begründet sind, ist äußere Be­

einflussung nicht anzunehmen. Mög­ licherweise gilt dasselbe auch von der schon höherstehenden Weltanschauung, nach der die Welt aus einem männlichen (Jang) und einem weiblichen Prinzip (Jin) besteht: das erstere manifestiert sich im Himmel (Tien), letzteres in der Erde (Ti). Hierin stimmt die chin. Vorstellung mit der altsumerischen (vgl. A. Ungnad Wesen des Ursemitischen [1925], S. 2Öf.) überein, steht aber im Gegensatz zur ägyptischen. Weiteres Material bietet A. Jeremias Das Alte Test, int Lichte des Alten Orients, 3. Aufl. [1916], S. 29. 96. 133. Alle diese Fragen sind aber nicht so geklärt, daß sie für vorgeschicht­ liche direkte oder indirekte Beziehungen zwischen sumerischer und chinesischer Kultur etwas Sicheres beweisen könnten. In der mit der Religion eng verbunde­ nen Himmelskunde bestehen insofern enge Beziehungen zwischen Babylonien und China, als beiderseits die Dauer des längsten Tages auf 14 Stunden 24Minuten angesetzt wird (F. Kugler Babyl. Mond­ rechnung [1900], S. 79ff.; M. Cantor Geschichte der Mathematik I, S. 82ff.). Diese Ansetzung paßt für 350 n. L., also für das alte China: es ist etwa die geogr. L. des Huangho in Honan (s. o.). Sie paßt aber nicht für Babylon (320 30') und noch weniger für Indien, wo sich die gleiche Angabe findet. Da sich die indische Harappa-Kultur (Material bei W. Wüst Über die neuesten Ausgrabungen im nordwestl. Indien, ZDMG LXXXI [1927], S. 259ff.) an altsumerische Kultur an­ lehnt, so werden wir den Ausgangspunkt für diese Berechnung auf eine prähisto­ rische Periode ansetzen müssen, in der die Sumerer am 35. Grad seßhaft waren, vielleicht an der persisch-afghanistanischen Grenze. Keinesfalls kann wegen der späteren Kultur Chinas letzteres der Ausgangspunkt sein. Ob hier überhaupt eine Beeinflussung Chinas durch den Westen vorliegt, ist sehr unsicher, da die geogr. Länge für Honan paßt und wir nichts Sicheres über die Himmelskenntnis Alt-Chinas wissen. Für den chinesischen Tierkreis muß wohl eine gemeinsame Quelle angenommen werden wie für alle Tierkreise, da hier das ‘Axiom der Paral­

lelentwicklung’ völlig versagt (Material bei F. Hommel Geographie, S. 224ff.). In der chinesischen Kunst lassen sich, von prähistorischer Keramik (s. V. Chri­ stian Belvedere I [1926], S. 295ff.) viel­ leicht abgesehen, keine Beziehungen zum Alten Orient feststellen. Einige impor­ tierte Bronzen, wie der Jaekelsche ‘Felis longujubata’ (Zool. Anzeiger LXX [1927], S. 225 ff.) zeigen starken Einfluß des sumerischen Kulturkreises; im übrigen lehnt O. Jaekel (Mitt. vom 5. Febr. 28) jeden Konnex der chinesischen Bronze­ kultur mit Sumerien (im weitesten Sinne) ab: diese baue sich vielmehr hauptsäch­ lich auf südsibirische Bronzenimporte auf. Die chin. Emaükunst ist verhältnismäßig jung (etwa 8. Jh. n. Chr., nach chin. Quellen sogar erst im 13. Jh. aus Europa importiert).

Literatur für China (ohne Eingehen auf die Beziehungen zum Alten Orient) findet man am bequemsten in Meyers Lexikon, 7. Auf!., II [1925], 1490L; 1495: 1503: *5°5Ungnad.

Chirurgie s. Anatomie und Heil­

kunst.

Chorsahad s. Dür-Surrukin.

Chossat, Edouard de, französischer Assyriolog der Frühzeit, geb.1826 inBourg (Ain). Er veröffentlichte: Essai d’une Clas­ sification du syllabaire assyrien. Paris 1873; Classification des caracteres cuneiformes babyloniens et ninivites. Paris (1874); Repertoire assyrien. Lyon 1879; Repertoire sumerien (accadien). Lyon 1882. Weißbach.

Christian, Viktor, geb. 30. März 1885

in Wien, war 1911 bis 1924 in der ethno­ graphischen Abteilung des Naturhistori­ schen Museums, zuletzt als Leiter, tätig und ist seit 1924 an der Universität Wien Professor der Semitistik (Assyriologie) und orientalischen Archäologie. Er ist Verfasser zahlreicher Arbeiten assyriologischen, archäologischen und vor- und frühgeschichtlichen Inhalts, z. B. Die Na­ men der assyrisch-babylonischen Keil­ schriftzeichen (MVAG 18, 1, 1913); Akkader und Südaraber als ältere Semiten­ schichte (Anthropos XIV u. XV); Die deiktischen Elemente in den semitischen Sprachen (WZKM XXXI); Untersuchun­

gen zur Paläethnologie des Orients (MAGW Bde. 54, 55 u. 58); Das Wesen der semiti­ schen Tempora (ZSem. V); Sprach- und Kulturpsychologisches (Festschrift für P. Wilh. Schmidt, 1928); Entwicklungspro­ bleme der altmesopot. Kunst (Wiener Bei­ träge zur Kunst- u. Kulturgeschichte Asiens ui); Die sprachliche Stellung des Sumerischen (Bab. XII) 1932. Weißbach. Chronik s. Geschichtsschreibung. Chronologie s. Zeitrechnung. Cilicien s. Hilakku. Cincihris (elam. Cincakris, bab. Sinsahris). Vater des Martija*, der sich gegen Därejawösch I. empörte. Bag. § 22; Hüsing Die iranischen Eigen­ namen, 1897, S. 30, 35ff.; Justi Iran. Namenb., S. 163 (haltlose Etymologie). König.

Cisantahma (elam. Cissantakma). Bab. Sit(i)rantahma/u gibt die medische Form Cißrantahma wieder. 1. Sagartier, der sich für einen Nach­ kommen des Hwahsatara ausgab, sich 522/1 v. Chr. gegen Därejawösch empörte, von Tahmaspäda besiegt, gefangen und in Arbela gepfählt wurde. Auf dem Re­ lief von Bagistän als einer der neun Lügenkönige abgebildet. Bag. §§ 33. 52> Kl. Inschr. g.; Bartholo­ ma e Air. Wb., Sp. 587; Justi Iran. Namenb., S. 164.

2. Keilinschr. nicht, nur griechisch als TQLzavTcux/uris überliefert. Als Feld­ herr genannt auf dem Griechenzuge des Chschejarschä I., Sohn des Artapäna I. (= Artabanos Herod. VII 182, 121, VIII 26) und wohl identisch mit C., Sohne des Agzaßa Zog (= Agzaßa Nog), der nach Herod. 1192 in Akkad beamtet war, aber kaum als Satrape. König WZKM XXXIII, S. 32h, 45L König.

Gispis (bab. Sispis). Sohn des Hahämanis; König von Ansan. Seine beiden Söhne sind Kurasch I. und Arijärämna I. Keine eigenen Inschriften. Er hat ungefähr zur Zeit des Assurbänipal gelebt. C. wurde dem Namen nach irrtümlich mit dem Gimmirrai Teuspa zusammengebracht, auf Grund der fehlerhaften Namensform Teionrjg bei Herodotos, die nicht auf ein

altpers. CaiSpis zurückgeht, das vielmehr nur Cispis zu lesen ist, wie auch das Elamische Cispis schreibt. Bag. § 2; Kl. Inschr. a § 2; V R pl. 35, Z. 21 = VAB III, S. XI und 4, Z. 21; Hüsing OLZ 1908, Sp. 319. König.

Classiker s. Griechen und Vorder­

asien.

