Aesop in Delphi

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BEITRAGE ZUR KLASSISCHEN PHILOLOGIE

Herausgegeben von Reinhold Merkelbach

AESOP IN DELPHI

Heft 2

von ANTON WIECHERS

1961 VERLAG ANTON HAIN K. G., MEISENHEIM/ GLAN

INHALT A esop und der heilige Krieg

Aesop als Pharrr.akos Aesop und Neoptolerr,os Stellenregister

G) 1961 bei

Verlag Anton Hain K.G,, Meisenheim Herstellung: Verlag Anton Hain K.G., Meisenheim Printed

in Germany

am Glan am Glan



Seite: 7

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Literaturverzeichnis

52

,\ESOP

CND

DER

HEILIGE

KRIEG

Es gibt wohl ke'.ne Gestalt der Antike, die so volkstÜll'lich gewesen ist v.ie der Fabcld:chte~ ,\esop; um sein Leben rankte sich die Phantasie des Volkes mit seiner Freude zu fabulieren und zu erfinden. Fin volkstümliches Buch über das Leben ilesops ist in zwei spätantikcn Fassungen (G und 11:) auf uns gekommen 1. In ihnen scheinen Erzählungen verarbeitet zu sein, die altes Volksgut darstellen. Ein sehr altes Stück ist die Beschreibung vom Aufenthalt und Tod Aesops in Delphi. Vom hohen Alter der Erzählung zeugt Aristophanes, 11:espen 1446ff: iti.: ,tJ,:

A(crc,l'!TOV oi tie°Acpo{ lTOT'-B6. o"l-.{yov µ01 cp10:Af]V ElTlJTIWVTO KAe'J'OI ToÜ 8eoü, WS o Kav8apos lTOTE 6 6' EAE~EV mhois

µeAEI

Die Geschichte vom angeblichen Schalendiebstahl des Aesop und sein Versuch, sich mit der Fabel vom Mistkäfer und dem das Gastrecht verletzenden Adler vor der ungerechtfertigten Hinrichtung zu retten, ist dem Komödiendichter bereits eine allbekannte, im Volk umlaufende Er• zählung. Auch im Frieden 129ff. spielt er auf die Fabel des Aesop an, die mit der Episode in Delphi verbunden ist:

K.: Tis T.:

6'T) '1Tivo1CX croÜcrTiv OOaTe KClveapov ~Ev~avT' EAaVVEIV eis 8eovs, c:I 1Ta1T1T{a; EV TO\UI V Aicrrlrnov Aoyo1 s e~evpe8ri µOVOS lTETEIVWV EiS 8EOUS acp1yµeVOS,

Die Erzählung vom Tode Aesops in Delphi ist also schon im 5. Jahr· hundert bekannt. Vom Aufenthalt Aesops in Delphi berichten die angeführten Viten in den Schlußkapiteln 124- 142. Nachdem sich Aesop in Babylon und Aegypten als gefeierter Rätsel· löser und \'leiser einen Namen gemacht hat, wendet er sich nach Ilellas und kommt bei seiner Fahrt durch die griechischen Städte nach Delphi. Auch hier zeigt er seine Weisheit und Bildung ( crocp( av Ka 1 1Ta16 e / av). Aber obwohl ihm das Volk zunächst gerne zuhört, bleibt sein Auftreten ohne \liirkung: Man ehrt ihn nicht, man beschenkt ihn nicht. Doch einen so mit Mutterwitz begabten Fabeldichter übersieht man nicht ungestraft. Aesop rächt sich, indem er mit geschickter Verwendung des Homerverses (Ilias6,146) orri ,rep cpuAAwv yeve~,To{ri Kai äv 6 p öiv die Gesichtsfarbe der Delpher mit vergilbtem GemÜ· 6 sc vergleicht. Ein Zusammenstoß mit den Bewohnern des berühmten

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1) B.E. Perry, Aesopica:

Vita G, p. 73ff., Vita W, p. 104ff.