Clay, Albert Tobias, geb. 4.12. 1866 zu Hanover (Pennsylvania), 1902 Dozent für semitische Sprachen und Archäologie an der Universität Pennsylvania, seit 1910 Professor an der Yale University in New Haven (Connecticut), gest. 14.9.1925. C.s Hauptverdienst liegt in der Herausgabe zahlreicher Keüschrifturkunden, seine Hypothese über Amurru ist dagegen ziemlich allgemein abgelehnt worden. Seine Werke sind: The babylonian expedition of the university of Pennsylvania (BE) Vlll 1; IX (zusammen mit Hilprecht); X; XIV; XV; University of Pennsylvania, the Museum. Publications of the babylonian section (UP) II 1; 2; Yale oriental series I, III; Babylonian records in the library of I. P. Morgan I, II, IV; Babylonian inscriptions in the library of I. B. Nies, IV; Light on the old testament from Babel, 1907; Amurru, the home of northern Semites, 1910; Per­ sonal names from cuneiform inscriptions of the cassite period, 1912; The empire of the Amorites, 1919; A hebrew deluge story in cuneiform, 1922; The Origin of biblical traditions, 1923; The antiquity of the amorite civilisation, 1924. EbeliT1g Clercq, Louis Constantin Henri Fran$. Xavier de, geb. 25. Dez. 1836 auf Schloß Oignies (Pas-de-Calais), gest. daselbst 27. Dez. 1901, brachte auf Reisen in Syrien und durch Ankäufe aus dem Kunsthandel eine der reichsten und schönsten Privatsammlungen von Gegen­ ständen der klassischen und der vorder­ asiatischen Kunst zusammen. Den Kata­ log dieser Sammlung begann er noch selbst 1885, erlebte aber nur das Er­ scheinen des 1. Bandes, der, wie der 2. Bd., in der Hauptsache von J. MYnant, unter Mitwirkung J. Opperts, vollendet wurde. Diese beiden Bände, die ausschließlich armenische, babylonische

und assyrische Altertümer enthalten, sind in Folio, die weiteren Bände wie auch der Registerband von A. deRidder bearbeitet, in Großquart. Collection de Clercq. Catalogue methodique et raisonne. T. 1: Cylindres orientaux. Paris 1888 f T. 2: Cachets, briques, bronze, basreliefs. 1903; T. 3: Les bronzes. 1905; T. 4: Les marbres, les vases peints et les ivo ires. 1906; T. 5: Les antiquites chypriotes. 1908; T. 6: Les terres cuites et les verres. 1909; T. 7 P. I: Les bijoux. P. II: Les pierres gravees. 1911. Tables generales. 1912. Weißbach.

Codex Hammurapi s. Gesetze. Coelesyrien s. Syrien.

Coma Berenices s. Sterne. Conaana s. Kammanu.

Comhe, Etienne, Orientalist und Theo­

log, geb. 20. März 1881 in Grandson (Kanton Waadt, Schweiz), studierte in Lausanne (1903 Licencie en theologie) und Paris (1908 Docteur de I’universite), wurde 1909 Attache Etranger libre am Institut fran^ais d’archüologie orientale in Kairo, war 1910—14 Erzieher der Söhne des Ex-Khedive, und ist seit 1916 Direktor der Bibliothek in Alexandria (Ägypten). Assyriologischen Inhalts sind nur seine ersten Arbeiten: Histoire du culte de Sin en Babylonie et en Assyrie. (These pour le doctorat.) Paris 1908; Bulletin de la religion babylonienne (Revue de l’hist. des relig. TT. 58, 60, 64, 65; 1908, 1909, 19H, 1912). Weißbach. Commagene s. Qummuhu. Gonfiscation s. Strafrecht. Contenau, George, geb. 9. April 1877 zu Laon, Conservateur adjoint du musee du Louvre, Verfasser zahlreicher Werke über babylonische und hettitische Kunst und Kultur, Herausgeber von Keil­ schrifturkunden. Seine Werke sind: La deesse nue babylonienne, 1914; Contribution ä l’histoire economique d’Umma, 1915; Umma sous la dynastie d’Ur, 1916; Trente tablettes cappadociennes, 1919; Tablettes cappadociennes (Musee du Louvre 4) 1920; Elements de bibliographie hittite, 1922; La glyptique syrohittite, 1922; La civilisation assyro - babylonienne, 1922;

Contrats et lettres d’Assyrie et de Babylonie (Mus4e du Louvre 9) 1926; La civilisation phenicienne, 1926; Les tablettes de Kerkouk et les origines de la civilisation assyrienne, 1926; Musee du Louvre, Antiquites orientales, 1927; Contrats neobabyloniens (Musee du Louvre 12), 1927; L’art de l’Asie occidentale ancienne, 1928; Manuel d'archeologie orientale depuis les origines jusqu’ä l’epoque d’ Alexandre,

1928.

Ebeling.

Corona borealis s. Sterne. Corvus, Crater, Cygnns s. Sterne. Craig-, James Alexander, geb. 5. März 1855 zu Fitzroy Harbor (Ont.), war 1893 bis 1915 Professor für Altes Testament, semitische Sprachen und hellenistisches Griechisch an der Michigan-Universität Ann Arbor. Von seinen Büchern sind zu nennen: The Monolith inscription of Salmaneser II. New Haven, Conn. 1887 (Leipziger Inauguraldissertation); Mssyrian and Babylonian religious texts. Vols. x u. 2. Lpz. 1895 u. 1897 (AB XIII); Astrological-astronomical texts copied from tke original tablets in the British Museum. Lpz. 1899 (AB XIV). Er begann auch eine Sammlung: The Semitic Series (New York 1901 ff.), zu der er selbst eine Über­ setzung von H. Wincklers Geschichte Babyloniens und Assyriens beisteuerte. Weißbach.

Gros, Gaston, Elsässer von Geburt, französischer Offizier, nahm 1903 als chef de la Mission frangaise de ChakUe in Tello (Lagas) de S arzecs Arbeiten wieder auf. Die Ergebnisse der Ausgrabungen

bis 1909 erschienen unter dem Titel Mis­ sion frangaise de Chald6e. Nouvelles fouilles de Tello par le commandant Gaston Cros, publiees avec le concours de L 2, Kol. III, Z. xo; Hommel Geographie s’. 296 (’fa-ban); Forrer Provinzeint. S. 25; DP II S. 87, Z. 25; Hinke Boundary Stone S. 220; King BBSt S. 57; ZDMG LXIX, S. 502. Eckhard Unger.

manassar III. im J. 857 eroberte (Mo. Rev. Z. 17. Obv. Z. 34, wo sie »Burg von Chatti, d. i. Syrien « genannt wird. Balawatplatte J [D] 1—3 und -inschrift col. III Z. 4 »seine Stadt«, vgl. Unger MVAG XXI, S. 189; Athen. Mitt. 45, S. 68). Sie entspricht dem byzantinischen AäßsKov und syr.-arab. Däbiq, dessen Name auch in der Form Däbeg (Mich. Syr. III 19; arab. marg Däbigh bei öi'än Abu’lBaqä, Reise Qaitbäis, Bull, de l’Inst. franc.. d'arch. or. XX [1921] S. 14 f-) vorkommt; noch heute heißen 2 Orte am Quwaiq Däbiq und Klein-Däbiq (Duwaibiq oder Toipuq), vgl. ZDPV 1923, S. 179 Nr. 151. Die Gleichsctzungen mit Dehbek (Maspero Hist. III S. 31) oder Teil Dülük (Doliche) bei 'Aintäb (De­ litzsch-Billerbeck BA VI S. 22, 1) sind aufzugeben. Honigmann. Dabir, Gottheit, geschr. dda-bi-ir, angeblich in einem Namen aus Drehern (neusumer. Zeit) belegt; es ist jedoch dda-gan(!) zu lesen. Langdon Drehern Nr. 47, Jean Rel. Sum. S. 129. Ebeling.

Dabirisu, Stadt in Babylonien (?), geschr. £ddci-bi-ri-i - hi, in einer Städte­ liste aus assyrischer Zeit genannt. II R pl. 53, Z. 41 a.

Ebeling.

Daban, Stadt, genannt in der Synchr. Gesch. (CT XXXIV) pl.40» Z. 29. Dazu Weißbach ZA XXXVI S. 61. Dieses D. — Dabanu ? Ebeling.

Dabite s. Tabite. Dabu, Stadt, geschr. älda-buki, in einer Städteliste genannt.

Dabanu-Ort. Eine Ortschaft £! Daba-nu wird in einem Kontrakte vom 11. XI. 39. Jahr des Nebukadnezar II. (VS III, Nr. 26; VAT 3019) genannt; ebenso DP II S. 97, Z. 7.

Daburu, Stadt in Babylonien. Ein Patesi {isag) der Stadt, namens Lu-balsag-ga, ist aus dem 57. J. Sulgis für diesen Ort bekannt.

Eckhard Unger.

Dabigu, Stadt in Bit-Adini, die Sal-

Scheil DP VI S. 15.

Ebeling.

ReisnerTUNr. 104, Rs..6 f.;De Genouillac Trouvaille de Drehern S. 12; Keiser YOS Res. IV 2, S. 16. Ebeling.

DADA—DÄDI4SIS Dada. i. patesi von Nippur, Zeit­ genosse der letzten beiden Könige der III. Dynastie von Ur. Siegel in Berlin (YA 2666): Messerschmidt Amtl. Be­ richte 30 (1908/9) Sp. 130 Fig 85; Ward Sealcylinders of West Asia S. 82 Fig. 226; transkr. n. übs. v. Thureau-Dangin VAB I S. 160, Z. 12. Siegelabdrücke: Delaporte OLZ 1911, S. 154f. und RA VIII (1911) S. 196, 20; Nies AB XXV Nr. 37A. Daten Su-Sin Jahre 5, 6, 7, 9; Ibi-Sin Jahr 2: Keiser YOS Res. IV 2 S. 23. 2. patesi von Surippak, Vater und Vorgänger des Haladda. Rübenförmiger Tonzylinder aus Fära: Koldewey MDOG Nr. 16 (1903), S. 13; Delitzsch daselbst S. 14 Anm. *; Thureau-Dan­ gin VAB I S. 150 III. 3. patesi von Umma, Zeitgenosse von Dada 1), Vater und Vorgänger des Gududu. Sicgelabdrücke Nikol’skij Dokumenty ... iz sobranija N. P. Lichaceva II S. 398 und 399 (Ibi-Sin Jahre 1 und 2). Daten Su-Sin Jahr 9; Ibi-Sin Jahre 1 und 2: Keiser YOS Res. IV 2 S. 27.

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OECT II W.-B. 444 S. 13: Zimmern ZDMG LXXVIII S. 32. Weissbach.

Daddf, GroQ-abarakku zur Zeit Sinsariskuns, Eponym (s. Eponymen). I R pl. 8, 6, Z. I; CT XXXIV, pl. 4, K. 1662, Z. 1. Ebeling.

Dadduniania s. Dätuhia. DadL Fürst von Hubuskia, von SamsiAdad V. (3, Feldzug) zur Tributzahlung gezwungen. I R pl. 30 II Z. 37; Luckenbill AR I § 718. Ebeling.

Dadia. Eine Gottheit Dadia, die man bisher in den Stellen King LIH III, S. 244, Z, 16; CT II pl. 13 Datum; II R pl. 50, Z. 9 a suchte, gibt es nicht. Es ist vielmehr zu lesen: bad bzw. e anda-sd-a Haus bzw. Tempel, der den Himmel erreicht. Ebeling.

Dadi’idri = Benhadad, s. d.

Dadi-ilu, F. von Kaska, zahlt Tiglatpileser III. Tribut. III R. pl. 9, Z. 52; Tiglatp. Ann. Z. 152 — Rost Tiglatp. S. 26; Lnckenbill ARI§ 772; Delitzsch Paradies S. 298. Ebeling.

Dadaga, Variante für Dada 1): Keiser YOS Res. IV 2 S. 23 Nr. 33. Weissbach.

Dadinna, Ort in Elam (?) von PuzurSusinak unterworfen.

4. Gottheit, geschr dda-da, in neu­ sumerischen EN. genannt nach einer Götterliste = Ninurta, nach einer an­ deren = Etallak, nach einer dritten = Adad in Mar.

Dadiualla, Stadt in Assyrien (?), in einer assyrischen Rechtsurkundc ge­ nannt.

Jean Rel. sunt. S. 129; Schroeder KAVI Nr. 63 III. Z. 34; 65 III, Z. 11; Weidner AK II, S. 74; CT XXIV pl. 24, Z. 69; XXV pl. 16, Z. 17. Vgl. auch UP I 2, Nr.112, Z. 54; Louvre XV, pl. XXVIII, Z. 252; VSVIII.Nr. 26, Z.29I; Langdon Liturgies 5. 43, Z. 9; 46, Z. 64; UP X 2, S. 192, Z. 6. und den EN Dada-rabi. Ebeling.

Dadaga s. Dada. Dadagula, ein göttlicher (daüag-Spieler und Sänger). CT XXIV pl. 24, Z. 65—66.

Musikant Ebeling.

Dadarsu s. Dädrsis. Dadasig. zweiter König der II. Dy­ nastie von Kis; Zahl der Regierungs­ jahre abgebrochen. Reallexikon der Assyriologie.

DP XIV pl. I f. Kol. II, Z. 15 = Barton RISA S. 158. Ebeling.

Johns ADD Nr. 59, Z. 10, s. dazu Bd. III S. 81. Ebeling.

Dadmus, ein mit Datuna identischer Ort, wenn die Lesung von II R pl. 50, Z. 65 ab nach Weissbach ZDMG LIII, S. 656, Winckler, Handexemplar von II R in Ebelings Besitz, Hommel Geo­ graphie S. 466, Anm. 3 richtig ist. Vgl. auch II R pl. 48, Z.15 c d: da-ad-us — da-tu-nu. Hommel Geographie S. 4660.,'499, 500; Delitzsch Paradies S. 231. Ebeling.

Dädrsis (bab. Dadarsu, elam. Tatursis, Tatarsis, aramäisch tj'^'n). Nach­ folger des an Stelle des ermordeten Bardija eingesetzten Reichshüter des Nord-

Ostens des Perserreiches mit der Residenz in Bähtris, steht auf Seite des Däre­ jawös I* und schlägt am 23. IX. des res sarrüti des Därejawös den auf­ ständischen Fräda von Märgus nieder, dann kämpft er gegen Frawartis bei Zuzu am 8. II., bei Tigrä am 18. II. und bei Hujäwa am 9. III. des ersten Jahres des Därejawös, den er dann in Hujäwa erwartet. Der Name ist in­ disch, dädhrsi (= kühn).

Bag. §§ 26, 27, 28, 38; Sachau Papyrus aus Elep'hantine Tf. 52 Z. 4, 6 (= Nr. 65);

Tf. 57 Stück 7, Z. 2 (= Nr. 70) und S. 198; Bartholomae Air Wb Sp. 731; Marquart Untersuchungen zur Gesch. Erans XX S. 166, zur Chronologie s. Därejawös I. König.

Dadu, Gottheit in EN belegt, wohl = Adad. Clay BE XIV S. 59; S. 169.

Personal

names

Ebeling.

Dadua, Kanal bei Telloh, in einem Text aus dieser Stadt erwähnt. ITT V, Nr. 8.

Ebeling.

Dädudu, Gottheit, geschr. dda-a-du-du, in einer Götterliste genannt. Louvre XV pl. XXVIII, XX, S. 103, VI Z. 6.

Z. 247 = RA Ebeling.

Daduhepas, Tawananna, Großkönigin von Hatti, Gemahlin des Suppiluliumas. Sie überlebte ihren Mann und konnte sich mit seinen Nachfolgern Arnuwandas (III.) und Mursilis (II.) nicht vertragen. Ihr Haß richtete sich namentlich gegen die Gemahlin des Mursilis, deren Tod sie durch Verfluchung verschuldet haben soll. Sie wurde deshalb und wegen anderer Eingriffe in die Rechte des Königs von Mursilis gemaßregelt . Quellen: Der Name nach KUBXXVI Nr. 57, Vs. 8, wozu 2 BoTU Nr. 25. tV Z. 8 (vgl. Forrer 2 BoTU S. *20 f.) stimmt. Sonst er­ scheint der Name in der offenbar identischen Form Danuhepas (anders, aber ohne Kenntnis der erstgenannten Stelle, Sommer:Ahhijava~ Urkunden S. 300 f.). Danuhepas mit dem Zu­ satz SAL. LUGAL „Königin“ Bo 4882, III Z. 15. KUB XXI Nr. 19 u. KUB XIV Nr 7 I. Z. 20 ff., KUB XIV Nr. 4 (dieses im Auszug übersetzt bei Forrer Forsch. I 1, S. iff.); KBo IV Nr. 8, KUB XIV Nr. 2 Z. 4. Ferner gelegentlich in Orakeltexten: KUB XVI Nr. 16, Rs. Z. i,Nr. 32, II Z. 1; vgl. auch KUB XV

Nr. 5,1 Z. 7.—DaßD. eine Ahhijava-Prinzessin. gewesen sei (Forrer RZLBd. 1 S. 54), hat an den Texten keinen Anhalt; s. Sommer Ahhijava-Urkünden S. 298 ff. A. Götze.

Dadum s. Dadusa. Daduna, Stadt in Assyrien (?). Johns ADD Nr. 1093, Z. 4.

Ebeling.

Daduni, Land, nach Hommel Geogr. S. 466, Anm. 3 mit Datunu, Datuna identisch, das wieder — Dadus bzw. Dadmus (s. d.) ist, und in der Nähe von Arzuhina liegend.

Harper ABL Nr. 641, Vs. Z. 5; II R pl. 48, Z. iscd; II R pl- 5oab, Z. 65. Ebeling.

Daduru, Stadt, in einem assyrischen Texte erwähnt. K. 12955 (Bezold Catal. S. 1277). Ebeling.

Dadus s. Dadmus. Dadusa, Sohn des patesi Ibiq-Adad von Tuplias. Weihinschrift für seine Tochter Ilibsina Schroeder OLZ 1914 Sp. 246; Ziegelhruchstück in Berlin VS I Nr. 113, ergänzt von Schroeder a. a. O. Sp. 247. zu Da-du-[um]. Der richtige Name Dadusa durch Funde bei neuen Ausgrabungen in Tuplias fest­ gestellt (s. Frankfort, Jacobsen and Preusser Teil Asmar and Khafaje S. 35, Anm. 2). Weissbach-Ebeling.

Daeba. Die elamitische Stadt D. wurde von Assurbänipal auf seinem 7. Feldzuge erobert (Rassam Zyl. Kol. V, Z. 44)-

Streck VAB VII, S. 47; Luckenbill AR. II, § 804; Delitzsch Paradies S. 328. Eckhard Unger.

Dag, Gottheit geschr. DAG, wenn wirklich so zu lesen, in Wirtschafts­ texten aus Fara zu belegen. Deimel Wirtsch. Fara S. 26.

Ebeling.

Daga, Gottheit, geschr. dda-ga\ so nach Nies Ur Dyn. S. 98. Es ist je­ doch unsicher, ob man die Zeichen­ gruppe so zusammenzufassen hat. Ebeling.

Dagal, Gottheit, geschr. dda-gäl, nach Deimel Pantheon S. 99 und Jean Rel. sum. S. 129; unsicher. Ebeling.