')

8

. . h Unverblümt verspo tt e t sie der Dichter mit einer bleibt mc t aus. · · d' im Meere einen Holz. 'h doch ergangen wie 1enen, ie I Fabel. Se• es m. h und ihn aus der Feme maßlos überhätten schwimmen se en .h d Näh ! kotz L d gespült worden sei und man t n aus er e h"rzten Als er an an b h b d a e er ie sc • · .. . . als unnütz erkannt worden. E enso betrachtet hatte, ,e1 er II l ß S . • üb' h"tzt und miisse nun festste en, , a em und Delpher tm \lerte ersc a Schein sich nicht deckten 2. • • ßesonders boshaft ist die Behauptung des Fabeld1chters, die De!: anz so wie es bei ihrer Abstammung zu erwarten se, pher h and e l ten g • , , - ) A f d" le (ou6EV äva~lOV TtOlEiTE TWV ,rpoyo,VüJV UµüJ•V _• U , r:: Jpher Tlves yap ,1'aav oi npoyovo1 TJµüJv antworFragc .1er e , , _ " ~V 1tapa TOIS EAATJC7I, tet Aesop: a1to6ouAOI. •. voµos „ TtOAEIS KaTa"-aAüJVTal ;\aq,upüJV _ TO 5eKaTOV 1 Ti.V• EOV r' , , A, epos T" 'A1toAAüJV 1 3 1TEµ1TEI v, ano TE j3oüJV, ,rpot--'aTüJV, µ ,. • \ , • ' aiyWv Kai Tfilv i\o\TTWv KTflV~v, ~,ro XP~µaTCa>V~ a1r 10 a~µciTwv, Ö:v6pWv KOl yuvalKWV. EK TOUTOV ouv uµe15 yevvriOevTES äveAevOepoi ECJTEj variiert im folgenden Satz: hEiOev yevv118evTES TWV 'E;\;\nvüJV 5oÜAOI Ka8eCJT~-

ortcs

1

KOTE.

Nach diesem Zusammenstoß mit den Delphern will der Fabelerzähler die Stadt verlassen. Aber Aesops Gegner, die über seine \lorte sehr erregt sind, fürchten, Aesop werde sie in den anderen Städten noch schlimmer verspotten. So fassen sie den Plan, den Dichter aus dem \lege zu schaffen. Sie schmuggeln eine goldene Schale in sein Gepäck, um ihn mit dieser List des Tempelraubes bezichtigen zu können und ihn darrit von den fremden, die für ihn Partei ergreifen könnten, zu tren• nen. Danach macht sich Aesop auf den \leg nach Phokis 4 • Aber kaum hat er die Stadt verlassen, da setzen ihm die Delpher nach, holen ihn ein und beschuldigen ihn, im Tempel Apolls Diebstahl begangen zu haben. Sie binden ihn und bringen ihn in die Stadt zurück. In seiner Not beschwört sie der Fabeldichter, er wolle des Todes sein, wenn er das Verbrechen begangen habe. Aber die Schale wird in seinem Gepäck entdeckt und nun das Verbrechen überall laut verkündet. Aesop, 2) Desser 177 P.

3)

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als in den Viten stehe diese Fabel 1'n d

• Arr(/AAwv l

er Sammlung der Aesopica

steht nu.r in G.

-i) Streng genommen liegt Del hi · tl' · . und der Pap, Gol. erklären A p etgen ~eh ln Phokis: Aber die beiden Viten hältnis Dclphis zu Pb 1c· '. ~op habe sich nach Phokis gewandt. Da das Verlastet gewesen ist, s:h:;n~~. auf~ de~ ~eschichte von starken Spannwigeo beuod Phokis vedeindet d uer eine Ze1t gespiegelt zu werden, in der Delphi o er getrennt waren. Vgl. S. 18 f.

der den hinterlistigen A~schlag sein~r Gegner durchschaut, wird 100 Gefängnis geschleppt. Seme Gegner smOJVl)V~vapO ov ~µEi, µuOeoµev 11pf, M~ Kai Aoyou, ,'\6e1/o'ious rrep Callim. Iambus 2 (Fr 192 Pf 1) o~ S • 7

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