Dagala s. Daqala. Dagalsuhalbi s. Gula. Dagalusumgalanna s. Tammuz. Dagan. Gottheit. Der Name, auch Dagana (Johns ADD Nr. 212 Rs. Z. 13) und Daguna (Harper ABL Nr. 357 Rs. Z. 5), geschrieben, im Hebräischen zu p~ geworden, läßt sich aus dem Assyrischen nicht herleiten, wie aus zeit­ lichen Gründen auch eine Zurückführung auf hethitisches tegan ,Erde' und hebrä­ isches 3“ ,Fisch* (so Menant, Tiele, Lagrange, Hoffmann, Jeremias, Volz) oder p” .Getreide' (so Philo Byblios, Pietschmann, Hrozny) abwegig ist. Falls der N. nicht sume­ risch ist — hier heißt dagan etwa .All­ heit' — wie dies schon Schräder und Delitzsch vermuteten und jetzt Pinches und Schlobies wollen, so bleibt uns nur die Annahme, daß er aus der Sprache eines vorsemitischen Volkes stammt, das in prähistorischer Zeit am oberen Euphrat saß. Verehrung. Ausgangspunkt des Kultes werden die oberen Euphratländer Mari, Jarmuti, Ibla und Hana sein, wo er von Sargon dem Großen an bis c. 1800 reichlich belegt ist (MJ XIV S. 234 ff. u. Poebel HGT S. 277; AfO III S.119; Cod. Ham. IV Z. 23 ff., ZA XXI S. 248; MDOG LIV S. 23; Thureau-Dangin LC Nr. 237, 238; Syria V S. 271; VS VII Nr. 204; MAOG IV S. 1 ff.; RA XI S. 136 (?) und eine Reihe von mit D. gebildeten EN). Vielleicht hat dann die Hurriterherrschaft den Dagankult verdrängt, jedoch scheint er bei Sargon II von Assur (Cyl. Z. 6) noch einmal erwähnt zu sein. In Babylonien war D. schon in sume­ rischer Zeit bekannt (Weihinschrift für ’D. von Eannatum, Gadd, Ur-Excavations Texts Nr. 297). Sein Kult ist uns bis zum Jahre 473 (ein EN, BE VIIIi, Nr. 120 Z. 17) bezeugt (Gadd a. a. O. Nr. 275; BE IIIi Nr. 37; RA XXIII, S. 37; Cod. Ham. IV Z. 23 ff.; I. R. pl. 4 XVx; de Clercq Catalogue S. 245;

YOS II Nr. 133; UAC S. 139; viele EN, darunter die von Königen und Statt­ haltern, sind mit D. gebildet). Der G. fand auch in der religiösen Literatur Babyloniens Aufnahme: Irra-Mythus C Rs. II Z. 45 ff.; RA XVI S. 145 ff.; CT XXIV pl. 6, Z. 22; VS. I 22, Z. 120; AK I S. 26 Rs I Z. 28. Seine beson­ deren Förderer waren die Könige der Isindyn. und Hammurapi. In Assyrien nennt Salim-ahum (c. 2070—2050) den G. zum ersten Male (AOB I: IIIi); sein Kult war im alt­ assyrischen Großreich bekannt (ZA XXI S. 248). Inschriftliche Belege (KAVI Nr. 72 Z. 12; AOB I: XXI Z. i6(?); KAHI II Nr. 84 Rs. Z. 76 f.; KB I S. 54; IR pl. 29 Z. 18 f. = 32 Z. 18 f.; MVAG 1898, 6, S. 10; KB II S. 38; Neubauer The. Book oj Tohit (Oxford 1878) S. 20 Z. 4; Luckenbill AR II § 761 B; I R pl. 17 Z. 10 f.; KARI I Nr. 25 II Z. 3 ff.; KARI III Nr. 102, Z. 32; Craig ABRT II Nr. 21; AJSL XLII S. 115 f. passim; King Magic Nr. 2, Z. 44; KAVI Nr. 42, Vs. I Z. 22JL = 43 Vs. I Z. 3 ff.; Johns ADD Nr. 1013 u. 1072) ferner eine Reihe mit D. ge­ bildeter EN, darunter drei von assyri­ schen Königen, zeigen die Verehrung der G. bis in die letzten Tage Assurs. Die assyrische Handelskolonie Kanis in Kappadozien (um 2000) kannte, nach dem Namen des Helden im Sar-tamhariEpos Nür-dDaggal = Nür-dDagan (Weidner Bogh. Stud. IV S. 62 ff.) und drei anderen EN, die den Namen D. führen, zu schließen, gleichfalls den Kult des G. Nach Palaestina ist D. lange vor der israelitischen Zeit gekommen. Das beweist das Vorkommen von Orten namens Beth-Dagon in einer äg. Liste asiatischer Städte, deren Ursprung in der Zeit Ramses’ II. liegt (Müller Eg. Researches I 49 pl. 68, Z. 72; Burchard Altkan. Fremdwörter Nr. 331) — Kult­ orte D.s, von denen einer auch Sanherib (Prisma II Z. 65 = KB II S. 93, Z. 65) und Esmunazar von Sidon (Lidzbarski Altsem. Texte I Nr. 7 Z. 16) bekannt

100

DAGAN

war, ebenso wie die Bibel 2 Plätze dieses Namens in Juda (Jos. 15,41) und Asser (Jos. 19,27) nennt —, ferner der Name eines südpal. Stadtfürsten der Amarnazeit DDagan-takala (Knudtzon VAB II Nr. 317, Z. 2, 9, 13; 318, Z. 4), und die Aufdeckung eines Dagantempels in Beth-San durch die Amerikaner (MJ XVII S. 294 ff.). Die Philister unter­ warfen sich nach ihrem Eindringen dem Kulte des G. so intensiv, daß das AT den D. nur als Hauptgott der Philister kennt (Ri 16,23 ff., x- Sa- 5! i- Chron. 10,9 f.; 1. Makk. 10,83 ff. u. n,4): Nach dieser letzten Quelle ist der Dagontempel zu Asdod erst 150 v. Chr. durch Jonathan zerstört worden. Josephus (?Ant. XIII K. 8,1), Hierony­ mus (zu Jes. 46,1) und Euseb (Onomastica sacra ed. Lagarde3 373 cf. 189M) hatten wohl von der Verehrung des G. noch nähere Kenntnis. Heute existieren drei Dörfer Beit-Degan in Pal., eins bei Akka, eins nw. von Lydda und das letzte östl. von Nabulus. In Phoenizien hat D. zur Amarnazeit und früher große Verehrung genossen. Das ist neuerdings unter Beweis gestellt durch die Funde von Ras samra. Dort wurde ein großes altphoenizisches Epos entdeckt, in dem D. als große Gottheit auftritt (Syria Bd. X pl. 67 Nr. 9 Z. 3; Bd. XII pl. 38 Z. 24). Schon vor diesen Funden besaßen wir einen Siegelcyl. aus dem 7. Jahrhundert, der in phoen. Schrift die Worte Baal Dagon auf­ weist. Im Etymologicon magnum (ed. Gaisdorf 1848; 196,53) wird D. als 6 hpövos 6iro 166, 402, Prunkinsch Z. 117, Huitieme camp. Z. 42; Billerbeck Susa S. 81, 173; Streck ZA XV S. 477; Prä sek Gesch. der Meder und Perser I S. 92ff., 102I, in. König.

Dam, Gottheit, geschr. ddam, in altund neusumerischen EN belegt. Iden­ tisch mit ddam-me ?

De Genouillac TSA S. 105; Huber Personenn. S. 173; Jean Rel. sum. S. 129; Clay BE XV S. 54. Ebeling.

Damaisuhalbi s. Gula. Damänu, 1. Kanal in Babylonien, in einem Briefe Hammurapis an Sinidinnam erwähnt. King LIH III, S. 14, Nr. 71 = VAB VI, Nr. 42, Z. 4, 7, 9. Hommel, Geographie S. 189. Ebeling.

2 (?). Stadt in Babylonien, in einem neubabylonischen Kontrakte erwähnt. Ungnad VS III Nr. 26, Z. 3.

Ebeling.

wromwHHMwmimiwmwmwii«

DAMAR—DAMDAMUSA Damar, Stadt, geschr. dtda-mar, in Babylonien, in einem neubabylonisclien Kontrakte erwähnt. VS III Nr. 159, Z. 17.

Ebeling.

Damas, — auch die Lesung Dab/par wäre möglich — Gebirge des LAM. GALBaumes, in einer Liste erwähnt. II R. 51, Nr. 1, Z. 7; Delitzsch Para­ dies S. 101. Ebeling.

Damascius s. Berossos. Damaskus, Stadt in Mittelsyrien. In der Amarnazeit, in der sie zum Lande Ube gehörte (VAB II Nr. 63), spielte sie noch eine unbedeutende Rolle (VAB II S. iiiyf.). Sie geriet damals unter die Herrschaft des Aziru von Amurru (Nr. 107, Z. 28). Der Name der Stadt wird Dimasqa, Timasgi u. ähnl. geschrie­ ben; bei den Ägyptern kommt neben tjmsqw (Thutm. III. Rezenuliste 13) unter Ramses III. die Schreibung tjrlmskj vor (Müller Asien u. Europa S. 234), die dem späteren aramäischen Darrneseq (1 Chron. 185f.), Darmasoq ent­ spricht und als erstes Zeichen des Vor­ dringens der Aramäer anzusehen ist. Die Geschichte des aufblühenden Aramäerreichs von D. ist zum großen Teil nur aus der Bibel bekannt (Kraeling, Aram and Israel 46-52). Mit den Assyrern stieß es zum erstenmal in der Schlacht bei ßarqar zusammen, in der Salmanassars III. Hauptgegner Bir-idri von D. war (über diese Form des Namens des biblischen Benhadad II. vgl. Zim­ mern Hilprecht-Studien S. 299ff.). Auch 848 und 845 kämpfte dieser zusammen mit Irhuleni von Hamath an der Spitze eines Staatenbundes von »12 Königen vom Gestade des Meeres« gegen Salmanassar. Ebenso zog Salmanassar 841 und 838 gegen Benhadads II. Nach­ folger Haza’ilu, der sich auf dem »Berg­ kegel Saniru (s. d.) an der Front des Libanon« verschanzt hatte, schlug ihn und belagerte D., mußte sich jedoch mit der Verwüstung der Parklandschaft um D. und des Gebietes bis zum Hauran begnügen. Mar’i von D. wurde von Adadniräri III. in seiner Hauptstadt belagert und zur Unterwerfung gezwun­

gen; es ist fraglich, ob dieses Mar'i, d. h. aramäisch »mein Herr«, nur als Titel Benhadads III. oder als Name seines Nachfolgers zu verstehen ist. Ben­ hadad III. war der Hauptgegner des Zakir von Hamath, nach dessen In­ schrift er an der Spitze eines Bundes von 17 Königen die Festung Chazrak belagerte (er heißt auf dieser Inschrift »Barhadad, König von Aram«). Tiglatpileser III. schlug den letzten König von Aram, Rasunnu (Resön der Bibel), er­ oberte den Stammsitz seines Hauses, Chädara (j. wohl cAdrä 20 km nordöst­ lich von D.), und zahlreiche Orte der Umgegend — darunter Kurussä (s. d.), Irma und Metuna (nach Forrer Pro­ vinzeint. S. 63 das römische Mothana, j. Imtän) — und schließlich D. selbst. Das Eselland [mät{Sa) imeri-su), wie die Assyrer das aramäische Reich von D. zu nennen pflegten (der Name ist noch nicht befriedigend erklärt; vgl. Krae­ ling Aram S. 46,2; Haupt ZDMG LXIX S. 168—172; Streck VAB VII, S. 780), wurde zur assyrischen Provinz gemacht. Der Eponym von 694, Ilu-ittia, war ihr Statthalter. Unter Sargon beteiligte sie sich an dem Aufstande des Ilubi'di von Hamath. Assurbanipal nennt D. als Etappe auf seinem Zuge durch die Wüste gegen die Nabatäer (VAB VII S. 72.74). Honigmann.

Damasu, König von Kuri (KoApiov) auf Zypern, leistet mit anderen zypri­ schen und syrisch-palestinensischen Für­ sten Beihilfe zu Bauten Asarhaddons, unterwirft sich Assurbanipal auf dessen Zuge gegen Tarqu von Ägypten (667/6) und stellt Truppen. Asarh. Prisma B V Z. 67 (Thompson. The Prims ofEsarhaddon and Ashurbznipal S. 25} Assb. Cyl. C I Z. 41 (VAB VII S. 140). Streck VAB VII S. CCCLXX; Literatur zur zyprisch-syrischen Städte- und Eürstenliste Asarhaddons und Assurbanipals s. Streck aaO. S. 141 Anm. 2, cf. Anm. x, 3, 4. Schawe.

Damdamusa, die Stadt D., nördlich des Kasiari*-Gebirges (Tür-£Abdin), war eine »Königsstadt« Assyriens, von Sal­ manassar I. (?) zu Assyrien geschlagen

(Band I, S. 215), im Jahre 882 von I Süßwassers als Gabe für Damgalnunna Assurnasirpal II. aus einer Belagerung | werden ITT II 2941 erwähnt. Vgl. auch durch den aufständigen Gouverneur Hulai MVAG XXI, S. 23, Z. 14, 26; S. 24, von Luha befreit, später im 18. Jahre Z. 26. Der Name Damgalnunnas fehlt (866) dem Iläni von Zamani abgenom­ auch nicht in den neusumerischen reli­ men (Band I, S. 217). Genaue Lage ist giösen Texten (s. Langdon UP X 4, S. 294, 296; Thureau-Dangin RA unbekannt. Die Schreibung ist alDa-amXIX S. 178, Z. 26: e-mah egi = Prin­ da-mu-sa (Annal. Kol. I, Z. 103), Var.: Dam- (Annal. Kol. III, Z. 105}; der Mo­ zessin im Emah; und die Kopien späterer Zeit Reisner SBH Nr. 48, Vs. Z. 27 nolith von Kurch (Kol. II, Z. 48; 53) [als ama es-mah]; Nr. 21, Rs. Z. 26 [hier schreibt zweimal: Dam-am-dam-mu-si ist ebenfalls ama es (l) -mah zu lesen]; (Var.: sa). Langdon Liturgies Nr. 46, Z. 7; 56, Luckenbill, AR, I, §§ 444, 445. 4®°. Rs. Z. 23; S. 31, Z. 6; 36, Z. 6; 73, Z. 16; 502; Streck ZA XIII, S. 73. Forrer Provinzeint. S. 22I, 26t Eckhard Unger. 129, Z. 42). Erste babylonische Dynastie: HamDamgal, Gottheit, geschr. ddam-gal, in murabi setzte nach seinem Codex Opfer­ neusumerischem EN. genannt. gaben für D. fest (IV, Z. Außer­ Deimel WF S. 34. Ebeling. Damgalnunna, Gottheit, Gattin des dem wird Damgalnunna mehrfach neben Enki (Ea), des Gottes des apsü, des Süß­ Ea erwähnt (s. Kohler-Ungnad HG Nr. 979,1069,1881; Scheil DP VI, S. 53; wasserozeans (s. Weidner AK II S, 14, Schorr VAB V S. 501, Nr. 104 a; Thu­ Z. 25). Damgalnunna bedeutet wohl reau-Dangin LC Nr. 83; Schroeder »Große Gattin des erhabenen (apsü)«. VS XVI S. 101; EN. Silli-Damkina). Die Akkader deuteten es sarrat apsl Ungefähr in die Zeit der 1. bab. Dyn. »Königin des apsü« (s. V R pl. 51, Z. 24, 25 b). Ein anderer Name für D. war gehören wohl auch die Inschriften IbikDamkianna, zusammengezogen Dam- Istars (s. Messerschmidt VS I Nr. 32; Schroeder ZA XXXI, S. 91 ff.), und kina, was wohl nur heißen kann: »Gattin Takililisus (Spcleers Recueil des In­ Erde des Himmels«. Der Name Damscriptions Nr. 329, Z. 5f.) nach denen kina läßt sich bisher zuerst in einem EN Ea und Damkina Götter von Malgü waren. aus Drehern aus neusumerischer Zeit In kassitischer Zeit erwähnt Agum nachweisen (s. Schneider Orientalia 8, (kakrime) Ea und Damkina als äsib apsl S. 3g). Für die Identität von Damkina rabi »die im großen apsü wohnen« (s. und Damkianna vgl. Weidner AK II, KB III 1, S. 150, Z. 40). S. 14, CT XLI pl. 44, Rs Z. 7. Der In neubabylonischer Zeit kann ich die Name Damkina hat sich in der griechi­ Göttin bisher unter den Namen Dam­ schen Literatur in der Form Dauke er­ halten (s. Damascius De primis princi- galnunna und Damki(an)na außer in dem Neujahrsfestritual Thureau-Dan­ piis, ed. Kopp cap. 125). gin Rit. acc. S. 139, Z. 324 (damkianna Damgalnunna gehört zu den ältesten bi-lat Same u irsiti »Herrin Himmels und Gottheiten Babyloniens als Gattin Ender Erde«) in nicht religiösen Texten kis, der in dem Zyklus altsumerischer nicht nachweisen. Zu den Stellen Lang­ Lieder (s. Zimmern ZA NF V, S. 245 ff.) don VAB IV S. 66, Nr. 4, Z. 2 und S. 231, als erster genannt wird. Neusumerische Zeit: Sulgi erbaute der Z. 3, wo D. unter dem Namen Ninmenna Damgalnunna in Nippur einen Tempel vorzukommen scheint, vgl. Deimel Pantheon S. 101 und Langdon in der (s. Thureau-Dangin VAB I S. 192I). In Lagas und Umma erhielt die Göttin Anm. zu S. 231, Z. 3. In neuassyrischer Zeit läßt sich Dam­ Opfergaben (s. de Genouillac ITT II, kina — abgesehen von Götterlisten und 5280, Z. 51; Umma 6053 I, Z. 20; Rs. II, Z. 6). Fische des Meeres und des religiösen Texten — mehrfach belegen,

Assurnäsirapli II. baut Ea und Damkina einen Tempel in Kalhu (Luckenbill AR I § 524). Assumiräri VI. erwähnt Ea und Damkina neben anderen Göttern als Zeugen eines von ihm geschlossenen Ver­ trages (Luckenbill AR I § 760). Sanherib stellte beide Gottheiten mit anderen auf einem Bilde dar (AfO VIII, S. 22 f.; Luckenbill AR II § 447). Nach Schroeder KAVI Nr. 42 I Z. 30 wohnte Damkina im Hause des Easarri in Assur, nach KAVI Nr. 43 II Z. 23 und 180 III, Z. 4 im dortigen Tempel der Gula. In der assyrischen Schilderung einer Krönungszeremonie wird auch Damkina erwähnt (Ebeling KARI Nr. 137, Z. 11). Kultstätten: Assur (s. o.); Babylon (s. Neujahrsfestritual oben); El-'Obeid (s. AK I, S. 43); Eridu (mit Ea); Kalhu (s. o.); Lagas (s. o.); Malgü (s. o.); Nippur (s. o.); Umma (s. o.). Namen: An Beinamen bzw. Doppel­ gängerinnen der D. nennen die Götter­ listen CT XXIV pl. 15, Z. 55—63 und CT XXIV, pl. 27, Z. 16ff. noch: dninme-te-abzu (die Herrin, Zier des apsü), dnin-me (?)-abzu (die Herrin, ? des apsü), dnin~gi-kug-ga (Herrin des heili­ gen Rohres), dnin-ti (Herrin des Lebens = belit baläti), dnin-me-dim-an-n «(Herrin der Gestaltung [Gliedmaßen] des Him­ mels), dnin-me-dim-an-ki (Herrin der Gestaltung Himmels und der Erde), ähal-la-an-kug (die heilige?), dbur-suSAL (die Alte), dbur-su-sikil {EL) (die reine Alte), dnin-I-Sl-abzu (Herrin? des apsü). Für den Namen Ninki vgl. Strassmaier AV Nr. 1861. Von der Dienerschaft Damkinas wer­ den CT XXIV, pl. 16, Z. 46—48 und pl. 29, Z, 95—97 das »Ohr« und der »Verstand« (uznu und hasisu) als sukkallu genannt, zwei GUD. DUB CT

xxiv pi. 17, z. 59; pi- 29, Z. 105 f.

Aus religiösen Texten der assyrischen Zeit seien folgende interessante Stellen zitiert: Ebeling KARI Nr. 102 Z. 21: die Ohren Ninurtas sind Ea und Dam­ kina; Enuma elis I, Z. 780.: Ea und Damkina als Eltern Marduks nach der

Version Langdon OECT VI S. goff.; in Bußpsalmen Langdon OECT VI S. 3, Z. 13; 34, Z. 8; 79, Z. 14; King Magic Nr. 4, Vs. Z. 9Ö.: ein Hymnusauf Damkina: D. ist danach »Königin aller Göttinnen, Gattin des Ea, die Tapfere, Irnina (!), . . . ,die erhabene unter den Göttern, . . . die kluge unter den Anunnaki, die kundige unter den Igigi, die Herrin von E-engurra, die kanutu von Ea[. .], die bewohnt den apsü, Herrin Himmels und der Erde«.. Im Beschwörungsritual: Zimmern Surfiu 3, Z. 140; BBR Nr. 26, III, Z. 46f. Als Tier der Damkina wird in Ebe­ ling KARI Nr. 54, Z. 8 der Löwe ge­ nannt. Nach CT XXXVIII, Pl. 31, Z. 14 deutet es auf die »Hand der Damkina« [qat ddam-ki-an-na), wenn eine Taube im Hause eines Mannes »weint«. Damkina am Sternenhimmel: als kakkabMAR. GIB. DA. AN. NA, d. i. ursa minor (s. CT XXXIII, pl. 1, I Z. 20; Meissner BuA II S. 411; Weidner Babyl. Astronomie S. 35 und AfO IV S- 83). Deimel Pantheon Nr. 700; Jean Rel. sum. S. 48. Ebeling.

Damhirsch s. Hirsche. Damigi, Ort in Babylonien, mehrere Male im Obelisk des Manistusu genannt. Scheil DP II S. 51; S. 17, XV Z. 24;. XVI, Z. 10. Ebeling.

Damiq-ilisu (zur Schreibung vgl. Poebel UP IV 1 S. 139). 1. Letzter König der I. Dynastie von Isin, Sohn seines Vorgängers Sin-magir,. herrschte 23 Jahre (1983—1961 Weid­ ner) gemäß der Königsliste Philadelphia. CBM 19797 (Hilprecht BE 20 I Nr. 47 u. pl. XV; PoebelUP V Nr. 5) Rev. 23. In seinen Inschriften (Tonnägel Poebel UP V Nr. 73 und pl. C. III; Legrain UP XV Nr. 85 pl. VIII) berichtet er den Bau der Mauer (Festung) von Isin, ge­ nannt Damiqilisu-migir-Ninurta. Rim-Sin von Larsa eroberte in seinem 26. Regierungsjahr die »Stadt des D.® und in seinem 31. Regierungsjahr die Hauptstadt Isin selbst (Grice YOS Res. IV 2 S. 33. 36). Daten aus der Regie­

rungszeit D.s Scheil RT XXIII S. 93 sund Sippar S. 140; Hilprecht a. a. O. S. 49f.; Poebel UP V 71 u. 72. 2. Dritter König der I. Dynastie des Meerlandes, soll 36 Jahre (1768—1733 Weidner) regiert haben: Königsliste A (CT XXXVI 24 Col. I Z. 6 geschr. 1 Sigs. An); B (Br. M. 80-11-12, 3 Rev. Z. 3 geschr. Liam-qi-i-li-su). Der erste König der II. Dynastie des Meer­ landes, Simbarsipak, entstammte gemäß Chronik Sm. (King CEBK II Sp. 52) einer Dynastie Sig$. An. Sü. Dieser Name kann Damiq-ili-su gelesen und auf einen der beiden Könige D. bezogen werden. "Weißbach.

Damiq-Rammäns. Sa-Damiq-Ramm an). Datnka s. Adad. Damki(an)na s. Damgalnunna. Damku s. Damu. Damme s. Dam. Damnaus. Tukulti-Ninurta I. eroberte das Land D. (mät Da-am-na-us), das wohl im Nordosten von Assyrien lag. KAHI II, Nr. 60, Z. 78; Luckenbill, AR, § 166. Eckhard Unger.

der Scheidung und Klärung wird aber nicht immer auf Erfolg rechnen dürfen. Denn der Babylonier selbst, insbeson­ dere der Sumerer, war nicht imstande, eine solche Trennung vorzunehmen, ja. man hat den Eindruck, die Vielheit der Namen sei eine Folge der Unfähigkeit, die Quelle des bösen Einflusses, den man an sich spürt, sicher zu bestimmen. Je häufiger das Grauen vor den un­ sichtbaren Mächten sich meldete, um so größer wurde auch die Zahl der Namen, die man bei den verschiedenen Anlässen, bei Krankheiten und Un­ glücksfällen, prägte. Denn alles das war Werk der Dämonen. Diese Erkenntnis darf uns jedoch nicht hindern, das inschriftliche Material, welches für jeden Namen zur Verfügung steht, vorläufig zu sammeln. Einige Dämonen bekommen wenigstens in as­ syrischer Zeit charakteristische Züge (z. B. Lamastu) und wir wissen bei der Lückenhaftigkeit unseres Materials im­ mer noch nicht, ob dasselbe sich nicht auch bei anderen Dämonen, die uns vorläufig schattenhaft und unbestimm­ ten Charakters erscheinen, bei Vermeh­ rung des Materials heraussteilen wird. Es würde zu weit führen, wenn man das Treiben der bösen Schar hier schil­ dern wollte. Es ist geradezu schauerlich zu lesen, wie diese bösen Dämonen über Menschen und Tier herfallen, um ihnen ohne Gnade den Garaus zu machen (Einzelheiten bei Thompson Devils and evil spifits in Babylonia und Fossey La magie assyrienne).

Dämonen. Zwischen Göttern und Menschen ste­ hen die Dämonen, als Diener der Götter und Feinde oder Helfer der Menschen. Ein wesenhafter Unterschied besteht zwischen ihnen und den großen Göttern nicht, sondern nur einer des Grades. Sie gehören zur Götterwelt, müssen sich aber mit geringerer Macht _ begnügen, was nicht ausschließt, daß sie auch als x. Die Dämonen der sumerischen wütende Gegner großer Götter auftreten. Beschwörungen. Sie sind den Soldaten vergleichbar, die im i Ein sumerischer allgemeiner Name für Gegensatz zu den Führern in Scharen j Dämon ist udug. Unter diesem fassen auftreten, in denen das Individuum die sog. sumerischen Beschwörungen seine Bedeutung verliert. (in der Hauptmasse CT XVI, XVII Die bösen Dämonen sind stark in der veröffentlicht, vgl.weiter Falkenstein, Überzahl. Wir finden in den Texten Die Haupttypen der sumerischen. Be­ viele Namen solcher bösen Geister. Die heutige Wissenschaft ist natürlich be­ schwörung) eine Gruppe von sieben Dämonen zusammen (7 udug-hul-a-meS). müht, die Eigenschaften jeder Gestalt und die wesentlichen Unterschiede unter Ihre Namen sind im speziellen nach der ihnen festzustellen. Ein solcher Versuch einen Version sum. asag, namtar, udug,

IBBBBBBBIBaMBSfiSMBBMBBMflflai

ala, gidim, galla, dingir-hul = akk. asakku, namtaru, utukku, alü, etimmu, gallü, ilu limnu (CT XVII pl. 9 Z. 2 ff.), während eine andere anstatt asakku und namtaru vielmehr maskim (rabisu) und dimme (lamaStu) nennt (CT XVII pl 1, 5 Z. 30 ff.). Sie werden Kinder Anus ge­ nannt, ihre Mutter aber ist die Erde. Sie sind Ausgeburten der Hölle, Send­ boten des Namtar, des Wesirs des Nergal, dem sie voran ziehen. Ihre Wohn­ sitze sind die Gräber, die Einöden und die Wüste, denn sie sind im Grunde alle Totengeister oder, besser gesagt, der Tod in verschiedener Gestalt. Eine Betrachtung der einzelnen Dämonen mit Hilfe auch der Angaben außerhalb der sumerischen Beschwörungen wird das deutlich machen.

Eine Verschmelzung der sieben Dämonen zu einer einzigen Persönlichkeit stellt die sog. Siebengottheit (Sibi[tti~\) dar, deren Wesen allerdings auch noch andre Deu­ tungen zuläßt, so daß sie eine Sonder­ behandlung verdient (s. Sibitti und Irramythus).

a) Beginnen wir mit dem Dämon udug (akk. utukku), dessen Name ja, wie gesagt, für alle sieben gilt. Er bedeutet sichtlich Totengeist (vgl. Gilgamesepos Taf. XII Z. 84 ff. nach Thompsons Ausgabe, wo der utukku des toten Engidu dem Gilgames erscheint). Man könnte daher auf den Gedanken kom­ men, udug als = ud-ug = »der tote UD(Geist)« zu erklären. b) Ein Synonym von utukku in der Bedeutung »Totengeist« ist gidim (akk. etimmu). Ich erkläre den Namen als »Gerippe« (wörtlich »Rohrgebilde«). Wenn der etimmu hier unter den »Bösen Dämonen« erscheint, so sind damit die Totengeister gemeint, die entweder eines Grabes und der Totenspenden nicht teilhaftig geworden sind oder das Ziel des Lebens nicht erreicht haben, weil die Menschen, zu deren Leib sie gehören, eines gewaltsamen Todes oder als Kinder (vgl. dazu kubu) oder Unverheiratete oder Kinderlose gestorben sind. c) Asakku. Der asakku ist der Tod, die Vernichtung, die sich vielleicht in

einer bestimmten Seuche manifestiert (KARI Nr. 32, Z. 12: asag mütu muttabriru). Das zeigt auch die Etymologie des Wortes asag = asakku, das aus den Bestandteilen d = »Kraft« und SAGj SIG — »zerschlagen, zerschmettern« zu­ sammengesetzt ist. Das Sternbild, in dem die Babylonier den Leib des asakku erkannten, wird daher auch sinngemäß das Leichnamgestirn genannt (V R pl. 46, Z. 28; ZA VI S. 242, Z. 12, s. Lands­ berger AK I S. 74). Weder Mensch noch Vieh wird von ihm verschont (Clay Deluge Story S. 63, Z. 35: isSakin ana nise a-sa-kw, vgl. auch Virolleaud ACh 2. Suppl. 32, Z. 18. Für Vieh RA III, S. 125, Z. 9). Nach CT XVII pl. 9, Z. 2 packt er besonders gern des Kranken Kopf. CT XVII pl. 3, Z. 21 ff. gibt eine romantisch-schauerliche Schil­ derung seines Treibens, die mit unseren Vorstellungen von dem Tode gut über­ einstimmen. Wie um den Gevatter Tod haben sich auch um asakku man­ cherlei Mythen gesponnen. Der Wich­ tigste ist der vom Kampfe des Ninurta mit asakku. Andeutungen davon findet man besonders im Mythus Ud-melambinergal (vgl. AOTU 14, S. 280, Z. 5; 282, Z. 37; 315, Z. 25), s. auch ZA VI S. 241 ff., RA XVI S. 148 und KARI Nr. 142 II, Z. 9, wo die asakku als kisitti Ninurtas »Beute Ninurtas« be­ zeichnet werden. Auch Bel-Marduk hat mit ihm zu tun (s. KARI Nr. 125, Rs., Z. 9 ff.; Zimmern Neujahrsfest I S. 132, Z. 14; AK I S. 72, Rs., Z. 27). Nach III R pl. 69, Nr. 3 tritt der asakku in neun Gestalten auf, nämlich Lugaledinna, Lätaräq, Abgüla, Egu, Muhra, Kidu, Silakku, Anunki, Auruki (vgl. dazu UP X 4, S. 341. KuSi, Muhra, SAK.KUD, Silakki, Equ[!), Abbagula). Das sind Namen, die wir teilweise auch sonst als solche von Unterweltsgottheiten kennen. KAR Nr. 142, Vs., I, Z. 39 ff. (leider meist zerstört) hat anstatt 9 7 asakku gekannt, von denen nur die Namen KiiSu und Lugaledinna teilweise erhalten sind (s. auch II Z. 9). Vgl. sonst noch Craig Astr. Texts S. 20

ür)-dsin urbi-lumk{ mu-hul-a »König P. zerstörte Urhilum« U2; dagegen U3: ur-bi-lumhi ba-hul »Urbilum wurde zerstört«. Der in Urkunden häufige Jahresname kann bei Fehlen des Königsnamens leicht mit Jahr (64) verwechselt werden. r) Oder Amar-Sin? Amar-Sina erwarten.

Man würde dann aber

b) üs-sa : TT Nr. 154; CT X, pl. 43 (19053. 19778) u. o. (70.) {3 .) a) &isgu-za mah den-lU-ld ba-dlm »der hohe Thron Enlils wurde hergestellt« U2; dagegen U3: dgu-za (ohne mah); auch sonst oft dgu-za in Ver­ trägen, auch kü gu-za (»der strahlende Thron«) BRM III Nr. 131, wo das Jahr (71) im selben Texte folgt; ferner gu-za kü BRM III Nr. 151. 180; falsch kü za-gu Nik. II Nr. 151. Bloßes gu-za ITT II Nr. 2653, wonach es 4 Jahre bis zum Jahre sa-a$-rukc [= (73)] sind. b) üs-sa : TT Nr. 80; wenn der Königsname fehlt, leicht mit Jahr (65 b) zu verwechseln. (71.) (4.) a) en-mah-gal-an-na en dnanna ba-hun »En-mahgal-anna wurde als Hohepriester (in) Nannars er­ hoben« U3; verkürzt U2; ba-a-hun Amh. Nr. 70—72; ebendort gal mah umge­ stellt) ; mah oder gal fehlen oft, z. B. Lg Nr. 331; TT Nr. 268; bloß en dnanna Lg Nr. 36, 10 [Z. 5 wird Jahr (70) er­ wähnt] ; bloß en m-ah gal ITT II Nr. 961, Z. 6. 16. b) üs-sa : Lg 378; YOS IV 90. (72.) (5.) a) en unü gal dinnanna unuki ba-hun »der Hohepriester des großen Sitzes der Innanna von Uruk wurde erhoben« U3; verkürzt U2; unü gal an-na statt unü gal (»des großen Himmelssitzes«) TT Nr. 117 X; mit Königsnamen erweitert und dann in-hun (»er erhob«) BE I Nr. 126; hierher wohl en-am-gal-an-na en dinnanna bahun »En-amgal-anna wurde als Hoher priester der Innanna erhoben« BE III Nr. 41. 95; vgl. RI* Nr. 195. b) üs-sa ((71a)) BJ 18 (unv.); ver­ kürzt TT Nr. 231—-233. (73.) (6.) a) sa-as-ruki ba-hul »Sasru wurde zerstört« U2.3; mit Königs­ namen Lg Nr. 314; zum Unterschied von Jahr (61) wird manchmal a-rä II-kam »zum zweiten Male« beigefügt: YOS IV Nr. 282; auch sa-as-su-ruki a-rä II-kam ba-hul BRM III Nr. 45. 66; bes. Schreibungen noch sä-as-ru-umki YOS IV Nr. 102; sä-ru YOS IV Nr. 81; sa-su-ru-umki YOS IV Nr. 91; as-

sü-ruil YOS IV Nr. 97. Ist Sasuru = Assür ? Vgl. das Siegel des Ibi-Sin aus Kül-tepe RA VIII, S. 144 und die dem Pür-Sin gewidmete Inschrift des Zäriqu, Statthalters von Assür (KAHI II 2). b) üs-sa : Lg Nr. 103. 165; statt unti gal hat Amh. Nr. 84 am gal. (74.) (7.) a) hu-üh-nu-riki ba-hul »Huh­ nuri wurde zerstört« U3; in Uz (s. d.) verschrieben; hu-hu-nu-ruki, z. B. ITT II Nr. 3410; oft hu-hu-nu-riki TT Nr. 51. 246 u. ö. Eine vollere Form CT XXXII pl. 29: dpür-dsin lugal-e bi-tumra-bi-umki da[1)-ab-ruki ma-da ma-da-bi ü hu-üh-nu-riki mu-hul »König P. zer­ störte Bitum-rabium, Dabru (?), deren Länder und Huhnuri«. b) üs-sa : s. Jahr (62b). (75.) (8.) . a) en eriduV ba-hun »der Hohepriester von Eridu wurde er­ hoben« U2.3; Var. eriduki-ga ITT II Nr. 3662; en den-ki eriduki ba-hun BE III Nr. 134 in ws-s«-Datum [s. (76b)]. Vollere Formel en-nun-gal-an-na ki-dg dpür-dsin en eriduki ba-hun »En-nungalanna, geliebt von Pür-Sin, wurde als Hoherpriester von Eridu erhoben« CT III pl. 19 (14606); Var. nun-e oder nun-ni Lg Nr. 70. 81; RA XVII S.207; CT I pl, 39 (95, 10—12, 20) u. ö. Statt en-nun-gal-an-na hat Amh. Nr. 104 (fehlerhaft?) e-gal »Palast«. Ob hierher en den-ki ba-gub ba-hun »der Hohepriester Enki’s wurde eingesetzt (und) erhoben« UP V Nr. 46? Vgl. Jahr [21]. b) üs-sa : Lg Nr. 235 u. ö. (76.) (9) a) en dnanna [ga-es*‘~\ bahun »der Hohepriester des Nanna von Gaes wurde erhoben« U2, ergänzt nach ITT II Nr. 3677; verkürzt en ga-eski ba-hun s. S. 139 E. F. Nach YOS IV Nr. 313, Z. 12 sind es 3 Jahre vom Jahre [en g]a-eski ba-hun bis zum Jahre mä den-ki ba[-ab-dus], letzeres = Jahr (78). Jahr (75) und (76) [letzteres en ga-e$ki ba-hun] auch UP V Nr. 47. Häufig en dnanna abgekürzt, z. B. CT X pl. 48 (21447). Erweitert Lg Nr. 303: en dnan = na dpür-dsin-ra ki-dg an-na ba-hun »der

Hohepriester des Nannar, dem Pür-Sin ein Himmelsgeliebter, wurde erhoben«. Besonders wichtig auch MJ 1926, S. 381, Nr. 18 (RI Nr. 196) en dnanna dpürdsin-ra ki-dg en dnanna kar-zi-da-ka ba-hun »der Hohepriester des Nannar, dem Pür-Sin ein Geliebter, wurde als Hoherpriester des Nannar von Karzida erhoben«. Karzida Schreibfehler oder mit Gaes identisch? Fraglich, ob hier­ her RA XVI, S. 20: dnanna ga-eS-a e-a-na ba-an-tu »der Gott Nanna zog in Gaes in sein Haus«; vgl. Jahr [108]. b) üs-sa [»» warad]-dsin lugal J9»[*« bdd gal ka-zal]-luki ba-an-gul ü ugnim [......... -t~\i-ba-al sä zarar{ki) sHukul ba-sig *93 [mu III gu-za guskin (?) e d]utuse10 i-ni-in-tu-ri »94[mu gä-nun mah e dnanna](?) ba-dü 195 [mu kisal mah e dutu] (?) ba-dü 196[mu-en-de-du’] en dnanna](?) ba(?)-a-hun 197 [otm..................... ] (unbeschrieben] 19^ [mu kisal mah e dnanna ba-dü ü II *isgu-za i-ni-in]-tu-ri J99[mu alam ku-du-ur-ma-bu-uk e dutu-sew i-ni-in-tu]-ri i°o[mu bdd gal uriki-ma ba^-dü1) [ XII mu -warad-dsin]lugal

(große Lücke) (II) SJI» [.........2)

SI1»« [........ ü [.........

[........ [........

223 [muy^tuku [l.........

eren ä-dah-[bi......... ugu n[am......... J24mu dü[g-ga......... id ul-[ta......... sib z[i(?)......... [i]d sikil-[

(Rest zerstört)

L3 = Datenliste U 7144. (Anfang abgebrochen)

104 [mu urudualam gir-tab-ba

5

d . . . .-ra mu-un-n]a-an [-di]m 105 [mu üs-sa] urud"alam gir-tab-ba d. . [. . -ra mu-u]n-na-an-dim 106[mu e]n-nin-dsün-zi en dnin-x ba-hun-gd 10imu urudualam gir-tab-ba e dnannase10 i-ni-in-tu-ri IoSmu e id an-ni-päd in-si-ga ™9mu e dinnanna sä zararkl-ma ba-dü

*) Hier sind augenscheinlich wegen des gleichen Ausgangs ba-dü 2 Jahre des Königs übergangen. 2) Die Ergänzungen sind nach L1 ohne weiteres gegeben.

I10mu e im-gur-dsin in-si-ga IJImu e dlugal-ki-büru-na ba-dü ™mu düg den-lil dnanna-ta ugnim mä-al-gi^-a e‘Hukul ba-an-sig e-dannana biin-gi [-na] ü id-kur-ra ka-bi ba-an-bad 1J3mu k[ä-g]al mah urikl ba-dü 114m [u du]-un-nu-um i-sar-tum ba-dü IJ5m[u bd]d gal zara[rki]-ma ba-dü *l6mu b[d]d gal kd-[.... ]-an-na ba-dü lz7mu e dnin-i[n-si-na säz]ararki-ma ba-dü . 11&mu e-gi-na-ab-du7 [kü] dnanna [sa] uriki-ma ba-dü (Große Lücke) l89mu ugnim [..........J) V mu ds[in-i-qi-sa-am] 19°mu si-l [*- adad.......... I mu s[i-li dadad] I9imu warad-dsi[n.......... mumu [bd]d gal k [a-zal-luil.......... [..........-ti-]ba[-al...........

[.........

I93 mu[.......... e[. .... i- [ni-in-tu-ri.......... 294mu g[ä-nun.......... T9Smu kisal[.......... I96mu [.......... (Rest zerstört) L4 = Datenliste U 8810 A. (I) Nur Zeilenreste der Jahre 99 — 105 erhalten. (II) id mah ba-ba-[al\ *iimu id hi-ri-tum zarar k[‘-ma baba-al] ™hnu alam naoiwk urukl SAG.PA +KAB + DL ki-bi-es bi-in-[gi-a] (Z. 11) *mnm e dnin-e-mah(l) sä mas-gänsabraki m[u-un-dü-a] (Z. 13) *°3mu ri-im-dsin lugal (Z. 14) 304mu e diskur säzararki [ba-du] (Z. 15) *°5mu IV urudu alam ku-du-ur-m[a-buuk] e dnatma-se10 i-ni-in- [tu-ri] (Z. 17 f-) io6mu e dinnanna dnanna ü d[en-ki sä zarark‘] mu-\un-dü-a~\ (Z. 18 f.). Auch RUL Nr. 207 enthält die Jahre 202—206; hiernach die Ergänzungen in A für Jahr 202. 204. 205. 206. B. RUL Nr. 15 ist datiert vom Jahre 19Imu warad-dsln lugal und es enthält Abrechnungen über Kleinvieh vom Jahre si-li-dadad nam-lugal-ta sir-ra (I 8; IV 28).

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Da Silli-Adad nur 1 Jahr regierte, ist es sicher, daß dieses sein einziges volles Jahr (== 190) war, in dem er beseitigt wurde; vgl. L* und L3. C. ML X Nr. 24 hat Vs. Z. 3 das Jahr mu II urudualam ku-du-ur-ma-bu-uk ü I urudKna-rü-a sä e-gal-bar-ra-Se10 i-ni-intu-ri, während es von dem Kol. III der Liste L1 beginnenden Jahre (= 208) datiert ist. Jenes ist also Jahr 207. D. Bestätigungen der Liste I. geben noch ff. Texte: a) PSBAXXXIIS. 276 = Jahr 208—210, ,, 208—209, b) RUL Nr. 212 ,, 211—212, c) RUL Nr. 208 ,, 223—224, d) RUL Nr. 217 „ 224—225, e) RUL Nr. 150 ,, 226—227, f) RUL Nr. 223 ,, 230—231. g) RUL Nr. 218 b. Überblick über die Jahresnamen des Reiches von Larsa. 1. (1.—21.) Naplänum: keine Belege. 2. (22.—49.) Emisum: keine Belege. 3. (50.—84.) Samum: keine Belege. 4. (85.—93.) Zabäja: keine Belege. 5. Gungunum I). 94. (1.) »Gungunum (wurde König)« U. 95. (2 .) »2 bronzene Dattelpalmen brachte er in den Tempel des Samas hinein« L1. 96. (3.) »Basimi wurde zerstört« L1. 97. (4.) »Folgendes (Jahr): Basimi wurde zerstört« L1. 98. (5.) »Ansan wurde zerstört« L1. 99. (6.) »Den Hohenpriester des Sa­ mas bestimmte er durch Vorzeichen« Lu 100. (7.) »Folgendes Jahr: